Welche Comics habt Ihr heute gelesen? (Vorsicht, Spoiler!)

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    • Reborn - Mark Millar, Greg Capullo

      Geschichte um das Leben nach dem Tod.
      Was passiert, wenn Menschen sterben ? Bei Mark Millar kommen sie direkt ins nächste Level.
      Man erwacht nach dem Tod im Land Adystria und wird je nach dem wie gut oder schlecht man im Leben war mit Kräften ausgestattet.
      Adystria besteht aus viel Fantasy und Millar bedient sich hier großzügig in vielen Bereichen.
      Es gibt einen Lord Golgotha (Biebel) , eine entfremdete Freiheitsstatue (Planet der Affen) und Tiere mit ganzen Städten auf dem Rücken (Terry Pratchett). Viel Sword und Sorcerie erwartet den Leser nach einem doch sehr bodenständigen und einfühlsamen Beginn.

      07/10 Punkten
    • Galaktische Sammelwut Nr.5: Zwischen den Zeilen ("TNG - The Space Between", Star-Trek-Graphic-Novel-Collection)

      (Basiert auf der Veröffentlichung von "The Space Between" im Rahmen der "Star Trek Graphic Novel Collection" aus dem Hause Eaglemoss)

      Das die TV-Episoden und Kinofilme letztlich nur einen Bruchteil der Abenteuer der USS Enterprise unter dem Kommando von Captain Picard darstellen, wird spätestens dann deutlich, wenn man sich halbwegs einen Überblick über die zahlreichen literarischen Ergüsse zu den Erlebnissen der "Next Generation" verschafft hat. Auch "The Space Between" widmet sich dem Füllen einiger Lücken und präsentiert uns immerhin sechs neue Erzählungen rund um Picard und seine Crew. Zu Beginn muss man sich mit einer zur Föderation beitrittswilligen Rasse auseinander setzen, die ihr ganzes Leben durch einen Computer bestimmen lässt. Sämtliche historische Ereignisse und sogar aktuelle Entwicklungen werden digital gesteuert, was durchaus Raum für unbegrenzte Manipulationen lässt. Oder hat es einen anderen Grund, dass der einst die Sternenflotte kontaktierende Kanzler jener Welt auf einmal vollkommen in Vergessenheit geraten zu sein scheint? Danach entdeckt Captain Picard, im Rahmen einer archäologischen Expedition, auf einer unerforschten Welt inmitten einer alten Stufenpyramide eine Shuttlekapsel der NX-02 und einen wertvollen Schatz, der allerhand Probleme herauf beschwört. Im Anschluss wird die Enterprise von einem seltsamen Hybridschiff angegriffen, das Teile eines romulanischen Warbirds, eines Föderationskreuzers und auch noch Schildtechnik der Borg aufweist. Die vierte Geschichte berichtet vom Absturz eines Shuttles mit Fähnrich Ro, Worf und Geordi an Bord, die auf einem unwirtlichen Eisplaneten Zuflucht in einem scheinbar verlassenen Kloster finden, in dessen Untiefen jedoch das Grauen lauert. Schließlich wird die Enterprise in ein Asteroidenfeld abkommandiert, auf dessen einzelnen Felsbrocken ein wichtiges Anbaugebiet liegt, das jedoch seit einiger Zeit mit rapidem Erntetrückgang zu kämpfen hat. Zu guter Letzt verschlägt es Picard und Co.zurück auf die Erde, wo sie einer Verschwörung in höheren Ebenen der Sternenflotte auf die Spur kommen.

