MCs Rezi-Rumpelkammer

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • MCs Rezi-Rumpelkammer

      Da ich den "Welche Comics habt ihr heute gelesen"-Thread zwar als recht kurzweilig, aber auch unübersichtlich in punkto Rezensionen finde und keinen neuen Thread eröffnen möchte, werde ich diesen hier zu meinem Rezi-Bereich ausbauen. Alles rund um die von mir gelesenen Sammlungen landet selbstverständlich weiterhin im dazugehörigen Bereich (schwarze/rote Hachette-Sammlung, Star-Wars-Kollektion, Batman-Sammlung), der Rest außerhalb dieser Themen landet dann hier. Auch die älteren Rezensionen aus dem "WChihg"-Thread werden, der Übersicht halber, dezent überarbeitet und an das aktualisierte Bewertungssystem angepasst, nach hier importiert. Es wird auch neue Rezensionen geben, die thematisch passend untergebracht werden und mit *neu* markiert sind.


      Zu den Wertungskriterien:

      Dramaturgie/ Erzählung = Wie, meist subjektiv, spannend ist die Geschichte? Bleibt man an ihr hängen, fesselt die Erzählung wie eine nietenbesetzte Stahlkette oder eher wie ein Gummiband? Ist die Spannungskurve gleichbleibend, gibt es gemächliche Passagen zum "Luft holen", sind die jeweiligen Anteile halbwegs ausgeglichen oder driftet man stark in eine bestimmte Richtung? Oder legt man den Band zwischendurch ständig zur Seite, kann sich schnell von der Story lösen oder muss sich ab und an sogar zum Weiterlesen zwingen?

      Zeichnungen = Wie attraktiv, auch das ist meist subjektiv, ist die künstlerische Seite des Bandes gelungen? Treffen wir auf majestätische, aber mitunter arg starr wirkende, Gemälde oder auf bewegungsfreudige, dynamische, aber dafür eher grobe Zeichnungen? Oder wird beides in hervorragender Synthese serviert? Passen die Zeichnungen zum Charakter der Geschichte? Oder ruinieren allzu "cartooneske" Elemente jegliche erdrückende Spannung? Was ist eventuell besonders innovativ geraten bzw. was hat man so noch nicht gesehen? Auch Farbgebung und alle anderen Bereiche abseits der reinen "Zeichenkunst" spielen hier eine Rolle und werden leider viel zu oft in die zweite Reihe degradiert.

      Kreativität = Verläuft die Geschichte in erwartbaren Bahnen und damit typisch zum etablierten 08/15-Muster einer bestimmten Heldenfigur oder gar eines ganzen Genres? Oder spielt man tatsächlich auf gelungene Art und Weise mit neuen Ideen, traut sich neue Facetten an Figuren zu entdecken (oder zu schaffen...) und durchbricht damit die Linientreue? Vertragen sich Alt und Neu? Schafft man es, etablierten Figuren glaubhaft neue Eigenschaften auf den Leib zu schreiben? Oder begibt man sich in immer wieder die selbe Leier und stellt damit sämtliche Innovation kalt?

      Farbcode:

      Um einen schnelleren Überblick zu den Qualitäten eines Bandes zu haben, werde ich hier auf einen Farbcode setzen - keine Hexerei, klassisches Ampelsystem, nichts Revolutionäres. Dabei gilt: Je dunkler das Grün oder Rot, desto besser oder schlechter ist das Werk im jeweiligen Bereich. Darunter finden sich dann, in so fern verfügbar, die allgemeinen Daten.

      -----------------------------------------------------
      Aloha und einen angenehmen Abend,
      ich wollte mich nur kurz vorstellen - meine Wenigkeit ist 35, Lehrer, hat zwei Kinder (7Jahre und 7Monate) und ein Faible für gute Geschichten, gleich welcher Natur und aus welchem Universum.

      Seit Urzeiten sammele ich "Mosaik"-Hefte und habe irgendwann auch den Weg in Richtung Marvel und DC gefunden. Auch "Fables" oder "Star Trek" sind im Comic-Bereich gern gesehene Gäste. Momentan kaufe ich zwar hauptsächlich die mehr oder weniger beliebten Sammelserien aus dem Zeitschriftenladen (Hachette, Eaglemoss), aber oft genug muss der Lesestoff zwischendurch andersweitig aufgefüllt werden, was dann natürlich im Comicladen meines Vertrauens geschieht. Gerne rezensiere ich auch insbesondere die Sammelreihen, primär auf amazon.

