Welche Comics habt Ihr heute gelesen? (Vorsicht, Spoiler!)

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    • Portrait einer primitven Gesellschaft



      Gelesen: The Flintstones Vol. 1, Softcover, DC
      Von: Mark Russel (Autor), Steve Pugh (Zeichner), Chris Chuckry (Farben)

      Im Jahre 1960 startete eine Zeichentrickserie, die das Genre für immer verändern sollte: In schwarz-weiß flimmerten die Geschichten zweier Urzeit-Familien über die Bildschirme Millionen amerikanischer Haushalte. William Hanna und Joseph Barbera hatten vorher ihren Durchbruch mit der Kinderserie 'Hucky und seine Freunde' gefeiert und ließen nun einen Zeichentrick für Kinder und Erwachsene auf die Welt los - 'The Flintstones' schlug ein wie ein urzeitlicher Komet und begeisterte durch seinen Humor, die immer wieder auftauchende Sozialkritik und dem kuriosen Setting. Bis 1997 galt der Zeichentrick als erfolgreichster der Welt, woraufhin er von 'The Simpsons' abgelöst wurde. Die gelben Bewohner Springfields übernahmen das Rezept der Flintstones: Typische amerikanische Familie + Sozialkritik + Humor = Erfolg. Auch 'Die Dinos' benutzten diese Zutaten und spielten ebenso wie 'The Flintstones' in der Steinzeit. Vor einigen Jahren fing DC an, das Hanna-Babera-Universum neu zu erfinden und brachte den hier vorliegenden 'The Flintstones'-Reboot heraus. Kann die frische Comic-Adaption in die riesigen Dino-Fußstapfen des Originals treten, oder haben die Verantwortlichen mal wieder die Helden unserer Kindheit mit Schmutz überzogen? Ich darf Entwarnung geben: Das Reboot verkörpert sämtliche alten Tugenden, greift dabei jedoch den aktuellen Zeitgeist auf und auch die überarbeitete Fassade steht Freds und Barneys Familien unglaublich gut. Jedes Heft enthält eine geschlossene Kurzgeschichte, in welcher gesellschaftlich relevante Themen kritisch hinterfragt werden; ob Wirtschaftsmogule, Religionsfanatiker, neunmalkluge Wissenschaftler oder zwielichtige Präsidenten - alle kriegen ihr Fett weg! Das ist nicht unbedingt etwas Neues ... aber meiner Ansicht nach nicht minder angebracht. Das Comic verdeutlicht gut, wie bekloppt sich die Menschheit verhält und animiert hoffentlich dazu, ein Umdenken einzuleiten. Die Pointen dieser Gesellschaftskritik sitzen immer und wurden mit unterhaltsamen Plots verwebt. Auch der Trademark des Zeichentricks, bei dem prähistorische Tiere als Haushaltsgeräte und Co. benutzt werden, wird hier voll ausgeschöpft und gipfelt gar im philosophischen Monolog eines Gürteltier-Bowlingsballs. Was mir gefällt, sind ebenso die ruhigen, sentimentalen Momente, die ab und zu aufflackern. Alles in allem eine würdige und äußerst gelungene Neuauflage! Da möchte ich fast schon wieder das Schild mit den 10 Punkten in die Luft halten - doch irgendwie fehlte dafür das gewisse Etwas. Trotzdem eine KLARE Empfehlung von mir! Die "neuen" Flintstones sind Kult und ich freue mich schon gewaltig auf Volume 2; zusätzlich bekommt man durch das Comic richtig Bock, mal wieder 'Die Dinos' zu schauen. Kann nicht verkehrt sein.

      Psiclops Points: 9/10
      Psiclops reicht zur Lektüre: Einen Starkbricks Kaffee
      Impressionen:





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    • Green Lantern - Pfad in die Finsternis. Paperback #1 des Morrison Runs.

      Wie ich ihn fand und worum´s da ging, habe ich im extra erstellten Thread bereits geschrieben ;)

      paniniforum.de/index.php?threa…rison-runs-2019-mit-fins/
      Menschen fliegen auf den Mond, Atomkerne können gespalten, Schafe geklont, siamesische Zwillinge getrennt und die Schallmauer durchbrochen werden,

      ABER ein Forum ist im Jahre 2019 unreparierbar! :thumbdown:

      Ein Armutszeugnis. Und gleichzeitig eine Ohrfeige für jeden treuen User!
    • Charlton Heston kann große, historische Epen, Antonio Hernández Palacios auch?