      "The Space Between" erzählt sechs weitestgehend kurzweilige und mitunter das Flair der Serie richtig gut einfangende Geschichten, deren roter Faden am Ende jedoch etwas zu "gewollt" und unglaubwürdig wirkt. Auch die Lösung des umspannenden Konflikts ist schlichtweg nicht gelungen und lässt den Leser relativ unbefriedigt zurück. Für sich selbst genommen sind die enthaltenen Episoden jedoch solides TNG-Material, das man sich auch in TV-Form hätte vorstellen können. Künstlerisch werden zwar keine Maßstäbe gesetzt und ab und an wirken die Crewmitglieder etwas grob umgesetzt, aber auch hier sprechen wir immerhin von durchaus solider Zeichenkunst. Als Bonus gibt es den Klassiker Nr.5 aus den Gold-Key-Archiven: Hier erleben wir Kirk und seine Mannschaft der NCC-1701 bei dem Versuch, einen unwirtlich gewordenen Planeten zu retten, dessen Einwohner jedoch ein bitterböses Geheimnis mit sich herum tragen. Auch "Der Geisterplanet" wäre als Episode der klassischen Serie denkbar gewesen und kann die Atmosphäre dieser gut einfangen.

      PS: Schade, dass es die Sammlung nicht auf den deutschen Markt geschafft hat. Aber wenigstens kann man sich die Bände aus dem Eaglemoss-Shop, wenngleich natürlich auf Englisch, bequem zusenden lassen, was sich für Fans des Franchise sicher lohnt.

      Dramaturgie/Erzählung7/10
      Zeichnungen6/10
      Kreativität6/10
      Gesamtwertung6.33 / 10
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:
    • Die Fantastischen Vier (Williams) 101


      Erscheinungstermin: 1978/01
      Originalausgabe:
      1) Fantastic Four (I) #105
      2) Daredevil (I) #39

      Story-Titel:
      1) Das Monster ist in der Stadt !
      2) Ausrotter und das super-mächtige Terror-Trio 2/2

      Original-Storytitel:
      1) The monster in the streets!
      2) The Exterminator and the super-powered Unholy Three

      Zeichnungen:
      1) John Romita Sr.
      2) Gene Colan

      Text:
      1) Stan Lee
      2) Stan Lee

      Inhalt:
      1) Eine Energiemasse, die eine Spur der Verwüstung in den Straßen des Big Apple hinterlässt, kommt Jonny Storm gerade recht, um seinem Kummer Luft zu verschaffen (kurz zuvor musste seine geliebte Chrystal aus gesundheitlichen Gründen zu ihrem Volk der Inhumans zurückkehren). Jonnys hitzköpfiger Angriff auf das Energiewesen bleibt schon im Ansatz stecken und nur Sues Kraftfeld kann es noch in Schach halten. Jedoch wird diese immer schwächer. Reed wäre der einzige, der helfen könnte. Aber der versucht gerade, Ben mit einem gefährlichen Experiment zurück in einen Menschen verwandeln. Er steckt in einer Zwickmühle. Wem soll er helfen? Die Folgen seiner Entscheidung könnten für einen der beiden tödlich sein.
      2) Der Ausrotter und seine Terrorbande starten mit Hilfe von Zeitverschiebungsstrahlen einen Angriff auf Murdock und Nelson. Doch der Dämon ist im Anmarsch!

      Bemerkungen:
      Eine zu Beginn recht einfach gestickte Geschichte, die am Ende an Dramatik zulegt und in einen echten Cliffhanger endet.

      Chystal plagen Kopfschmerzen, eine Folge der Umweltverschmutzung:



      Das Heft erschien im Januar 1978 in Deutschland, eine gute Gelegenheit, einmal einen Blick auf die Kinocharts des Jahres 1977 zu werfen:

      1. Bernard und Bianca - Die Mäusepolizei
      2. James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte
      3. Zwei außer Rand und Band
      4. Steiner - Das Eiserne Kreuz
      5. Ein Irrer Typ
      6. The Rocky Horror Picture Show
      7. Schlappschuss
      8. Verschollen Im Bermuda-Dreieck
      9. Der Tolle Käfer in der Rallye Monte Carlo
      10. Die Brücke von Arnheim

      Vier dieser Filme habe ich damals als 11-jähiger Pimpf im Kino gesehen (James Bond 007 - Der Spion, der mich Liebte, Zwei außer Rand und Band, Ein Irrer Typ, Die Brücke von Arnheim) und damit das Kinosterben wohl ein wenig mehr in die Länge gezogen.