      Momentan versuche ich auch meine Tochter ein wenig für die Thematik "Comic" zu begeistern, überraschenderweise hat sie offensichtlich die DC-Figuren zu ihren Helden erkoren - damit kann man aber leben :).
      Auf eine schöne Zeit hier
      der mc
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von majorcrampas ()

    • Besten Dank für das warme Willkommen. Sie mag aus irgendeinem Grund die Fledermaus ganz besonders und offensichtlich scheinen die weiblichen Helden (allen voran Batgirl) da irgendwas auszulösen :D . Zwar lasse ich sie natürlich noch nicht an die richtigen Sachen ran (versteht sie inhaltlich mit 7 Jahren definitiv nicht), aber DC scheint mir in punkto "frühe Leserbindung", mit den ganzen Veröffentlichungen für Erstleser usw., aktuell ein wenig besser zu taktieren.
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:
    • Jeder Erfolg braucht seinen Macher - "Der fünfte Beatle - Die Brian Epstein Story"

      Brian Epstein, Sohn einer jüdischen Händlerfamilie und Betreiber eines Geschäftes dieser, wird durch verschiedene Ereignisse mit einer Liverpooler Band bekannt gemacht, die bei der örtlichen Jugend bereits einigen Kultstatus besitzt und zudem in Deutschland bereits einige Plattenerfolge vorweisen kann. Vollkommen überzeugt, die Truppe zu einem der größten Phänomene der Musikindustrie seit Elvis Presley und den "King" vielleicht sogar noch übertrumpfen zu können, ebnet er seinen neuen Schützlingen Schritt für Schritt den Weg ins Musik-Business. Das ist nicht immer einfach, zumal auch seine Klienten die eine oder andere Vorliebe haben und nicht unbedingt zu den einfachsten oder gar verlässlichsten Charakteren zählen - doch Epstein umschifft für sie sämtliche drohende Klippen und hält die "Beatles" immer weiter über Wasser, bis schließlich der große Traum von Amerika in greifbare Reichweite gerät. Dort will man das Phänomen aus Europa zwar zunächst eher als Nebenakt für die Sullivan-Show verpflichten, aber Epsteins Verhandlungsgeschick öffnet Tür und Tor für die Eroberung des US-Musikmarkts. Privat hingegen fühlt sich das Geschäftsgenie stets einsam, was natürlich zum einen dem Verhalten anderer gegenüber Juden, aber auch seinen homosexuellen Neigungen zu verdanken ist, die in England unter Strafe stehen und auch im Rest der Welt nicht gern gesehen sind. Während seine Band einen Gipfel nach dem anderen erreicht, bricht Epstein immer weiter in sich zusammen.

      Paul, Ringo, John und George sind nach wie vor die musikalischen Idole der Generation ihrer Zeit, doch was wäre gewesen, wenn nicht ein offensichtlich fähiger Manager die Band aus ihren lokalen Untergrundkonzerten auf die schillernde Weltbühne gebracht hätte? Wären wegweisende Werke vom Status eines "Sergeant Pepper´s Lonely Hearts Club Band" überhaupt möglich geworden? Hätten die vier Pilzköpfe ihre Kreativität dermaßen erfolgreich und die Weltmusik beeinflussend ausleben können? Nach der Lektüre des weitestgehend biografischen "Der fünfte Beatle" kommt man eigentlich unweigerlich zu dem Schluss, dass dem nicht so sein könnte und die Liverpooler Band ohne die großen Opfer ihres Entdeckers vermutlich noch eine ganze Weile mit Untergrund-Gigs ihr Dasein gefristet hätte (...und vermutlich den Rolling Stones noch mehr Marktanteile überlassen hätte...*schauder*). Man wird Zeuge der zahlreichen Kämpfe, die Epstein in seiner Ausbildungszeit, beim Militär, im Liebesleben und natürlich auch mit anderen Produzentengrößen der Zeit, z.B. "Colonel" Parker (für Elvis Presley verantwortlich), ausfechten musste, um für seine Schützlinge die bestmöglichen Deals heraus zu holen und von der Erfahrung anderer profitieren zu können.

      Stilistisch wird die Erzählung von einer leicht aquarellartigen Zeichenkunst mit deutlichen Radierungen unterstützt, die eine würdige und vor allem authentische Atmosphäre erzeugt - man erkennt quasi auf den ersten Blick, dass es sich nicht um ein x-beliebiges Stück Comic handelt, sondern von den kreativen Köpfen dahinter, Autor Vivek J. Tiwary und den Zeichnern Andrew C. Robinson und Kyle Baker, hier einiges an Herzblut investiert wurde. Da verzeiht man dann auch kleinere, dramatisierende Ungenauigkeiten und etwas ungünstig gewählte Raffungen, die am Genuss dieser exzellenten Biographie-Graphic-Novel nichts rütteln können.

