Hellblazer 8: Bei den Toten

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hellblazer 8: Bei den Toten

      Auch wenn ich in der Vergangenheit häufig meine Probleme mit dem verschachtelten und meines Erachtens unnötig komplizierten Storytelling von Mike Carey hatte, muss ich sagen dass mich der Abschlussband seines Runs überzeugt und auch etwas versöhnlich gestimmt hat. Auch die stimmige Artwork von Leonardo Manco leisten hierzu einen gelungenen Beitrag. Carey greift in einem kurzen Flashback Constantines fast schon in den Hintergrund geratenen Wurzeln und Ursprünge auf und lässt den Hellblazer auch da wandeln, wo er namentlich und sinngemäß auch hingehört, nämlich auf den Pfaden der Hölle. Ohne jetzt spoilern zu wollen, finde ich es auch mehr als passend, dass Carey uns kein kitschiges Hollywood-Happyend präsentiert. Ständig wechselende Deals und Bündnisse mit Höllenbewohnern fordern halt einen hohen Preis und so hinterlässt Johns Mission in der Hölle zur Rettung eines Familienmitglieds mehr als nur einen bitteren Beigeschmack!

      Ich bin Panini sehr dankbar dafür, dass sie die Serie fortführt, obwohl die Verkaufszahlen nicht besonders sind. Vertigos Flagschiff- und Klassikserie ist auch nicht wirklich ein einfacher und massentauglicher Stoff. Als Einzelheftserie könnte ich den langzeit konzipierten Storylines, wie sie z.B. Azzarello und Carey angelegt haben, kaum folgen, würde vieles verpassen und über Monate auch wieder wichtige Einzeheiten und Details vergessen. Daher ist Hellblazer in Paperbackform schon optimal aufgehoben.

      Der kleinen, aber treuen Hellblazer-Fangemeinde wäre es zu gönnen, wenn man mal den sehr kontroversen und genialen Warren Ellis Run nachliefern würde. Gerade für sowas wäre doch mal eine Messe-Sonderausgabe für die Essener Comictage ideal! Was haltet ihr davon?
    • RE: Hellblazer 8: Bei den Toten

      Claus Bürvenich schrieb:

      Der kleinen, aber treuen Hellblazer-Fangemeinde wäre es zu gönnen, wenn man mal den sehr kontroversen und genialen Warren Ellis Run nachliefern würde. Gerade für sowas wäre doch mal eine Messe-Sonderausgabe für die Essener Comictage ideal! Was haltet ihr davon?


      Hab ich auch schon vorgeschlagen, aber irgendwie verkauft sich John wohl so "schwierig", dass hierfür kein Potenzial gesehen wird, zumindest nicht in nächster Zeit. Leider. Aber ich plädiere auch schon seit langem für eine gelungene VÖ dieses mE nach genialen Runs.
      Ich verkaufe, was ich nicht mehr brauche. Und zwar HIER. Aber ich suche auch Verschiedenes. Gleich DA.
    • Hellblazer 8: Bei den Toten

      Constantine ist ein Magier aus der Arbeiterklasse Englands. Er läuft in einem zerknitterten alten Trenchcoat rum, raucht Kette und ist nie um eine sarkastische Bemerkung verlegen. Sein Geschäft: Bekämpfung von Hölle, Dämonen und anderen fiesen übernatürlichen Gestalten.

      In den letzten Bänden wurde Constantine von der Dämonin Rosacarnis verführt und überlistet. Er hat ihr einen Tag seines Lebens versprochen, und dabei kamen 3 bösartige Kinder heraus, die dazu noch überaus mächtig sind. Und so träumte er an diesem einen Tag 3 Leben, und der fiese Nachwuchs kam in Form von 3 Kindern zur Welt. Diese ließen sich nicht lange feiern, und versuchten Menschen im Leben ihres Vaters wider willen zu ermorden. Erfolgreich waren sie nur bei Johns Schwester.

      Zusammen mit seiner Nichte Gemma, seiner momentanen Freundin und dem Dämon Nergal gelangt er in die Hölle, wo er die Seele seiner Schwester Cheryl retten will. Doch, ganz wie es im Sinne der Hölle ist, ist der Weg gesäumt von Lug, Blut und Betrug. Kann Constantine seine Schwester retten?

      Mike Carey beendete mit diesem Band seinen Hellblazer-Run mit einem echt teuflischen Finale. Der Alltag in der Hölle könnte nicht besser beschrieben sein. So wünscht man sich das. Und auch das mit Leonardo Manco ein konstanter Zeichner gefunden wurde, macht sich positiv bemerkbar. Leider wird die Serie von Panini nicht weitergeführt, nichtsdestotrotz sind die erschienen 8 Bände wirklich sehr lesenswert.

      8/10


      Meine gesammelten Eindrücke von Band 1-8 gibt es hier:
      comic-community.net/viewtopic.php?f=38&t=379&p=2580#p2580
      [center]
      Comic-Podcast[/center]
    • breedstorm schrieb:

      Mike Carey beendete mit diesem Band seinen Hellblazer-Run (...).