      Titel: El Cid - Gesamtausgabe

      Verlag: avant-verlag (Sp: Ponent Mon)

      Format: 208 Seiten im Hardcover, Albenformat

      Inhalt: 1. Sancho von Kastilien; 2. Die Ständeversammlung von León; 3. Die Einnahme Coimbras; 4. Der Kreuzzug nach Barbastro

      Autoren: Antonio Hernández Palacios

      Zeichner: Antonio Hernández Palacios

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Antonio Hernández Palacios zählt zu den großen europäischen Comicautor der 70er und 80er Jahre und El Cid gilt al sein wichtigstes Werk. Ebenso seine Westernserie Manos Kelly wurde El Cid 1970 für das spanische Comic-Magazin Trinca kreiert und fand bereits 1973 seinen Weg nach Deutschland, wo das erste Album im Kauka-Magazin primo publiziert wurde. Im Jahr darauf wurde Palacios der Yellow Kid Award verliehen, damals die höchste Auszeichnung der Branche.

      El Cid erzählt die Geschichte des kastilischen Ritters und Nationalhelden Spaniens: Rodrigo Díaz de Vivar, der als Vasall von Sancho III. von Kastilien einen erheblichen Einfluss auf die Reconquista, die Rückeroberung des spanischen Festlands von den Mauren, erlangen sollte. In opulenten Bildern, die für die vorliegende Ausgabe restauriert wurden, wird die Welt des Mittelalters wieder lebendig.

      Diese Gesamtausgabe umfasst alle vier Alben der Serie – ein europäischer Rittercomic der Extraklasse!



      Just my 2 cents:
      Das nächste Werk zur Einstimmung auf den Orient-Urlaub steht an, und auch wenn die Iberische Halbinsel, also Spanien und Portugal, wo die Handlung spielt, heute wohl kaum mehr jemand zum Orient zählen würde, so war das im finsteren Mittelalter noch ganz anders, als die Mauren die Herrschaft über das Land inne hatten. Wie so oft waren die Bewohner allerdings nicht sonderlich glücklich über Fremdherrschaft. Ob das der Hauptgrund Start der Reconquista, der Rückeroberung des von den Mauren besetzten Landes war, oder ob die Kirche den Kampf gegen den Islam vorantrieb ist nicht abschließend geklärt. Vielleicht wollten auch nur einige Adelige und Herrscher dieser Zeit den eigenen Machtbereich und die Ländereien erweitern. Vermutlich liegt in all diesen Theorien etwas Wahrheit und das Zusammenkommen all dieser Motivationen sorgte für den über fünf Jahrhunderte andauernden Konflikt, der die Iberische Halbinsel von 914 bis 1492 zum Kriegsschauplatz machen sollte.

      Inmitten dieser Kriegsgebeutelten Zeit wurde ein Mann zur Legende. Der Kastilische Ritter Rodrigo Díaz de Vivar, der von den Arabern als Zeichen höchsten Respekts später den Beinamen El Cid verliehen bekommen sollte, wurde irgendwann zwischen 1045 und 1050 vermutlich in Vivar geboren, verdingte sich später als Söldnerführer und avancierte bis zu seinem Tode im Jahre 1099 zum Spanischen Volkshelden. Doch bevor er diesen großen Ruhm ernten konnte begann er seine Laufbahn in jungen Jahren als Knappe von Sancho von Kastilien, seines Zeichens Sohn des Königs Ferdinand von Kastilien.

      Exakt an dieser Stelle, Anno 1063 beginnt der erste Band in dieser vom avant-Verlag mal wieder enorm hochwertig gestalteten Gesamtausgabe. Einen Leinenrücken, wie bei der Katze des Rabbiners gibt es diesmal zwar nicht und auch ein Lesebändchen sucht man vergebens, dafür kann das massive Hardcover aber mit einem sehr stabilen, in edlem Matt gehaltenen Einband aufwarten und der Umfang von immerhin über 200 Seiten ist auch nicht zu verachten. Neben allen vier zwischen 1971 und 1984 erschienenen Alben wird eine umfangreiche, 5-Seitige Einleitung zur Entstehung und Bedeutung des Werkes gereicht. Auf den fast schon legendären Status in der Geschichte des spanischen Comics geht auch der Verleger Ernesto Santolaya in dem Interview nochmal ein, welches der prächtigen Ausgabe am Ende angefügt wurde. Von der Präsentation her bekommt der avant-Verlag also schonmal eine glatte eins, aber wie ist es denn nun um den Inhalt bestellt?