      Dramaturgie/Erzählung9/10
      Zeichnungen10/10
      Kreativität8/10
      Gesamtwertung9 / 10





      Erstveröffentlichung18.02.2014
      FormatHardcover
      Seitenanzahl172 S.
      AutorVivek J. Tiwary
      ZeichnerAndrew Robinson, Kyle Baker
      VerlagPanini
      Preis€ 24,99
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von majorcrampas ()

    • Jesus und der Antichrist sitzen in einer Kneipe...("Die gesammelten Chroniken von Wormwood")

      Was sich wie der Beginn eines billigen Kalauers anhört, mutiert in Garth Ennis´ "Wormwood"-Chroniken zur äußerst unterhaltsamen Rahmenhandlung. Denn obwohl der Sohn Satans von diesem immer wieder ermuntert wird, doch endlich seine ihm zugedachte Rolle in der aufkeimenden Apokalypse zu spielen wird, lehnt dieser ein ums andere Mal ab und widmet sich lieber seinem Beruf als erfolgreicher TV-Produzent. In diesem verwirklicht er ungewöhnlich erscheinende und erfolgreiche Serienformate, während er in seinem Privatleben eigentlich glücklich mit der Ärztin Maggie und einem sprechenden Hasen namens Jimmy zusammen lebt. Noch wesentlich lieber sind ihm aber seine regelmäßigen Kneipentreffen mit seiner "Nemesis" Jesus, den es ebenfalls ins beschauliche New York verschlagen hat und der nach einer Auseinandersetzung mit den örtlichen Sicherheitsbehörden anscheinend nicht mehr ganz alle Kerzen im Kronleuchter hat. Man könnte die Situation fast schon "harmonisch" nennen, wären da nicht die beiden himmlischen und höllischen Mächte, die ohne Rücksicht auf Verluste ihr ganz eigenes Spiel treiben. Im weiteren Verlauf muss sich Wormwood so mit der drohenden Apokalypse herumschlagen, die schließlich weitere Ereignisse in Gang setzt, denen sich der Antichrist, Jay (sprich der reinkarnierte Jesus) und Jimmy stellen müssen, um die Hölle auf Erden zu verhindern.

      Das Garth Ennis kein Blatt vor den Mund nimmt und mit seinen hanebüchernen Szenarien akut zu provozieren weiß, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Doch während er sich mit Werken wie "Crossed" oder seinen Ausflügen in die Welt des "Punisher" eher der Zelebrierung von Gewalt in allen möglichen Formen, Faszinosa und Funktionen widmet, nimmt er mit "Wormwood" menschlichen Glauben und die Wirrungen der Religionen aufs Korn und erschafft damit, meiner bescheidenen Meinung nach, sein bisher bestes Gesamtkunstwerk. Während sich die Geschichte im Kern zwar auf alt hergebrachte Elemente, wie den drohenden Weltuntergang oder einen finsteren Dämon, verlässt, bildet der Rest eine mutige Abrechnung mit den mittlerweile zu guten Teilen pervertierten Grundsätzen von Religion und Glauben. Während die katholische Kirche als eine Ansammlung von pädophilen Geistlichen, allen voran der Papst als runzliger Lustmolch, karikiert wird, müssen sich die Selbstmörder im Namen Allahs nach ihrem bombastischem Abgang tatsächlich mit ihrer immensen Anzahl an Jungfrauen herumschlagen, allerdings gänzlich anders als erwartet. Satan und der Papst sind gute Bekannte und wissen genau, welche Macht und welchen Einfluss sie auf ihre Schäfchen ausüben müssen, um die sakrale Maschinerie in ihrem Sinne in Gang zu halten. Das ausgerechnet der Antichrist und ein autistisch wirkender Hippie-Jesus sich im Grunde treu geblieben sind und gar aus dem starren Rahmen ihrer Existenz ausbrechen ,ist da nur um so konsequenter. Großes Kino! Auch künstlerisch gibt man sich keine Blöße und unterstützt Wormwoods Kampf gegen den Muff von zweitausend Jahren Religionsgeschichte mit atmosphärischen und vor allem modernen Zeichnungen, die man sich gerne ansieht und die der Geschichte ein würdiges Antlitz verleihen. Als Bonus gibt es eine umfassende Cover-Galerie der Einzelhefte und natürlich einige Informationen zu den kreativen Köpfen hinter "Wormwood".

      Die Gesamtausgabe der "Chroniken von Wormwood" ist somit ein Tipp für alle diejenigen, die gerne die ein wenig ausgelatschten Pfade des literarischen Einheitsbreies verlassen wollen und sich dabei nicht nur mit atmosphärisch ähnlich gearteten Ausflügen wie "Dogma" abgeben wollen. Knapp 30 Euro für das Komplettpaket mögen auf den ersten Blick ein wenig happig wirken, bedenkt man aber, dass man dafür locker 4-5 Stunden blendende Comic-Unterhaltung erhält, relativiert sich das augenblicklich.