      Leider wird die Serie von Panini nicht weitergeführt, nichtsdestotrotz sind die erschienen 8 Bände wirklich sehr lesenswert.

      Äh, wie bitte...?

      1. Der Run ist keineswegs beendet. Er endet in Band 9 von Panini.
      2. Dieser Band steht in der nächsten Panini-Vorschau (Nr. 33), d.h. er wird auch erscheinen.
      "He had this disease, called, um, Wisenheimers, I think. You know, where your brain cells run out into your pee."
    • John Constantine - Hellblazer 8: Bei Den Toten


      "Das vorletzte Kapitel von Mike Careys Hellblazer-Strecke!

      Einer von John Constantines Patzern erweist sich einmal mehr als katastrophal für eine ihm nahestehende Person und zwingt ihn dazu, sich mit jemandem zu verbünden, von dem er normalerweise nicht mal die letzte Zigarette auf Erden annehmen würde. Sein Weg führt ihn unweigerlich zur Hölle, wo noch der eine oder andere Dämon eine Rechnung mit ihm offen hat."
      enthält: US-Hellblazer 207-212

      leseprobe gibts hier.

      nach dem letzten wirklich phantastischen band war der hier eher schwächer aber insgesamt noch immer auf einem sehr hohen niveau. die erste hälfte empfand ich als recht zeh und anstrengend und musste mich durchkämpfen. aber spätestens ab dem moment wo john im hause nergal steht, die ansprache unterbricht und sich eine kippe anzündet bin ich wieder voll dabei und finde ihn total klasse. der comic bot die ein oder andere überraschung und schockiert gen ende sogar etwas.

      insgesamt hat die zweite hälfte den band deutlich verbessert und ich bin ganz zufrieden damit. es gibt jede menge dämonen und auch john und seine "crew" bekommen genug aufmerksamtkeit. auch das wiederauftauchen von johns böser hälfte war ganz cool; die hatte ich schon wieder vergessen. generell möchte ich auch die gute zusammenfassung der bis dato geschehenen sachen mir nergal positiv hervorheben. das hat selbst mir, als gewohntem leser, noch mal gut ins gedächtnis gerufen wie die beiden zueinander stehen.

      eines der highlights hier ist ganz klar das unterwürfige verhältnis aller dämonen zum ersten der gefallenen (der doch eigentlich mal tot war, oder?!) und dann diese gespräche auf augenhöhe zwischen ihm und john. john constantine zum messias der hölle machen zu wollen halte ich generell für eine sehr interessante idee.

      wie geht es wohl weiter mit johns tochter? was wird aus seiner schwester? sehen wir zed vllt doch noch mal?

      gruß
      andi
    • Das vorletzte Kapitel von Mike Careys Hellblazer-Strecke…



      Titel: John Constantine – Hellblazer 8: Bei den Toten

      Verlag: Panini (US: Vertigo)

      Format: 148 Seiten im Softcover/Paperback mit Faltcover

      Inhalt: US-Hefte #207-212

      Autoren: Mike Carey

      Zeichner: Leonardo Manco

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      „Wir gehen zur Hölle. Nergal und Constantine zusammen…“

      Johns Auseinandersetzung mit seinen dämonischen Sprösslingen endete tragisch – seine Freunde wurden gnadenlos niedergemäht, seine Schwester Cheryl kam ums Leben und wurde verdammt.

      Doch der Hellblazer hat noch eine letzte Möglichkeit – und einen höchst unwillkommenen Verbündeten: Nergal, den Dämon, dessen schmutziges Blut in seinen Adern fließt.

      Gemeinsam unternehmen die beiden eine Reise, die in der Menschenwelt beginnt und sie mitten in die Hölle führt, wobei sie viele längst vergessene Feinde wiedersehen. Ihr Ziel ist eine entlegene Festung in den tiefsten Tiefen der Hölle, wo Cheryls Seele schmachten soll.
      Doch dort hinzugelangen, ist nur die halbe Miete. Denn in der Hölle greift ein Rad ins andere, ein Betrug reiht sich an den nächsten. Um zu überleben, muss John herausfinden, wer der geheimnisvolle Drahtzieher ist, der hinter seinen jüngsten Qualen steckt, denen er nur knapp entrinnen konnte. Er muss es mit Kräften aufnehmen, die älter und unbarmherziger sind als die Dämonin Rosacarnis, und er setzt sein Leben und seine Seele aufs Spiel für die geringe Chance, seine Schwester zu retten. Falls sie überhaupt wieder nach Hause will…

      John Constantine, Hellblazer: Down in the Ground where the Dead Men go umfasst sechs hefte und bildet den Abschluss von Mike Careys vielfach gelobtem Run. John Constantine erlebt seine finstersten Stunden, nachdem er eine verhängnisvolle Entscheidung getroffen hat.