      Eine unvergessliche Szene aus Zwei außer Rand und Band: :thumbsup:



      Auch erschienen in:
      1) Erstveröffentlichung
      2) Hit Comics #74
      "Gott ist mit Dir mein Sohn. Auch wenn Du ein Arschloch bist!"
      (Lemmy K.)
    • Jim Hawkins schrieb:

      Manifest Destiny Volume 1: Flora & Fauna


      Im Jahre 1804 macht sich eine Expedition unter Captain Meriwether Lewis und Lieutanant William Clark auf, in Mission für Präsident Thomas Jefferson Teile des Wilden Westens bis zur Pazifikküste zu erschließen. Wie ihre historisch belegbar existierenden Pendants der Lewis-und-Clark-Expedition müssen sie dabei verschiedenen Widrigkeiten trotzen, allerdings sind diese in Chris Dingess Geschichte eher ...übernatürlichen Charakters. Als die Gruppe kurz vor dem Fort La Charette einen riesigen, geheimnisvollen Torbogen entdeckt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Menschenfressende Kreaturen machen Jagd auf die Entdecker und auch die im Titel erwähnte Flora wartet mit bösen Überraschungen auf.

      Manifest Destiny hat von der ersten bis zur letzten Seite eine überzeugende Abenteuer-Atmosphäre und dafür auch das richtige Setting. [...]

      Volle Rezension

      Manifest Destiny Volume 2: Amphibia & Insecta

      Die Lews-und-Clark-Mission setzt ihren Weg durch den unerschlossenen Westen fort. Nach den Ereignissen am Fort La Charette schwer schockiert, aber auch in gewisser Weise vorbereitet, suchen sie weiter Antworten und müssen sich neuen Monstern stellen, welche die Natur (oder sind es die mysteriösen Bögen?) ausspuckt.

      Chris Dingess hat seinen Stil in der Geschichte gefunden und macht mit den Stärken des 1. Bandes weiter. Auch wenn ich die Kreaturen diesmal nicht so spannend fand, haben mir die Inszenierung und die Atmosphäre wieder sehr gut gefallen. Um die Spannung und Dynamik zu erhöhen, treten wie schon im ersten Band auch Gefahren auf, die aus den recht schwierigen Charakteren der Teilnehmer resultieren, und dabei sind es nicht nur die üblichen Verdächtigen. Obwohl sich bei der Erzählung ein episodenhaftes Muster erkennen lässt, bei dem die Entdecker (vermutlich) immer wieder verschiedenen Monster begegnen und diese überleben müssen, bleibt es durch den Ideenreichtum spannend. Chris Dingess wirft dem Leser außerdem einige Happen an Hintergrundinformationen zu und treibt die Charakterentwicklung voran. Jetzt freue ich mich schon auf erste weitergehende Erkenntnisse um diese seltsamen Wesen ...

      4/5

      "Es war ein Ort, am dem sich kein vernünftiger Mensch je aufgehalten hätte, doch ich bin kein vernünftiger Mensch, und da war ich nun."
      Jeder zahlt drauf, Charles Bukowski
    • Rachel Rising Omnibus

      Unglaublich... Terry Moore beherrscht zwei Dinge, wie kaum ein zweiter. Starke Frauenfiguren darstellen und diese in einer übernatürlichen Umgebung glaubhaft zu platzieren. Die Geschichte rund um Rachel, Jet, Zoe und Lilith hat mich unheimlich beeindruckt. 41 Ausgaben, die gesammelt deutlich besser wirkt, als einzeln, damals hab ich bei der 18. Ausgabe abgebrochen, weils nicht gepasst hat, aber so.... wunderbar.
    • majorcrampas schrieb:

      (Basiert auf der Veröffentlichung von "The Space Between" im Rahmen der "Star Trek Graphic Novel Collection" aus dem Hause Eaglemoss)