      Dramaturgie/Erzählung8/10
      Zeichnungen9/10
      Kreativität9.5/10
      Gesamtwertung8,83 / 10




      Erstveröffentlichung28.03.2017
      FormatHardcover
      Seitenanzahl372 S.
      AutorGarth Ennis
      ZeichnerJacen Burrows
      VerlagPanini
      Preis€29,99
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von majorcrampas ()

    • Die Stunde der Patrioten - "Jericho Season 3"

      *Achtung, enthält leichte Spoiler für alle, die noch nicht die zweite Staffel der dazugehörigen TV-Serie kennen*

      Nachdem Jake und Hawkins die beweiskräftige Atombombe aus Cheyenne in Richtung Texas entführt und diese dort den örtlichen Behörden übergeben haben, brennt die Luft. Die Regierung der Allierten Staaten von Amerika fackelt nicht lange und versucht mit einem Präventivschlag auf vitale texanische Ziele, den bevorstehenden Bürgerkrieg bereits im Vorfeld zu ihren Gunsten zu entscheiden. In all dem Trubel erhält Hawkins einen Hilferuf von John Smith, der einst für die atomare Auslöschung von über 20 Städten verantwortlich war, und überredet Jake eine Rettungsmission ins Herz des Feindeslandes zu unternehmen. Smith ist scheinbar der Auffassung, dass sein Plan fehlerhaft war und einiger Korrektur bedarf, die insbesondere die Beteiligung von "Jennings & Rall" zu betreffen scheint. In Jericho selbst läuft einer der Hauptcharaktere schließlich in den Hafen der Ehe ein, während ein anderer frohe Botschaft in punkto Familienzuwachs erhält. Und natürlich ist da auch noch Major Beck, der alles daran setzt, so viele Armeekommandeure wie möglich von der Falschheit der "Cheyenne"-Regierung zu überzeugen und sie gegen ihre aktuellen Befehlshaber wenden will.

      Wie zu erwarten, dockt "Civil War" nahezu nahtlos an das ausgestrahlte Ende der TV-Serie (nicht an das alternative Ende der DVD-Fassung) an und scheint den verzweifelten Plan, die noch freien Staaten der "Columbus"-Regierung vor den Machenschaften der Alliierten Staaten von Amerika (ASA) zu warnen und bewahren, weiter zu verfolgen. Wer die Serie mochte, wird sicher auch die Geschichte der Comic-Fortsetzung in sein Herz schließen können, denn letztlich gibt es ein Wiedersehen mit den beliebten Charakteren, so wie eine Zuspitzung der Lage rund um den drohenden Konflikt zwischen Osten und Westen der einstigen Vereinigten Staaten. Mit Smith holt man sich zudem einen der dubiosesten Charaktere ins Boot, der in der Serie viel zu wenig direkte Screentime hatte und nun auch einiges aus seiner Vergangenheit offenbarte. Warum plante er die vernichtenden Anschläge? Wieso wollte er ein neues System installieren? Warum ging sein Plan letztlich nicht ganz auf? Was sind seine weiteren Ziele? Fragen über Fragen, die zwar auch hier nicht zu vollen Zufriedenheit beantwortet werden, aber immerhin wird der Hintergrund der Ereignisse nun etwas deutlicher. Künstlerisch ist "Season 3" in bester Weise solide geraten und man erkennt jeden der Seriencharaktere augenblicklich. Als Extra gibt es eine kleine Galerie mit Grafiken und einen kurzen Bericht aus der Feder von Shaun O'Mac, der einst eine der treibenden Kräfte hinter der Rettung der TV-Serie war. Der Band liegt aktuell nur in Englisch vor, allerdings reichen solide Schulkenntnisse vollkommen zum Verständnis aus.

      Dramaturgie/Erzählung8/10
      Zeichnungen7/10
      Kreativität7/10
      Gesamtwertung7.33 / 10




      Erstveröffentlichung25.11.2009
      FormatSoftcover
      Seitenanzahl140 S.
      AutorDan Shotz, Robert Levine
      ZeichnerMatthew Federman, Matt Merhoff u.a.
      VerlagIDW
      Neupreis/
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:
    • Deals, Checks and Balances ("Jericho - Season 4")

      *Achtung, enthält leichte Spoiler für alle, die "Jericho" noch nicht vollständig gesehen bzw. Season 3 nicht gelesen haben*