      El Cid – Sancho von Kastilien (Früher: Die Burg des Schreckens)
      Sancho von Kastilien ist mit seinem treuen Knappen Rodrigo Diaz auf dem Weg nach Leon. Während sie so durch Kastilien reiten gehört auch die Jagd zur alltäglichen Nahrungsbeschaffung und Zerstreuung. Gerade als Rodrigo einen Hirsch verfolgt wird dieser von einem Pfeil erlegt. Überrascht stellen Sancho und Rodrigo fest, dass der Pfeil einem stummen Hünen gehört, der als Beschützer seiner Herrin, der geheimnisvollen und wunderschönen Usua, mit selbiger durch die Wälder streift. Die Señora lädt den Prinzen nebst seines Knappen ein bei ihr auf der Burg zu nächtigen, doch dort angekommen wird schnell klar, dass etwas nicht stimmt. Die Dame scheint eine Gefangene in ihrer eigenen Festung zu sein! Heimlich wird Rodrigo mit Unterstützung des stummen Riesen Basurde entsandt um Sanchos Truppen herbeizuholen und sowohl die reizende Usua, als auch den mittlerweile ebenfalls festgesetzten Prinzen aus den Fängen des bösartigen Alfonso Bellidos zu befreien.

      El Cid – Die Städteversammlung von León (Früher: Der Pilger des Todes)
      Sancho und Rodrigo erreichen mit ihrem Gefolge endlich die Stadt León, wo sich Sancho dem Vorwurf erwehren muss, er habe seinen Onkel König Ramiro ermordet. Des Weiteren treibt sich ein finsterer Landstreicher, oder besser gesagt Pilger, in der Stadt umher und verbreitet die übelsten Gerüchte über Sancho. Politisch noch viel verzwickter wird die Situation, als auch Sanchos Schwestern beginnen finstere Ränke zu schmieden und stets auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, ohne Rücksicht auf Verluste. Auch Sanchos Brüder werden uns näher vorgestellt, so wie die Abgesandten verschiedenster Völkergruppen und auch der Mauren.
      Alles sehr weit verzweigt, sehr politisch, aber leider auch recht langatmig. Zum glück wird die Geschichte wenigstens durch den ein oder anderen Hinterhalt etwas aufgelockert, denn die beginnenden Intrigen sind leider nicht sonderlich fesselnd inszeniert.



      Hab echt versucht mich kurz zu fassen, aber bei vier Alben bin ich doch wieder knapp über der 10.000 gelandet. Also weiter im Nächsten…
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    • …Fortsetzung der El Cid Rezi.

      El Cid - Die Einnahme Coimbras (Früher: Das Gesetz des Schwertes)
      Der dritte Band beginnst zwar sehr brisant, aber um das Finale von Band zwei nicht zu spoilern lasse ich das mal aus. Kern des Bandes stellt die große Schlacht um die Stadt Coimbra bzw. deren Belagerung dar, wie der Titel ja schon vermuten lässt. Nachdem bereits mehrere Versuche der Rückeroberung der Stadt aus den Klauen der Mauren gescheitert sind will Kaiser Fernando diesmal den Sack zu machen und die Belagerung vor den Mauern so lange aufrecht erhalten wie es nötig ist, um den lange gehegten Traum der Wiedereinverleibung der Stadt in das christliche Spanien zu sichern. Da dieser Plan aber nicht ganz so reibungslos von statten geht wie erhofft bleibt schlussendlich nur ein wagemutiges Unterfangen: Fernandos Sohn Don Sancho dringt mit einer kleinen Handvoll treuer Recken, darunter sein Knappe Rodrigo Diaz, in die Stadt ein, um die Eroberung von innen heraus einzuleiten. Doch auch ein alter Feind befindet sich bereits innerhalb der Stadtmauern…

      El Cid – Der Kreuzzug nach Barbastro
      Der finale Band beginnt mit einigen, fast schon als Gemälde zu bezeichnenden Seiten, die uns offenbaren, dass wir mittlerweile im Jahre 1063 sind, und der Papst ebenfalls zum Feldzug gegen die Islamisten in Spanien aufgerufen hat. Moment mal, 1063? Wann hat unsere Geschichte im ersten, ganze 13 Jahre zuvor erschienenen Band nochmal begonnen? Stimmt 1063! Wow, irgendwie kommen wir wohl nicht so richtig vorwärts. Aber OK, wenigstens diese Runde geht alles etwas zügiger von statten. Allerdings springt der Band auch ein wenig von Schauplatz zu Schauplatz, von Ereignis zu Ereignis und gegen Ende landen wir schließlich bei einer Trauerfeier am 27. Dezember des Jahres 1065. Also drei Jahre abgefrühstückt, innerhalb von vier Bänden. Ihr dürft jetzt selbst ausrechnen wie lange es in Señor Palacios‘ Geschwindigkeit gedauert hätte die ganze Geschichte bis ins Jahr 1099 zu erzählen, vor allem im Hinblick darauf, dass die Arbeit an diesen vier Bänden ganze 13 Jahre beansprucht hat. Ein wahrlich zu ambitioniertes Projekt.



      Na gut, es wurde zwar im Vorwort darauf hingewiesen, dass El Cid selbst eher noch in einer Nebenrolle auftritt und sein Herr Sancho von Kastilien etwas mehr im Mittelpunkt steht, aber dass wir innerhalb der vier Bände wirklich derart wenig von Rodrigo Díaz de Vivar zu erwarten haben, und es noch nicht einmal dazu kommt, dass er seinen Beinamen El Cid bekommt finde ich schon arg enttäuschend. Dann hätte ich die Reihe auch nicht El Cid nennen brauchen. Dazu kommt die für meine Begriffe doch sehr behäbige Erzählgeschwindigkeit, die Antonio Hernández Palacios an den Tag legt. Bei diesem Tempo müssten das eigentlich eher 40 statt vier Alben sein um die Lebensgeschichte von El Cid zu erzählen!

      In der jetzigen Form kann die nach vier Bänden abgebrochene Reihe allenfalls als kleiner Epilog zum Filmepos mit Charlton Heston dienen. Der ist meiner Meinung nach zwar auch einer der schwächeren Vertreter in Hestons Portfolio aus dem Genre, was zum Teil vielleicht auch dem Ende geschuldet ist, aber bei historischen Stoffen kann man sich den Ausgang halt nicht immer aussuchen. Ja, vermutlich geht hier bei Manchen ein Aufschrei durch die Reihen, aber mit dem Erzählstil von Señor Palacios bin ich einfach nicht warm geworden. Mit seinen Zeichnungen leider auch nur bedingt, denn das Artwork an sich ist äußerst aufwändig, wirkt sehr detailliert und vor allem die Gesichter sind bei Großaufnahmen einfach der Hammer. Allerdings wird bei kleineren Panels oftmals ein wenig geschludert, worüber ich bei den grandiosen Burgen, Massenszenen usw. locker hinwegsehen kann. Was ich aber keinesfalls ignorieren kann und mich regelmäßig komplett rausgerissen hat ist die für mich völlig unpassende Kolorierung, die über weite Strecken eher abstrakt daherkommt und überhaupt nicht zum realistischen Stil der Geschichte und der Zeichnungen passen will.



      Tja Leute, jetzt bin ich an einem der bislang eher seltenen Punkte in meiner Comicleser-Karriere angekommen, ich konnte echt nur sehr sehr selten so wenig mit etwas anfangen. Ein Schreibstil, der mich nicht packen konnte, ja oftmals beinahe ermüdet hat, Artwork welches durch die Farbgebung versaut wurde und eine Geschichte, die den Fokus nicht auf den Namensgebenden Helden legt und viel zu breit angelegt wurde. Mag für viele ein großer Klassiker sein, für mich leider nicht. Die hervorragende Arbeit, die der avant-Verlag an dem Prachtband geleistet hat wertet das Ganze noch um einen Punkt auf.

      Meine Wertung: 4/10

      Ob ich das gute Stück als der Klassiker, für den es gemeinhin gehalten wird, in meiner Sammlung belasse, (und ggf. in einigen Jahren nochmal eine Chance einräume) oder bald preiswert in meinem Verkaufs-Thread anbiete hab ich noch nicht entschieden.

