Transmetropolitan - Hardcover-Neuausgabe

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    • Stecke grad in Band 2 und bin mal wieder schwer von der tollen Aufmachung begeistert. Bin sehr froh, dass Panini die tolle Serie in diesen 5 schicken opulenten Bänden bringt. Band 3 steht ja glaub ich grad in den Startlöchern. Ein Grund mehr diesen Thread mal wieder aus der Versenkung zu holen.

      Kauft euch den neuen Band... und vergesst ja den neuen The Unwritten nicht! :cursing:

      „If the audience knew what they wanted then they wouldn't be the audience, they would be the artist.“

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    • "Die überfällige Neuausgabe der klassischen SF-Serie, die einmal mehr belegt, warum ihr Protagonist Spider Jerusalem zu den berühmtesten Comic-Figuren überhaupt gehört. Der glatzköpfige, heftig tätowierte Journalist mit der zweifarbigen Brille und dem zynischen Weltbild kehrt in eine Stadt der Zukunft zurück, die ebenso faszinierend wie bodenlos ist. "
      enthält: US-Transmetropolitan 1-12

      leseprobe hier

      erst war ich interessiert, dann überrascht, irgendwann angewidert, zeitweise gelangweilt und gequält aber spätestens ab der mitte des bandes eingelesen, fasziniert, aufgegeilt, wieder überrascht, auf jeden fall angefixt und im ergebnis echt beeindruckt.

      inhalt: spider jerusalem, ein zunächst im exil lebender autor, hat noch alte verträge zu erfüllen und deshalb bücher schreiben. dazu startet er in der von ihm doch so sehr gehassten stadt als journalist neu durch um dort neue inspiration für seine werke zu finden. als kolumnenschreiber einer zeitung sucht er sich die negativen seiten des stadlebens heraus und berichtet kritisch und angewiedert über sie. dabei macht er sich nicht nur freunde…

      robertsons arbeit als zeichner war gut. der stil passt zum setting. wenn er hintergründe zeichnet und dabei jede menge details parat hält, dann trifft er immer voll ins schwarze. waren die seiten die man quer halten musste im original splash-pages? beispiele:

      bild 1
      bild 2
      bild 3

      fazit:
      den comic hatte ich nun schon eine ganze weile hier liegen und wollte ihn immer mal beginnen, da man transmetropolitan ja alle nase nach empfohlen bekommt. wie bereits zu beginn geschrieben ist der einstieg für mich als typischer superhelden-comicleser nicht so einfach gewesen. am anfang prasselte da doch sehr viel auf mich ein und ich musste mich erstmal an den erzählstil gewöhnen. wenn ich nicht gerade mit dem sci-fi setting überfordert war oder ich noch nach dem roten faden suchte, wurde mir schon wieder irgendwas ekliges oder einfach nur perverses gezeigt. nachdem ich mich durch die alien-mensch-riot-ghetto-story zu beginn gekämpft hatte, hatte ich das konzept aber gerafft und konnte den band gut genießen. im vorwort des bandes bestätigt garth ennis diesen eindruck indem er sagt, dass die verkaufszahlen der ersten ausgaben eher verhalten waren und erst durch weiteres hörensagen eine gewisse nachfrage entstand. das ist also ein kunstwerk, dessen wert man erst im laufe der zeit zu schätzen lernt.

      mir gefallen die vielen ideen von warren ellis. sei es die intelligente religionskritik, das aufgegriffene thema ausgrenzung (sowohl ethnisch, sexuell oder z.b. bei den eingefrorenen überbleibseln der vergangenheit) oder aber seine ideen zum umgang mit drogen, erziehung, gewalt usw. eindeutig hat hier ein kreativer geist versucht seine damals aktuelle sicht auf die gesellschaft in einen sozialkritischen comic zu packen. und das macht er gut; für mich zunächst ungewöhnlich, aber gut.

      puh...das war insgesamt irgendwie heftig. ich muss jetzt erstmal ne milch trinken und nen keks futtern. wenn ich dann irgendwann vom klo runter komme, bestell ich auf jeden fall noch irgendwo den zweiten band. prädikat: verfluchtes meisterwerk!

      btw: im april kommt ja band 5. danke vorab an panini!

      gruß
      andi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ahappyfreak ()

    • Ahappyfreak schrieb:

      im vorwort des bandes bestätigt garth ennis diesen eindruck indem er sagt, dass die verkaufszahlen der ersten ausgaben eher verhalten waren und erst durch weiteres hörensagen eine gewisse nachfrage entstand.

      Gehört unten stehendes jetzt noch zur Aussage von Ennis, oder ist das deine Interpretation bzw. Schlussfolgerung eben dieser. Ich gehe mal von letzterem aus.

      Ahappyfreak schrieb:

      das ist also ein kunstwerk, dessen wert man erst im laufe der zeit zu schätzen lernt.

      Was aber überhaupt nichts über das Werk an sich aussagt, sondern wenn überhaupt, dann lediglich über seine Betrachter. Es wird ja im Laufe der Zeit und mit zunehmender Anzahl an Wertschätzer nicht mehr, noch weniger „Kunstwerk“, sondern bleibt schlechtweg unverändert.

      Müsste es nicht eher heißen „wiedermal ein Kunstwerk, das von der breiten Masse über lange Zeit sträflich ignoriert/missverstanden wurde“. Bleibt dann ein Kunstwerk, dass niemals ein Mindestmaß an Wertschätzung erfährt, überhaupt noch ein Kunstwerk oder ist es etwa gar nie zu eines geworden und somit wertlos?


      Ahappyfreak schrieb:

      prädikat: verfluchtes meisterwerk!

      Ist das jetzt ein Zitat oder dein eigenes Urteil? Ich vermute mal die erste Option. :D
    • Karate Lothar schrieb:

      Ahappyfreak schrieb:

      im vorwort des bandes bestätigt garth ennis diesen eindruck indem er sagt, dass die verkaufszahlen der ersten ausgaben eher verhalten waren und erst durch weiteres hörensagen eine gewisse nachfrage entstand.
      Gehört unten stehendes jetzt noch zur Aussage von Ennis, oder ist das deine Interpretation bzw. Schlussfolgerung eben dieser. Ich gehe mal von letzterem aus.
      hehe. ich vermute mal, dass so einige leser probleme mit dem einstieg in die serie gehabt haben. speziell die story rund um die alienhybriden am anfang fand ich arg zäh und hätte dannach vermutlich auch aufgehört zu lesen. zu empfehlungen meinerseits wäre es erstmal nicht gekommen. da die serie sich aber positiv entwickelte, sieht meine meinung nun anders aus. und so interpretiere ich auch die von ennis genannten verkaufszahlen. es hab halt einen holprigen start und irgendwann hat sich zum glück alles eingependelt.

      Karate Lothar schrieb:

      Ahappyfreak schrieb:

      das ist also ein kunstwerk, dessen wert man erst im laufe der zeit zu schätzen lernt.
      Was aber überhaupt nichts über das Werk an sich aussagt, sondern wenn überhaupt, dann lediglich über seine Betrachter. Es wird ja im Laufe der Zeit und mit zunehmender Anzahl an Wertschätzer nicht mehr, noch weniger „Kunstwerk“, sondern bleibt schlechtweg unverändert.

      Müsste es nicht eher heißen „wiedermal ein Kunstwerk, das von der breiten Masse über lange Zeit sträflich ignoriert/missverstanden wurde“. Bleibt dann ein Kunstwerk, dass niemals ein Mindestmaß an Wertschätzung erfährt, überhaupt noch ein Kunstwerk oder ist es etwa gar nie zu eines geworden und somit wertlos?
      die definition von kunstwerk zu erörtern ist immer ein schwieriges unterfangen. tatsächlich habe ich gelegentlich beruflich mit genau dieser frage zu tun. in deutschland ist grundsätzlich erstmal alles kunst, was kreativ geschaffen wurde. im einzelfall haben sogar gerichte entschieden wo da zu differenzieren ist. beispiel buch: ein autor ist künstler (ein übersetzer eines romans übrigens auch), ein übersetzer eines sachbuches nicht und ein übersetzer von fachtexten erst recht nicht, da dort der handwerkliche anteil deutlich überwiegt.

      ebenso gibt es ein interessantes urteil zu tänzen. ausdruckstanz oder musicaltanz sind da eindeutig künstlerisch; gogo-tanz oder folklore rein gar nicht. warum auch immer...

      zurück zu deiner frage: die wertschätzung eines werkes sagt schon viel über den gesamtwert eines werkes aus. natürlich kann der individuelle wert je nach betrachter abweichen, am werk selbst ändert das jedoch nichts. transmetropolitan scheint nicht sofort gezündet zu haben. dabei kann niemand den objektiven wert des werks beurteilen (ist auch denkbar schwierig) sondern rein den subjektiven.

      würde ich sagen: „wiedermal ein Kunstwerk, das von der breiten Masse über lange Zeit sträflich ignoriert/missverstanden wurde“, dann klänge das schon sehr voreingenommen, würde aber ggf. des pudels kern treffen. das führt hier aber zu weit. total liberal betrachtet ist echt vieles kunst und vieles auch bereits in einem recht frühen stadium. ob dieses kunstwerk nun gut oder schlecht ist, muss jeder selbst beurteilen. für den schaffenden wird ein großer wertschätzender kundenkreis wirtschaftlich besser sein als eine sehr kleine zahlende zielgruppe.

      Karate Lothar schrieb:

      Ahappyfreak schrieb:

      prädikat: verfluchtes meisterwerk!
      Ist das jetzt ein Zitat oder dein eigenes Urteil? Ich vermute mal die erste Option. :D
      das ist tatsächlich von mir. das war ein versuch diesen genialen comic angemessen ein fazit zu verpassen. ich hätte auch von einem skurrilen meisterwerk sprechen können.

      btw:


      gruß
      andi
    • Ahappyfreak schrieb:

      ....zu empfehlungen meinerseits wäre es erstmal nicht gekommen. da die serie sich aber positiv entwickelte, sieht meine meinung nun anders aus......

      Im Umkehrschluss könnte man vermutlich auch sagen, dass sich der Leser – ganz im erzieherischen Sinne – „positiv“ verändert/entwickelt hat. :P

      Im Endeffekt ist das natürlich völlig nebensächlich. Und wie du ja bereits sagtest, ist eine Definition von Kunst „schwierig“ – im nicht juristischen Sinne ja auch gar nicht zwingend notwendig – und muss schlussendlich sowieso jeder für sich selbst entscheiden. Dennoch schadet es nicht sich ein paar Gedanken darüber zu machen (in diese Kerbe schlägt ja auch dein angehängtes Bild), was ja auch schon fast wieder Richtung Kunst geht. :D In diesem Sinne, danke für deine ausführliche Antwort.
    • Ahappyfreak schrieb:

      ich vermute mal, dass so einige leser probleme mit dem einstieg in die serie gehabt haben. speziell die story rund um die alienhybriden am anfang fand ich arg zäh und hätte dannach vermutlich auch aufgehört zu lesen. zu empfehlungen meinerseits wäre es erstmal nicht gekommen. da die serie sich aber positiv entwickelte, sieht meine meinung nun anders aus. und so interpretiere ich auch die von ennis genannten verkaufszahlen. es hab halt einen holprigen start und irgendwann hat sich zum glück alles eingependelt.


      Ich interpretiere das etwas anders. Man(= der damalige Comicmarkt) hat die Serie anscheinend anfangs eher weniger am Radar gehabt, erst durch die positive Mundpropaganda hat sich das Verkaufsrädchen angefangen zu drehen bzw. sind mehr Menschen auf die Reihe aufmerksam geworden.. Das hat bestimmt nichts mit der Qualität des Startes zu tun gehabt.
      Sowas passierte im extremen bei einer derzeit sehr polulären Serie: Walking Dead. Da fing man mit ca. 6.000 Lesern an, nach ca. 140 Ausgaben liegt der durchschnittliche Vorbestellwert bei etwa 60.000.


      Ich fand z.bsp den Anfang auch schon sehr stark geschrieben.
      Da du dich selbst als typischen Superheldenleser deklarierst, lag die anfängliche Skepsis und Abscheu wohl eher in deinen sonstigen Lesegewohnheiten begründet. ;)
    • El Duderino schrieb:

      Ahappyfreak schrieb:

      ich vermute mal, dass so einige leser probleme mit dem einstieg in die serie gehabt haben. speziell die story rund um die alienhybriden am anfang fand ich arg zäh und hätte dannach vermutlich auch aufgehört zu lesen. zu empfehlungen meinerseits wäre es erstmal nicht gekommen. da die serie sich aber positiv entwickelte, sieht meine meinung nun anders aus. und so interpretiere ich auch die von ennis genannten verkaufszahlen. es hab halt einen holprigen start und irgendwann hat sich zum glück alles eingependelt.


      Ich interpretiere das etwas anders. Man(= der damalige Comicmarkt) hat die Serie anscheinend anfangs eher weniger am Radar gehabt, erst durch die positive Mundpropaganda hat sich das Verkaufsrädchen angefangen zu drehen bzw. sind mehr Menschen auf die Reihe aufmerksam geworden.. Das hat bestimmt nichts mit der Qualität des Startes zu tun gehabt.
      Sowas passierte im extremen bei einer derzeit sehr polulären Serie: Walking Dead. Da fing man mit ca. 6.000 Lesern an, nach ca. 140 Ausgaben liegt der durchschnittliche Vorbestellwert bei etwa 60.000.


      Ich fand z.bsp den Anfang auch schon sehr stark geschrieben.
      Da du dich selbst als typischen Superheldenleser deklarierst, lag die anfängliche Skepsis und Abscheu wohl eher in deinen sonstigen Lesegewohnheiten begründet. ;)


      So ist es :ok:
    • El Duderino schrieb:

      Ich fand z.bsp den Anfang auch schon sehr stark geschrieben.
      Da du dich selbst als typischen Superheldenleser deklarierst, lag die anfängliche Skepsis und Abscheu wohl eher in deinen sonstigen Lesegewohnheiten begründet. ;)

      meine lesegewohnheiten sind sicher der maßgebende grund für meine skepsis. dennoch war der anfang inhaltlich für mich der schwächste teil des insgesamt guten trades und daran ändert auch eine erneute gesamtbetrachtung nichts.

      die schlechten anfänglichen (meinetwegen marktbedingten) verkaufszahlen haben sich insgesamt ja zum glück offensichtlich nicht zu negativ auf die serie ausgewirkt. meinst du nicht, dass ein anderer vllt massenkompatiblerer inhaltlicherer start der serie zu beginn gut geholfen hätte? vllt was ohne dicke dia- und monologe. oder eben eine viel tiefere auseinandersetzung mit den themen transspezies/ghetto/ausgrenzung/polizeigewalt?

      gruß
      andi
    • So nun hab ich auch mal was zu sagen :P

      Ich geb Ahappyfreak recht, der Anfang ist gewöhnungsbedürftig. Diesem "Alan Moore" beim sinieren zuzusehen war schon, ich sag mal, seltsam.
      Seien wir doch ehrlich, die Serie nimmt erst mit dem Oberthema Politik bzw.Wahlkampf: Smiler/Beast richtig gut Fahrt auf. Kann ebenfalls ein Grund für den seinerzeit schlechten Start sein. Kam auch zu einer Zeit als noch nicht jeder ungesehen was vom Label Vertigo kaufte, das sollte ebenfalls berücksichtig werden.
      Und es ist doch auch schön wenn eine Serie besser wird, ist ja nicht gerade üblich, eher das Gegenteil.

      Bubi schrieb:

      @ JoeKerr: Jetzt mal Butter bei die Fische - das war doch wahrscheinlich mit Abstand Dein schlechtester Post im Forum, oder nicht?
      "If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit." W.C.Fields
      Mein Wildstorm Leserun
    • Ahappyfreak schrieb:

      dennoch war der anfang inhaltlich für mich der schwächste teil des insgesamt guten trades und daran ändert auch eine erneute gesamtbetrachtung nichts.

      Ahappyfreak schrieb:

      die schlechten anfänglichen (meinetwegen marktbedingten) verkaufszahlen haben sich insgesamt ja zum glück offensichtlich nicht zu negativ auf die serie ausgewirkt.

      Wie jetzt, wurde die Serie, deiner Meinung nach, nun besser oder schlechter ? :P


      Ahappyfreak schrieb:

      meinst du nicht, dass ein anderer vllt massenkompatiblerer inhaltlicherer start der serie zu beginn gut geholfen hätte?

      Genau solche Gedankengänge sind aber die Urväter allen Übels.
    • Karate Lothar schrieb:

      Ahappyfreak schrieb:

      dennoch war der anfang inhaltlich für mich der schwächste teil des insgesamt guten trades und daran ändert auch eine erneute gesamtbetrachtung nichts.

      Ahappyfreak schrieb:

      die schlechten anfänglichen (meinetwegen marktbedingten) verkaufszahlen haben sich insgesamt ja zum glück offensichtlich nicht zu negativ auf die serie ausgewirkt.

      Wie jetzt, wurde die Serie, deiner Meinung nach, nun besser oder schlechter ? :P
      besser. wenns in den nächsten bänden politischer wird gehts ja anscheinend auch erst richtig los.

      Karate Lothar schrieb:

      Ahappyfreak schrieb:

      meinst du nicht, dass ein anderer vllt massenkompatiblerer inhaltlicherer start der serie zu beginn gut geholfen hätte?

      Genau solche Gedankengänge sind aber die Urväter allen Übels.
      jajaja...eigentlich sind wir ja alle der selben meinung... :prost:

      gruß
      andi