      Just my 2 cents:
      Ich bin ein wenig verwirrt und vielleicht kann ja einer der langjährigen Hellblazer-Leser hier ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Der Klappentext des erneut stimmig und wertig gestalteten Softcovers mit Klappenbroschur besagt, wie oben ersichtlich, dass die sechs enthaltenen Hefte den Abschluss von Mike Careys Run am Trickster bilden. Allerdings steht der liebe Herr Carey auch beim nächsten Band Die Gabe als Autor auf dem Cover. Ist da irgendwas durcheinandergeraten, oder wird in diesem Band die eigentliche Storyline beendet und im nächsten Paperback gibt es nur noch so was wie schmückendes Beiwerk, oder unabhängig lesbare Sachen?

      Egal wie, jetzt will ich auf alle Fälle wissen wie es weiter geht, nachdem der achte Band schon so stark war und das Ende ja alles andere als abgeschlossen war.
      Spoiler anzeigen
      Die Ablenkung durch seine schrecklichen Kinder hat einwandfrei funktioniert und so gelang es der Mutter seiner Kids, der Dämonin Rosacarnis, nicht nur Johns Freunde der Reihe nach niederzumähen, nein, das was ihm das Liebste ist, was ihm am meisten bedeutet, die Familie. Genauer seine Schwester Cheryl, denn deren Leben hängt am seidenen Faden und ihre Seele wandert bereits in die Tiefen, der ewigen Verdammnis entgegen.

      John bleibt nur eine letzte Chance ihre unsterbliche Seele und vielleicht auch ihr Leben zu retten, doch dazu muss er selbst in die Hölle hinabsteigen. Der vor vielen Jahren zerstückelte und verbannte Dämon Nergal, der eigentliche Ehemann von Constantines „Geliebter“ Rosacarnis und auch der, dessen Blut zu kleinen Teilen in den Adern des Hellblazers fließt, lechzt nach Rache. Er will zurück in die Hölle und erneut den Vorsitz seiner Familie übernehmen, der aufmüpfigen Frau zeigen wo es lang geht. So bleibt beiden nichts übrig als eine Zweckgemeinschaft der besonderen Art zu schließen. Während er sich zusammen mit dem alles andere als vertrauenswürdigen Nergal durch eine Hintertür auf den Weg zur Hölle macht versuchen seine Nichte Gemma und die ebenfalls Magiebegabte Freundin Angie Spatchcock in der Welt der Lebenden für Schadensbegrenzung zu sorgen und für Cheryls Seele so lange wie möglich den Rückweg offen zu halten.

      Der Weg in die Hölle ist wahrlich kein Zuckerschlecken und bei einem ganzen Haufen Seelen, die das ungleiche Duo unterwegs trifft, handelt es sich nicht selten um welche, die auf den Hellblazer nicht sonderlich gut zu sprechen sind. Das sind allerdings noch die kleinsten Probleme unter den Widrigkeiten, denen sich die beiden gegenüberstehen. Schließlich wird es so brenzlig, dass es zum äußersten kommt. John sieht sich gezwungen dem Dämon zu gestatten mit seinem Rattenförmigen Körber in ihn zu fahren und sich so mit ihm zu einer weit mächtigeren Version eines John Constantine zu verbinden. Wird jetzt alles besser und erreichen die beiden ihr Ziel? Oder verliert John jetzt vollends die Kontrolle und hat genau das getan, worauf Nergal schon die ganze Zeit aus war? Wir werden es erleben…




      Nach dem schon hervorragenden siebten Band lässt Mike Carey auch auf der Zielgeraden um keine Handbreit nach. Hochspannung, gewürzt mit fatalistischem, ultratrockenem Humor steht von der ersten Sekunde an auf dem Plan und zieht sich über die gesamten 148 Seiten, ohne eine Atempause einzulegen. Gezeichnet wurde das komplette Werk von meinem aktuellen Hellblazer-Liebling Leonardo Manco, der die höllischen Gefilde in düsteren, teils dreckig und verstörend wirkenden Gemälden auf die Seiten bannt, die wahren Horror vermitteln können. Einfach von vorne bis hinten eine grandiose Stimmung, die hier verbreitet wird und mich durchgehend zu fesseln weiß. Ein Pageturner mit einem hochdramatischen Herzschlagfinale, dass mich den Band an einem Stück weginhalieren ließ.

      Ganz starker Abschluss des Carey-Runs (sollte er das wirklich gewesen sein), der den Hellblazer nach einigen charakterlichen Veränderungen, die aber alle sinnvoll erklärt wurden, gegen Ende wieder zur dreisten, rotzfrechen und ultraarroganten Coolness zurückführt, die wir von ihm kennen und lieben. Ein weiteres Prachtstück unter den Hellblazer Stories, welches aber wirklich nur im direkten Zusammenhang mit Band sieben funktioniert, also nicht einfach mal zum quer Reinlesen geeignet ist.

      Meine Wertung: 9/10

      Hat Euch Carey im gesamten gefallen, oder fandet Ihr Azarello stärker? Ennis ist ja eh über jeden Zweifel erhaben. Ach ja, und kann mir jemand meine Frage aus dem ersten Absatz beantworten? @churchi, Du doch bestimmt?

      VG, God_W.