Hellblazer 9 – Die Gabe

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    • Hellblazer 9 – Die Gabe

      Hellblazer ist die am längsten laufenden Vertigoserie überhaupt, und viele Genregrößen wie Warren Ellis oder Garth Ennis haben schon für die Serie geschrieben. Nachdem Alan Moore die Figur als Nebencharakter in seinem legendären Swamp Thing-Run vorstellte, wurde Hellblazer als eigene Serie herausgebracht.

      Constantine ist ein Magier aus der Arbeiterklasse Englands. Er läuft in einem zerknitterten alten Trenchcoat herum, raucht Kette und ist nie um eine sarkastische Bemerkung verlegen. Sein Geschäft: Bekämpfung von Hölle, Dämonen und anderen übernatürlichen Kreaturen. Er ist nicht der mächtigste Magier, aber seine Verschlagenheit und sein Einfallsreichtum machen das mehr als wett.

      In den letzten Bänden wurde Constantines Welt komplett auf den Kopf gestellt.
      Nun kehrt er zurück in Londons düsterste Ecken, zurück zu seinen Ursprüngen. Autor Mike Carey beendete mit diesem Band seinen Hellblazer-Run, und die Serie wird somit resetet. Ein guter Zeitpunkt also, um übersprungene Geschichten einzubringen. Der Band enthält US-Hellblazer 201, 213-215 und 229.

      Der Leser bekommt 4 für sich selbst stehende Geschichten geboten, die mit dem langen Run um Nergal nur wenig bis nichts zu tun haben. Somit eignet sich der Band ausgezeichnet als Einstiegspunkt für Neuleser.

      So erfahren wir, wie Constantine als Kind das erste Mal seine Fähigkeiten einsetzte, lange, bevor seine magischen Fähigkeiten ausgebildet waren.
      Außerdem erleben wir den Zyniker auf einer Rede vor anderen, ihn bewundernden Magiern. Bei seinem Grußwort bleibt wohl kein Auge trocken.
      Danach wird dokumentiert, warum man lieber nicht John Constantines Wohnung für Diebeszüge benutzen sollte.
      Und zum Schluß tut Constantine einer Nachbarin einen Gefallen, und bekommt dafür die passende Belohnung.

      Fazit:

      4 knackige Geschichten aus dem Bereich Horror/Mystery, gewürzt mit einer Prise trockenem Humor – so will man Constantine sehen. Dazu kommen gleich 3 Zeichner zum Einsatz (Leonardo Manco, Frazer Irving und Joh Paul Leon), was bei den unterschiedlichen Geschichten positiv auffällt. Besser kann man die Serie niemanden vorstellen, der sie noch nie gelesen hat, und der Neuleser bekommt gleich den richtigen Eindruck von Constantine, dem verschlagenem Hund, der Dämonen mit ihren eigenen Waffen schlägt, aber nicht von seiner Kippensucht loskommt.
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      Comic-Podcast[/center]
    • Weiß nicht, ob der Band für Neuleser so gut geignet ist, da er ja eigentlich nur ein Epilog zum Carey-Run ist. Als solcher hat er mir allerdings sehr gut gefallen. Schön fand ich, dass John Constantine nach den extrem mystischen Geschichten in den letzten Bänden (das waren mir etwas zu viel Dämonen und Reisen in Höllendimensionen) etwas geerdet und nun wieder als Meister der Manipulation dargestellt wurde. Fand schon immer die Hellblazer-Geschichten am besten, in denen diese Fähigkeit im Vordergrund stand.
    • Also das ist auch eine der Vertigo Serien, die mich irgendwie noch reizen würde :)
      Ist glaube ich auch mal eine angenehme Abwechslung zum Superhelden-Alltag... Mal schauen, evtl meine nächste Serie, die ich in Angriff nehmen werde :]

      Wie kann man denn den Film mit den Comics vergleichen? War der Film damals basierend auf den Comics?
      Gibts da irgendwelche Brücken, oder komplett andere Welt?
    • crazyass schrieb:

      War der Film damals basierend auf den Comics?


