„Niemalsland“ von Neil Gaiman

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    • „Niemalsland“ von Neil Gaiman



      Die Hardcover-Neuausgabe der Adaption des Romans von Neil Gaiman ist da.

      Ich hatte schon immer eine Schwäche für die Comic-Adaptionen seiner Storys und Romane, manche finde ich sogar fast besser als die Vorlagen. „Niemalsland“ wurde von Glenn Fabry gezeichnet, was die Sache noch mal toppt. Wunderbares Buch!
      "He had this disease, called, um, Wisenheimers, I think. You know, where your brain cells run out into your pee."
    • Teatime in der Unterwelt



      Gelesen: Niemalsland, Hardcover, Panini Comics
      Von: Mike Carey (Autor), Glenn Fabry (Zeichner), Tanya & Richard Horie (Farben)

      1996 schrieb Neil Gaiman die Serie 'Neverwhere' für das britische Fernsehen und stellte schnell fest, dass viele seiner fantastischen Ideen keinen Anklang bei den Verantwortlichen des Senders fanden - kurze Zeit später veröffentlichte er den Roman zur Serie und durfte sich endlich kreativ ausleben. Noch heute zählt das Buch zu den Klassikern des Gaiman-Versums und kann als einer der Wegbereiter der urbanen Fantasy angesehen werden. Zehn Jahre nach dem Release folgte dann die hiesige Comic-Umsetzung, bei der Autor Mike Carey und niemand geringeres als Glenn Fabry ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen sollten. Ob das gelungen ist? Teils, teils. Doch kommen wir zuerst zur Story an sich: Mitte der 80er wagte Gaiman die ersten Schritte als Schriftsteller und verfasste ein Sachbuch über Douglas Adams und seinem Geniestreich 'Per Anhalter durch die Galaxis' - und wie beim "Anhalter" der spießige Arthur Dent von einem Außerirdischen in fremde Welten entführt wird ... so (ähnlich) ergeht es auch dem Hauptcharakter in 'Niemalsland'. Richard ist ein gewöhnlicher Bürohengst, der sein Leben mit einer ätzenden Lebenspartnerin und gehirnbenebelnden Fernsehprogrammen vergeudet; bis er eines Tages eine mysteriöse Dame auf dem Asphalt von London liegen sieht und ihr seine Hilfe anbietet. Er ahnt nicht, dass er durch die Begegnung schon bald in eine Art Zwilight-Zone gezogen wird, die ihm den Zugang zu seinem drögen Alltag für unbestimmte Zeit versperrt - seine neue Heimat ist die Underworld von London! Es entfaltet sich eine relativ wilde Geschichte samt vielen merkwürdigen Charakteren. Auch wenn zum Ende hin einiges aufgelöst wird und plötzlich Sinn ergibt: Mittendrin gab es bei mir immer wieder Momente, wo mich die flippige Story nicht so richtig mitnehmen konnte. Ein eher persönliches Problem war auch, dass ich Glenn Fabry für seine abartig guten Cover liebe und ich gehofft hatte, den Style auch (ansatzweise) in den Panels von 'Niemalsland' wiederfinden zu können - was leider nicht der Fall war. In letzter Zeit feierte ich die knackig-scharfen Zeichnungen von Chris Weston, Gary Erskine und Andy Clarke; welche sehr detailreich und filigran sind ... im Vergleich kommt Fabrys Beitrag in einigen Momenten regelrecht plump rüber: Manche Bilder sehen aus, als wären die Linien zu dick; manche Gesichter wirken lieblos, ja, fast schon hingepfuscht! Auf der nächsten Seite kann Fabry dann wieder voll und ganz überzeugen. Die Qualität schwankt also ein wenig, liegt aber im oberen Bereich. Ich kann mir vorstellen, dass das Comic beim zweiten Lesen ein angenehmeres Erlebnis ist, da man weiß, auf was man sich einlässt. Alles in allem ist 'Niemalsland' natürlich kein Reinfall und bietet überdurchschnittliche Unterhaltung. Man sollte allerdings die Erwartungen nicht in unermessliche Höhen schrauben, nur weil "Gaiman" und "Fabry" draufstehen (was ich getan habe). Was mit Sicherheit interessant wäre: Ein Reboot von namhaften Autoren wie Morrison oder Ennis, die sich irgendeinen blutdürstigen Zeichner ins Boot holen, der mal richtig auf den fantastischen Putz hauen will.

      Psiclops Points: 8/10
      Psiclops reicht zur Lektüre: Schwarzen Tee
      Impressionen:



    • Hey Melonenmann!

      'American Gods' ist noch nicht in meiner Cypher angelangt. ;)
      Ein Bekannter hat es mir aber wärmstens empfohlen. Sieht schon cool aus. Hmm.

      2018 gab es ein Exemplar zum Gratis Comic Tag, da hätte man reinschnüffeln können.
      Ansonsten vielleicht nochmal anderswo hier im Forum deinen Geschmack erläutern und die Leute nach Rat fragen, ob sie glauben, dass 'American Gods' dir gefällt. :)

      Die TV-Serie soll auch verdammt gut sein und hat hier ziemlich viele Fans.