      Das die TV-Episoden und Kinofilme letztlich nur einen Bruchteil der Abenteuer der USS Enterprise unter dem Kommando von Captain Picard darstellen, wird spätestens dann deutlich, wenn man sich halbwegs einen Überblick über die zahlreichen literarischen Ergüsse zu den Erlebnissen der "Next Generation" verschafft hat. Auch "The Space Between" widmet sich dem Füllen einiger Lücken und präsentiert uns immerhin sechs neue Erzählungen rund um Picard und seine Crew. Zu Beginn muss man sich mit einer zur Föderation beitrittswilligen Rasse auseinander setzen, die ihr ganzes Leben durch einen Computer bestimmen lässt. Sämtliche historische Ereignisse und sogar aktuelle Entwicklungen werden digital gesteuert, was durchaus Raum für unbegrenzte Manipulationen lässt. Oder hat es einen anderen Grund, dass der einst die Sternenflotte kontaktierende Kanzler jener Welt auf einmal vollkommen in Vergessenheit geraten zu sein scheint? Danach entdeckt Captain Picard, im Rahmen einer archäologischen Expedition, auf einer unerforschten Welt inmitten einer alten Stufenpyramide eine Shuttlekapsel der NX-02 und einen wertvollen Schatz, der allerhand Probleme herauf beschwört. Im Anschluss wird die Enterprise von einem seltsamen Hybridschiff angegriffen, das Teile eines romulanischen Warbirds, eines Föderationskreuzers und auch noch Schildtechnik der Borg aufweist. Die vierte Geschichte berichtet vom Absturz eines Shuttles mit Fähnrich Ro, Worf und Geordi an Bord, die auf einem unwirtlichen Eisplaneten Zuflucht in einem scheinbar verlassenen Kloster finden, in dessen Untiefen jedoch das Grauen lauert. Schließlich wird die Enterprise in ein Asteroidenfeld abkommandiert, auf dessen einzelnen Felsbrocken ein wichtiges Anbaugebiet liegt, das jedoch seit einiger Zeit mit rapidem Erntetrückgang zu kämpfen hat. Zu guter Letzt verschlägt es Picard und Co.zurück auf die Erde, wo sie einer Verschwörung in höheren Ebenen der Sternenflotte auf die Spur kommen.

      "The Space Between" erzählt sechs weitestgehend kurzweilige und mitunter das Flair der Serie richtig gut einfangende Geschichten, deren roter Faden am Ende jedoch etwas zu "gewollt" und unglaubwürdig wirkt. Auch die Lösung des umspannenden Konflikts ist schlichtweg nicht gelungen und lässt den Leser relativ unbefriedigt zurück. Für sich selbst genommen sind die enthaltenen Episoden jedoch solides TNG-Material, das man sich auch in TV-Form hätte vorstellen können. Künstlerisch werden zwar keine Maßstäbe gesetzt und ab und an wirken die Crewmitglieder etwas grob umgesetzt, aber auch hier sprechen wir immerhin von durchaus solider Zeichenkunst. Als Bonus gibt es den Klassiker Nr.5 aus den Gold-Key-Archiven: Hier erleben wir Kirk und seine Mannschaft der NCC-1701 bei dem Versuch, einen unwirtlich gewordenen Planeten zu retten, dessen Einwohner jedoch ein bitterböses Geheimnis mit sich herum tragen. Auch "Der Geisterplanet" wäre als Episode der klassischen Serie denkbar gewesen und kann die Atmosphäre dieser gut einfangen.

      PS: Schade, dass es die Sammlung nicht auf den deutschen Markt geschafft hat. Aber wenigstens kann man sich die Bände aus dem Eaglemoss-Shop, wenngleich natürlich auf Englisch, bequem zusenden lassen, was sich für Fans des Franchise sicher lohnt.

      Dramaturgie/Erzählung7/10
      Zeichnungen6/10
      Kreativität6/10
      Gesamtwertung6.33 / 10

      Vier Bände aus der Testphase gibt es auch auf deutsch, leider nicht die Interessantesten...
      excelsior 8)
      ...meine Zeit, mein Raubtier...
    • Entspannung zum Sonntag: Bühne frei für Kapitän Haddock! ("Die Abenteuer von Tim und Struppi - Gesamtausgabe 5: Die Krabbe mit den goldenen Scheren, Der geheimnisvolle Stern, Das Geheimnis der Einhorn")