      Nachdem Jake und Hawkins den Drahtzieher der Ereignisse aus einem Hochsicherheitsgefängnis befreit, offensichtlich erfolgreich ihren Tod vorgetäuscht und Jericho erreicht haben, widmen sich alle Beteiligten mit Höchstgeschwindigkeit ihrem Plan, die "Cheyenne"-Regierung zu entlarven. Obwohl sie sich bewusst sind, dass John Smith mit aller Wahrscheinlichkeit ganz eigene Ziele verfolgt, sind sie auf seine Möglichkeiten angewiesen, die unter anderem im Zugriff auf die genauen Planungen der Invasion der freien Staaten und wichtige militärische Komplexe der ASA bestehen. Doch die Alliierten Staaten haben inzwischen erfolgreich einen Maulwurf in Jericho installiert, der die Bemühungen zunichte machen und die Rebellen frühzeitig unschädlich machen soll. Währenddessen haben Stanley und Mimi auf der Richmond-Farm ganz andere Probleme, denn eine texanische Kampfgruppe hat sich auf ihrem Grundstück breit gemacht und ironischerweise scheint ausgerechnet Dale Turner der einzige zu sein, der die Situation zu einem unblutigen und zufriedenstellenden Ergebnis für alle bringen kann. Als dann auch noch Hawkins von Truppen der ASA geschnappt wird, droht die Situation zu eskalieren.

      Season 4 nimmt sich viel Zeit für die Entfaltung des Planes, der schließlich den entscheidenden Schlag gegen die ASA einleiten soll. Das man dabei irgendwann die Übersicht verliert, wer gerade gegen wen opportuniert oder wer denn nun von was weiß und in den Plan im Plan eines Plans eingeweiht ist, verzeiht man aber dank der Kurzweiligkeit gerne und schnell. Erzählerisch kann man dem Band somit nicht viel vorwerfen, aber auf künstlerischer Ebene ergibt sich ein seltsames Potpourri an unterschiedlichen Zeichenstilen, die leider nicht alle sonderlich gelungen sind und nachhaltig die Atmosphäre ein wenig ruinieren - z.B. sind die Figuren manchmal arg minimalistisch gezeichnet, an anderer Stelle experimentiert man mit nahezu fotorealistisch erscheinenden Gesichtern, die aber auf gröber gezeichneten Körpern sitzen und von den Proportionen her arg seltsam bzw. unnatürlich wirken. Als kleiner Bonus findet sich wieder eine Galerie mit diversen Grafiken.

      Ein weiterer Wermutstropfen besteht in dem durchaus spannenden Cliffhanger am Ende, der leider das vorläufige Ende der "Jericho"-Comics zu bedeuten scheint, denn eine fünfte Comic-Season ist bisher nicht am Horizont aufgetaucht, was aber durchaus daran liegen kann, dass sich der verantwortliche US-Sender CBS tatsächlich mit einem Revival der TV-Serie befassen könnte...was die Warterei schon glatt wert sein kann.

      Dramaturgie/Erzählung8/10
      Zeichnungen5/10
      Kreativität7/10
      Gesamtwertung6.66 /10




      Erstveröffentlichung13.05.2014
      FormatSoftcover
      Seitenanzahl120 S.
      AutorKalinda Vasquez
      ZeichnerAndrew Currie
      VerlagIDW
      Neupreis/
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:
    • Sein letztes Rennen ("Kalimbo: Mata-Mata")

      Der alternde Elefantengreis Kalimbo hat mit seinem Leben abgeschlossen und möchte sich den Stimmen seiner Ahnen hingeben, die ihn auf eine letzte Reise locken, an deren Zielort er schließlich das Zeitliche segnen soll. Begleitet wird er dabei von seinem alten Löwenkumpel Makoussa, der seinem alten Freund das letzte Geleit zum Elefantenfriedhof erteilt. Auf ihrem Weg treffen sie jedoch auf das von seiner Familie getrennte und von der restlichen Tierwelt für eine Art Messias gehaltene Zebrajunge Mata-Mata, dessen Schicksal Kalimbo so weit beeindruckt, dass er es gerne zu seiner Herde zurück bringen möchte. Natürlich haben bereits ein hungriger Gepard, eine noch hungrigere Horde Hyänen und überraschenderweise auch eine Gruppe religionsfanatischer Makaken (sorry...natürlich Grünmeerkatzen...) die Jagd auf das kleine Zebra aufgenommen, jedoch haben alle die Rechnung ohne den weisen Elefantenbullen und seine ständig anwachsende Schar von Mitreisenden gemacht.

      Auf den ersten Blick erinnert "Kalimbo" unweigerlich an den großen Disney-Erfolg "König der Löwen", teilt sich aber letztlich mit diesem nur den Handlungsort der afrikanischen Savanne und unvermeidlich eine gewisse Schnittmenge an vorkommenden Tieren (an Elefant und Löwe kommt man halt schwer vorbei...). Der Rest ist eine fast schon wunderbar erwachsene Geschichte rund um das Älterwerden, der Suche nach einer neuen Verantwortung und den Kampf zwischen verschiedenen Interessensgruppen, die einen bestimmten Gegenstand für sich beanspruchen, um einer simplen Notwendigkeit oder aber einem, von ihrer Sichtweise aus, höherem Guten gerecht werden zu können. Ob man die Geschichte rund um das Zebrajunge "Mata-Mata" nun einfach auf der, im positiven Sinne, naiven Ebene rund um Mitleid und "fressen und gefressen werden" sieht oder es parabelhaft auf unsere menschliche Gesellschaft mit all ihren religiösen Untiefen überträgt, tut der Faszination keinen Abbruch.
      Abseits der erzählerischen Qualität sind es aber insbesondere Fred Bessons wunderbare Zeichnungen, die entscheidend zur Atmosphäre des Bands und damit natürlich auch zur Erzählwirkung beitragen. Als Extras findet man im Anschluss an die Geschichte einige Skizzen und Konzeptzeichnungen rund um die Entstehung "Kalimbos".