      VG, God_W.
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    • Ich bin zur Zeit ziemlich vertieft in den dicken Brocken The Golden Age of DC Comics von Taschen. Dort bin ich zwar erst auf Seite 200 von 660 aber eins kann ich euch jetzt schon sagen: Meine nächste Rezi wird aufgrund des Umfanges und der Zeit die ich gerade zum lesen habe noch etwas dauern...aber sie wird überschwänglich werden! <3
      "Hast Du je bei blassem Mondlicht mit dem Teufel getanzt?" :pupsi:

      LordKain´s Kurze und Knackige Rezis :lesen:
    • Oha, eine 4/10 bei God_W. Gabs denn sowas schonmal ? :)
      Aber ich muss hier leider auch zustimmen. Die Zeichnungen fand ich ja oft richtig klasse, auch die Colorierung ging für mich in Ordnung. Aber inhaltlich war es wirklich alles sehr bescheiden. Sehr verworren und wirklich extrem langatmig. Und ich bin auch mit den beiden Hauptfiguren irgendwie nicht so wirklich warm geworden.
      Einzig die erste Geschichte gefiel mir noch ganz gut und hat sich dann auch ein wenig eingeprägt. Wohl vor allem weil es sich dabei so ganz und gar nicht um die typische, romantische Ritter-rettet-Prinzessin-Geschichte handelt.
    • Hahlebopp schrieb:

      Oha, eine 4/10 bei God_W. Gabs denn sowas schonmal ? :)
      Aber ich muss hier leider auch zustimmen. Die Zeichnungen fand ich ja oft richtig klasse, auch die Colorierung ging für mich in Ordnung. Aber inhaltlich war es wirklich alles sehr bescheiden. Sehr verworren und wirklich extrem langatmig. Und ich bin auch mit den beiden Hauptfiguren irgendwie nicht so wirklich warm geworden.
      Einzig die erste Geschichte gefiel mir noch ganz gut und hat sich dann auch ein wenig eingeprägt. Wohl vor allem weil es sich dabei so ganz und gar nicht um die typische, romantische Ritter-rettet-Prinzessin-Geschichte handelt.
      Jup, gab sogar schon mal ne 3/10, (wo wir heute ohne die grandiose Aufmachung des Bandes auch gelandet wären). Aber stimmt schon, ich gebe selten schlechte Bewertungen, weil mir halt so Vieles so gut gefällt!

      Ja, die Hauptcharaktere sind mir hier auch nicht ans Herz gewachsen. Da war ständig eine sehr große Distanz und daher geht natürlich auch die Spannung flöten, weil man nicht mit fiebert.
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    • Marvels Epilogue

      Eine Kurzgeschichte über unseren Lieblingsreporter zum Jubiläum. Er trifft sich zur Weihnachtszeit mit seinen beiden Töchtern in New York am Rockefellercenter. Und natürlich begegnen sie Superhelden und Mutanten.
      Ich war schon immer ein Fan der Serie.
      Viele werden die Story als nichtssagend bezeichnen. Kann ich verstehen.
      Aber als Nostalgiker muss ich sie einfach lieben. :love: :love:

      10 Nostalgiepunkte
      All the psychos in the world can't bring me down!



    • Daredevil 333 schrieb:

      God_W. schrieb:

      ich gebe selten schlechte Bewertungen, weil mir halt so Vieles so gut gefällt!
      Das zeugt davon, dass du im Vorfeld gut recherchierst und gut auswählst :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
      :bampf: :bampf: :bampf:
      Prinzipiell mache ich das sogar wirklich. Manchmal springe ich aber auch, wie hier, wenn das Grundthema zu meinen aktuellen Suchmustern passt ins kalte Wasser. Der Urlaub dieses Jahr geht in den Orient, also hab ich da mal schnell fast alles zusammengekauft, dass ich zu dem Thema in die Finger kriegen konnte:

      - El Cid (1-4)
      - Die Katze des Rabbiners (1-8)
      - Persepolis (1+2)
      - Habibi
      - Alim der Gerber (1-4)
      - Die Löwen von Bagdad
      - SinBad (1-3)

      El Cid, Persepolis und Alim hab ich komplett durch, mit der Katze die ersten drei Bände und war somit zu großen Teilen schwer begeistert. Mal schauen, wie es weiter geht, bis Ende Oktober will ich die alle noch gelesen haben.
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    • Thanos: Der Infinity-Konflikt



      Thanos: Der Infinity-Konflikt ist der zweite Teil einer neuen Thanos-Trilogie von Jim Starlin, welche von Alan Davis gezeichnet wird. Auf den Vorgänger "Thanos: Die Infinity-Geschwister" wird zwar hin und wieder Bezug genommen, allerdings kann der zweite Teil auch ohne Vorkenntnisse genossen werden.

      Kompletter Inhalt:
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      Thanos, welcher schon im ersten Band auf sein zukünftiges, deutlich mächtigeres Ich getroffen ist, wird von diesem kontrolliert. Dadurch soll er noch schneller an dieselbe Macht kommen. Adam Warlock, welcher (natürlich) merkt, dass etwas Seltsames vor sich geht, tut sich mit Pi dem Troll zusammen um der Sache auf den Grund zu gehen. Doch sobald er bei Thanos angelangt ist, wird er umgebracht und zwei Wochen später in einem Kokon neu geboren. Dies wiederholt sich noch zweimal, da, wie wir erfahren, Thanos Zeit braucht. Diese Zeit nutzt er, um eine Sternenkarte einer längst ausgestorbenen Spezies zu finden. Mit Hilfe dieser macht er einen Kometen ausfindig, welcher durch All reist und einen sehr mächtigen Gegenstand versteckt/beherbergt. Der Schutz für dieses Objekt ist so stark, dass er Thanos fast umbringt. Doch da er "außerhalb der Norm" ist (so werden er und Warlock im Verlauf des Bandes des Öfteren genannt, da sie nicht sterben können) ist, bleibt es bei einem "fast". Das Objekt heißt Regulator, wie das Lebende Tribunal Adam Warlock später eröffnet und was dieses Objekt ist lasse ich das Lebende Tribunal selbst erklären: "Wie [...] bekannt ist, existieren unendlich viele Realitäten. Durch jede Entscheidung, die ein Individuum innerhalb dieses grenzenlosen Kosmos trifft, wird eine Neue erschaffen. Dieses ständig wachsende Netzwerk von Dimensionen [Anm.: Gemeint sind glaube ich eher Universen] muss reguliert werden, damit die Trennschärfe erhalten bleibt und es nicht zu völligem Chaos kommt. Um dieses unglaublich komplexe Gleichgewicht zu wahren, wurde und wird für jede neue Realität ein astraler Regulator abgestellt. Seine Aufgabe besteht darin, sie von den jeweiligen Nachbarn zu isolieren." (Ich hoffe, das war rechtlich in Ordnung, allerdings ist das schon so gut es geht zusammengefasst.) Mit diesem Regulator also, nimmt Thanos die Essenz von Mistress Death, mit welcher er im ersten Band noch zusammen war, in sich auf (löscht so Mistress Death aus) und wird dadurch selbst zum Tod. Nach und nach kommt er an die Macht von / wird zu Stranger, Master Order, Lord Chaos, Galactus, Kronos, Master Hate, Mistress Love und den Infinity Steinen. Ausschnitte von diesem Vorgang, erlebt der Leser mit Eros und Pip, welche mit Hilfe eines Zeitreisearmbands an die entsprechenden Orte in der entsprechenden Zeit reisen. In einem Treffen zwischen dem Lebenden Tribunal und Above-All-Others erfahren wir, dass alle Regulatoren mit einander verbunden sind und inter-Dimensionale(s) Vernichtung und Chaos entstehen (könnten), da Thanos an die Macht von einem Regulator gekommen ist. Auf Grund einer Erleuchtung durch das Lebende Tribunal tötet Warlock Eros im Jahr 2018 kurz bevor das alles passiert. Da Mistress Death denkt, Eros käme in ihr Reich um Thanos zu helfen (welcher sie ja gleich darauf verrät), verbannt sie ihn, sodass er ein weiterer Unsterblicher ist. Leider wird in diesem Band nicht mehr aufgelöst wofür das wichtig ist. Im epischen Finale "kämpft" Thanos dann mit Eternity und Infinity. Dadurch ist er alles existierende. Was noch gesagt werden könnte: Im Marvel Wikia steht, dass sogar das Lebende Tribunal mit Thanos verschmolzen sei. Dies konnte ich der Geschichte allerdings nicht entnehmen (könnte aber auch an der Übersetzung liegen, welche diese Interpretation zwar zulässt, allerdings eher unwahrscheinlich scheint).


      Meinung:
      Eine grandiose Story über Thanos und kosmische Ereignisse von Thanos' Schaffer Jim Starlin (welcher 2017 in die Will Eisner Hall of Fame aufgenommen wurde). Einen ebenso guten Job macht der mit dem Eisner Award ausgezeichnete Alan Davis mit seinen extrem schönen und guten Zeichnungen.
      Spoiler anzeigen
      Was mir außerdem gut gefallen hat, war die Stelle, an der das Lebende Tribunal Above-All-Others/The One Above All (TOOA) trifft. Zum einen weil man ihn in verschiedenen Formen gesehen hat (vermutlich als Gott von verschiedenen Völkern) und zum andern, weil angedeutet wurde, dass es etwas noch mächtigeres als TOOA gibt :kinnlade: .

      Eine klare Empfehlung an alle Thanos Fans und für jeden, der eine sehr gute kosmische Story aus dem Hause Marvel lesen will.

      PS: Auf die Fortsetzung muss man leider noch etwas warten. Diese kommt nämlich am erst am 1. Oktober in den USA raus.
      Auf der Suche nach Comics, die auf meinem Lesestapel landen können.

      "Was wollen die [Schurken] überhaupt mit der ganzen Welt? Ich versteh die Typen nicht - außer Galaktus, der will sie essen." Ben Grimm (FF 237 / Marvel Exklusiv 16)

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    • Körper aus Stahl und Herz aus Gold



      Gelesen: Astro City: Der gefallene Engel (Vol. 2 #14-20), Softcover, Panini Comics
      Von: Kurt Busiek (Autor), Brent Anderson (Zeichner), Alex Sinclair (Farben)

      Schaut euch nur das Cover an! Wenn das mal nicht Noir aussieht, dann weiß ich auch nicht! In 'Der gefallene Engel' verschlägt es uns in das finstere Viertel "Kiefer Square" - ein Ballungsraum voller Obdachloser, Kleinkrimineller und Versager. Menschen, denen das Leben anscheinend keine Geschenke gemacht hat; und alle haben einen großen Wunsch, eine tiefe Sehnsucht: Irgendwann mal aus dem Loch ausbrechen und ein neues Leben anfangen. Doch weder die Gesellschaft, noch die Polizei oder die allseits bekannten Superhelden interessieren sich für das Viertel. Die Bewohner helfen sich gegenseitig ... (meistens bei illegalen Aktionen) und jeder ist sich sicher - es genügt nur der eine große Coup, nur noch ein letzter riskanter Job ... und dann ist die Freiheit nahe. Carl Donewicz träumt schon seitdem er jung ist von diesem Ausbruch, doch wie das Leben so spielt, passieren einige unschöne Dinge und Carl versickert immer weiter im Morast der Stadt. Verzweifelt wendet er sich an einen Wissenschaftler, der an Menschen herumexperimentiert und wird zum "Steel-Jacketed Man", ein Mann mit enormer Körperkraft und einer Haut aus Stahl. Um Schulden zu begleichen, steigt Carl in das Geschäft als Superschurke ein. Und auch wenn er eine Zeit lang ein sehr erfolgreicher Krimineller ist ... schon bald landet er für längere Zeit im Knast. Unser Comic beginnt mit seiner Entlassung und "Steeljack" kehrt als anderer Mann zum Kiefer Square zurück. Allerdings mit den gleichen Problemen wie damals. Als nach und nach die Superschurken des Ghettos ermordet werden, sieht unser Antiheld sich gezwungen, erneut Gebrauch von seinen Kräften zu machen und begibt sich auf die Suche nach dem Killer. Frank Miller sagt in der Einleitung des Buches: "Eine sehr gute Gangster-Story. Und eine noch viel bessere Superhelden-Story". Das ist keine leere Floskel, denn Busiek schafft es mal wieder, den mit Superkräften ausgestatteten Akteuren die nötigen Facetten zu verpassen, die sie menschlich und regelrecht real wirken lassen. Wie schon in den vorherigen Heften sind Action-Szenen nur Mittel zum Zweck und das Hauptaugenmerk liegt beim Zwischenmenschlichen. Es geht um Hoffnung, Schicksal und große Gefühle. Durch die schlichten Monologe und dem immer spannender werdenden Plot erhalten wir nach und nach Eintritt in das Innenleben von Carl und den anderen Bewohnern vom Kiefer Square. Busiek nimmt sich dafür viel Zeit und spielt eher die leisen Töne, was mir außerordentlich gut gefällt. Der Übergang vom 4. zum 5. Kapitel ist einer meiner neuen Lieblings-Comicmomente - nach all dem Aufbau solch eine Szene zu bringen, zeugt von echter Genialität! Ich verrate nichts; behaltet es im Hinterkopf! Abschließend lässt sich sagen, dass 'Der gefallene Engel' sich in viele Leserherzen geschlichen hat und auch für Neueinsteiger geeignet ist. Schaut doch einfach mal in Astro City vorbei, falls ihr die Stadt noch nicht kennt - ich schenke euch hiermit ein kostenloses Ticket. ;)

      Psiclops Points: 9,5/10
      Psiclops reicht zur Lektüre: Ein Käffchen aus dem City Diner
      Impressionen:







      ____________________________

      Robert Mitchum soll übrigens ein Vorbild für Carl gewesen sein. :)
    • excelsior1166 schrieb:

      Astro City ist einfach wunderbar!
      :hutab:

      Danke nochmal für den Tipp! Schon verrückt, wie man durch kleine Posts im Internet Menschenleben verändern kann. Und zwar zum Guten! Haha! 'Astro City' ist neben Transmet ganz klar mein Lieblingscomic.

      Jetzt muss ich mir noch 'Local Heroes' auf Deutsch besorgen und dann geht es an die englischen Trades. Da geht bestimmt noch einiges, oder? :)
    • Du musst dann unbedingt von den Trades berichten, da ich (fast) nur deutsch lese.
      Ich habe mir gerade auf Eure Empfehlung hin Batman: Dark Victory von Loeb und Sale gekauft und bin gespannt.
      Obwohl meine Comicsammlung „komplett“ ist, inspiriert Ihr mich immer wieder mit Euren Rezis.
      Zuletzt habe ich mir daraufhin Batman Noël, Genosse Superman und Planetary gegönnt. Feine Sachen. Im Eisland wartet auch schon.
      Wen‘s interessiert: Ich müsste einige Astro City Hefte doppelt und dreifach haben und kann die billig abgeben.
      excelsior 8)
      ...meine Zeit, mein Raubtier...
    • Hallo allerseits
      Der Sommer ist in den letzten Zügen und ich habe im Garten die verbleibende Sonne und einen ganz besonderen Comic genossen- „Leichte Beute“ von Miguelanxo Prado.
      Es kommt in stabilem Hardcover daher und hat einen mittleren Umfang, der an einem Tag bewältigt werden kann.
      Die liebevollen, wunderschönen Zeichnungen in Schwarz-Weiß setzen die Story toll in Szene.
      Diese Kriminalgeschichte erzählt von einer Mordserie im Bankenmilieu, derer sich ein sympathisches Ermittler Team annimmt und den Fall in solider Polizeiarbeit (nicht über-originell, aber durchaus gut) löst.
      Allerdings ist der ganze Plot vor allem eingebettet in ein brisantes Thema in Spanien (und der Welt)
      - Zwangsräumungen und Korruption, bzw. das Bankwesen und speziell die sog. Genussscheine.
      Ich war mit dem Thema nicht besonders vertraut, aber diese Graphic Novel präsentiert es wirklich eindringlich, verständlich und intensiv. Es sollte mehr solche gesellschaftskritischen Comics geben, die dann auch noch spannend und unterhaltsam sind und vor lauter Charme nur so sprühen.
      Es glänzen Autor, Zeichnungen, Story und vor allem die Botschaft oder Kritik an den betreffenden Systemen.
      Kleiner Kritikpunkt ist die Auflösung des Falls, denn hier bekommen die Beamten doch einige "Nachhilfe" ;)
      Mehr weiß ich dazu nicht zu schreiben und möchte auch nicht alles verraten, aber falls jemand Fragen hat, stehe ich gern zur Verfügung (bin noch nicht so erfahren im Teilen von Schreiberfahrung ;) )
      Nur eins möchte ich noch hinzufügen: Dies hier sind 18 bestinvestierte Euro ;)
      Viele Grüße
      Alexander
    • Chrisionvision schrieb:




      Thanos: Der Infinity-Konflikt ist der zweite Teil einer neuen Thanos-Trilogie von Jim Starlin, welche von Alan Davis gezeichnet wird. Auf den Vorgänger "Thanos: Die Infinity-Geschwister" wird zwar hin und wieder Bezug genommen, allerdings kann der zweite Teil auch ohne Vorkenntnisse genossen werden.


      Meinung:
      Eine grandiose Story über Thanos und kosmische Ereignisse von Thanos' Schaffer Jim Starlin (welcher 2017 in die Will Eisner Hall of Fame aufgenommen wurde). Einen ebenso guten Job macht der mit dem Eisner Award ausgezeichnete Alan Davis mit seinen extrem schönen und guten Zeichnungen.
      Eine klare Empfehlung an alle Thanos Fans und für jeden, der eine sehr gute kosmische Story aus dem Hause Marvel lesen will.

      PS: Auf die Fortsetzung muss man leider noch etwas warten. Diese kommt nämlich am erst am 1. Oktober in den USA raus.
      Ja, ich habe den zweiten vor dem ersten gelesen. :freak:
      Und er gefiel mir auch etwas besser als der erste.