      Der freischaffende Reporter Tim und sein kläffender Gefährte Struppi bekommen es in Ausgabe 4 der kompakten Sammelausgabe unter anderem mit einer Bande Opiumschmuggler zu tun, die sich auf dem Dampfer des zumeist "dezent" alkoholisierten Kapitän Haddoch breit gemacht haben. Da der unliebsame, blondschöpfige Schnüffler die Geschäfte zu ruinieren droht, setzen die Ganoven alles daran, ihn schnellstmöglich von Bord zu bekommen. In der zweiten enthaltenen Geschichte droht der Weltuntergang, als das Fragment eines Sterns mit der Erde zu kollidieren droht. Als ein Teil des vergehenden Gestirns tatsächlich im Ozean landet, entbrennt ein Rennen um das neue Metall, dass mit dem Himmelskörper seinen Weg auf unseren Planeten gefunden hat. Kapitän Haddock, Tim und ein Team von Spezialisten setzen alles daran, bei dem mit unlauteren Mitteln geführten Wettbewerb, als Sieger über die Ziellinie zu gehen. Zu guter Letzt erwirbt Tim auf dem heimischen Flohmarkt das Modell der "Einhorn", eines französischen Linienschiffes des 17.Jahrhunderts. Dessen Vorlage wurde einst, randvoll beladen mit erlesenen Schätzen, von einem Vorfahren Haddocks an unbekannter Stelle versenkt. Doch die Miniatur birgt ein Geheimnis, das den Schatz in greifbare Nähe rücken und zahlreiche dubiose Gestalten auf den Plan treten lässt.

      Spürbar lösen sich die hier enthaltenen Geschichten von dem bisher, durch die einstige Veröffentlichungsweise als typische Zeitungs-Comicstrips notwendigen, teilweise arg hektischen bzw. sehr kleinschrittigen Erzählstil, der mir persönlich nicht immer sonderlich zusagte. Mit dem Wechsel zur Herausgabe der Stories in Alben, konnte Hergé endlich wesentlich zusammenhängendere Werke erschaffen, die allesamt extrem kurzweilig, spannend und vor allem mit liebevoll ausgearbeiteten Nebencharakteren daher kommen. Der prominenteste "Gaststar" dürfte der versuchte Anti-(Alkoholiker)-Alkoholiker Kapitän Haddock sein, der mit "Die Krabbe mit den goldenen Scheren" seinen Einstand feierte und bis heute zu den wohl beliebtesten Charakteren, nicht selten noch vor dem detektivisch talentierten Hauptdarsteller Tim, der Reihe zählt. Doch auch dieser wird erwachsener und ist bei weitem nicht mehr so oft zu übertölpeln, wie es noch einen Band zuvor immer wieder geschah. Natürlich thronen Hergés klare und aufgeräumte Zeichnungen über dem Erzählgerüst, die natürlich für sich genommen, auch wenn sie hier in verkleinerter Form vorliegen, fast schon Kaufgrund genug sind. Zumal der Künstler, vermutlich ebenfalls dank der "neuen" Albenstruktur, endlich einige großformatige Zeichnungen einbauen konnte, die bei näherem Hinsehen als ikonografische Hommagen an kunsthistorisch bedeutende Werke erkennbar werden (z.B. Omar Ben Salaads Einritt auf einem Esel in die Stadt, der sehr an ein biblisch motiviertes Gemälde des Einrittes Jesus´ in Jerusalem erinnert...).

      Wer also eine kompakte Anthologie der Abenteuer von Tim und Struppi in seiner Comic-Sammlung haben möchte, liegt auch mit dem vierten Band nicht verkehrt. Echte Hergé-Enthusiasten werden aber sicher, nicht zuletzt auf Grund der im Original großformatigeren Zeichnungen, lieber zu den originalformatigen Einzelausgaben greifen.
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:
    • excelsior1166 schrieb:

      Vier Bände aus der Testphase gibt es auch auf deutsch, leider nicht die Interessantesten...
      Von diesen besaß ich schon zwei als "Normalausgabe" ("Countdown" + "Spock: Reflections"), da warte ich noch auf die nächste Rabattaktion bei Eaglemoss, um diese kleinen Lücken zu beheben. Vielleicht trennt sich auch mal einer günstig von den beiden Dingern...das Rückenbild sollte ja schon vollständig sein :waigel:
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:
    • NICK CAVE - Mercy on Me (Reinhard Kleist)



      Nachdem das Buch nun schon mehr als ein halbes Jahr auf dem Stapel liegt, bin ich endlich mal zum lesen gekommen. Die Aufmachung ist richtig toll, Überformat mit mehr als 300 Seiten, Hardcover und Glanzlack :thumbsup:

      Reinhard Kleist versucht sich hier an einer etwas anderen Biographie. Er vermischt hier fiktives mit dem realen und die Grenzen sind fließend. Die Kapitel werden meist mit einem bekannten Titelsong eingeleitet, hier werden sie zum Leben erweckt und Nick Cave darf darin den unnahbaren und dunklen Outlaw mimen. Wer die Songs von ihm kennt, weiß das die meist mit dem Tod enden. All Beauty must die…

      Die Geschichte wird dabei nicht streng chronologisch sondern asymmetrisch erzählt. Grob beginnend mit der Jugend in Warracknabeal, seiner Heimat in Australien.
      Schon damals ist der intelligente, junge Cave unangepasst und ein Rebell. Sein Traum ist es ein Rockstar zu werden. Es folgt eine Begegnung mit Mick Harvey (die einzige Konstante bis heute) und die Gründung der Schul-Punk-Bluesband „The Boys Next Door“.

      Ihr Manager rät ihnen ihr Glück in England zu versuchen und dort groß rauszukommen.
      Die Band nimmt den Ratschlag an und nennt sich fortan „The Birthday Party“. Der Zeitpunkt ist aber ungünstig da Punk im Moment von New Wave abgelöst wird.

      Die Band erspielt sich trotzdem einen Namen und vor anfänglich vielleicht 5 Zuschauern werden es mit der Zeit immer mehr. Wobei die Auftritte meist Happenings sind bei dem das Publikum ausrastet oder bei der Band jemand den Stecker zieht bevor schlimmeres passieren kann.

      Seine Freundin und Muse Anita ist noch in Australien und Nick Cave wird immer verzweifelter und ist in einer Schaffenskrise. Er verliert sich im Drogensumpf und seine letzte Hilfe ist eben Anita, die einfliegt und ihm hilft. Die Geburtstagsparty scheint endgültig vorbei zu sein...

      Den beiden ist kein Glück beschienen und Cave treibt es in das damals noch geteilte Berlin.
      Er wohnt hier bei seinem Kumpel Christoph Dreher (Die Haut) und anderen Mitgliedern der Band.
      Sinnsuchend beginnt er seinen Roman „Und die Eselin sah den Engel“ (die Vollendung wird aber noch ca. 5 Jahre dauern).



      Mick schleppt ihm zu einem Konzert der einstürzenden Neubauten, das ihm einer Offenbarung gleichkommt. Ein Kontakt mit dem Sänger Blixa Bargeld wird hergestellt und die beiden verbringen von nun an viel Zeit zusammen. Blixa ist nebenher Besitzer der Bar „Risiko“ und hier treffen die Freaks und Aussenseiter aufeinander. Für sie ist die Mauer ein Schutzwall vor dem Einfluss des Westens - hier können sie leben wie sie wollen.

      Es folgt die Gründung und Neuausrichtung mit den „Bad Seeds“. Nick Cave hat nun seine Rolle als Crooner gefunden. Die Geschichte endet ca. mit dem Album „Push the Sky away“.

      Der tragische Tod von Nick Cave’s Sohn wird nicht mehr verarbeitett, wäre aber vermutlich auch zu viel gewesen.

      Bleibt eine gut erzählte Geschichte mit tollen Bildern von Reinhard Kleist. Er nimmt sich viel Zeit und fängt die Atmosphäre gerade in Berlin großartig ein.
      Richtig stark sind die Einbindung der Songs in die Geschichte, hier kann sich der Künstler austoben und sind ein Highlight.
      Aufgrund der Erzählweise erfährt man nicht unbedingt viel neues, einige Aspekte werden auch ausgelassen (Kylie Minogue, PJ Harvey…).
      Das Ende wird dann richtig surreal, aber das trägt alles zur Mythenbildung von Nick Cave bei und darum ging es dem Autor auch wohl.

      Manchmal etwas sperrig gibt es trotzdem eine klare Kaufempfehlung. „CASH - I See a Darkness“ gefiel mir aber doch einen Zacken besser ^^

      Als Bonus gab es noch das Artbook:



      Hier werden nochmals Bilder und Skizzen auf knapp 100 Seiten zum Entstehungsprozess von „Mercy on Me“ gesammelt. Eine prima Ergänzung zu dem Comic.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von churchi ()

    • "Klaus and the Crisis in Xmasville" und "Hellboy Krampusnacht"

      War auf meinem Stapel ein weng nach unten gerutscht...aber ich muss diese Themen nicht unbedingt Weihnachten lesen.

      Klaus war dunkel und blutig.. ein Zusammentreffen mit seiner "dunklen Seite" (wobei ich bei manchen Zeichnungen sofort an Lobo denken musste).. allerdings haben mich die Aliens bisschen irritiert. Hat ordentlich was einstecken müssen und ""Väterchen Frost" musste Hilfestellung leisten. Hat mir gut gefallen, evtl. wird das ja bei uns auch noch veröffentlicht.

      Hellboy hat mich interessiert (war auch nicht von Mignola gezeichnet... sorry... geht für mich überhaupt nicht)
      Schöne Geschichte um eine verwirrte Ziege...
      :frauenimforum:
    • Unbreakable Cosmo schrieb:

      ZDogg schrieb:

      @Jim Hawkins was hat dir an dem Comic nicht gefallen? Du rezensierst Band 1 und 2 nur positiv, gibst einmal 3,5 und einmal 4 Punkte. Deswegen die Frage, welche Aspekte dir da nicht so zugesagt haben?
      Ja aber von 5 nicht von 10. Damit sind die doch überdurchschnittlich.
      Die Frage war überhaupt nicht provokativ oder als Aufruf zur Rechtfertigung gemeint. 4 Punkte sind in meinen Augen auch völlig gerechtfertigt. Ich wollte nur wissen, ob die Differenz zur optimalen Punktzahl einen objektiven oder rein subjektiven Hintergrund hat.
    • ZDogg schrieb:

      Die Frage war überhaupt nicht provokativ oder als Aufruf zur Rechtfertigung gemeint. 4 Punkte sind in meinen Augen auch völlig gerechtfertigt. Ich wollte nur wissen, ob die Differenz zur optimalen Punktzahl einen objektiven oder rein subjektiven Hintergrund hat.
      Was wäre denn ein objektiver Hintergrund? An der Verarbeitung und Qualität des TPB habe ich nichts zu kritisieren, nur finde ich es schade, dass man die Cover der einzelnen Hefte nicht abgedruckt hat, nicht einmal gesammelt auf einer Seite. Für meine Bewertung hatte das schlussendlich aber keine Relevanz.

      Ich vergebe 5/5 oder 10/10 nur sehr selten, einfach weil ich ein solches persönliches Gütesiegel nicht leichtfertig vergeben möchte und die Geschichte dafür etwas Bestimmtes in mir auslösen muss. Selbst mit 4/5 tue ich mich manchmal schwer, stehe hier aber im inneren Widerstreit, da 3 oder 3,5 auf mich selbst manchmal zu kritisch wirken. Letztendlich ist aber jede Rezension Ausdruck des persönlichen Geschmacks.
      "Es war ein Ort, am dem sich kein vernünftiger Mensch je aufgehalten hätte, doch ich bin kein vernünftiger Mensch, und da war ich nun."
      Jeder zahlt drauf, Charles Bukowski
    • Hallo Marvel Boy,

      I see a darkness kann ich dir wirklich nur empfehlen, echt klasse :)

      Und danke an churchi99 für die tolle Rezension. Ich mag zwar Johnny Cash eigentlich lieber als Nick Cave, aber ich glaube den Band hol ich mir auch noch mal :)


      Freunde des klassischen Swamp Thing, die sooooooooooo gerne schöne Neuausgaben hätten und von einem deutschen Omnibus träumen :D