      Eine erzählenswerte Geschichte, kurzweilig und in wunderschönen Bildern präsentiert, schreit förmlich nach einer hohen Wertung und vor allem nach einer ebenso durchdachten Fortsetzung. Hakuna matata! (ups.....)

      Dramaturgie/Erzählung8/10
      Zeichnungen10/10
      Kreativität7/10
      Gesamtwertung8.33 / 10




      Erstveröffentlichung3.2.2015
      FormatHardcover
      Seitenanzahl56 S.
      AutorDidier Crisse
      ZeichnerFred Besson
      Verlagdani books
      Preis€14,99
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:
    • Aus dem Leben eines liebenswürdigen Geizkragens (Don Rosa - "Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden")

      Es gibt wohl nur wenige legendäre Figuren aus dem Hause Disney, die es mit dem Stand eines "Scrooge McDuck" oder in unseren Breiten "Onkel Dagobert" aufnehmen können. Dank dem überwältigenden Einfluss des Konzerns auf die aktuelle Medienwelt mag diese Person der neuzeitlichen Comic-Geschichte zwar ein wenig in den Hintergrund gedrängt worden sein, aber Bände wie dieser zeigen eindrucksvoll, wie man einen Klassiker immer wieder neu erfinden lassen kann. Autor und Zeichner Don Rosa, den ich vor nicht allzu langer Zeit persönlich kennen lernen durfte und der ein wenig an den schrägen Opi von Nebenan erinnert, hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Versatzstücke aus Onkel Dagoberts fiktiver Biografie zu einem sinnvollen und chronologisch halbwegs korrekt angeordneten Ganzen zusammenzufügen. Kombiniert mit vielen realen historischen Verweisen, aber auch dem Zurechtbiegen von Geschichte, ist daraus ein wahres und vor allem überraschend emotionales Lesevergnügen geworden.

      Die Geschichte Onkel Dagoberts beginnt im schottischen Hochmoor, wo dessen Vater ihm noch ein Mal in Kürze die Geschichte der Vertreibung des Duck-Clans von der hauseigenen Burg erzählt. Wir erfahren im Verlauf auch, unter welchen Umständen er sein erstes selbst verdientes Geld bekamm, eben jenen legendären ersten "Zehner". In den folgenden Erzählungen erleben wir Bertel als Abenteurer auf dem Mississippi und als Viehtreiber im Wilden Westen, begleiten ihn auf seinen ersten unternehmerischen Balanceakten und auf diversen Goldsucherpfaden, die ihn unter anderem von Südafrika bis nach Australien führen. Wir sind hautnah mit dabei, als er in Klondike, zu Zeiten des dortigen Goldrausches, allen Widrigkeiten zum Trotze endlich Erfolg einfährt und den Grundstein für sein Imperium im späteren "Entenhausen" legt. Jedoch werden wir auch Zeugen der Schattenseiten seines Aufstieges, denn trotz aller Bemühungen, das Geld ehrlich zu verdienen, siegt ab und an die Gier über Dagobert und er muss sich mit den Folgen seines Handelns auseinandersetzen. Zusätzlich zu diesen Kapiteln enthält der Sammelband zahlreiche Ergänzungen, welche einige Lücken in der Handlung füllen und zu kurz kommende Facetten des reichsten Mannes der Welt näher beleuchten. In diesen "Anhängen" erfahren wir unter anderem, welche Abenteuer er auf dem geschichtsträchtigen Segler "Cutty Sark" erlebte, wie er die berüchtigten Dalton-Brüder zur Strecke brachte und vor allem, wie es Bertel mit der Liebe hielt, die ihm so viele Jahre lediglich gegenüber seinen Reichtümern begegnete.

      Insbesondere dieser letzte Aspekt ist es, der für einige hochemotionale Momente sorgt und ab und an tatsächlich eine gewisse Gänsehaut aufkommen lassen kann - etwas, das ich bei einem derartigen Stück Comic-Literatur niemals erwartet hätte und offenbart, welche eigentlich tragische Figur Dagobert ist und welchen Wert die Familie im Grunde, auch wenn man ihn meist als geizigen Tyrannen zeichnet, für ihn insbesondere hat. Ob die Saloondame Nelly, seine Eltern, Onkel und Geschwister oder aber seine Familie rund um Donald, Tick, Trick und Track - wahre Schätze konnte er nur dank ihnen erfahren und sie machten ihm zu dem, was er ist. Im positiven, aber auch im negativen Sinn. Das man eine derartige Entwicklung eines Charakters so wunderbar nachvollziehen kann und man eigentlich eine gänzlich andere Auffassung von der Figur entwickeln müsste, ist der riesige Verdienst, den Don Rosa hier auf seine redensartliche Kappe nehmen darf und muss. An jeder Erzählung wird deutlich, wie viel Liebe er in den Ausbau der Figur bzw. in die Strukturierung (wir wollen hier auf keine Weise vergessen, welchen maßgeblichen Anteil Carl Barks an Bertel hat!) dieser investiert und welches literarische Monument er einer recht eintönig charakterisierten Comic-Ente mit diesem Band gesetzt hat. Ob die Zeichnungen nun "state of the art" sind oder nicht, kann ich hingegen nicht beurteilen und einen Vergleich mit dem großen Barks scheue ich in dieser Hinsicht sehr (da könnte man auch J.R.R.Tolkien mit den Verfassern des Nibelungenliedes vergleichen...). Ich persönlich empfand sie als geeignete Träger der Geschichte, die man sich auf entsprechenden Großmotiven auch gerne etwas länger anschaute.
      Zusätzlich wird jedes Kapitel von einigen Gedanken Rosas zu Entstehung, Einordnung in Dagoberts Biografie und historischen Verweisen begleitet, die allesamt kurzweilig und vor allem informativ zu lesen sind.

      Was halten wir hier also, unterm Strich, in den Händen? Ein Comic-Monumentalwerk, dass zwar ordentlich auf Carl Barks Arbeit aufbaut, aber durch die Liebe zum Detail und das investierte Herzblut Don Rosas genug Eigenständigkeit erhält. Die erzählerisch beeindruckenden, ja regelrecht fesselnden, und emotional gestalteten Geschichten sind daher eine Empfehlung für jeden Fan der Entensippe, der endlich den "wahren" Dagobert für sich entdecken möchte.

      Dramaturgie/Erzählung10 / 10
      Zeichnungen9 / 10
      Kreativität9/ 10*
      Gesamtwertung9.33 / 10

      * schwer zu bewerten, da ein maßgeblicher Anteil ja von Barks kommt - daher im Rahmen dessen zu sehen, was Rosa draus gemacht hat bzw. wie er damit umgegangen ist


      Erstveröffentlichungin dieser Form 2008, 2.Auflage
      FormatHardcover
      Seitenanzahl496 S.
      AutorDon Rosa
      ZeichnerDon Rosa
      VerlagEgmont
      Preis€29,95
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips:
    • "Vom Eisen befreit eil ich über Strom und Bäche!" ("Hier bin ich Ente, hier darf ich´s sein - Goethes Entenhausener Klassik")

      Persiflagen antiker, klassischer oder auch aktueller Literatur haben in der Disney-Welt und insbesondere bei den beliebten Figuren aus Entenhausen eine feste Tradition. Das man dabei automatisch irgendwann beim deutschen Universalgenie Johann Wolfgang von Goethe oder seinem nicht minder genialen Zeitgenossen Friedrich Schiller und deren Werken landet, ist daher so unvermeidbar wie theoretisch viel Unterhaltung versprechend. Im vorliegenden Band treffen wir daher auf die Verballhornungen des Briefromanes "Die Leiden des jungen Werther", der beiden "Faust"-Tragödien und des Dramas "Die Räuber". Dazu kurz im Einzelnen:

      1. "Die Leiden des jungen Ganthers": Ganther, ein Habenichts mit dem Herz am rechten Fleck, fällt von einem Liebesfettnäpchen ins nächste, verliebt sich Hals über Kopf in die schöne Daisylotte und liest ihr von diesem Moment an nahezu jeden Wunsch von den Augen ab. Dumm nur, dass sie eigentlich verlobt ist und der Platz in ihrem Herzen schon vergeben ist. Als Ganther dies mitbekommt, beschließt er, seinem Leben ein nasskaltes Ende zu setzen.

      Die Umsetzung des Briefromanes, die letztlich auch dessen Entstehung karikiert, liest sich flott und sobald die peinlichen Liebesdienste für Oberschnepfe "Daisylotte" erledigt sind auch recht kurzweilig. Natürlich entbehrt die Umsetzung, zielgruppengerecht, der inhaltlichen Tragik des Originales, aber insbesondere die Rezeptionsgeschichte, in der das Buch ein Kassenschlager der nach Herzschmerz und Tragik sehnenden Massen wird, ist durchaus authentisch dargestellt. Die Zeichnungen von der Stange versprühen leider wenig Charme.

      2. "Doktor Duckenfaust I": Donald und seine Neffen finden auf dem Dachboden einen alten Schmöker, der die Geschichte ihres Ahnen Dr. Duckenfaust erzählt. Dieser geriet einst in den Versuch Mephistos, eines Dieners des Teufels, Zwietracht zwischen zwei aneinander grenzenden Lehenschaften zu säen. Dr.Duckenfaust, der nach einem Elixier für ewigen Frieden forscht, gerät zwischen die Fronten und muss den von höllischen Mächten geschürten Konflikt zu einem Ende bringen.

      Bis auf einige Einzelelemente handelt es sich im Prinzip um eine vollkommen andere Story, wenn man von der Verarbeitung von Goethes Figuren absieht. Wären nicht die geschickt eingestreuten, teilweise abgewandelten Zitate des Klassikers, müsste man sich wohl zum Weiterlesen zwingen, denn ein richtiger Hammer ist die Geschichte nicht. Auch die Zeichnungen wirken etwas lieblos und standardisiert hoch drei.

      3. "Doktor Duckenfaust II": Satan hat Erbarmen mit dem, nach seinem Versagen in Teil 1, in einem Eisblock gefangenen Mephisto und verspricht ihm die Freiheit, wenn er in der Lage ist, den Konflikt zwischen den beiden Lehenschaften erneut und auf lange Zeit hin zu entfachen. Als Mittel zum Zweck wählt der durchtriebene Teufel wieder die Hexe Hicksi, die sich erneut Dr.Duckenfaust, der immer noch seiner kurzzeitigen Verjüngung hinterher trauert, als Marionette einspannt. Doch der erwünschte Krieg scheint an Abrüstung und Geiz des Dagobertus von Duckenstein zu scheitern, worauf hin die Höllenmächte mal wieder nachhelfen müssen.

      Im Gegensatz zum Klassiker ist der zweite Teil hier deutlich der bessere. Nicht, weil er sich getreuer an seine Vorlage hält (was bei "Faust II" schon ein Ding der Unmöglichkeit wäre...), sondern weil er konsequent weiter abweicht und immerhin eine unterhaltsame Geschichte aus den etablierten Figuren zimmert. Die Zeichnungen sind zwar immer noch nicht grandios, aber ebenfalls dem Vorgänger in punkto Detailfülle sichtbar überlegen.

      4. "Donald und die Räuber": Im Laientheater Entenhausens geben Donald, Dagobert und Co. den Klassiker "Die Räuber" zum Besten, in deren Verlauf es Karl (alias Donald) in die Hände einer Räuberbande verschlägt, nachdem er 1000 Dukaten verloren hat und aus der Familie rausgeschmissen wurde. Im Glauben, die im Wald lebenden Gangster würden holde Maiden aus finsteren Verliesen befreien, unterstützt er die Bande mit einfallsreichen Plänen, die jedoch insgeheim zur persönlichen Bereicherung missbraucht werden. Doch auch daheim ist die Welt nicht mehr in Ordnung und eine finstere Intrige droht die Familie endgültig zu zerstören.

      Auch hier ist man natürlich weit von der Tragik der Vorlage entfernt, bleibt ihr aber auf unterhaltsame Weise und im Rahmen der Zielgruppenanvisierung überraschend treu. Vermutlich liegt es an Schillers etwas greifbarerer Schreibweise, dass die Autoren den Stoff etwas verträglicher ins Entenhausener Universum transformieren konnten. Zeichentechnisch ist die Geschichte ebenfalls besser als die anderen enthaltenen Erzählungen ausgestattet.

      In Summe ist der Band kein sonderlich gelungenes Spiel mit deutschen Klassikern, die zwar in Einzelelementen greifbar sind, aber storytechnisch manchmal nicht ansatzweise an das Original erinnern. Größter Hemmschuh der Begeisterung sind aber die stellenweise etwas lieblos wirkenden Zeichnungen von der Stange, die schlichtweg nicht mit dem Herzblut eines Carl Barks oder Don Rosa konkurrieren können. Ja, da setze ich die Messlatte etwas hoch an, aber wenn man einmal z.B. "Dagobert Duck - Sein Leben, seine Milliarden" gelesen hat, sieht man die Möglichkeiten des Enten-Universums halt mit anderen Augen. Unterhaltsam ist der Band allemal, was man ja auch nicht vollends ignorieren kann.


      Dramaturgie/Erzählung4/10
      Zeichnungen4/10
      Kreativität5/10
      Gesamtwertung4.33 / 10



      Erstveröffentlichung2016
      FormatHardcover
      Seitenanzahl240 S.
      Autordiverse
      ZeichnerGuido Scala u.a.
      VerlagEgmont
      Preis€19,99
      :grinsepopo: Wenn´s Vorne juckt und Hinten beißt, nimm Klosterfrau Melissengeist. :schwips: