Welche Comics habt Ihr heute gelesen? (Vorsicht, Spoiler!)

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    • So aus dem Gedächtnis würde ich sagen gute LL Alben sind:
      Greenhorn
      LL gegen Joss Jamon
      Der einarmige Bandit
      Am Mississippi
      Familienkrieg in Painful Gulch
      Auf nach Oklahoma
      Der singende Draht

      Letztere Ausgabe habe ich auch gestern gelesen und ist genauso wie ich mir Lucky Luke wünsche, eine wahre Begebenheit wird in ein Comic von LL verpackt, in dem Fall eben das aufstellen der Telegraphenmasten um die Kommunikation zwischen Ost- und Westküste zu erleichtern. Die Arbeit ist dann als Wettkampf aufgestellt, da man von beiden Seiten anfängt zu bauen und wer als erstes die Mitte, Salt Lake City, erreicht bekommt 100.000$. Klar dass da nicht mit fairen Mitteln gespielt wird. Hinzu kommen wieder Figuren die es wirklich gab, wie Lincoln, den Bürgermeister von Salt Lake City und die beiden Chefs der Teams die die Telegrapgenmasten aufgestellt hat. Warum man Luke bei Gamble hat mitmachen lassen verstehe ich nicht ganz, im Comic kommen sie zuerst in Salt Lake an, in Wirklichkeit war Gamble aber der Verlierer, hätte man doch lieber LL gleich auf der richtigen Seite mitmachen lassen statt die Tatsachen zu verdrehen.
      Auch die Reihenfolge in Deutschland ist seltsam, das hier ist die letzte Ausgabe von LL die Goscinny geschrieben hat, dank des Verlages kommen aber danach noch weitere, weil man ja auch so klug war die Serie mit der Nummer 15 weiterzuführen statt mit 1 zu beginnen.
      Magickarten gesucht, schreibt mir wenn ihr was loswerden wollt.
    • The Black Order 1+2 (Marvel)
      Das ist eher etwas für Fans von Hickmans Infinity. Ich will den Deutschlesern nicht zu viel Spoilern. Ihre Motive nach ihrem letzten Auftritt (dürfte bei Panini gerade aktuell ein) sind dem Leser aber sowieso verborgen.

      Ein Weltraumabenteuer unabhängig von allen anderen Serien. Wenn man den letzten Auftritt kenne, hilft es ein bisschen beim Einstieg. Im Grunde reicht es, Hickmans Infinity (nicht mit anderen Reihen mit infinity im Titel verwechseln)zu kennen und zu mögen.

      Man kann die Reihe also aktuell ohne jede andere lesen, oder super auslassen. :thumbup:
    • LeoLurch schrieb:

      So aus dem Gedächtnis würde ich sagen gute LL Alben sind:
      Greenhorn
      LL gegen Joss Jamon
      Der einarmige Bandit
      Am Mississippi
      Familienkrieg in Painful Gulch
      Auf nach Oklahoma
      Der singende Draht

      Letztere Ausgabe habe ich auch gestern gelesen und ist genauso wie ich mir Lucky Luke wünsche, eine wahre Begebenheit wird in ein Comic von LL verpackt, in dem Fall eben das aufstellen der Telegraphenmasten um die Kommunikation zwischen Ost- und Westküste zu erleichtern. Die Arbeit ist dann als Wettkampf aufgestellt, da man von beiden Seiten anfängt zu bauen und wer als erstes die Mitte, Salt Lake City, erreicht bekommt 100.000$. Klar dass da nicht mit fairen Mitteln gespielt wird. Hinzu kommen wieder Figuren die es wirklich gab, wie Lincoln, den Bürgermeister von Salt Lake City und die beiden Chefs der Teams die die Telegrapgenmasten aufgestellt hat. Warum man Luke bei Gamble hat mitmachen lassen verstehe ich nicht ganz, im Comic kommen sie zuerst in Salt Lake an, in Wirklichkeit war Gamble aber der Verlierer, hätte man doch lieber LL gleich auf der richtigen Seite mitmachen lassen statt die Tatsachen zu verdrehen.
      Auch die Reihenfolge in Deutschland ist seltsam, das hier ist die letzte Ausgabe von LL die Goscinny geschrieben hat, dank des Verlages kommen aber danach noch weitere, weil man ja auch so klug war die Serie mit der Nummer 15 weiterzuführen statt mit 1 zu beginnen.
      Die Nummerierung war damals aber schon "sinnvoll". Die ersten 14 Abenteuer erschienen kurz zuvor bei Koralle (Zack), da hat man einfach mit der 15 weitergemacht...
      Später wurden die 14 Zack-Alben dann einfach in Ehapas Reihe mit fortlaufenden Nummern integriert...
      excelsior 8)
      ...meine Zeit, mein Raubtier...
    • Marvel now Spider Man 10
      Der Geist von Parker Industries
      Finalaussgabe

      Die Finale Ausgabe der Reihe.
      Spidey hat wieder Probleme zwischen dem Leben als Helden und dem des Bosses. So kommt es auch das die Firma Alchemax Ghost engagiert um Parker Industrie zu sabotieren. Dies gelingt. Das Gebäude wird zerstört . Aber keiner wird verletzt und Ghost verhaftet.
      Währenddessen holt sich Black Cat nach und nach ihre Sammlung zurück. Und entführt dabei 3 Leute, darunter Tante May und ihren Mann. Sie legt ein Feuer. Damit will sie Spider- man zeigen,dass sie es erst meint und das dies nur der Anfang ist. Peter kann alle retten und so endet der Band und die Reihe
      Ich finde es ist ein guter Abschluss . Nichts spektakuläres, aber für einen letzten Band gut zu Ende gebracht.
      Mir hat sie Reihe sehr gut gefallen, die ersten 6 Bände wegen Doc Ock als die Spinne und dann das Event Spider Verse. Bin sehr zufrieden.
    • Fantastic Four - Wedding Special
      Fantastic Four 5

      Beide Hefte enthalten das Vorgeplänkel mit Junggesellenabschied, Tanzkurs und kurzen Geschichten und Ereignissen vor der Hochzeit. Doch die Geschichten und Zeichnungen in Heft 5 finde ich um einiges besser, als im Special . Die Hochzeit selbst ist überraschender Weise auch in Heft 5.
      Daher kann man imho das Special ruhig auslassen.

      Immortal Hulk 8-10
      Al Ewing

      Bester Hulk seit Peter David, vielleich auch besser als Peter David. Ewing liest alte Hulk Comics und greift Elemente daraus auf. Bester Mann.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Unbreakable Cosmo ()

    • Franko-Belgische Sci-Fi mit Kultstatus…



      Titel: Alexander Nikopol - Trilogie

      Verlag: Carlsen (US: DC Comics)

      Format: 184 Seiten im übergroßen Hardcover (24x32cm)

      Inhalt: Die Geschäfte der Unsterblichen; Die Frau in der Zukunft; Äquatorkälte

      Autoren: Enki Bilal

      Zeichner: Enki Bilal

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Mit dem Album "Die Geschäfte der Unsterblichen" begann Enki Bilal seine berühmte Nikopol-Trilogie, die er mit den Bänden "Die Frau der Zukunft" und "Äquatorkälte" beendete. Alle drei Alben sind nun in dieser überformatigen Ausgabe gesammelt erhältlich. Ein Meilenstein des französischen Autorencomics!

      “Der Arbeit Enki Bilals wohnt etwas von der halluzinogenen Kraft William Borroughs’ inne, ergänzt um das Oximoron des blauen Blutes und das des eisigen Feuers, das die entsprechenden Frauen verströmen… Ein heißblütiges Leben, jenseits der narben von Verletzungen aus den Hotels des Ostens, und jenseits von Amphetaminen. Wenn das Kafka noch erlebt hätte…“ – Yann Moulier Boutang

      DIE NIKOPOL-TRILOGIE,
      Die al sein Schlüsselwerk angesehen wird, vermengt, nicht ohne eine Prise Humor, die Absurdität der Machtfantasien des Menschen und jener der Götter, die er sich erschaffen musste.



      Just my 2 cents:
      Es gab eine Zeit, da habe ich mich im Bereich Film und Fernsehen auf nahezu alles Sci-Fi-Mäßige gestürzt, dass nur in irgendeiner Form halbwegs interessant aussah. Moment, das ist ja immer noch so! Egal. Auf alle Fälle haben Männer wie Cameron und Spielberg Anfang der 90er mit Kultfilmen wie Jurassic Park und Terminator 2 den CGI-Einsatz auf der Kinoleinwand Salonfähig gemacht. Von da an dauerte es trotzdem noch über zehn Jahre bis sich einige visionäre Freigeister daran wagten, reale Schauspieler in einer komplett Computergenerierten Welt auftreten, und mit ihr interagieren zu lassen. Anno 2004 kamen gleich zwei Vertreter dieser neuen Art von Film in die Kinos und als junger Kerl, stets nach Computergenerierten Special Effects gierend, konnte man sich das natürlich nicht entgehen lassen. Leider wiesen beide Werke eklatante Schwächen auf und der große Erfolg an den Kinokassen blieb ihnen verwehrt. Das war zum einen Sky Captain and the World of Tomorrow und zum anderen Immortal – New York 2095: Die Rückkehr der Götter, die Verfilmung des Comics, der hier besprochen wird.

      Sky Captain war ein wilder Abenteuer-Mix zwischen nostalgischer Science Fiction, Fliegeraction und Film Noir mit 30er Jahre Optik und einem Hauch Nazi-Trash. Trotz einiger cooler Ansätze und guter Schauspieler wirkt das ganze Werk recht leblos. Scheinbar kamen die Schauspieler damals noch nicht so gut mit Computergenerierten Welten klar, denn ähnliche Probleme hat auch Immortal. Man merkte auch direkt, dass zu der Zeit noch kein Film-Budget so weit reichte, um über die komplette Laufzeit Top-CGI einsetzen zu können und so wirkten viele Szenen wie besseres Computerspiel-Niveau. Der actionreiche und leichter verdauliche Abenteuer-Flic Sky Captain kam dabei noch etwas besser weg als Immortal.

      Zu sperrig, sprunghaft im Erzählfluss und undurchsichtig kam Enki Bilals Werk daher. Die philosophischen Anklänge und teils psychedelischen Bilder erweckten oftmals das Gefühl einen Kunstfilm zu sehen und für einen jungen Sci-Fi-Fan bot das einfach nicht genug Aufregung. Für die breite Masse war das ganze Thema und die Optik sowieso viel zu schwer zugänglich. Dennoch blieb einiges an Faszination für die Welt, die Bilal hier geschaffen hatte und die Themen, die er anschnitt bei mir haften. In einem Interview mit Hauptdarsteller Thomas Kretschmann auf dem Making-Of Teil der DVD wurde ich damals darauf aufmerksam, dass es sich ja um eine Comicverfilmung handele und dachte mir, da müsstest Du eigentlich mal einen Blick riskieren, um die Welt des Alexander Nikopol in Gänze zu erfassen und vielleicht auch besser zu verstehen.

      So richtig intensiv beschäftige ich mich mit der neunten Kunst ja erst seit ein paar Monaten und so mutet es fast als Schicksal an, dass der Carlsen Verlag nur wenige Wochen nach meinem Einstieg in die Materie diese übergroße Gesamtausgabe im hochwertigen Hardcover nach Deutschland brachte. Der Band enthält alle drei Alben über Nikopol, wovon die ersten beiden teilweise als Vorlage für den Film dienten. Eine ultimative Ausgabe, die mit einem Vorwort Bilals versehen, mit grafischen Elementen aus Bleu Sang ausgeschmückt und mit einem zweiseitigen, futuristischen Zeitungsausschnitt (Bild ganz oben rechts) wundervoll ausgestattet ist. Zu bemängeln ist allerdings, dass das Zeitungsblatt ganz vorne im Album liegt, und ich es deshalb vorweg gelesen habe. Macht bloß nicht den gleichen Fehler! Die Zeitung soll nach Beendigung des zweiten Albums Die Frau in der Zukunft studiert werden. War jetzt nicht wirklich ganz schlimm, aber wenn man sich an die Reihenfolge hält, bleibt der zweite Band während der Lektüre rätselhafter. Apropos Lektüre, legen wir doch mal los.

      Die Geschäfte der Unsterblichen
      Paris Anno 2023,… ja, nicht New York 2095. Das ist nur eine der vielen Abweichungen zwischen Film und Buch, was auf der einen Seite etwas verwundert, da Bilal ja selbst die Regie übernommen hat, andererseits liegt zwischen Comic und Verfilmung auch eine beträchtliche Zeitspanne von 24 Jahren. Die Änderung der Location hatte vermutlich kommerzielle Gründe, der ganze Rest, wer weiß? Wohl nur Enki Bilal selbst. Vielleicht wollte er zum Zeitpunkt des Films andere Aussagen machen wie damals beim Zeichnen des Buches, oder er wollte seine drei Alben als Werk so stehen lassen und den Film als alternative Version anbieten. Egal, ich werde mich ab hier erstmal nur auf den Comic beziehen, denn um den geht es hier und ich kann jetzt schon sagen, er ist das deutlich besser gelungene Gesamt(kunst)werk. Also nochmal…



      Die Geschäfte der Unsterblichen (Erschaffen 1980)
      Paris am Vorabend der Wahlen des Jahres 2023. Allerdings steht das Ergebnis der Wahl im faschistischen Stadt-Staat in der Regel schon vorab fest und so zweifelt niemand daran, dass Präsident Weißkohl erneut an der Macht bleibt. Seltsam ist jedoch die Pyramide, die vor kurzem über der Stadt erschienen ist, und jetzt am Himmel über der in zwei Bezirke gespaltenen Multikulti-Metropole schwebt. Multikulti schließt nicht nur verschiedene Erdenbürger, sondern auch allerhand außerirdisches Leben ein. Von Humanoiden über fliegende Engelchen und grüngestreifte, Psi-begabte Katzen bis zu riesigen Rost-Egeln, die sich am Eiffelturm festgesetzt haben ist alles vertreten.

      An Bord der Pyramide befinden sich tatsächlich die altägyptischen Götter und verlangen nach Treibstoff!?! Als sich der Präsident in einem Flugapparat auf den Weg zu Verhandlungen mit den Pyramidenbewohnern macht, wird von einem Security-Jet ein unbekanntes Flugobjekt abgeschossen. Wie sich herausstellt handelte es sich um eine Cryokapsel, aus der ein Mann herausfällt. Dieser bricht sich bei der Landung im armen und unterdrückten, äußeren Bezirk der Stadt das Bein, also das rechte Bein bricht komplett ab. Plötzlich ist ein gelb flammender Blitz zu sehen und der leblose Körper schwebt davon.

      Wie sich herausstellt war dieser Feuervogel, der den Bruchpiloten beseelt hat kein geringerer als Horus selbst, dem die Flucht gelang, während seine Götterkollegen anderweitig beschäftigt waren. Die wollen ihm nämlich aufgrund einer ganzen Latte von Vergehen den Prozess machen. Jetzt ist Horus eine Verbindung mit Alexander Nikopols geschundenem Körper eingegangen und als der langsam auftaut und zu verbluten beginnt ist er nicht gerade begeistert von seinem neuen Passagier. Doch Horus lässt sich nicht beirren, schnappt sich ein Stück Schiene der Pariser Metro, schmiedet daraus mithilfe seines Laserblickes ein Bein und Voila, schon kann Nikopol wieder laufen, also wenn er es schafft das immense Gewicht seines neuen Beines ohne die Hilfe von Horus in seinem Inneren zu bewegen….

      Weiter geht’s im nächsten Post…
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:

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    • Die Frau in der Zukunft (Erschaffen 1986)
      Hauptfigur des zweiten Albums ist die blauhaarige, blasse Schönheit Jill Bioskop, die mit ihrem Scriptwalker, einer Art Zeitmaschinenschreibmaschine, Berichte schreibt, die in einer fernen Vergangenheit ankommen. Sie hat sich vor einiger Zeit unsterblichen in einen Außerirdischen einer extrem lichtempfindlichen Rasse verliebt, der wohl eine absolute Granate im Bett ist. Als der bei einem Terroranschlag ums Leben kommt bricht für Jill eine Welt zusammen, zum Glück hat ihr der Alien einige bunte Pillen hinterlassen, die ihre Erinnerung an ihn, und somit auch die Trauer, auslöschen können. Sowas geht natürlich nicht ohne Nebenwirkungen ab.

      Spoiler anzeigen
      Zur gleichen Zeit beschließt der seit zwei Jahren in der Psychiatrie untergebrachte Alexander Nikopol diese zu verlassen und wieder am Leben teilzunehmen. Auch wenn sein gleichaltriger Sohn, der seinen Platz als Präsident eingenommen hat, nicht sonderlich angetan ist von dessen Vorhaben.

      Parallel dazu fällt den Göttern, die im fernen All unterwegs sind auf, dass ein Stück von der Pyramide abgebrochen ist und fehlt. Genau dieses Stück haben Sicherheitskräfte auf der Erde gefunden und Meißeln gerade den zur Strafe darin eingeschlossenen Horus wieder frei. Prima Idee…


      Welche Odyssee alle drei durchlaufen, bis sie schließlich aufeinandertreffen, und wie es von da an weiter geht, ist ein wahres Sammelsurium an genialen Ideen, überraschenden Wendungen und rätselhaften Ereignissen. Und ja, die Zeitung bringt hinterher noch ein wenig Licht ins Dunkel und weiß ebenso zu unterhalten, wie zu amüsieren.



      Äquatorkälte (Erschaffen 1992)
      Dreharbeiten zur Verfilmung der Abenteuer von Jill und Nikopol. Präsidentenmord. Eine Arche. Die wahnwitzigsten Skalen und Statistiken. Eine eingeschneite Stadt am Äquator in Ostafrika. Ein riesiger, mächtiger Mafiakonzern. Die Geburt eines nie dagewesenen Wesens. Die Meisterschaft im Schachboxen, einer Mischung zwischen Boxen und Schach. Pinguine. Ägyptische Götter. Jede Menge Sex. Eine Giraffenfelljacke. Eine Cryokapsel.

      Klingt erstmal komisch, ist aber so. Zumindest ist das alles und noch viel mehr in das Finale der Trilogie gepackt und ich kann echt nicht mehr darüber schreiben, ohne zu viel über den Ausgang der Vorgänger zu verraten. Also los, kauft’s Euch und lest selber!

      Mir sind ja bislang noch nicht wirklich viele Autorencomics untergekommen, aber entweder hatte ich da bisher extremes Glück, oder es ist die Regel, dass man da immer ganz besondere Werke in Händen hält. Was Enki Bilal hier geschaffen hat ist sowohl inhaltlich als auch zeichnerisch wahrlich bewundernswert. Ich hatte ja vor dem Beginn der Lektüre schon etwas Respekt, beinahe Angst. Ich habe mit einem sperrigen, schwer verständlichen Werk gerechnet, bei dem ich mir hinterher vorkomme, als wäre ich zu doof es zu kapieren. Weit gefehlt! Ich habe es ungeheuer genossen mich durch Nikopols Welt zu bewegen und Teil seiner Zukunft zu sein. Der Zugang zur Trilogie fällt viel VIEL leichter, als ich es mir vorgestellt habe und alle drei Bände sind voll von feinem, intelligentem Humor.

      Ist das Buch sehr Politisch? Ja. Werden große, schwermütige Aufhänger wie Diskriminierung und Rassismus aufgegriffen? Natürlich. Kritische Auseinandersetzung mit Weltreligionen? Selbstredend! Drogenmissbrauch, Vergewaltigungen, alte, neue und falsche Götter, das Artensterben, Spätfolgen von Kampfsport, Lug und Trug im Filmbusiness, das alles und ein unermessliches Füllhorn weiterer, allgegenwärtiger Themen mit denen ich als Leser konfrontiert werde und mit welchen ich mich auseinandersetze. Eingebettet in eine opulente, unsagbar kreative Zukunftsvision mit jeder Menge abgefahrener Ideen, die vielleicht nicht alle neu sind, aber doch viele davon und selbst die, die woanders entliehenen wurden in neuer, frischer Form dargebracht. Überwältigend!

      Trotz diesem Mörderpaket an Inhalten gelingt es Bilal die Geschichte mit einer Leichtigkeit zu erzählen, dass es niemandem schwer fällt Freude daran zu haben und gespannt dran zu bleiben, weil man einfach wissen möchte, wie es weiter geht und wo die Reise hinführt. Das es ausgerechnet die ägyptischen Götter sind, die sich in Nikopols Leben einmischen gibt bei mir, als Pharaonen-Fasziniertem gleich nochmal einen Bonuspunkt, den es an der Stelle gar nicht mehr gebraucht hätte. Nach Ägypten ging damals unsere erste große Reise mit meiner jetzigen Ehefrau und wir sind noch immer von allem drumherum bezaubert. Dazu die Äquatorstadt in Ostafrika, wo wir auf Hochzeitsreise waren (also in Ostafrika, nicht in der Äquatorstadt) und eine Erfindung namens Schachboxen! Ich liebe Schach, auch wenn ich unglaublich schlecht darin bin, und bin großer Fan des Boxsports. Ich weiß nicht, irgendwie ist Alexander Nikopol wie für mich erdacht.

      Dazu das brillante Artwork von Enki Bilal mit seinem markanten Zeichenstil, der ganz eindeutigen Wiedererkennungswert hat und meinen Geschmack exakt trifft, wenn es um die Visualisierung einer dystopischen Zukunft geht. Die großen Seiten bringen Bilals Zeichnungen auf hochwertigem Papier perfekt zur Geltung und machen es zu einem Hochgenuss alle Details der Panels zu erforschen und zu entdecken, auch wenn deren Anordnung keine großen Überraschungen bereithält. Manchmal ist weniger halt mehr und wildes Schrägstellen, Abschneiden oder durcheinanderwürfeln der Panels hätte keinesfalls zum Stil gepasst und mehr zerstört denn geholfen, eines hat Alexander Nikopol nämlich auch so keinesfalls: Mangelnde Innovation.

      Meine Wertung: 10/10

      Eine wahrhaft beeindruckende Trilogie, die ich bestimmt noch oft zur Hand nehmen werde, denn ich habe ganz sicher bei weitem noch nicht einmal annähernd alle Aspekte dieses genialen Werkes erfasst. Nach erster Sichtung bevorzuge ich schob einen geheimen Liebling unter den drei enthaltenen Alben, aber das kann sich bei der Vielschichtigkeit der Stories schon beim nächsten Lesen in eine andere Richtung verschieben.

      Mit der Monster-Tetralogie hat Carlsen schon die nächste Gesamtausgabe von Enki Bilal im gleichen Mammutformat angekündigt und jetzt, wo ich einmal an der Nadel hänge, komme ich natürlich nicht drum herum mir auch diese zu gegebener Zeit einzuverleiben.

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Ich habe die Tage noch etwas auf mich wirken lassen, "Vengeance of Bane". Ich muss fairer Weise zugestehen dass ich seine Origin noch NIE gelesen hatte und augenscheinlich auch noch generell extrem wenig darüber wusste.
      Klar, ich kenne Santa Prisca und hatte eine grobe Idee, jedoch war mir nicht bewusst WIESO er so wurde wie er ist und was alles so dahinter steckte.

      Das hier war nicht nur ein Trip in die Vergangenheit, dieser Comic bot mir außerdem die Möglichkeit ein neues Verständnis für Bane zu entwickeln, wenn auch nicht hunderprozentig... aber dazu mehr in





      "Eine absolute augenöffnende Reise war das. Sehr stimmungsvoll, sehr schonungslos und auf eine verdrehte Art und Weise voller Hoffnung."

      komplette Wall of Text gibts in meinem Thread -> hier
      You know, the very powerful and the very stupid have one thing in common:
      they don't alter their views to fit the facts;
      they alter the facts to fit their views.”

      __________


      Mein Reviewthread
      seid sanft, es ist mein erstes Mal ;)
    • Lucky Lucky 19: LL reitet für die 20er Kavallerie

      LL kommt zur Kavallerie da er ein guten Draht zu den Indianern hat und ein Krieg mit ihnen droht. Die Indianer behaupten das reisende Siedler Büffel in ihrem Gebiet gejagt hätten. Da bei den Indianern noch der Deserteur Flood sitzt ist sehr schnell klar woher der Wind weht. Durch den sehr pflichtbewussten Kavalleriechef MacStraggle ist es aber gar nicht so leicht beide Seiten an einen Tisch zu bekommen und gleichzeitig die Tricks von Flood aufzudecken.
      Die Ausgabe bietet viele Running Gags, zum Beispiel der Indianer der immer nach Zustand betitelt wird (Indianer mit zwei Federn, mit einer Feder, mit keiner Feder usw.), die vielen Strafen die MacStraggles Sohn auf sich nehmen muss, die Friedenspfeife die jedem (außer dem Häuptling) den Magen umdreht oder die Hüte mit Löchern.
      Die Gags sind dann auch gut und tragen die Ausgabe, die Figuren waren mir nämlich sonst etwas zu sehr auf Klamauk getrimmt (Kartoffel schälen ohne Kartoffeln) und auch dass man so schnell wusste dass Flodd hinter allem steckt hat mir nicht gefallen. Das fand ich erzählerisch nicht so gut gemacht, genau wie das Ende wo sich Flood noch schnell vor den Indianern verplappert und zugibt dass er die Büffel getötet hat.
      Sicher keine schlechte Ausgabe, aber gibt bessere.
      Magickarten gesucht, schreibt mir wenn ihr was loswerden wollt.