      Eigentlich schon.
      Allerdings ist der Constantine in den Comics ein blonder Engländer der wie Sting in den 80igern aussieht(3.bp.blogspot.com/_78JDmf4UuZA…xmd3eSmF5k/s400/sting.jpg) und nicht Keanu Reeves. ;)

      Und zu deiner anderen Frage: Ist eine komplett andere Welt, gibt zwar die ein oder andere Anspielung auf die Comics, das wars aber auch schon.
    • Atlan schrieb:

      Der beste Band von Mike Careys Run.
      Es scheint als liegen ihm die kurzen Geschichten besser als der epische Storybogen, den er erzählt hat.
      Hier sitzt wirklich jede Geschichte, mach Spaß von vorne bis hinten, ist atmosphärisch und interessant.
      Wenn alle seine Geschichten so gewesen wären, wäre ich jetzt traurig über seinen Weggang.
      Sehe ich genauso! Habe diesen Band auch für sehr gut befunden. Careys langezogene Storys waren für meinen Geschmack trotz guter Ideen viel zu überfrachtet und langatmig. Zudem war es für uns Leser auch nicht immer einfach, der teilweise künstlich aufgeblähten Handlung zu folgen. Bin mal auf Peter Milligans Run gespannt, der eigentlich ein klassischer Vertigo-Author ist.
    • John Constantine - Hellblazer 9: Die Gabe


      "DAS FINALE DER HELLBLAZER-STRECKE VON MIKE CAREY!

      Nach den dramatischen Ereignissen in Bei den Toten endet Mike Careys Hellblazer-Strecke hier nach acht Bänden mit einem Knall, den man in der gesamten magischen Welt hört! Es beginnt mit einer Rückblende in Constantines Jugend, in der er seine Gabe entdeckt, und führt dann in den illustren Tate Club, dessen magische Mitglieder John als Gastredner eingeladen haben. Und seine Ansprache verfehlt ihre Wirkung nicht ...

      Mit Bonus-Story!"
      enthält: US-Hellblazer 201, 213-215, 229

      "Sie ist weg – WEG! Und er ist (ich bin) wieder allein, allein"

      john hat erneut eine wichtige person seines lebens verloren und muss damit zurecht kommen. genau das thematisiert die erst der enthaltenen stories. abstrakter gezeichnet als sonst wird und ein eher schlichter comic über eine geschichte aus johs kindheitstagen präsentiert. er scheint zwar ein äußerst ängstliches kind gewesen zu sein, das auch von zuhause keinen großen halt oder hilfe bekam, aber im ergebnis schien er ganz zufrieden.

      die geschichte mit dem okkulten club ist mein persönlicher abschied von carey. toll wie er hier sogar swampy einbaut um seiner schwester einen gefallem zu tun, allen anderen nochmal richtig gegen den karren fährt, seinen lagerraum abfackelt und am ende das spallier der geister. ein toller epilog.

      die sache mit dem schwarzen stein war auch ganz gut und erzählt die zuvor angeteaste story rund um einen diebstahl aus constantines lager. ein klassisches tie-in halt, dass als one-shot aber gut funktionert.

      der letzte part über die dämonzwillingsschwestern war dann der schwächste des bandes aber noch unterhaltsam.

      der ein oder andere kritisiert ja immer mal wieder die langfristigkeit des carey-runs was ich aber nur begrenzt nachvollziehen kann. als trades liest sich die reihe super und ist eine echter burner. carey würde ich einfach als einen guten horrorautoren beschreiben, der sich gut in die figuren hineindenkt und sie um interessante facetten bereichtert und spannende ideen mitbringt. er ist dabei weniger der schocker, als viel mehr der diabolische und zynische melancholiker.

      Claus Bürvenich schrieb:

      Careys langezogene Storys waren für meinen Geschmack trotz guter Ideen viel zu überfrachtet und langatmig. Zudem war es für uns Leser auch nicht immer einfach, der teilweise künstlich aufgeblähten Handlung zu folgen.
      wie gesagt, als trade ist dem nicht so. auch als überfrachtet empfinde ich ihn nicht. da sind aktuelle dc-events schlimmer. der run braucht halt etwas konzentration, holt einen aber immer wieder ab und fasst gelegentlich alles gut zusammen.

      breedstorm schrieb:

      Der Leser bekommt 4 für sich selbst stehende Geschichten geboten, die mit dem langen Run um Nergal nur wenig bis nichts zu tun haben. Somit eignet sich der Band ausgezeichnet als Einstiegspunkt für Neuleser.
      das kann ich so unterschreiben.

      auf wiedersehen herr carey. willkommen mr. diggle. den nächsten band muss ich jetzt erstmal hinten anstellen. die mädels und jungs in den strumpfhosen von dc benötigen derzeit wieder mehr meiner aufmerksamtkeit.

      gruß
      andi
    • Mike Careys letzter Akt am Trickster…



      Titel: John Constantine – Hellblazer 9: Die Gabe

      Verlag: Panini (US: Vertigo)

      Format: 120 Seiten im Softcover/Paperback mit Faltcover

      Inhalt: US-Hefte #213-215, 201, 229

      Autoren: Mike Carey

      Zeichner: Leonardo Manco, John Paul Leon, Frazer Irving

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      „Lauf mir nicht immer nach, Cheryl.“
      „Ich will mit Dir spielen!“
      „Geht nicht, Ich würd blöd aussehen…!

      Das erste Mal bleibt den meisten Menschen unvergesslich. Und auch John Constantine geht es nicht anders. Nachdem er seine Schwester nicht aus der Hölle zurückholen konnte, wohin sie verbannt wurde, erinnert er sich an seine Jugend und wie das alles mit der Magie einmal begonnen hatte.

      Weil er sich nicht anders zu helfen wusste, als er von einem Mitschüler erpresst wurde, malte er den ersten Kreidekreis seines Lebens und beschwor eine Tote. Aber hilft das wirklich gegen Mitschüler, die gern Schwächere terrorisieren? Der kleine John macht sich mit weichen Knien und dennoch voller Selbstvertrauen ans Werk und versucht, mithilfe seiner speziellen Gabe eine Bande jugendlicher Taugenichtse zu beeindrucken…

      Zusätzlich zu dieser Geschichte, die nahtlos an die Vorgängerbände anschließt, enthält dieser Band zwei Kurzgeschichten aus der von Feder Mike Carey, die Lücken in den längeren Storys füllen und sie ergänzen. Die Zeichnungen sind von Leonardo Manco, John Paul Leon und Frazer Irving.

      Just my 2 cents:
      Mann o Mann, schon sooo lange nicht mehr mit dem Trickster unterwegs gewesen! Und wenn ich den Band jetzt zur Seite lege frage ich mich echt wieso denn überhaupt? Scheinbar etwas zu viel Auswahl hier rumliegen und ständig Lust auf was Anderes, aber jetzt war es endlich mal wieder so weit. Nachdem Mike Carey zwar stark begonnen hatte, insgesamt aber etwas gebraucht hat um das Wesen des Hellblazers zu erfassen ist er meines Erachtens nach einem starken Durchhänger in der Mitte im weiteren Verlauf seines Runs wieder immer besser und besser geworden und hat mit den beiden Bänden John Constantine – Hellblazer 7: Die schrecklichen Kinder und John Constantine – Hellblazer 8: Bei den Toten eine grandiose Zielgerade hingelegt.

      Da die Hauptstory eigentlich relativ abschließend beendet wurde bietet Band neun jetzt nochmal so etwas wie einen kleinen Afterburner. Von den drei enthaltenen Stories hat lediglich die Zweite wirklich eine direkte Verbindung zu den finalen Ereignissen der Vorgängerbände und auch die kann, genau wie die beiden übrigen Geschichten, auch komplett unabhängig vom Rest gelesen werden. Wer meine Rezis zu den Hellboy- oder B.U.A.P.-Bänden, oder auch zu Monster! Und Andere Geschichten oder den früheren Batman-Sammelbänden kennt weiß, dass ich kurze, knackige Stories eigentlich sehr gerne mag, wenn sie knackiges Storytelling und viel Abwechslung bieten, also schauen wir mal, wie Mister Carey das hier gelöst hat.



      Zur ersten Story zu Constantines „ersten mal“ wurde im Klappentext ja schon genug, vielleicht sogar ein bisschen zu viel gesagt. Jedenfalls erleben wir ein Stück von Constantines Kindheit, in dem wieder glasklar wird, wie kaltschnäuzig und skrupellos der größte Egoist von Allen wirklich ist. Eine bitterböse Geschichte mit noch böserer Botschaft, denn grundsätzlich geht es ja weder um Constantines erstes mal mit einem Mädchen, noch um seinen ersten „echten“ Kontakt mit schwarzer Magie, denn die Machte der ist es, die ihm seinen bitteren Triumph beschert. Zeichnerisch ist der kurze Story-Knaller leider kaum der Rede wert und wenn, dann nicht im positiven Sinne. Den minimalistischen, detailarmen und nicht wirklich schön anzusehenden Panels von Frazer Irving kann ich leider kaum etwas abgewinnen und so gehören seine Zeichnungen zu den schwächsten, die ich am Trickster bislang erleben „durfte“.



      Die zweite der drei enthaltenen Stories ist mit Abstand die umfangreichste, bietet also das Herzstück des Bandes und wurde zum Glück von Leonardo Manco in Szene gesetzt, dessen düster-schmuddeligen Stil ich am Hellblazer ja liebe. Die Geschichte selbst greift viele Lose Enden des Carey-Runs auf und verwebt sie zu einem stimmigen Abschluss. In einer Bar (wo sonst?) bekommt John von einem Geist eine seltsame Einladung überbracht. Er soll bei einer Feier zum 200sten Gründungstag des Tate Clubs referieren. Ein Exklusiver Club von Möchtegern-Magiern, für die Constantine zu so etwas wie einer Legende geworden ist. Der hat allerdings ganz andere Probleme. Sein Kumpel Chaz steckt aufgrund seiner kürzlichen Dämonenbesessenheit in ernsthaften familiären Schwierigkeiten, die Beerdigung von Johns Schwester steht an und ein paar Jugendliche haben seine Bude ausgeräumt und dabei etwas äußerst Gefährliches mitgehen lassen.
      Ein starkes Konglomerat von Handlungssträngen, die in ein sehr cooles, aber keinesfalls hoffnungsvolles Finale münden. Passend zur bitterbösen Welt des zynischen Eigenbrötlers, aber immerhin hat er jemand ganz besonderes gefunden, der sich um die Blumen für das Grab seiner Schwester kümmert. ;)



      Zum Abschluss gibt es dann noch einen dämonischen und spannenden Shorty dessen lehrreiche, aber Constantine-typisch äußerst fragwürdige Moral sich mit einer Ferengischen Erwerbsregel nahezu perfekt zusammenfassen lässt: Keine gute Tat bleibt ungestraft. Das Cover zu der Geschichte von Meister Lee Bermejo ist absolut famos, das Artwork von John Paul Leon leider eher das Gegenteil. Ziemlich grobschlächtig und detailarm kommt es mir ein wenig vor wie die billige Variante von Marcelo Frusin. Sorry, aber ist halt mein Geschmack.

      Insgesamt also ein erzählerisch enorm starker, weil richtig schön bösartiger Band mit einer Reihe sehr guter bis überragender Stories, die im Artwork leider einige Ausfälle aufweisen. Bleibt abschließend zu sagen, dass der Carey Run mit seinen Aufs, Abs und neuerlichen Aufs schon ein wilder Ritt war, der insgesamt aber schon viel Laune gemacht hat und es echt seltsam ist, dass ich jetzt eine so lange Pause eingelegt hatte.

      Meine Wertung: 8/10

      So, und damit das jetzt nicht wieder so lange dauert und ich gerade voll Bock drauf habe verkrümel ich mich jetzt in die Leseecke mit Band 10 – Spritztour. Gibt dann heute natürlich passend keinen Bourbon, sondern einen leckeren Scotch dazu (wenn’s allzu dämonisch oder höllisch wird vielleicht einen rauchigen :cooldude: ). Und ZACK, wieder gefangen in der dämonischen Welt des Hellblazers…



      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette: