Hail to the Chief - Der Grant Morrison Reading Thread ||

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    • aRKHAM aSYLUM




      A serious house on serious earth it is,
      In whose blent air all our compulsions meet,
      Are recognized, and robed as destinies.



      Morrison hat genug vom “Realismus” in Comics und beschließt in die Welt der Träume, automatischen Schreibens, Visionen und Magie abzutauchen. Der Untertitel ist angelehnt an Philip Larkin’s Gedicht “Church Going” , die Story selbst soll möglichst dunkel, europäisch und provokativ sein. Für die Graphic Novel wird ein eigenes “Prestige” Format (besseres Papier, fester Einband) geschaffen und soll die mittlerweile ältere gewordene Leserschicht ansprechen. Karen Berger ist hier die treibende Kraft.

      Arkham Asylum sollte kompakt, symbolisch und psychologisch sein – eine bewusste Gegenreaktion auf die Realismus Welle die gerade herrschte. Die Geschichte sollte nur so von (Tarot) Symbolen strotzen, eine unamerikanische Herangehensweise an eine amerikanische Ikone. Eine Geschichte nicht aus der realen Welt, aber dafür aus den Tiefen eines Kopfes stammend… Batmans Kopf.

      Morrison in Amazing Heroes 176 (Feb/1990):
      „Arkham Asylum doesn’t really connect to any particlular continuity. It’s not even a Batman story, really – it’s just a story about human psychology where we use these characters as symbols.
      Obviously this house, the asylum, isn’t a physically place; it’s somebody’s head. All the characters in it represent different psychological functions and traits, obsessions.
      That kind oft hing. It was the only way we could think to do it after the „realistic“ Batman stuff, what Batman would like, and how he’d have runs in his thights and all that.
      So we used him in a purely symbolic way.“


      Grant Morrison schreibt die Geschichte in knapp einem Monat im Jahr 1987. Er war zu dieser Zeit strikter Antialkoholiker und frei von irgendwelchen illegalen Substanzen (sagt er zumindest). Um ein Stadium des Deliriums zu erreichen bleibt er bis zu 50 Stunden wach und schreibt bis in die frühen Morgenstunden. Er plündert seine Traumtagebücher und sucht nach beängstigenden Kindheitserinnerungen. Morrison liefert den Beweis, dass eine ernsthafte Superheldengeschichte nicht zwangsläufig realistisch sein muss.

      In einem frühen Entwurf sollte der Joker wesentlich sexualisierter dargestellt werden. Er sollte einen konischen BH wie Madonna (im Video „Open Your Heart“) präsentierte tragen und wesentlich tuntiger wirken.
      Warner Bros legte ein Veto ein, schließlich sollte Jack Nicholson im kommenden Batman Film den Joker mimen und das Studio hatte bedenken der Star könnte für einen Transvestiten gehalten werden.
      Der Joker in Arkham Asylum wurde umgekrempelt, zumindest durfte er seine Stöckelschuhe behalten… :*



      (Grant Morrison Skizze)


      Noch bevor das Buch in den Verkauf ging, wurden knapp 120.000 Exemplare vorbestellt, wobei Morrison und McKean pro Buch je 1 Dollar Tantiemen zustanden. Bis heute wurden über 500.000 Einheiten verkauft, und ist immer noch die meist verkaufte Original Graphic Novel die DC je produzierte (steht zumindest auf jeder wiki Seite so, die Zuordnung GN ist sowieso streitbar…).

      Das Buch ist ein voller Erfolg wird aber sehr kontrovers aufgenommen und diskutiert. Gerade innerhalb der Community wird es als unverständlich und prätentiös abgetan. Dave McKean ist heute ein bekannter Künstler, der unzählige Cover für Bücher und Alben entworfen hat. Die Titelbilder und Collagen für Sandman sind legendär, auf Arkham Asylum blickt er mit gemischten Gefühlen zurück. Im ursprünglichen Skript war ein Auftritt von Robin vorgesehen, McKean fühlte sich in seiner künstlerischen Integrität verletzt und deshalb wurde der Part rausgestrichen. Bei den Anniversary Editions verliert er kein Wort. McKean: “At the end of the day, if you really love to do Batman comics, then that’s probably the best thing to do. Not liking them, and then trying to make something out of them is just a waste of time” (“Dave McKean on”). Für die Lo-Fi Kurzgeschichte „Glass of Water“ (Fast Forward / 1992) kommt es zur zweiten und bis jetzt letzten Zusammenarbeit mit Grant Morrison.

      Die Panini Ausgaben sind wirklich gelungen, grafische Details wurden mit übersetzt
      Spoiler anzeigen
      (bis auf Kleinigkeiten z.B. „Mad Dog“, der Bezug zum deutschen „Bluthund“ kann verloren gehen).

      Leider wurde das Bonusmaterial der Anniversary Edition ausgespart, bei Miller’s „The Dark Knight Returns“ ging es doch auch :(
      In der US Edition enthalten sind das komplette Script (inkl. Anmerkungen) und grobe Skizzen von Morrison. Eine richtige Fundgrube und gerade bei so einem verschachteltem Werk ein toller Bonus.

      … aber die beste Version habe sowieso ich :P



      Arkham Asylum 1st Print mit Dave McKean Sketch


    • ARKHAM ASYLUM
      VÖ: Arkham Asylum: A Serious House on Serious Earth (DC Comics / Oct 1989)

      Autor: Grant Morrison
      Artist: Dave McKean




      Deutsch: Batman: Arkham Asylum (SC) (PANINI 2009) / Batman: Arkham Asylum (HC Ledereinband/Limitiert + sign. Druck) (PANINI 2015)
      US: Arkham Asylum (SC) (DC Comics 1989) / Arkham Asylum 15th Anniv. (SC) (DC Comics 2004) / Arkham Asylum 25th Anniv. (SC) (DC Comics 2014)



      “Arkham was right, sometimes it’s only madness that makes us what we are…”


      1901
      Ein Rückblick auf den jungen Amadeus Arkham. In dem Haus der Arkhams ist der 11 Jährige Junge damit beschäftigt seine Mutter zu pflegen. Die leidet an Panikattacken und kann ihr Bett nicht mehr verlassen. Amadeus will ihr eine Mahlzeit ans Bett bringen, schrickt aber vor ihrem Anblick zurück. Die Mutter ist nicht hungrig, sie hat nämlich schon gegessen. Aus ihrem Mund fallen Käfer und andere Insekten...

      1920
      Ma Arkham begieht Selbstmord. Mit einem perlenbesetzten Rasiermesser schlitzt sie sich den Hals auf. Nach dem Begräbnis betritt Amadeus das das Anwesen und zum ersten Mal seit langer Zeit schläft er wieder in seinem alten Kinderzimmer.
      Am nächsten Tag fährt er wieder zurück nach Metropolis zu seiner Frau Constance und der kleinen Tochter Harriet. Er arbeitet in einer staatlichen Psychiatrie wo er einen Mörder namens Martin „Mad Dog“ Hawkins behandelt.

      Amadeus Arkham: „Männer, deren einziges Verbrechen ihre geistige Erkrankung ist. Die ohne Hoffnung auf Heilung in unserem Rechtssystem gefangen sind.
      Mein Kurs ist klar.“


      Er erklärt seiner Familie, dass sie in das alte Anwesen in Gotham zurückkehren werden und er das Haus zu einer Anstalt zur Behandlung von Geisteskranken umbauen will.

      1989
      Am 1. April, dem Tag der Narren wird Batman von Commissioner Gordon zu einem Notfall gerufen. Die Insassen des Arkham Asylums haben das Personal überwältigt und in Geiselhaft genommen. Der Joker führt ein perfides Telefongespräch mit Batman, bei dem er droht einem nach den anderen umzubringen. Seine Bedingung: Batman soll in die Anstalt kommen und sich ihnen stellen. Batman willigt ein und ist gezwungen bei dem kranken Spiel des Jokers mitzumachen.



      Batman erreicht die Irrenanstalt und entdeckt eine um das Haus gezogene Spur aus Salz. Er wird vom Joker in Empfang genommen und herumgeführt. Es stellt sich heraus, die Drohungen am Telefon waren nur ein grausamer Streich des Jokers.
      Die verbliebenen Geiseln sind Pearl, eine Küchenhilfe, Dr. Cavendish der aktuelle Aufseher und Dr. Ruth Adams eine Psychotherapeutin. Die aufständischen Patienten werden von Black Mask und dem Joker angeführt.
      Dr. Adams erklärt Batman, das sie Two-Face einer neuen Behandlung unterziehen konnte. Er ist nun nicht mehr auf seine zerkratzte Münze angewiesen, sondern das Entscheidungssystem wurde erst auf einen sechsseitigen Würfel, dann auf einen ganzen Satz Tarot Karten mit 78 Stück ausgeweitet. Das führte aber dazu dass Two-Face nicht mal mehr einfachste Entscheidungen (wie auf die Toilette zu gehen) ausführen kann.

      Dr. Adams: „Manchmal muss man alles einreißen, wenn man AUFBAUEN will!
      So ist die Psychatrie.“


      Der Joker treibt seine Spielchen weiter und zwingt Batman an Psychotests mitzumachen. Mittels eines Rorschach Testes und eines Wortkettenassoziationsspiels gräbt er immer tiefer in der Psyche Batmans und weckt damit sein altes Trauma.
      Das anschließende Showprogramm besteht darin, das Batman eine Stunde Zeit bekommt sich in den labyrinthartigen Gängen zu verstecken. Dann werden die Insassen mit der Jagd auf ihn beginnen.
      Um seinem Willen Nachdruck zu Verleihen erschießt der Joker eine Wache.



      Joker: „Und jetzt Batman... Lauf!“
      „Das Spiel endet um Mitternacht! Lauf! Lauf!“


      1920
      Die Familie Arkham lebt nun in dem Anwesen und die Umbauarbeiten gehen voran. Harriet leidet immer mehr an Alpträumen und Amadeus schiebt die Schuld auf Bücher wie „Alice im Wunderland“ die sie so mag.
      Im Herbst wird Amadeus nach Europa eingeladen und trifft in der Schweiz auf Carl Gustav Jung und in England auf den „bösesten Mann auf Erden“ Aleister Crowley
      Zu Weihnachten ist er wieder zu Hause und die nun schwangere Constance überrascht ihn mit Clownfischen als Geschenk. Clownfische sind sonderbar, denn wenn ein dominantes Weibchen stirbt verändert ein Männchen aus dessen Gefolge sein Geschlecht und übernimmt die Rolle des toten Weibchens.

      Amadeus: „Aus irgendeinem Grund erinnert mich das an das französische Wort für das Opfer eines Aprilscherzes. POISSON D’AVRIL. Aprilfisch.“


      Er bekommt eine Nachricht von der Polizei. „Mad Dog“ Hawkins ist aus der Haftanstalt geflohen und sie ersuchen um seine Expertise. Amadeus bemerkt nur das, der Mann äußerst gefährlich sei, will aber nicht weiter einschreiten.
      Nicht mein Problem. Nicht heute.

      1989
      Batman erlebt seine schlimmsten Kindheitserinnerungen wieder durch, um klar zu werden durchstößt er mit einer Scherbe seine Hand. Die Gruppe um den Joker beschließt die Stunde sei rum und die Jagd beginnt.

      1. April 1921
      Amadeus durchstreift das riesige Gebäude und bemerkt die offene Haustüre. Er sucht Constance um zu Erfahren ob sie die Türe offen gelassen hat. Er betritt das Zimmer seiner Frau und sieht entsetzt, dass sie und Harriet aufgeschlitzt und zerstückelt wurden. Neben den Leichen wurden mit Blut die Worte „Mad Dog“ auf den Boden gekritzelt.
      Den abgetrennten Kopf von Harriet findet er in ihrem Puppenhaus. Amadeus zieht das Hochzeitskleid seiner Mutter an und kniet damit im Blut seiner Familie. Langsam verfällt er dem Wahnsinn…



      „Oh Gott ich habe ANGST.
      Solche Angst.
      Ich glaube ich werde krank.“


    • 1989
      Batman wird nacheinander von seinen Widersachern herausgefordert. Den Anfang macht ein kränklicher Clayface. Seine Haut fault und er will die Krankheit auf Batman übertragen. Dieser wehrt sich und zertrümmert ihm kurzerhand seine Kniescheiben. Die nächsten seltsamen Begegnungen sind Doctor Destiny und Scarecrow. Den Madhatter trifft Batman in seiner mit Rauchschwaden gefüllte Zelle. Der redet lange auf Batman ein und die Szene wird immer psychedelischer. Am Ende des Dialoges erkennt Batman das er die ganze Zeit in einen Spiegel geblickt hat.



      Mad Hatter: „Arkham ist nur ein Spiegel. Und wir sind du.“


      November 1921
      Trotz aller Umstände eröffnet das Arkham Asylum pünktlich seine Pforten und nimmt den Geschäftetrieb auf. Einer der ersten Patienten von Amadeus ist der Psychopath Martin „Mad Dog“ Hawkins, der Mörder seiner Familie.
      In den Sitzungen erzählt er Amadeus jede schreckliche Einzelheit und wie er sie umbrachte. Amadeus hört ihm für ganze 6 Monate zu. Von den Kollegen wird er für seinen Mut und professionellem Umgang mit dem Psychopathen gelobt.
      Am 01. April 1922, genau ein Jahr nach den Morden schnallt Amadeus, Hawkins zur Elektroschockbehandlung auf eine Liege. Es kommt zu einem „Unfall“ und er wird dabei auf der Liege bei lebendigem Leibe gegrillt.

      Nachts, zwischen 03:00 und 04:00 Morgens geistert Amadeus auf Patrouille durch die Gänge. Er besucht stets das geheime Zimmer um sein Tagebuch zu aktualisieren.

      Amadeus Arkham: „Das Haus ist ein Organismus, der nach Wahnsinn hungert.
      Es ist der Irrgarten meiner Träume.
      Und ich habe mich verlaufen.“


      1989
      Batman trifft auf den elektrifizierten „Gott“ Maxi Zeus. Er will ihm seine Gabe überreichen, aber Batman lässt ihn einfach stehen und zieht weiter.

      ???? (Zeit wird so… fremdartig)
      Die gesundheitliche Verfassung von Amadeus verschlechtert sich zusehends. Er sitzt in seinem Arbeitszimmer und nimmt Portionen von Amanita-Pilzen (Fliegenpilzen) zu sich. Er fängt an zu halluzinieren und sieht zwei riesige Clownfische hinter sich. Sie machen das Zeichen der Fische. Das Symbol von Prüfung und Initiation. Tod und Wiedergeburt.

      1989
      Batman bahnt sich einen Weg durch das verwinkelte Gemäuer. Eine Spur aus Blut weist ihm den Weg. Wie Parsifal muss er seine Prüfungen bestehen und trifft auf seinen „Drachen“, es ist Killer Croc. Die Droge von Scarecrow beginnt zu wirken und Batman fühlt sich verängstigt und unsicher. Er wird von Killer Croc angegriffen und hoch oben aus dem Turm geworfen.



      Batman: „Und ich kann nicht mal beten. Denn ich habe keinen Gott.“


      Der Kampf verlagert sich in den Innenhof in Front einer Statue von Erzengel Michael, dem Drachentöter. Killer Croc hat die Fährte aufgenommen und pirscht durch die Gänge. Batman entreißt der Statue die Lanze und attackiert damit Killer Croc.
      Er rammt den Speer in die Seite seines Widersachers, wird aber selbst vom Endes des Schaftes oberhalb der Hüfte durchbohrt.

      Amadeus Arkham: „Welche WUNDEN sind dies?
      Ich bin Attis auf der Pinie.
      Christus an der Zeder.
      Odin an der Welt-Esche.“


      Killer Croc ist ausgeschaltet, aber Batman ist auch verletzt und am Ende seiner Kräfte. Er zieht weiter durch das Anwesen und entdeckt dabei das geheime Zimmer von Amadeus Arkham.
      Er wird darin schon von Dr. Cavendish erwartet. Er hat das Brautkleid von Amadeus Mutter an, Dr. Adams als Geisel und hält ihr ein Rasiermesser an die Kehle. Cavendish war für den Aufstand verantwortlich und hat die Insassen befreit.
      Auf einer Kommode befindet sich das Tagebuch von Amadeus und Dr. Cavendish zwingt Batman darin zu lesen.

      1920
      Die Mutter von Amadeus liegt mit Angstzuständen in ihrem Bett. Sie fürchtet sich vor Flügelschlägen unter ihrem Bett. Der Schatten einer riesigen Fledermaus liegt über ihr und verfolgt sie.
      Sie verfällt immer mehr dem Wahnsinn und Amadeus will sie erlösen. Er nimmt ein Rasiermesser und schneidet ihr die Kehle durch.
      Amadeus weiß nun was zu tun ist. Ich werde diese Untiere BANNEN, welche in den Zimmern und engen Stiegen verkehren. Ich werde sie umgeben mit Gittern und Wänden und elektrischen Zäunen und beten, dass sie niemals freikommen.

      1989
      Dr. Cavendish stellt Batman zur Rede. Die Anstalt wird seit Jahren mit wahnsinnigen Seelen versorgt und füttert somit das verfluchte Bauwerk. Batman IST die Fledermaus. Er erklärt weiter, dass Amadeus 1929 wegen Mordversuches an seinem Börsenmakler inhaftiert und hier in eine Zelle gesteckt wurde. Dort studierte er das Buch Der goldene Zweig und ritzte mit seinen Fingernägeln Bannzauber in den Boden der Zelle.
      Er brauchte Jahrzehnte dafür und verfiel endgültig dem Wahnsinn.

      Amadeus Arkham: „Ich bemitleide jene arme Schatten, die in dem euklidischen Gefängnis ihrer klaren Gedanken festsitzen.
      Hier sind alle Dinge möglich und ich bin, was der Wahnsinn aus mir machte. Ganz. Und Vollständig. Und endlich frei.“


      Amadeus verstirbt einsam in seiner Zelle. Vor zwei Jahren entdeckte Dr. Cavendish das geheime Zimmer und las das Tagebuch. Er sieht sich als Nachfolger von Amadeus, will seine Arbeit fortführen und die Fledermaus in die Falle locken.
      Dr. Adams kann sich losreißen und Cavendish von sich stoßen. Der springt sofort auf den immer noch geschwächten Batman. Bei dem Tumult gleitet ihm das Rasiermesser aus den Händen. Dr. Cavendish würgt den am Boden liegenden Batman, Dr. Adams nimmt das Messer, tritt von hinten an ihn heran und durchschneidet dessen Kehle.

      Batman rappelt sich wieder auf und will sich dem Rest der Wahnsinnigen stellen. Die lange Nacht ist noch nicht vorbei. Er möchte die Münze von Two-Face und zeigen das er stärker als die Anderen ist.

      Batman: „Arkham hatte recht. Manchmal macht uns nur der Wahnsinn zu dem was wir sind.
      Oder das Schicksal.“


      Mit einer Axt arbeitet sich Batman durch die Gänge und kappt Leitungen die sich wie Adern durch das Haus ziehen. Am Ende trifft er auf Joker und seine Bande. Er teilt ihnen mit das sie frei wären.

      Joker: „Oh. Das wissen wir schon längst. Aber was ist mit dir?“


      Batman legt fest, das Two-Face über sein Schicksal entscheiden soll. Der Münzwurf wird zeigen ob Batman sterben wird oder gehen darf.

      Two-Face wirft die Münze und deutet Batman das er das bizarre Spiel gewonnen hat. Der verlässt die Anstalt und wird vom Joker standesgemäß zur Tür begleitet und verabschiedet.

      Joker: „Lass es dir da draußen gut gehen.
      Im IRRENHAUS.“


      Epilog:
      Two-Face blickt nachdenklich auf seine Hand. Darauf liegt seine Münze mit der zerkratzten Seite nach oben. Er geht zu dem aus den Tarot Karten gebauten Haus und stößt es um.



      Two-Face: „Wer will euch schon?“

    • Und dann wacht Bruce Wayne schweißgebadet in seinem Bett auf :D Morrison gelingt hier ein verwobene Horror-Psycho Story die im Batman Kosmos immer noch einzigartig ist.
      Oberflächlich betrachtet ist die Geschichte ziemlich simpel. Batman geht in Asylum erledigt seine Gegner, im Subplot erleben wir den Rückblick auf Amadeus Arkham.

      Morrison spielt geschickt mit der Traumsymbolik und dem Unterbewussten. Alles folgt einer gewissen Traumlogik und sobald sich die Pforten der Anstalt hinter Batman schließen, wird auch die Rationalität ausgeschlossen.
      Der Aufbau der Geschichte ist von der Architektur des Hauses beeinflusst. Die Vergangenheit von Amadeus Arkham bilden den Keller, die oberen Stockwerke die Gegenwart, Geheimgänge verweben die beiden zu einem Ganzen.
      Metaphorisch verschmelzen das Haus und der Kopf (bzw Geiste) Arkhams zu einer Einheit.

      Den Grundriss der Anstalt hat Morrison der Glastonbury Abbey und Chartres Cathedral entnommen, überlappt durch heilige Schutz Symbole wie dem Vescia Pisces (dazu gleich mehr).




      Die Symbolik spielt eine große Rolle in dem Drama. Die wichtigsten vier Symbole die immer wieder kombiniert werden sind:
      • Der Mond
      • Der Schatten
      • Der Spiegel
      • Mutter (und Sohn)

      Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Tarotkarten. Die ganze Geschichte kann im Prinzip durch die Karte 18: „Der Mond“ zusammengefasst werden:
      Der Mond führt uns in die Finsternis unserer Seele, in die Welt des Unterbewussten, wo es keine Worte mehr gibt, nur Bilder und Imagination. Sie repräsentiert eine Reise durch die dunkelste Nacht, ein Blick hinter das eigene Selbst.“
      Die Karte steht für Wahnsinn, Angst und Illusion. Tierkreiszeichen ist ( natürlich ^^ ) der Fisch (Pisces).

      --->

      Die Eröffnungssequenz mit dem Mond über dem Arkham Asylum ist fast ein Spiegelbild der Aleister Crowley Tarot Karte. Die schwarzen (dunklen) Türme stehen sinnbildlich für das Asylum.

      Die Frauen im Leben von Amadeus bilden eine klassische weibliche Dreifaltigkeit (man beachte auch die Mondphasen):
      • Die weise Göttin (Ma Arkham) hier Hekate die Mondgöttin.
      • Die fruchtbare Mutter (Frau Constance) im Script wird das verdeutlicht, da sie später schwanger ist.
      • Die Jungfrau (Tochter Harriet)

      Ma Arkham wird von einem dunklen Geist verfolgt, den Geist der durch Dr. Cavendish später entfesselt wird und wie ein Echo rückwärts durch die Zeit wirkt.
      Die Haltung der Handfläche deuten den Schatten der Fledermaus bereits an.

      Ein anderes wichtiges Motiv ist der „All Fools Day“ an sich. An diesem besonderen Tag der Narren sind die Rollen vertauscht. Die Sexualität ist hier ein wichtiger Aspekt.
      Der Joker tritt im Original Script als Transvestit mit BH auf (angelehnt wie bereits erwähnt an „Madonna“ = Mutter), die Geschlechter werden wie bei den Clownfischen (Clown = Joker) getauscht.
      Amadeus zieht sich das Brautkleid an und beim Showdown mit Dr. Cavendish hat dieser auch dieses Kleid an, während Dr. Adams (im Script) sehr maskulin erscheint.

      Der Joker spielt bewusst mit der sexuellen Identität und steht für die dunkle Seite, des Perversen und Verbotenen. Batman ist zu keiner Beziehung fähig und sexuell verkrampft. Der Joker sieht das als Schwäche und greift ihn hier direkt an (z.B. der Hinterngrabscher, die Anspielungen auf Robin usw.).
      Clayface wird im Script als „AIDS auf zwei Beinen“ beschrieben und auch hier ist der Aspekt deutlich. Am schlimmsten trifft es den Mad Hatter der hier ganz offen als Kinderschänder angedeutet wird.
      Der „Tunnel of Love“ basiert auf einer Kindheitserinnerung von Morrison und man will gar nicht wissen was einem am Ende des Tunnels erwartet…

      Das Psychospielchen mit der Wort Assoziationskette hat den Ursprung im Film „Der singende Detektiv“ (Dennis Potter, 1986), das Perlen / Mutter Motiv wiederholt sich laufend in der Geschichte.
      Im Kino läuft der Film Bambi, was den kleinen Bruce so verstört. Es ist eine dunkle Vorahnung vom Tod der Mutter.

      Amadeus weist auf die Clownfische hin. Die Verwandlung die er auch selber vollführen wird. Der Fisch ist auch ein Symbol für Jesus Christus. Genauer geht es hier um den „Jesus Fisch“ (Vesica Pisces).



      Das Vescial Pisces Symbol ist eine vereinfachte Darstellung eines holographischen Prozesses, bei dem sich kreisförmige Wellenmuster überschneiden.
      David Bohm glaubt das Hologramm ist eine Analogie für seine Vision von einem riesigen, verbundenem Universum, bei dem jeder Teil eine Reflexion des anderen ist. In Arkham Asylum bilden die Vergangenheit und Gegenwart zwei „Universen“ die sich überlappen. Das ganze Konzept wird noch für “The Invisibles” sehr wichtig.

      Wiki:
      Explizit verweist Bohm in seinem Werk auf die Möglichkeit, die Quantenhypothese als Hinweis für eine neue Ordnung zu verstehen. Diese implizite Ordnung vergleicht Bohm mit einemHologramm, in dem in allen Einzelteilen zugleich alle Gesamtaspekte gleichsam „eingefaltet“ sind. Bohm nennt es Holo-Movement.


      Die Christliche Symbolik kommt noch ein paar Mal vor (Die Wunden Batmans gleichen denen Christi; die Allegorie Killer Croc (Schlange / Christus); die Kreuz Pose von Croc am Ende des Kampfes; Erzengel Michael; die „Tea Party“ wirkt wie das letzte Abendmahl; Batman wütet am Ende wie Jesus am Tempelberg und um zu guter Letzt die Rolle des Opferlammes einzunehmen).

      Beim Übergang zum Batman Teil zeigt sich, das die Uhren nun in der Vergangenheit und im Jetzt synchron laufen.

      Das Puppenhaus steht für das Arkham Gebäude selbst. Die Verbindung mit Harriets Kopf beschreibt der Mad Hatter treffend: „Manchmal… glaube ich, diese Anstalt wäre ein KOPF. Wir sind in einem gewaltigen Kopf, der uns alle erträumt. Vielleicht ja DEIN Kopf, Batman. Arkham ist nur ein SPIEGEL. Und WIR sind DU.“ (ein ähnliches Thema kommt auch in Animal Man # 14 vor “…who is dreaming who?“ ).

      Batman wird nun immer brutaler und der dunkle Geist der Fledermaus übermannt ihn. Die Begegnungen mit seinen Widersachern werden immer bizarrer. Wie Roland kämpft sich Batman durch seinen dunklen Turm.
      Er durchlebt die finstersten Erinnerungen und steht am Ende gereinigt und geläutert da.

      Der Joker übernimmt den Täuscher Part und geleitet ihn durch die Unterwelt. Am Ende scheint er froh darüber zu sein, dass er seinen Erzfeind wieder „neu und ganz“ gemacht hat.
      Für Morrison ist es wie ein Exorzismus der Batman von seinen Ängsten befreit und ihn zum Zen Buddhismus Kämpfer wie auch in seinem Run vorbereitet.

      Die Geschichte ist düster und die Zeichnungen von McKean sind einfach großartig. Habe ich schon erwähnt, dass ich seine Arbeiten liebe? :D Zugegeben der Zahn der Zeit nagt an dem Werk, beim ersten mal hat mich das Ding wirklich umgehauen, beim mehrmaligen Lesen verliert die Story leider etwas an Substanz. Manchmal etwas überfrachtet, bleibt es trotzdem einer meiner Batman Lieblingscomics und ist in dieser Form auch nach fast 3 Dekaden immer noch einzigartig.
      Eignet sich übrigens auch wunderbar für Leute die sonst nichts mit Superhelden zu tun haben (oder für Kinderkram halten) ^^

      Genug gefaselt das Schlusswort überlasse ich dem Schotten, Morrison in Ark # 32 (June/1990):
      „…we designed Arkham Asylum to be a mirror. The mirror is one of the main images in the book and so we wanted the book itself to work like a mirror.
      That means you get out what you put in. If you think it’s shit, you get shit. If you’re interested and want to work out all the connections, you’ll get a fairly interesting and intricate read.
      If you’re an Aleister Crowley buff you’ll read it in those terms and see it as a magickal parable. If you’re familiar with medieval christian imagery you’ll bring that to the text and find that it works as a christian allegory.
      Or as a Marxist polemic. Or a Jungian individuation journey. Or a Joseph Campbell archetypal hero story. Or as a recipe for Mississippi mud cake, if you like.
      It’s all in there if you can be bothered looking for it. If you can’t be bothered, I really don’t mind“

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    • SECRET ORIGINS (1986) # 46 + 50

      VÖ: Secret Origins # 46: Ghosts of Stone (DC Comics / Nov 1989)
      VÖ: Secret Origins # 50: Flash of Two Worlds (DC Comics / Aug 1990)


      Autor: Grant Morrison
      Artist: Curt Swan + George Freeman (46), Mike Parobeck + Romeo Tanghal (50)




      Deutsch: Secret Origins 46: NA
      Secret Origins 50: Flash Anthologie (PANINI 2016)
      US: Secret Origins 46: NA
      Secret Origins 50: The Flash: The Human Race (DC Comics 2009) OOP



      “Once Upon A Time, and a very good Time it was…”


      GHOSTS OF STONE

      Barry Allen macht sich bereit für das erste offizielle Justice League Meeting. Wie so oft ist der schnellste Mann der Welt spät dran. Aus seinem Ring holt er sein Kostüm, dieses entwickelt aber plötzlich ein Eigenleben!
      Das Kostüm steht vor Barry, verhöhnt ihn lachend und vibriert sich durch die Wand um anschließend zu verschwinden 8| . Der verdutzte Barry kramt seine Ersatzklamotten raus und verfolgt den roten Gummiflitzer.



      Er läuft solange bis er auf einer Insel landet bei der ihn schon die restlichen Mitglieder der JLA erwarten. Alle hatten dasselbe Problem, die Kostüme sind lebendig geworden und haben sich hier auf Rhode Island wieder vereint.
      Green Lantern erzeugt mit seinem Ring eine Energieblase in der die Strampler gefangen gehalten werden.


      Zum Glück haben alle Ersatzwäsche… fast.


      Derweil scannt Martian Man Hunter telepathisch die Kleidung und spürt den Geist einer unbekannten Alienrasse. Vor ihnen ist ein Berg der anscheinend das Ziel der Kostüme ist. Im Inneren muss sich etwas für sie sehr Wichtiges befinden.
      Green Lantern will ein Loch bohren, aber Barry hat eine bessere Idee und möchte sich ohne Schaden anzurichten hineinvibrieren.

      Die Anzüge wehren sich immer stärker und versuchen aus dem Gefängnis zu entkommen. Der „Kostümflash“ kann die Schwäche des Ringes mit seinen gelben Stiefeln ausnutzen und so die Blase bersten lassen.
      Wieder in Freiheit wird sogleich auch die JLA angegriffen. Während die restlichen Mitglieder sich mit den Kostümen abkämpfen, setzt Flash sein Vorhaben in die Tat um und vibriert ins Innere des Berges.

      Barry hört eine Stimme. Es ist der Berg (!) selbst der seine „Origin“ erzählt:
      Gebildet vor Millionen Jahren, erlebt er den Anbeginn allen Lebens. Dinosaurier bewohnen die Erde und Aliens besuchen den Planeten. Wie die Echsen sterben auch die Außerirdischen und gehen den Weg des Weltlichen.
      Sämtliche Geschichten werden im Stein des Berges gespeichert und festgehalten wie bei der Festplatte eines gewaltigen Computers.

      Der Flash löst sich wieder aus dem Felsen und die Liga ist immer noch mit Kämpfen beschäftigt. Er teilt den Anderen das eben Erfahrene mit. Der Berg ist ein lebender Microchip. Um die gespeicherten Daten abspielen zu können muss ein bestimmter Klang ertönen. Der richtige Job für Black Canary. Mit einem Sonarschrei (der durch eine riesige von Green Lantern geschaffene Stimmgabel verstärkt wird) versucht sie den Fels zum vibrieren zu bringen.

      Der Schall fungiert als Schalter und eine holographische Projektion wird abgespielt.
      Sie zeigt wie vor Millionen Jahren ein Raumschiff hier landete. Diese Projektion war das Ziel der Kostüme, die von Aliengeistern kontrolliert wurden. Sie brauchten die Hilfe der JLA um die Bilder freizuschalten. Auf diese Art wollen den Toten Respekt zollen und einen letzten Moment mit ihren Liebsten verbringen. Die Bilder lösen sich auf und auch die Kostüme sacken ihn sich zusammen. Die Geister sind verschwunden.



      Die JLA beschließt darauf, den Berg als geheimes Quartier zu nutzen und zieht später dort ein. Jahrhunderte später, als auch die JLA längst vergangen ist, „erinnert“ sich der Berg an seine ehemaligen Bewohner.
      Besonders an den Flash…



      FLASH OF TWO WORLDS

      Es war einmal…
      …ein Held namens Flash. Er war schneller als der Wind und lebte in einer Stadt namens Keystone City. Wo er Verbrechen bekämpfte und Leben rettete. Dann verschwand er.



      Alles was blieb war eine vage Erinnerung die unter Kindern wie ein Märchen geteilt wurde. In Central City wo der zweite Flash wohnt, gibt es eine Brücke die nirgends hinführt.
      Die Leute erzählen sich das, die Brücke irgendwo hinführte, haben aber keine Erinnerung wohin. Es gibt Gerüchte, das in lauen Sommernächten eine Geisterstadt gegenüber zu sehen sei…


      Jetzt:
      Für eine Schulklasse mimt Barry den Entertainer und führt Kunststückchen anstelle eines Zauberers vor. Im Publikum sitzt ein kleiner 8 jähriger Junge der nicht so leicht zu begeistern ist.
      Der Flash gibt sein Bestes und führt zig Tricks vor, unter anderem spielt er mit sich selbst Tischtennis. Als Abschluss präsentiert er den menschlichen Zyklon, dabei bemerkt er einen seltsamen Harmonieklang.
      Er verabschiedet sich von den Kids und will die gleiche Vibrationsstufe auf der Brücke wiederholen. Er setzt die Theorie in die Praxis und vor ihm erscheint eine Zwillingsstadt von Central City.

      Eine Stadt die außerhalb der Synchronizität der restlichen Welt vibriert. Barry mach sich auf die Stadt zu erkunden. Er durchstreift die Straßen und hört wieder diesen Klang der synchron mit der Stadt vibriert.
      Die Stadt ist im wie im Tiefschlaf und ihm kommen auf den Straßen Schlafwandler entgegen. An einem Kiosk entdeckt er eine Zeitung mit einem Bericht über einen Flash. Könnte er etwa…

      Plötzlich hört er Lärm hinter sich, eine gruselige Musik. Es muss das Werk eines kriminellen Masterminds sein, eine Stadt komplett verschwinden zu lassen. Er sucht den einzigen Mann, der ihm hier helfen kann.



      Er findet Jay Garrick in dessen Wohnung. Er und seine Joan Frau liegen wie hypnotisiert und bewegungsunfähig auf ihrer Wohnzimmercouch. Es gelingt Barry mit Hilfe von Super-Speed den ersten Flash aufzuwecken.
      Jay ist sofort wieder in seinem Element und will mit Barry das Problem ein für alle mal lösen.

      In einem Außenbezirk haben sich die drei Schurken Fiddler, Shade und der Thinker zusammengetan. Sie stecken hinter dem Komplott der die Stadt Verschwinden hat lassen.
      Gelangweilt beschließen sie ins Stadtzentrum zu fahren um für ein bisschen Action zu sorgen.

      Während der Fiddler mit seiner „Musik“ für Chaos sorgt, lässt der Thinker mit seinen Fähigkeiten auf einer Baustelle ein Seil reißen das einen Stahlträger hält. Die zwei Flash’s kommen gerade rechtzeitig zu einem Team-Up zusammen.
      Der Stahlträger droht auf einen Arbeiter zu fallen, den Jay mit Super-Speed retten kann, während Barry den Träger wegvibriert (eine nette Hommage an das Cover von „Flash # 123). Es ist nur eine Formsache, dass die Schurken kurz darauf alle ausgeschaltet werden. Gegen zwei Flash’s haben sie keine Chance.

      Sie finden das geheime Versteck der Verbrecher und entdecken dort eine „Super-Violine“ X/ die für die Vibrationen verantwortlich ist. Die Violine wird zerstört und die Stadt läuft wieder synchron mit der restlichen Welt.
      Auf der Brücke gibt es dann noch ein herzliches Wiedersehen mit den Verwandten der zwei Städten. Happy End und wenn sie nicht gestorben sind…



      Zwei nette Geschichten die mit der Nostalgie spielen. Morrison versucht den Charme des Golden/Silver Ages in die Neuzeit zu transportieren. „Ghosts of Stone“ ist ganz witzig, aber mich wundert es eigentlich nicht, dass die Story nirgendwo nachgedruckt wurde. Wirklich gut ist die Geschichte rund um lebende Kostüme und einen Berg (bzw Quartier :S ) nicht unbedingt. GM versucht hier einen etwas anderen Ansatz wie zu der Zeit üblich. Das Secret Sanctuary selbst darf dafür später seine DOOM PATROL beziehen.

      Bei „Flash of Two Worlds“ sieht das anders aus. Die Idee die Geschichte aus Sicht eines 8 Jährigen zu zeigen und dazu noch „Kinderzeichnungen“ einzubauen funktioniert prima. Die Flash‘s wirken heldenhaft und die Schurken werden naiv und abstrus dargestellt. Ist natürlich alles Quatsch, aber ein Hoch auf das Silver Age. Der Junge der hier dazu inspiriert wird ein Held zu werden ist Garfield Logan (Beast Boy), der später Mitglied der Doom Patrol und Teen Titans wird. Man kann sich hier fast einen ganz jungen Morrison vorstellen wie er sich die Geschichte ausdenkt und auf ein Blatt Papier kritzelt… ^^

      Die Vorlage selbst ist der Klassiker aus The Flash # 123 (Sept 1961). Das erste Treffen der beiden Golden- und Silver Age Helden ist legendär (siehe auch Anmerkungen zu Animal Man 21/22).

      Interessant auch das bei beiden Geschichten Klang und Musik ein Thema ist. Das kommt bei GM immer wieder mal vor. Ausdrucksformen die über die menschliche Sprache hinausgehen und die Sinne fordern (z.B. bei FINAL CRISIS / MULTIVERSITY).

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    • chaz' toy schrieb:

      GHOSTS OF STONE kommt mir so bekannt vor, ich hab aber nicht die panini Anthologie, ist das woher schon mal auf deutsch erschienen?
      Und wer ist der Junge auf den JL Bild am Ende?
      Meines Wissens wurde die Geschichte nie auf deutsch veröffentlicht (zumindest habe ich nichts gefunden). Die VÖ in der PANINI Flash Anthologie bezieht sich auf Secret Origins # 50 (Flash of two Worlds), sollte das Missverständlich sein. Hab's jetzt mal editiert.

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    • Ich hab das damals auf deutsch gelesen, kannte in bißchen etwas von Morrison, bin sehr alter Batman - Freund. Und hab mich lange mit der dunklen alternativen Kultur beschftigt.
      Die Zeichnungen finde ich durchweg sehr gelungen.
      Aber den Text... Und ich bin mir nicht sicher, ob das an der Übersetzung liegt. Es ist alles voll mit typischen Gothic Klischees ohne viel Fantasie zusammengelegt, also Oberfläche über Oberfläche, was an sich noch nicht schlimm wäre, aber immer so zu tun, als ob da ein tieferer Hinweis wäre, der sich als Base entpuppt. Falsch verstandene Pstmoderne sozusagen. Aber das ist Jahre her, um es im einzelnen Nachweisen zu können, müßte es mal wieder lesen. Oder dann halt im Original, worauf du mir Lust gemacht hast.
      Aber erst mal muß ich mir den Animal endlich mal besorgen....
    • Auf mich hatte Arkham Asylum inhaltlich keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Das war mir zu viel Symbol-und Psychogeschwurbel. Optisch gefiel es mir aber.

      Batman R.I.P. fand ich seinerzeit z.B. auch richtig schlecht und habe nicht die geringste Lust da nochmal beizugehen.

      Ich mag Morrison sehr viel mehr, wenn er in der "normalen" Welt unterwegs ist.


      Die Katze grinste.
      "Hierzulande ist jeder verrückt. Ich bin verrückt. Auch du bist verrückt."
      "Woher weißt du, dass ich verrückt bin?"
      "Sonst wärst du nicht hier", antwortete die Katze.


      Mein DC Dark Re-Read
    • chaz' toy schrieb:

      Aber den Text... Und ich bin mir nicht sicher, ob das an der Übersetzung liegt. Es ist alles voll mit typischen Gothic Klischees ohne viel Fantasie zusammengelegt, also Oberfläche über Oberfläche, was an sich noch nicht schlimm wäre, aber immer so zu tun, als ob da ein tieferer Hinweis wäre, der sich als Base entpuppt. Falsch verstandene Pstmoderne sozusagen. Aber das ist Jahre her, um es im einzelnen Nachweisen zu können, müßte es mal wieder lesen. Oder dann halt im Original, worauf du mir Lust gemacht hast.
      Die alte Carlsen Ausgabe ist vom Druck her ziemlich schlecht (Die Joker Captions lassen sich bei meiner Ausgabe fast nicht entziffern und sind verschoben), zur Übersetzung selber kann ich nicht viel sagen.
      Die Panini Ausgaben sind in Ordnung, die US Anniversary Editions sind vom Bonus Material her zu empfehlen.

      chaz' toy schrieb:


      Aber erst mal muß ich mir den Animal endlich mal besorgen....

      :thumbup:

      LaLe schrieb:

      Auf mich hatte Arkham Asylum inhaltlich keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Das war mir zu viel Symbol-und Psychogeschwurbel. Optisch gefiel es mir aber.

      Batman R.I.P. fand ich seinerzeit z.B. auch richtig schlecht und habe nicht die geringste Lust da nochmal beizugehen.

      Ich mag Morrison sehr viel mehr, wenn er in der "normalen" Welt unterwegs ist.

      Mit RIP hatte ich Anfangs auch meine Probleme. Kann auch an der Erwartungshaltung gelegen haben, alleine schon wegen dem hochtrabenden Titel und wie es von DC vermarktet wurde :D
      In aller Ruhe und im Kontext mit dem restlichen Run (+ Final Crisis) funktioniert die Story aber dann doch ziemlich gut.
      Es schadet auch nicht das Black Case Book zu kennen (zumindest Robin Dies at Dawn), die Story wurde auch auf deutsch in der FAZ Klassiker der Comic Literatur # 07 (Batman) gebracht
    • ST. SWITHIN’S DAY

      VÖ: Trident 1 - 4 (Trident Comics / Aug 1989 – Feb 1990)

      Autor: Grant Morrison
      Artist: Paul Grist




      Deutsch: N/A
      UK: St. Swithin's Day (Reprint in Colour) (Trident Comics 1990) OOP
      US: St. Swithin's Day (B/W) (Oni Press 1998 ) OOP



      „St Swithun's day if thou dost rain, For forty days it will remain;
      St Swithun's day if thou be fair, For forty days 'twill rain nae mare“
      - SAINT SWITHIN -


      Anmerkung:
      Der heilige Swithin (* um 800) war ein Mönch, der später Bischof von Winchester wurde. Der Swithin’s Day bezieht sich auf den 15. Juli (nach der anglikanischen Kirche).
      Die Geschichte selbst spielt in dern 80ern, der entfremdete 19 jährige Teenager wird namentlich nie benannt.

      -

      Day Four

      Das erste mal sehen wir den Jungen wie er in einem Buchladen J.D. Salingers Der Fänger im Roggen (Catcher in the Rye) stiehlt. I Want them to find it in my pocket, when this is all over.
      Er tritt aus den Laden, direkt hinaus in den strömenden Regen.



      Der Teenager streift verloren durch die Straßen Londons und macht diffuse Andeutungen. Er will sich auf den großen Tag vorbereiten, man bemerkt seine Angst und Unsicherheit.
      Er besorgt mehr Bücher und liest Gedichte von Rimbaud (Season in Hell) um die Experten später zu beschäftigen. Next week. I wonder where I’ll be next week.

      Er ist drei Tage zu früh. Der Teenager kundschaftet ein Gebäude der technischen Uni aus und trifft Vorbereitungen. SIE soll genau hierher kommen. Mrs. Tee, die Krämerstochter.



      Day Three

      Der Junge hat Zeit totzuschlagen und besucht das Städtchen Winchester, Heimat von St.Swithin. Zwischen all den Jugendlichen fühlt er sich wie ein Ausgestoßener und nirgends dazugehörig.
      Er besucht die Kathedrale. I feel like Philip Larkin in „Church Going“ (siehe auch „Arkham Asylum“). Er verweilt am Grabe von St. Swithin und liest wieder in seinen Büchern.

      „I hate the rain. Everything bad happens in the rain.
      I want to die here.“


      Später sitzt er in einem Restaurant und tagträumt vor sich hin. Einer imaginären weiblichen Begleitung erzählt er von seinem Plan die Premierministerin zu töten. Von einem Freund hat er das für die Miete vorgesehene Geld gestohlen und sich so die Reise nach London finanziert. Die Waffe wurde nach einem Banküberfall weggeworfen, wie es der Zufall will hat er sie gefunden. Er übernachtet in einem leerstehenden Güterwaggon und am nächsten fährt er wieder nach London.

      Day Two

      Nach einem Besuch im Sainsbury’s, geht er wieder zur Universität, dem Ort des geplanten Verbrechens und träumt vom nächsten Tag. It’s funny: Only I know what’s going to be in tomorrow‘s newspapers, on every radio and television in the whole world.



      An einer Telefonzelle in der U-Bahn ruft er seine Mutter an. Die schreit ihn nur an und macht ihn wegen dem vergeigten Vorstellungsgespräch bei seiner Jobsuche runter. Der Vater hat sich aus dem Staub gemacht und das Kleingeld geht zur Neige.
      Einsam und verlassen kauert der Teenager in der Zelle.

      Am Abend wandert er wieder durch die Straßen. Noch 14 Stunden. Er gibt sein letztes Geld aus und beschließt seine Habseligkeiten loszuwerden. Von einer Brücke aus wirft er alles in die Themse.
      Keine Spuren hinterlassen und ihnen die Genugtuung einer Analyse geben. Well. I wouldn’t want them to think I was QUEER. Then again MAYBE I am.

      Day One

      Heute ist der große Tag. Auf einer öffentlichen Toilette macht sich der Junge bereit. Er wäscht und rasiert sich, auf seine Stirn schreibt er mit einem Stift: NEUROTIC BOY OUTSIDER.
      Es beginnt zu regnen und der Junge macht sich auf dem Weg zur Uni. Anstatt voller Energie fühlt er sich leer und ausgelaugt. Selbstzweifel überkommen ihn.
      Die Straßen sind von Polizei der gesperrt. Vor ihm bleibt ein Auto stehen, aus dem Margareth Thatcher steigt. Der Junge ist wie gelähmt und bewegungsunfähig.
      Die Szenerie läuft wie in Zeitlupe ab. Er geht auf die Premierministerin zu und wie immer wird er von Niemandem beachtet oder aufgehalten. Er steht vor Mrs. Thatcher, seine Hand gleitet in die Innentasche seine Jacke und



      er zielt mit seiner Hand auf sie. BANG. Von allen Seiten kommen Securityleute und bringen ihn zu Fall. Ihm werden ein paar Zähne ausgeschlagen. Worth it. It was WORTH it.It was worth it just to see her SCARED.

      Epilog:

      Der Junge sitzt wieder in einem Zug, die Sonne scheint ihm ins Gesicht. And I don’t care if it rains. I really don’t care at all.

      Der politische Morrison. Nach den Superhelden will er Weg vom Mainstream und seine eigene Linie finden. Die Story basiert auf Tagebucheinträgen die er selbst mit 19 machte.
      Ihm gelingt hier eine sehr einfühlsame und bewegende Geschichte. Er sucht sich hier ein „leichtes“ Opfer, Margaret Thatcher, wohl die unpopulärste Frau in Großbritannien.

      Die Story um den Jungen, der ein typischer Außenseiter ist wird ruhig, aber trotzdem spannend aufgebaut. Er fühlt sich von allen verlassen und ist ein frustriertes „No Future“ Kid.
      Morrison kommt selbst aus der Punk Szene und wächst mit dem entsprechenden Feindbild auf. Schuld an allem ist die eiserne Lady.

      Die Anspielungen auf den Fänger im Roggen haben eine doppelte Bedeutung. Einerseits hatte der Mörder von John Lennon, Mark David Chapman das Buch bei dem Attentat in der Tasche, andererseits sind sich der Hauptcharakter aus dem Buch „Holden Caufield“ und der (unbenannte) Junge nicht unähnlich. Beide streifen durch die (nächtliche Stadt und sind dabei immer einsam, weil sie unfähig sind mit anderen Leuten klar zu kommen. Die Unsicherheit und Angst des jungen Mannes, aber Wünsche und Hoffnungen sind ein großes Thema. Die Geschichtet verzichtet fast komplett auf Dialoge, sondern setzt auf die inneren Monologe des Jungen. Seine Angst vor der Umwelt und dem Erwachsenwerden ist fast greifbar, am besten drückt er es selbst aus: „I hate being 19, I want to be 19 forever.“ Erwachsen werden ist gleichzusetzen mit dem Tod, warum dann nicht mit einem „glorreichen“ Selbstmord aus der Welt treten?
      Wenn er sich später „Neurotic Boy Outsider“ auf die Stirn schreibt ist das wie ein Stempel den er von außen aufgedrückt bekommt. Er akzeptiert das Stigma, aber wandelt es in eine Art Schutzschild um.

      Mit dem Wegwerfen seiner Habseligkeiten löst er sich von seiner Vergangenheit und kann eine neue Identität bilden. Ein Motiv das sich durch viele Werke von Morrison (und bei ihm selbst) zieht.

      Als Leser weiß man nicht recht ob man nun Mitgefühl, oder den Kerl einfach jämmerlich finden soll. Der Kniff mit der „Waffe“ funktioniert am Ende verdammt gut. Bei den „Invisibles“ gibt es eine Szene wo King Mob meint „A Bullet in the right place can change the world.“
      Spoiler anzeigen
      und eben im in der denkwürdigen Szene im Finale der Serie

      Hier genügt es Mrs Thatcher zu erschrecken und ihre Verwundbarkeit zu zeigen. Sich einmal groß fühlen. Wobei nicht klar ist ob generell alles der Fantasie des Jungen entsprungen ist.

      Morrison in Comic Scene 12 (April 1990):
      “Obviously, I didn’t to this, but I can’t help thinking the world could be a better place if it had happened.“

      Paul Grists Zeichnungen passen wunderbar zu der melancholischen Stimmung, sehr reduziert bieten sie aber Platz die Gefühle des Jungen auszudrücken.

      Die Hefte erschienen als Teil einer Anthologie bei Trident Comics, der Verlag ging aber 1991 Pleite. Talente wie Neil Gaiman, Eddie Cambell oder Mark Millar veröffentlichen ihre Arbeiten, nach insgesamt 8 Ausgaben ist leider Schluss.

      Es ist nicht so leicht an die Story ranzukommen, aber es lohnt sich absolut. Eine von Morrisons besten (Indie) Geschichten ^^

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    • THE HOUSE OF HEARTS DESIRE

      VÖ: A1 # 3 (Atomeka Press / Feb 1990)

      Autor: Grant Morrison
      Artist: Dominic Regan




      Deutsch: N/A
      US: A1 # 3 (Atomeka Press 1990)



      “I settled my affairs, paid my bills, cancelled the Sunday papers. And went down the motorway”


      In diversen Büchern von berühmten Schriftstellern wird immer wieder von einem „Haus ohne Tür“ gesprochen. Ein Mann ist besessen von der Idee und macht sich auf die Suche nach dem mysteriösen Heim.
      Bei einem Antiquitätenhändler entdeckt er eine Tür. Der Preis ist egal die muss er haben, irgendwie weiß er das die Tür die „Richtige“ ist.

      Es IST die Tür zum Haus der Herzenswünsche, in dem alle Fragen beantwortet werden.

      Der Mann regelt seine Angelegenheiten, bindet sich die Tür auf den Rücken und macht sich damit auf den Weg das Haus zu finden.

      Er durchwandert Highways, Sümpfe und Wüsten bis er an einen Wegweiser kommt



      Er folgt den Zeichen und erreicht die Stadt des Flüsterns. Die Bewohner lachen ihn aus und wispern seinen Namen. Er durchstreift die dunkle, verfluchte Stadt und erreicht nach schier endloser Zeit den Ausgang.

      “And then one day I found myself staggering into daylight by disused railway track. And I knew I was free.”


      Einen Irrgarten muss er noch bezwingen, dann erreicht er endlich sein Ziel. Die Tür wird immer schwerer. In der Ferne, an der Meeresküste kann er auf einem Felsen das Haus seines Begehrens sehen.

      Er betritt den Hof, bemerkt aber dass schon jemand hier wohnt. Ein anderer Mann ist auf der Suche nach dem Jungbrunnen und hat ihn hier auf dem Hof des Hauses gefunden.
      Es kommt zu einem Streit und der Mann der bereits länger hier ist, pocht darauf der Erste gewesen zu sein.

      “First come, first served. Don’t you think? I came by the short road.”


      Der Mann mit der Tür gerät in Rage und es kommt zum Streit. Er packt den Anderen und hält ihn in dem Jungbrunnen unter Wasser. Der wird nun immer jünger, bis er das Babystadium erreicht und sich dann komplett auflöst.

      Endlich alleine und am Ziel seiner Wünsche findet er eine passende Stelle an der Mauer, wo er die Tür einsetzen kann.

      “And everything I had ever dreamed of, wished, yearned for, was at last within my grasp. At last. At last.”


      Die Geschichte ist zu Ende. Er besitzt das Haus. Es gibt nur eine Sache in der Welt die er immer noch begehrt: Den Schlüssel.

      Eine ziemlich surreale Kurzgeschichte die Morrison hier auf nur 7 Seiten präsentiert. Bei der Hitze packe ich Moment eh nicht mehr ^^
      Ähnlich wie Arkham Asylum wirkt hier alles wie eine Reise durch das Unterbewusstsein.

      Das Grundthema ist wohl, sei vorsichtig was du dir wünscht. Es könnte in Erfüllung gehen. Oder so ähnlich.

      Bemerkenswert ist eigentlich nur das “BARBELiTH” hier namentlich die erste Erwähnung findet. “Invisibles” Fans könnte das interessieren. Wahrscheinlich hat Morrison wie Regan das aber selbst längst vergessen :D

      Dom Regan (aus einem Blogeintrag):
      "you could have knocked me down with a feather when grant told me i'd drawn the first story to have a barbelith in it... i'd totally forgotten doing that panel with the signpost. other recurring morrison themes that appear in that story though are the balloon/sperm thing that ran through the invisibles (or at least the first book & the very last issue)."

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    • THE NEW ADVENTURES OF HITLER

      VÖ: Cut Magazine (1989) B/W (nicht beendet ?)
      VÖ: Crisis # 46 - 49 (Fleetway / June – Aug 1990) Colored Version


      Autor: Grant Morrison
      Artist: Steve Yeowell




      Deutsch: Ja, sicher :tick:
      US/UK: N/A



      “Dear Diary. Tomorrow I will be famous”


      Die Geschichte basiert auf der Legende Adolf Hitler hätte von November 1912 bis April 1913 in Liverpool, bei seinem Halbbruder Alois Hitler und dessen Frau Bridget in einer kleinen Mietwohnung gelebt.
      Bridget nahm später wieder den Namen Dowling an und schrieb in den 70ern ein Manuskript für ein Buch. Natürlich großer Quatsch der von Historikern entlarvt wurde.

      -

      Der 23 jährige Hitler erlebt die Vorweihnachtszeit in Liverpool. Abends sitzt er mit seiner Schwägerin und Alois an deren Küchentisch. Adolf erwähnt bei dem Gespräch, dass sobald er seinen Kleiderschrank öffnet, jemanden daraus singen hört.



      Bridget glaubt eher das er endlich eine Beschäftigung bräuchte und sich alles einbilde. Adolf sieht das nicht so, freut sich aber schon darauf sich am nächsten Tag sein Horoskop geben zu lassen.
      Außerdem will er sich einer höheren Aufgabe stellen mit der er in den Geschichtsbüchern landen will. Die Suche nach dem heiligen Gral!

      In der Küche trifft er auf Alois. Die beiden haben eine Unterhaltung, bei der Alois davon spricht ins Geschäft mit Rasierklingen einzusteigen.

      “Safety razors! You mark my words – Safety razors are the wave of the future!”


      Alois hat eine Vision von einer internationalen Organisation für den Markt mit Rasierklingen. Rasierklingen in jedem Haushalt, in jeder Stadt der Welt. Adolf verfolgt seine eigene Visionen.
      Er verlässt die Wohnung und tritt auf die Straßen Liverpools. Auf dem Weg fühlt er sich ständig verfolgt. Adolf macht sich Sorgen um die Zukunft. Mrs. Prentice, die Wahrsagerin hat ihm das mitgeteilt.

      “Too much bad news.”


      In den Zeitungen stehen zuviele schlechte Nachrichten. Aber bald wird es ein England geben, in dem nur noch gute Neuigkeiten erscheinen werden. Er besucht ein Kaffeehaus und nimmt an einem Tisch Platz.



      Adolf versteht und spricht kein Wort Englisch, bestellt sich aber einen Tee. Er tagträumt wieder von dem Kelch. Dem heiligen Gral mit dem das Blut Jesu aufgefangen wurde.
      Der Legende nach wurde der Gral vor Ewigkeiten nach England gebracht, also muss er hier irgendwo zu finden sein.

      Ein Mann betritt mit einer Bulldogge den Raum und geht direkt auf ihn zu. Er stellt sich als John Bull vor, die Personifikation Britanniens.



      Er setzt sich zu Adolf und stellt die Dogge auf den Tisch. Die hat die Krämpfe und defäkiert mitten auf den Tisch. Seit Victoria tot ist geht das Land vor die Hunde…

      „That’s what this country needs: A mad vicious BITCH in the driving seat.”


      Die Bedienung kommt an den Tisch und es wird klar, das Adolf alleine ist und sich John Bull nur einbildet. Er bestellt noch mehr Tee.
      John fragt ihn was sein Ziel sei. Ob er ein Tyrann oder ein Diktator werden will? Er übereicht ihm ein selbstgedrucktes Pamphlet, für Adolf wären darin ein paar gute Ideen enthalten.

      „Believe me, there’s not much you can tell the English about tyrannising.
      We’ve got the EMPIRE to prove it.”


      Adolf bemerkt dass die Blätter auf deutsch sind, manche Ideen sind eben universell und wohl in jeder Sprache gleich…

      John erklärt Adolf noch wenig über Tyrannei. Es ist ein leichtes das Spiel zu lernen, die Regeln sind immer dieselben. Look at ANY „revolution“ and you’ll see.
      Anfangs geht es immer um Gleichheit und Freiheit, aber wo führt das hin? I’ll tell you: It’s the bastard with the biggest STICK who always ends up on top.

      Es ist genug für Adolf und möchte sich wieder der Gralssuche widmen. John weist ihn daraufhin, dass der nicht unbedingt die Form eines Kelches haben müsse.



      Die Ideen von John haben sich im in Hirn von Adolf festgesetzt. Er ist wieder in der Wohnung seiner Schwägerin und passt auf deren kleinen Sohn auf.
      Die Engländer verweichlichen ihren Nachwuchs überlegt Adolf. Besser wäre es sie in Uniformen zu stecken, das würde sie stärken. Proud in your Lederhosen!

      Mit Alois redet er gerne über Politik. Ein Hobby von seinem Halbbruder ist es Landkarten zu sammeln und sie zu studieren. Während sie auf die Karten starren hat Alois sein Rasierklingenimperium im Kopf hat, Adolf hat ganz andere Pläne.
      Alois will ganz Europa mit Geschäften besetzen und eine Armee von Vertretern aussenden. Hitler International!
      Die beiden kommen ins streiten und Adolf bezieht Position wie er es machen würde:

      ONE: Weaken and then destroy the influence of marxist trade unions!
      TWO: Create and maintain a healthy middle class by encouraging small traders and personal enterprise!
      THREE: Seize control of the media! It must be absolutely forbidden to publish papers which do not conduce to the national welfare!
      FOUR: Unquestioned authority of the politically centralized parlament over the entire organization of the reich!




      Er redet sich immer mehr in Rage und Alois erwidertt: „Deine Pläne sind so leer wie dein Schädel. Niemand der richtig bei Verstand ist wird auf so was hereinfallen. NIEMALS.“

      Es ist wieder mal eine schlaflose Nacht für Adolf. Der Mann in seinem Schrank singt wieder. Er kann nicht schlafen und erinnert sich an seine Kindheit:
      Er schwänzt die Schule und ist unfolgsam. Sein Vater findet ihn und prügelt ihn windelweich. Trotzdem liebt Hitler seinen Vater.

      Am Morgen ist es soweit und zusammen mit Bridget darf er endlich Mrs Prentice, die Wahrsagerin besuchen. Hat die höchste Achtung vor der Frau, ist er doch sehr in Astrologie und Esoterik interessiert.
      Sie liest im die Zukunft und sieht große Führerqualitäten, am besten solle er eine Pfadfindergruppe leiten. Und ein wichtiger Ratschlag: Er solle sich seinen lächerlichen Bart abrasieren.
      In der Zukunft sieht sie einen schrecklichen Kampf, aber Adolf würde diesen gewinnen.

      „Wer’re coming to the end of the age of PISCES now. It starts and it ends with FISH.”


      Weihnachstabend bei den Hitlers. Adolf ist schlecht gelaunt und bekommt als Weihnachtsgeschenk einen Rasierer. Er selbst hat kein Geld für Präsente, vermacht Alois aber eines seiner Gemälde..
      Am nächsten morgen steht er früh auf und macht sich wieder an seine heilige Aufgabe. Das Geschenk von Alois nutzt er um den Ratschlag von Mrs. Prentice umzusetzen.



      Alois tadelt ihn wieder wegen seiner Nutzlosigkeit und findet den „Comedy“ Bart lächerlich. Das ist ihm aber egal und er macht sich auf die Suche nach dem „Fisch“, der ihm den Weg zum Gral weisen soll.
      Auf dem Weg fühlt er sich wieder von allem verfolgt. Er bildet sich ein von Fremden auf der Straße verspottet zu werden. Die Leute tuscheln hinter seinem Rücken und beobachten ihn.

      Er hört den Gesang eines Chores. Er folgt den Klängen und landet vor einem Fischgeschäft namens „The Trench“. Sein neuer Freund John Bull erscheint wieder und begleitet ihn.
      Das Geschäft ist geschlossen, John öffnet die Tür für Adolf. Er erinnert Hitler das der Gral dieses mal ein anderes Aussehen haben könnte.

      „This is the HOLY GRAIL we’re talking about, mind. The grail of Jesus and Joseph and Arthur of Camelot. This isn’t just ANY old bollocks.
      This is the spirit of everything that made this island nation GREAT.”




      Hitler “taucht” seinen Kopf in den Gral aus Scheiße und findet seine Erleuchtung. Der Ladenbesitzer erscheint, bemerkt Adolfs Taten und wird wütend. Mit einem Tritt in den Hintern befördert er ihn aus seinem Geschäft.
      Dem ist das egal. Er hat den Gral erblickt und eine Vision seiner glorreichen Zukunft gesehen. Er klopft sich den Schnee und Schmutz von den Schultern und erhebt sich.



      Epilog:
      Am St. George’s Day (dem 23. April) wird Adolf am Bahnhof verabschiedet. Alois gibt ihm den Rat sein Glück in München zu versuchen. Dort hätte er bessere Chancen als in Österreich.
      Er hat hier viel gelernt und will sein Schicksal herausfordern. Von England hält er nichts, es ist ein Land der Hunde, er will aber eines Tages zurückkommen. Versprochen.

      „The World will by my canvas and I shall make such a painting was never seen.
      Others may take up my work, others may finish what I have begun, but it will by my signature there in the corner.“

      - ADOLF HITLER -


    • Yoha. Adolf Hitler als Comicfigur. Das ist mal ne Abwechslung X/

      Heute gar nicht so abwegig, damals noch ein Ding der Unmöglichkeit. Die Kontroverse folgt natürlich auf dem Fuße (oder eigentlich schon davor als noch niemand den Inhalt der Novelle kennt).
      Die „Sun“ beschimpft Morrison als Nazi, Pat Kane der Editor (und ein paar Mitarbeiter) des „Cut Magazines“ in dem die Geschichte erscheint drohen die Arbeit niederzulegen.

      Wie viel Kalkül ( :whistling: ) da von Morrison dahinter steckt kann man nur spekulieren. Er beruft sich auf künstlerische Freiheit und vergleicht die Arbeit mit Charlie Chaplin’s „Großem Diktator“ oder Mel Brooks „Frühling für Hitler (The Producers)“.
      Alleine der Untertitel „New Adventures of…“ erinnert eher an einen Superhelden als einen psychotischen Tyrannen. Die Titelbilder zeigen Hitler posend wie auf Urlaubsschnappschüssen oder bei alltäglichen Tätigkeiten. Der durchschnittliche Typ von nebenan. Provokation pur, aber Kunst darf das und man kommt nebenbei Publicity.

      Artikel: Pat Kane - Disquiet on the Comics Front
      Artikel: Grant Morrison - Live at the Witch Trials
      Artikel: Guardian (1989-06-19) - Furore over the Führer

      Weniger bekannt ist, das Morrison zu der Zeit auch für das Theater arbeitet. Die Stücke „Red King Rising” (1989) und “Depravity“ (1990) über Crowley werden beide mit dem „First Award“ und dem „Evening Standard Award“ (Kategorie Neues Drama) ausgezeichnet. Gesammelt in dem nur sehr schwer zu findendem „Lovely Biscuits“. Der ganze Aufbau und Struktur von „NAoH“ gleicht dabei dem eines Bühnenstückes. Wäre vermutlich nicht so abwegig, hätte Morrison nicht unbedingt erst die Comicvariante im Kopf gehabt. Wäre das Ding auf der Bühne aufgeführt worden und nicht in einem Comicheft, wäre der Aufschrei wahrscheinlich auch halb so laut gewesen :kratz:

      Die Figur von Hitler passt dabei sogar in das Schema seiner bisherigen Geschichten. Ein unsicherer Außenseiter der Gesellschaft, hier wird die Verfremdung durch das Unverständnis der Sprache noch verstärkt. Adolf wandert wie eine verlorene Seele durch die Straßen Liverpools. Der geistige (Größen) Wahnsinn von Hitler blitzt dabei immer wieder durch. Er befindet sich hier im Anfangsstadium seiner Entwicklung zu dem irren Tyrannen der er später werden wird. Sein Sinn für das Okkulte ist bekannt und wird später auch das Nazi Regime beschäftigen.

      Morrison spart dabei nicht mit bissigen Seitenhieben auf die Kultur und Regierung der Zeit. Manche Szenen wie der singende Mann (= Morrissey von den Smiths…?) aus dem Kleiderschrank wirken surreal und grotesk.

      Tyrannei ist überall möglich und kein Monopol irgendwelcher Diktatoren. Die Historie Britanniens ist nicht viel besser und wenn man so will sind sie die „Erfinder“ der KZs (z.B. während des zweiten Burenkrieges ).
      Hitler bekommt von John Bull das Pamphlet und eine Lehrstunde in Tyrannei. Die Wahrsagerin sorgt für den berühmtberüchtigten Bart. Alois bringt Adolf ungewollt auf Expansionsideen und schickt ihn nach München…
      Wäre der folgende Wahnsinn also ohne Englands „Unterstützung“ nie geschehen?

      Auf alle Fälle ist die zynische Geschichte schwer zu beurteilen, interessant ist sie allemal. Morrison legt den Finger in noch offene Wunden und war wohl zu der Zeit ziemlich angepisst auf GB :D

      Steve Yeowells schlichte Zeichnungen passen wieder sehr gut Die eingefügten Hintergrundcollagen bei der kolorierten Fassung sind manchmal etwas too much (bei dem Thatcher Bild passt es wiederum perfekt).



      Es gibt wieder Elemente aus früheren Arbeiten wie der Pisces (Fisch). Der „Toiletten Gral“ kommt in ähnlicher Form in Volume III der „Invisibles“ vor und der rote Kreis den Hitler bei seiner Vision sieht, hat schon viel mit BARBELiTH (hier als „Stop Sign“) gemein.

      Für Sammler sind die Ausgaben interessant, komplett aber gar nicht so leicht zu bekommen. Ein Nachdruck ist mehr als ungewiss und der Schnäuzer am Cover zieht immer :|
    • DARE – The Controversial Memoir of Dan Dare

      VÖ: Revolver # 1 - 7 (Fleetway / July 1990 – Jan 1991) (eingestellt) -
      VÖ: Crisis # 55 - 56 (Fleetway / Feb – March 1991) (beendet)


      Autor: Grant Morrison
      Artist: Rian Hughes




      Deutsch: N/A
      UK: Dare (Fleetway 1991)
      US: Yesterday's Tomorrows (HC) / Yesterday's Tomorrows (SC) (Image 2007 / 2010)



      “They’re terrorists. Aren’t they?“
      „Depends whose SIDE you on.”


      Morrison nimmt sich hier den klassischen britischen Science-Fiction Helden Dan Dare aus den 50ern zur Brust. Die Handlung selbst spielt in einer alternativen Zukunft Großbritanniens.

      Dan Dare ist mittlerweile im Ruhestand und lebt zurückgezogen auf seinem Anwesen. Er leidet an einer alten Kriegsverletzung, die er mit Whisky und Pillen betäubt.



      Eines Tages bekommt er einen Brief indem ihm mitgeteilt wird, dass eine alte Freundin Prof. Jocelyn Peabody Selbstmord begangen hat. Dan besucht die Beerdigung und trifft auf seinen ehemaligen Kameraden Albert Digby, der aber nichts mehr mit ihm zu tun haben will.
      Die Premierministerin Gloria Monday besucht ebenfalls die Trauerfeier. Ihr geht es nicht darum der Toten Respekt zu zollen, sondern um Dan für ihre Partei anzuwerben. Sie möchte von ihm, dass er sie bei der anstehenden Wahl unterstützt und bei der begleitenden Kampagne als Gallionsfigur dient.
      Die Unity Party braucht ein positives Symbol und Dan kommt bei den Massen gut an.



      Dan sieht Politik mit gemischten Gefühlen und will Anfangs davon nichts wissen. Mit seinen Memoiren kommt er aber nicht voran, also willigt er des Geldes wegen (und um die Vergangenheit aufleben zu lassen) doch noch ein.

      „Look, it’s just a few adverts and things. I needed the money. I’m not interested in politics.”


      Er macht sich schick und wirft sich in seine alte Pilotenuniform. Anyone ever told you, you got amazing eyebrows?
      Edmund Richmond, Vorsitzender der Unity Party begrüßt ihn und gemeinsam fliegen sie zu der Shooting Location. Während des Fluges sprechen sie über das Projekt „Pie in the Sky“ an dem Prof. Peabody zuletzt arbeitete.
      Es ging dabei um einen synthetisierten Nahrungsmittelersatz namens „Manna“ um die Lebensmittelknappheit einzudämmen. Manna ist in der Konsistenz wie Schaum, dazu noch schnell und billig zu produzieren.



      Das erste Propaganda Fotoshooting findet an dem verlassenen Space Fleet Headquarter statt. Seit die Weltraum Flotte privatisiert wurde zerfallen die Gebäude zusehends. Statt dem Glanz alter Tage ist nur noch Staub und Rost übrig.
      Bald soll das Hauptquartier komplett verschwinden und einem Luxuswohnkomplex weichen.



      Think „Spirit of Empire“


      Kurz darauf wird er von einer Agentin Digby’s kontaktiert und abgeholt. Sie fliegen in den nördlichen Teil Londons und Dan bemerkt wie sehr die Stadt zweigeteilt ist.
      Die destruktive Politik von Premierministerin Monday hat zur Folge, dass der Norden immer mehr verkommt und unbewohnbar wird. Aufgelassene Fabriken und desolate Zustände soweit das Auge reicht.
      Die verarmten Bewohner müssen für Mannarationen zum Teil tagelang Schlange stehen.
      Dazu kommen die „Treens“ (Ausserirdische Ureinwohner der Venus) die in Slums vegetieren und dort mit einer Droge namens „Lucy“ dealen um sich über Wasser zu halten. Dem gegenüber steht der wohlhabende Süden.

      „They say that the only things hight than the buildings up here are the unemployment figures and the infant mortality rate.
      Welcome to the NORTH, Colonel Dare.”


      Sie treffen sich mit Digby. Der deutet an, dass der Suizid von Prof Peabody kein einfacher Selbstmord war. Die Antipathie von Digby gegenüber Dan wird offenbart:



      Die erste Mission zur Venus war ein voller Erfolg. Ziel war es eine Nahrungsquelle für die Menschheit zu finden. Um die Nahrung weiter zu verarbeiten wurden auf der Venus Threshold Fabriken gebaut.
      Dort mussten die „Treens“ (abfällig einfach „Goblins“ genannt) wie Sklaven für ihr Leben schuften.
      Es kam zu einem Aufstand der „Treens“ gegen die katastrophalen Arbeitsbedingungen. Sie übernahmen die Raumstation auf der Venus und erklärten ihre Unabhängig von der Erde.
      Als Antwort wurde eine Militäreinheit von der Unity Party geschickt. Angeführt wurde sie von Dare und Digby. Es kam auch bei den auf der Erde lebenden Treens zu einer Rebellion. Hier wie dort wurden aber alle Aufstände blutig niedergeschlagen.

      Digby: „Why did we do it?. What made us think we could possibly be right?
      Children. They were only CHILDREN.”


      Digby gelingt es Dan davon zu überzeugen falsch gehandelt zu haben. Er selbst ist natürlich auch nicht unschuldig, hat aber vor langer Zeit einen anderen Weg eingeschlagen. Dan ist komplett verunsichert und sein Weltbild gerät ins Wanken. Nachdenklich macht er sich auf den Rückweg ins Hotel.

      „What went wrong? What’s going wrong?
      We were going to build UTOPIA. A golden future for everyone.”


      Am nächsten Tag gibt es wieder ein Shooting, dieses Mal im Wissenschaftsmuseum. Vor seinem alten Raumschiff, der „Anastasia“ werden die Fotos gemacht. Die Kampagne kommt gut an und es ist das letzte Meeting.
      Dan wird nostalgisch und will noch mal in seinem alten Vogel die „Anastasia“ sitzen. Sir Hubert hat nichts dagegen, Dan schnappt sich seine Lunchbox und nimmt im Cockpit Platz. Einmal noch in Erinnerungen schwelgen.



      For old time’s sake