Welche Comics habt Ihr heute gelesen? (Vorsicht, Spoiler!)

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    • excelsior1166 schrieb:

      @LeoLurch Ich würde nicht empfehlen, die jetzt alle nacheinander wegzulesen.
      LL kommt in kleineren Häppchen (so 2x/Woche) bestimmt besser, sonst gibt's eher Überdruss...
      Da könntest du Recht haben, aber heute Abend geht es vermutlich noch an den Mississippi. Könnte zwischendurch auch mal ne Monster Eddition, ich meine Mega Band von Daredevil dazwischen werfen, dann ist zwei Wochen Pause. :D
      Magickarten gesucht, schreibt mir wenn ihr was loswerden wollt.
    • From Hell

      Im Mittelteil von From Hell baut Alan Moore eine spannende und eigentlich auch sehr lustige Episode ein, die aber scheinbar nichts mit dem Comic zutun haben scheint. Albert Victor spricht mit einem befreundeten Mann über die Morde und das ihm dies zu beunruhigen scheint. Der Mann schiebt diese Gedanken beiseite und rezitiert ein Gedicht über die Vorteile der Liebe zwischen Männern im Gegensatz zu der zwischen Mann und Frau. Dann blättert man um und binnen sechs Panels wird aus der bloßen Rezitation und Glorifizierung ein Akt, indem der Mann Albert Victor einen bläst.

      Diese Episode hat mehrere Anknüpfungspunkte mit der Gesamtgeschichte. Zum einen soll es das Gerücht, das Albert Victor in Wirklichkeit homosexuell war darstellen, das für sich in Ordnung sein mag, aber die Szene nicht einmal zur Hälfte erklärt. Der spannende Part liegt in der Symbolik, die dieser Akt darstellt. Albert Victor ist in der gesamten Szene passiv und spricht im letzten der erwähnten sechs Panels "I'm weak". Eine klare Anspielung auf die Situation von Homosexuellen im England des 19. Jhdt aber auch deutlich mehr.

      Folgt man Moores Interpretation der Morde von Jack the Ripper, dann ist die Schwäche und Passivität von Albert Victor, der Auslöser, der Moment indem White Chapel von dem Mörder heimgesucht wird. Wenn Albert Victor nicht seine Annie Crook heimlich geheiratet hätte und einen Thronfolger gezeugt hätte, dann wäre es nicht zu den Morden gekommen und wenn er irgendetwas unternommen und sich nicht der Aktionen rund um ihm herum ergeben hätte, dann wären die Morde ebenfalls verhinderbar gewesen. Denn der Auftraggeber war niemand geringerer als Queen Victoria.

      Aber auch wenn From Hell schon alleine vom Namen her die Morde von White Chapel und damit von Jack the Ripper porträtiert, der weitaus größte Teil ist eine Studie über das viktorianische Zeitalter, über den Beginn einer dekadenten Periode, die durch das "Böse" geprägt scheint. Geschickt verwebt Moore Realität mit Fiktion, lässt die Zeugung von Adolf Hitler und einen der Morde ineinander fließen, stellt die wachsende Ungleichheit der Bevölkerung dar und baut gleichzeitig einen metaphysischen Unterbau von Zeit und Raum ein, der besonders in den späteren Kapiteln besondere Wichtigkeit erhält.

      From Hell ist mehr als nur eine bloße Beschreibung eines Kriminalfalls, es ist genauso eine Sozialstudie, eine historische Aufarbeitung und ein sehr unterhaltsames Stück Comicgeschichte, denn in meinen Augen ist es das Werk, in der viele Moore'sche Ideen und Stilmittel am Besten dargestellt werden. Der Wechsel von Zeit und Raum, der Umgang mit sexuellen Handlungen, die parallele Erzählweise, die fiktionalisierten historischen Figuren. All das findet sich hier. Aber eben deutlich kondensierter, als in fast allen anderen Werken und dadurch auch schwerer zugänglich als erwartet. Mehr als ein Kapitel hab ich pro Tag nicht geschafft. Legt man Wert das Interior, die Stimmung wirklich zu erleben, dann braucht es seine Zeit. Legt man dann noch zusätzlich auf den Subtext und die tiefere Bedeutung der einzelnen Szenen wert, dann kann man für wenige Seiten einige Stunden brauchen. Und die gibt es zuhauf.

      So gibt es, neeben der Episode mit Albert Victor und der mit Hitler, eine Episode, indem ein Mord mit dem Treffen der sozialistischen Gesellschaft Englands verwoben wird. Während Gull die Frau tötet, liest der Leser Pro-Sozialistische Argumente gegen die Klassengesellschaft Englands und im Hintergrund dieses Treffens das Bild von Karl Marx. Viel plakativer kann man den Klassenkampf eigentlich nicht darstellen.

      Was bleibt ist ein faszinierendes Werk, das mich gut über Weihnachten gebracht hat. Teilweise eben sehr schwer, aber auf seine Weise schön.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Holzauge ()

    • Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung
      Band 30
      Fantasic Four
      Unfassbar


      Nachdem ich Band 31 ,also den Folgeband von diesen hier zuerst gelesen hatte wollte ich natürlich wissen wie es zu den Ereignissen in Band 31 kam.
      Zunächst wird kurz auf die liebe zwischen Dr. DOOM und Valeria eingegangen und wie er sie sucht, denn er braucht sie für einen Pakt mit einem Dämon.
      Mit Hilfe dieses Paktes gelingt es ihm Franklin in die Hölle zu entführen . Die Familie setzt natürlich sofort alles daran ihn zu befreien , aber sie werden ebenfalls von DOOM gefangen gehalten und Reed wird gezwungen aller Vernunft zu entsagen und sich mit Magie zu beschäftigen um seinem Gefängnis zu entfliehen . Durch Dr. Strange hilfe schafft er es. Ein bisschen zu schnell meiner Meinung nach. Er kann auch den Rest der Familie befreien und Franklin retten. DOOM muss fortan in der Hölle verbleiben ,aber vorher entstellt er Reed noch.
      Der letzte Abschnitt des Buches beschäftig sich mit den Folgen des Höllen Besuches ,der besonders bei Franklin eine Psychose auslöst, die aber Dank Ben und einer sehr starken Familien wenigstens etwas überwunden werden kann. Und Reed forscht unterdessen weiter,dies wird sich dann auf den Folgeband ausgeweitet.
      Ich habe mich sehr auf diesen Band gefreut, weil der Band 31 mir schon sehr gefallen hat und ich wurde nicht enttäuscht.
      Hier kann man super sehen wie weit Dr. Doom gehen kann ,um das zu erreichen was er will und zwar Reed zu demütigen. Aber man sieht auch wie stark die Familie zusammen hängt und noch so starke Widrigkeiten überstehen kann .
    • Holzauge schrieb:

      From Hell

      Im Mittelteil von From Hell baut Alan Moore eine spannende und eigentlich auch sehr lustige Episode ein, die aber scheinbar nichts mit dem Comic zutun haben scheint. Albert Victor spricht mit einem befreundeten Mann über die Morde und das ihm dies zu beunruhigen scheint. Der Mann schiebt diese Gedanken beiseite und rezitiert ein Gedicht über die Vorteile der Liebe zwischen Männern im Gegensatz zu der zwischen Mann und Frau. Dann blättert man um und binnen sechs Panels wird aus der bloßen Rezitation und Glorifizierung ein Akt, indem der Mann Albert Victor einen bläst.

      Diese Episode hat mehrere Anknüpfungspunkte mit der Gesamtgeschichte. Zum einen soll es das Gerücht, das Albert Victor in Wirklichkeit homosexuell war darstellen, das für sich in Ordnung sein mag, aber die Szene nicht einmal zur Hälfte erklärt. Der spannende Part liegt in der Symbolik, die dieser Akt darstellt. Albert Victor ist in der gesamten Szene passiv und spricht im letzten der erwähnten sechs Panels "I'm weak". Eine klare Anspielung auf die Situation von Homosexuellen im England des 19. Jhdt aber auch deutlich mehr.

      Folgt man Moores Interpretation der Morde von Jack the Ripper, dann ist die Schwäche und Passivität von Albert Victor, der Auslöser, der Moment indem White Chapel von dem Mörder heimgesucht wird. Wenn Albert Victor nicht seine Annie Crook heimlich geheiratet hätte und einen Thronfolger gezeugt hätte, dann wäre es nicht zu den Morden gekommen und wenn er irgendetwas unternommen und sich nicht der Aktionen rund um ihm herum ergeben hätte, dann wären die Morde ebenfalls verhinderbar gewesen. Denn der Auftraggeber war niemand geringerer als Queen Victoria.

      Aber auch wenn From Hell schon alleine vom Namen her die Morde von White Chapel und damit von Jack the Ripper porträtiert, der weitaus größte Teil ist eine Studie über das viktorianische Zeitalter, über den Beginn einer dekadenten Periode, die durch das "Böse" geprägt scheint. Geschickt verwebt Moore Realität mit Fiktion, lässt die Zeugung von Adolf Hitler und einen der Morde ineinander fließen, stellt die wachsende Ungleichheit der Bevölkerung dar und baut gleichzeitig einen metaphysischen Unterbau von Zeit und Raum ein, der besonders in den späteren Kapiteln besondere Wichtigkeit erhält.

      From Hell ist mehr als nur eine bloße Beschreibung eines Kriminalfalls, es ist genauso eine Sozialstudie, eine historische Aufarbeitung und ein sehr unterhaltsames Stück Comicgeschichte, denn in meinen Augen ist es das Werk, in der viele Moore'sche Ideen und Stilmittel am Besten dargestellt werden. Der Wechsel von Zeit und Raum, der Umgang mit sexuellen Handlungen, die parallele Erzählweise, die fiktionalisierten historischen Figuren. All das findet sich hier. Aber eben deutlich kondensierter, als in fast allen anderen Werken und dadurch auch schwerer zugänglich als erwartet. Mehr als ein Kapitel hab ich pro Tag nicht geschafft. Legt man Wert das Interior, die Stimmung wirklich zu erleben, dann braucht es seine Zeit. Legt man dann noch zusätzlich auf den Subtext und die tiefere Bedeutung der einzelnen Szenen wert, betrachtet. Und die gibt es zuhauf.

      Neben der Episode mit Albert Victor und der mit Hitler wird ein Mord mit dem Treffen der sozialistischen Gesellschaft Englands verwoben, während Gull die Frau tötet, liest der Leser Pro-Sozialistische Argumente gegen die Klassengesellschaft Englands und im Hintergrund dieses Treffens das Bild von Karl Marx. Viel plakativer kann man den Klassenkampf eigentlich nicht darstellen.

      Was bleibt ist ein faszinierendes Werk, das mich gut über Weihnachten gebracht hat. Teilweise eben sehr schwer, aber auf seine Weise schön.
      Ich hab's jetzt mal extra noch nicht gelesen. Frage: Ist das Spoiler-Frei?
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

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    • Pioneerer schrieb:

      @God_W. ich glaube nicht wirklich bzw. nein ist nicht spoilerfrei, habe From Hell aber auch noch nicht gelesen.
      Danke.

      Holzauge schrieb:

      Keine Ahnung, wenn du From Hell wegen der Geschichte lesen möchtest, solltest du lieber zu Stephen Knights Jack the Ripper: The final solution greifen. From Hell bietet einfach viel mehr, weils atmosphärisch und im Subtext so stark ist.
      Naja, vielleicht kann ich's ja auch wegen beidem lesen? Ist ja net schlimm, lese ich Deinen Beitrag einfach erst, nachdem ich's auch gelesen hab. Dass man bei so einem alten Schinken keine Spoiler setzt, wenn man was drüber schreibt ist mir schon klar, und in dem Thread schon gar net. Deshalb hab ich einfach sicherheitshalber mal gefragt. ;)
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    • Pioneerer schrieb:

      ich glaube nicht wirklich bzw. nein ist nicht spoilerfrei, habe From Hell aber auch noch nicht gelesen.

      Na dann bist du ja geradezu prädestiniert über die Spoilerfrage zu urteilen.


      Und Nein, es handelt sich bei Holzauges Informationen um keine wirklichen Spoiler im eigentlichen Sinne, da keine einzige davon den Genuss, die Faszination oder Erfahrung „From Hell“ schmälert - nicht mal ein klitzekleines bisschen. Strenggenommen sogar, kann dieses Werk überhaupt nicht gespoilert werden.

      Wer was anderes behauptet, hat es halt entweder noch nicht gelesen oder eben nicht verstanden. :- D


      @GodW: liest Du deine Klappentexte eigentlich schon vor der Lektüre oder immer erst danach. ;P
    • Alles klar, dann weiß ich bescheid.

      Das es viele Werke auch wert sind gelesen zu werden, selbst wenn man schon weiß was passiert, ist mir klar und hab ich auch selbst schon mehrfach in Form von Re-Reads praktiziert. Sonst würde man ja auch alles nur einmal lesen und bräuchte das dann nicht zu behalten.

      Trotzdem kann es das Vergnügen bei einer Erstsichtung erhöhen, wenn noch einige Überraschungen bereit gehalten werden.

      Klappentexte oder kurze Verlagsinfos lese ich oft, wenn ich überhaupt nicht weiß, worum es geht. Bei Sachen, wo mir die grobe Richtung bekannt ist lasse ich das und lese einfach drauf los. Also wenn ich zum Beispiel einen Teil einer längeren Reihe lese und kenne schon einen Band davon, dann gucke ich vorher nicht worum es im neuen Band geht. Genauso, wenn ein neues Buch von einem von mir geschätzten Schriftsteller kommt, dann versuch ich vorher möglichst wenig drüber zu erfahren.
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    • ACTIONKINO am Freitagabend (Nr. 11)



      Titel: Winterwelt - Classic

      Verlag: Cross Cult (US: IDW Publishing)

      Format: 152 Seiten im Hardcover S/W

      Inhalt: Winterwelt; Wintersee

      Autoren: Chuck Dixon

      Zeichner: Jorge Zaffino

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      MAD MAX im ewigen Eis!

      WINTERWELT gilt als einer der einflussreichsten Comics der 1980er-Jahre und als Meisterstück des 2002 verstorbenen argentinischen Zeichners Jorge Zaffino (PUNISHER). Rund zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung dürfen sich Comicliebhaber daher auf eine wahre Wiederentdeckung freuen, denn die spannende Schwarz-Weiß-Erzählung von Chuck Dixon (u.a. Schöpfer der BATMAN-Spin-of-Serie BIRDS OF PREY) und Jorge Zaffino über den brutalen Kampf ums Überleben in einer gefrorenen Zukunft erscheint endlich in deutscher Übersetzung. Dieser Klassiker ist gleichzeitig der Auftakt zur neuen fortlaufenden Comicreihe WINTERWELT, die die Fortsetzung bietet, auf die die Fans jahrelang gewartet haben.

      Ebenfalls enthalten in dieser Ausgabe von WINTERWELT sind das Sequel WINTERSEE sowie ein Bonusteil.

      Just my 2 cents:
      Über meine Vorliebe für Sci-Fi im Allgemeinen sowie Endzeitszenarien, oder Stories die in unwirtlicher Umgebung angesiedelt sind, und natürlich Actionstreifen im Stile der 80er und frühen 90er, habe ich mich ja schon mehrfach lang und breit ausgelassen. All das vereint Winterwelt in sich, und wieso auch nicht, wurde das Werk von Vielschreiber Chuck Dixon und Zeichner Jorge Zaffino doch auch in den 80ern erschaffen. Wie das Werk zustande kam wird im Bonusmaterial des von Cross Cult wieder toll ausgestatteten Hardcovers ausführlich erörtert. Zusätzlich findet man neben einem Vorwort und einer Bildergalerie auch noch den zweiten Teil, Wintersee in diesem Sammelband. Ich habe den Endzeit-Flic schon länger im Regal stehen, kam aber irgendwie noch nicht dazu. Da es die Tage allerdings endlich ordentlich bei uns geschneit hat, habe ich meine Spawn-Lektüre unterbrochen, weil ich so extrem Lust darauf bekommen habe.



      Winterwelt
      Wir befinden uns in der Zukunft. Wie weit in der Zukunft bleibt unklar, aber der Day after Tomorrow hat bereits stattgefunden und die Welt wurde, aus welchen Gründen auch immer, in eine unwirtliche Eiswüste verwandelt. Es gibt nur noch wenige Fahrtaugliche Fahrzeuge, Treibstoff und Nahrung sind rare Güter, meist ernährt man sich von uralten Konserven, wenn man nicht gerade das Glück hatte eines der wenigen Wildtiere zu erlegen. Wie die es schaffen zu überlegen sei jetzt mal dahingestellt.

      Die meisten Überlebenden sind sich selbst die nächsten. Jeder möchte jedem alles wegnehmen, oder sein gegenüber zumindest bei einem Handel übervorteilen. Gemeinhin gilt das Recht des stärkeren und selbst wenn man handelt ist stets größte Vorsicht geboten. Natürlich dürfen auch Mutanten, Menschenfresser und wilde Clans nicht fehlen um das Setting perfekt zu machen. Ja, die, die in dieser Welt leben haben‘s allesamt schwer und müssen extrem abgehärtet und hart im Nehmen sein. Doch einer ist härter als alle anderen. Ein abgebrühter, kaltschnäuziger und schweigsamer Typ, der mit einem panzerähnlichen Kettenfahrzeug unterwegs ist, und als einzigen Freund und Verbündeten den wilden Dachs Rahrah akzeptiert. Der einzige Typ der cooler ist als die gesamte Umgebung – Scully, unser Protagonist und Held von Winterwelt.

      Wie Kevin Costner einst durch Waterworld zieht er seine Spuren durch den Schnee auf der Suche nach versteckten Vorratslagern, um dann in kleinen Siedlungen Tauschhandel zu treiben, meist gegen den nächsten Kanister Treibstoff, ebenso wie Mad Max dereinst. Doch eines Tages gerät er an die falschen, lässt sich von einer Truppe Mutanten überrumpeln und kommt nur mit dem Leben davon, da er von der jungen Wynn gerettet wird.

      Das aufgeweckte und geschwätzige junge Ding hat der notorische Brummbär fortan an der Backe, ob er will oder nicht.
      Spoiler anzeigen
      Doch das waren noch lange nicht die letzten Schwierigkeiten, denen sich die beiden stellen müssen. Irgendwann kommt es schließlich zum Verlust ihres Panzers und die beiden werden als Sklaven verkauft, müssen in einem überdachten Stadion Frondienste leisten. Nachdem Scully die Flucht gelingt kann er Wynn doch nicht zurücklassen, zu sehr ist sie ihm mittlerweile ans Herz gewachsen. Er fasst einen riskanten Plan und startet einen Befreiungsversuch.




      Wintersee
      Wintersee startet wohl einige Wochen oder Monate nach den Ereignissen in Winterwelt, schließt also ziemlich nahtlos an, weshalb ich auch nicht viel erzählen kann ohne zu spoilern.
      Spoiler anzeigen
      Scully und Wynn sind seit einiger Zeit auf der Suche nach Wynns Eltern. Sie weiß nicht mehr viel, nur, dass sie als Kind mit einem Flugzeug unterwegs war und deshalb folgen die Beiden jetzt diesen fliegenden Höllenmaschinen, die sie ab und an am Himmel sichten. Zwischendrin müssen immer mal wieder gefährlichen Handel-Stopps gemacht werden und schließlich führt sie ihr weg sogar auf den gefrorenen Ozean. Doch die Eisdecke ist bei weitem nicht so dick, dass nicht der ein oder andere Untersee-Räuber hindurchbrechen könnte.

      Es geschehen noch Zeichen und Wunder und so erreichen Sie tatsächlich irgendwann eine Siedlung auf einer Insel mit einem Vulkan. Das bedeutet Wärme, schneefreie Erde und Ackerbau. Zu allem Glück lebt dort auch Wynns Großvater, ist sogar das Oberhaupt der Gemeinde. Allerdings ist nicht alles so rosig wie es scheint und so wird Scully still und leise aus der Siedlung verbannt, ohne, dass Wynn davon etwas erfährt. Als jedoch kurz darauf eine Art Menschenfresser-Wikinger zum Angriff auf das gelobte Land blasen eskaliert die Situation ganz gewaltig…


      Und endlich gibt’s zum Freitag mal wieder schnörkelloses Actionkino wie ich es mag, mit Endzeit-Setting und Sci-Fi-Touch als Bonus. Klar, ultraoriginell ist hier nichts, alles hat man in verschiedenen Abwandlungen schon irgendwo mal gesehen und ohne die Herausragende Eiszeit-Atmosphäre würde das gute Stück vielleicht in der Masse untergehen. Aber hey, erstens ist das Teil so alt, dass mindestens genauso viele Filme hier abgekupfert haben wie umgekehrt, und seien wir doch mal ehrlich: Wer mit Typen wie Mad Max oder Snake Plissken was anfangen kann, wer Kernige Typen in Einzelgänger-Action mag, die sich irgendwann mit dem aufgezwungenen Sidekick arrangieren müssen und wer mit Filmen wie Day after Tomorrow, Waterworld, Mad Max 2+3 und dem ganzen Berg, der in die gleiche Kerbe schlägt schon immer schnell warm geworden ist, der wird hier ebenfalls seine helle Freude haben.

      Klar, das Artwork ist über 30 Jahre alt und logischerweise alles Andere als modern, ist dem Argentinier Jorge Zaffino aber echt gut gelungen. Vor allem Personen und Gesichter in Nahaufnahme haben ein hohes Maß an Charakter und die winterliche Stimmung weiß er geschickt zu transportieren, ohne je überbordend oder verspielt zu wirken. Die kahle, kalte Welt kommt gut rüber und so war es vielleicht wirklich nicht die schlechteste Idee, das Werk in schwarz/weiß zu halten.

      Geradlinige, spannende Eiszeit-Action mit einigen coolen Sprüchen und vielen vielen Erinnerungen an Unmengen geliebter Filme! – Dazu aktuell noch perfekt zur Jahreszeit. Klare Empfehlung für einen kalten, verschneiten Tag, sich mit einer Tasse Earl Grey (oder sonstigem) auf die Couch oder in die Leseecke zu verkrümeln.

      Meine Wertung: 8/10

      Wie hat Euch Winterwelt Classic gefallen? Wer hat Lust eine lange Liste seiner liebsten Endzeitfilme hier zu lassen? Ich suche in dem Genre immer Nachschub oder auch ältere Perlen, die ich noch nicht entdeckt habe!

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • auch wenn ich noch nicht soooo alt bin erinnert mich LL an eine Zeit wo ich das erste mal wirklich exzessiv Comics gelesen habe...bin immer in die stadtbibliothek und hab knapp 20-30 LLs von dort gelesen. dazu noch nen haufen Ltbs und natürlich Asterix :love:


      heute gelesen:
      Hachette classic nick fury 1
      die klassischen und oftmals gelobten ausgaben von steranko. auch wenn ich die Sachen absolut abfeier muss ich sagen dass der run mit gefühlt jede ausgabe stärker wird...besonders die ersten paar strange Tales ausgaben wo die Layouts noch von Kirby waren fühlten sich ganz anders an als das was steranko dann alleine gezeichnet hat.
    • Heute war großer Spider-Man Abend mit...

      Peter Parker: Der Spektakuläre Spider-Man #1, Spider-Man (2019) #1 und Demaskiert einer Story aus den Spider-Man Strips von Stan Lee und John Romita. Details gibts Morgen in eigenen Threads im Marvel Bereich. .. :twip:

      Die volle Netzpackung quasi :)
      Der Spider-Man Komplett Lesemarathon (Leseliste, Teil 1 im Link) Und auf Seite 41, 46 [Post 909] & 78! :twip:
    • 12.1.2019

      Fourth Doctor Who - Gaze of the Medusa, Titan Comics, 7/10
      Schade, dass dieser Einzelband bei Panini Deutschland keine Aufnahme geschafft hat. Atmet nämlich puren Doctor Who - Flair. Science Fiction, Viktorianisches England, Zeitreisenstoff und hat einen klassischen Gegner in bester Manier der Weinenden Engel.
      Scooby Apocalypse Vol. 4, DC Comics, 7/10
      Perfekte Persiflage auf unsere gesellschaftspolitische Jetztzeit von Giffen und DeMatteis. I like this stuff.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mantricker ()

    • 100% Marvel #22 - Nyx: Daddys Liebling





      Kiden ist ein Mädchen, dem das Schicksal in der Kindheit übel mitspielte. Ihr Vater, ein Polizist, starb an seinem Geburtstag, durchsiebt von einem Kugelhagel. Eine traumatische Erfahrung für Kiden, die jetzt einer wichtigen Zeit ihres noch jungen Lebens entgegensieht: der Jugend und der Pubertät. Als sie während einer Prügelei in der Schule ihrer Freundin Kara beisteht, wird ihr bewusst, dass sie über merkwürdige Kräfte verfügt. Langsam beginnt sie zu verstehen, dass sie kein gewöhnliches Mädchen ist, sondern eine Mutantin.

      Alle Jahre wieder … muss ich mir diesen außergewöhnlich guten Band aus der Reihe 100% Marvel hervorholen und Lesen. Joe Quesada beschreibt am Beispiel von drei jungen, mit Mutantengenen ausgestatteten Mädchen aus der Bronx das Schicksal einer verlorenen Jugend zwischen Gewalt, fehlender Elternliebe, Prostitution und Schule. Nach meiner Meinung einer der ganz großen Würfe von Marvel, der klassische Verliererelemente aus der Anfangszeit der Marvel-Superhelden mit moderner, urbaner Erzählung zu einem für dieses Genre recht glaubhaften Sozialdrama vermischt. Leider hat dieses kleine Meisterwerk nach meiner Auffassung bis heute zu wenig Aufmerksamkeit in Deutschland bekommen.

      X23 ist eine der Straßenmädchen und bekommt hier einen ihrer ersten Auftritte:





      und



      IMMONDYS Band 2: Die Seite des Mondes





      von Daniel Hulet (Idee, Text und Zeichnungen)


      Klappentext:
      Ein Teufelskreuz und ein mysteriöses Buch, die den Weg in eine aberwitzige Parallelwelt öffnen, in der Alpträume Realität werden. Auf der Suche nach der Seite des Mondes verschlägt es Zita und Ange, deren verschiedene Schicksale seltsam verbunden scheinen, in die Industriebrache Aa in der Nähe von Brüssel, und von dort direkt in die Unterwelt …

      Weiter geht die düstere und unheimliche Irrfahrt durch Realität, Wahnvorstellungen und Traumsequenzen, die immer wieder an die Filme von David Lynch erinnern, jedoch auch mit vielen Anspielungen auf Märchen, Legenden und Sagen gespickt sind.

      So außergewöhnlich und seltsam die Story ist, so ungewöhnlich auch die mitunter beklemmenden Zeichnungen:

      "Gott ist mit Dir mein Sohn. Auch wenn Du ein Arschloch bist!"
      (Lemmy K.)