Just my 2 cents - Kurzreviews von God_W.

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    • Ich lese mich ja gerade durch deine Hellblazer Reviews, wie du weißt. ;) Keine Ahnung, ob ich wirklich mal zugreifen werde (weil ich nicht weiß, ob mir die Stories dann doch zu düster sind), aber ich weiß jetzt schon sehr viel mehr über John Constantine als vor ein paar Tagen. :ok:

      Mein bisheriges Wissen beschränkte sich bislang auf "da gab es doch mal einen Film mit Keanu Reeves, den ich nicht gesehen habe und er hat irgendwas okkultes am laufen. Oder so ähnlich." :whistling:

      Und weil ich dein Review dazu grade auch gelesen habe: Genosse Superman war wirklich fantastisch! Die ganzen vertrauten und doch anderen Begebenheiten (Stalingrad statt Kandor z.B.) haben es nicht langweilig werden lassen und auch zu sehen, wie weit dieser Superman bereit ist zu gehen, um seine Weltanschauung durchzusetzen, war sehr spannend. Und dann das Ende... das fand ich wirklich SO genial, daran hatte ich wirklich ein bis zwei Wochen dran zu knabbern. So genial und gleichzeitig so traurig.

      Falls es dir noch niemand empfohlen hat (kann ich mir aber eigentlich nicht vorstellen), werfe ich mal "Superman: Geheimidentität" in den Raum. Geht zwar thematisch in eine ganz andere Richtung als Genosse Superman, aber es war eine wirklich sehr schöne Geschichte. :love: Bin mir ziemlich sicher, dass sie dir auch gefallen wird.
    • Belmont schrieb:

      Ich lese mich ja gerade durch deine Hellblazer Reviews, wie du weißt. ;) Keine Ahnung, ob ich wirklich mal zugreifen werde (weil ich nicht weiß, ob mir die Stories dann doch zu düster sind), aber ich weiß jetzt schon sehr viel mehr über John Constantine als vor ein paar Tagen. :ok:

      Mein bisheriges Wissen beschränkte sich bislang auf "da gab es doch mal einen Film mit Keanu Reeves, den ich nicht gesehen habe und er hat irgendwas okkultes am laufen. Oder so ähnlich." :whistling:

      Und weil ich dein Review dazu grade auch gelesen habe: Genosse Superman war wirklich fantastisch! Die ganzen vertrauten und doch anderen Begebenheiten (Stalingrad statt Kandor z.B.) haben es nicht langweilig werden lassen und auch zu sehen, wie weit dieser Superman bereit ist zu gehen, um seine Weltanschauung durchzusetzen, war sehr spannend. Und dann das Ende... das fand ich wirklich SO genial, daran hatte ich wirklich ein bis zwei Wochen dran zu knabbern. So genial und gleichzeitig so traurig.

      Falls es dir noch niemand empfohlen hat (kann ich mir aber eigentlich nicht vorstellen), werfe ich mal "Superman: Geheimidentität" in den Raum. Geht zwar thematisch in eine ganz andere Richtung als Genosse Superman, aber es war eine wirklich sehr schöne Geschichte. :love: Bin mir ziemlich sicher, dass sie dir auch gefallen wird.
      Jaja, das ist mir schon aufgefallen :D . Also ganz klar geht es beim Trickster ordentlich düster zu, auch mal brutal und oft bitterböse. Aber genauso bitterböse ist der Humor, der fast immer mitschwingt. Es gibt nichts bei dem ich beim Lesen so oft ein böses Lächeln oder gar ein gehässiges Grinsen auf den Lippen habe. Mein Hang zu schwarzem Humor und Schadenfreude lassen mich da regelmäßig Feste feiern. :batman:

      Ich mag den Film, aber den Comic hat er leider nicht wirklich getroffen, das war eher ein Streifschuss.

      Ja, Genosse Superman fand ich auch hervorragend! Allerdings bin ich an Sups gar nicht wirklich interessiert und hab den deshalb vorerst außen vor gelassen. "Geheimidentität" sagt mir nix und hat mir auch noch niemand empfohlen, aber vielleicht riskiere ich da ja mal einen Blick. Ich will in nächster Zeit viel Batman lesen und da steht so manch kleines Widersehen mit dem Mann aus Stahl eh auf dem Programm.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Nimmt das Märchen aus 1001 Nacht in Bagdad ein gutes Ende?



      Titel: SinBad – 3. Im Schatten des Harems

      Verlag: Splitter (Fr: MC Productions / Arleston / Alary)

      Format: 56 Seiten im Hardcover Albenformat

      Inhalt: SinBad: Les Ombres Du Harem

      Autoren: Christophe Arleston, Audrey Alwett

      Zeichner: Pierre Alary

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      DER ZAUBER VON 1001 NACHT!

      Dank der Kräfte des finsteren Djinn wurde Aladin endlich zum Kalifen gekrönt. Doch eine Weissagung eröffnet ihm, dass er durch die Hand seines eigenen Sohnes sterben wird! Und Söhne hat er dank seines riesigen Harems einige Dutzend. Was bleibt ihm anderes übrig? Er muss sie allesamt töten! – Aber einer der Söhne entkommt dem Blutbad und wird von seiner Mutter gerettet.
      Jahre später verlässt der junge SinBad – längst ein Abenteurer der Meere und Händler magischer Gegenstände – seinen Adoptivvater und macht sich auf die Suche nach seinem wahren Ursprung. Eine Suche, die ihn mit gefährlichen Zauberinnen, seltsamen Kreaturen und einem düsteren Geist konfrontiert.

      Die neue Fantasy-Serie von Star-Autor Arleston (Die Schiff brüchigen von Ythaq, Lanfeust von Troy) und Alary (Belladonna).

      Ein grandioses Fantasy-Epos wie aus 1001 Nacht!



      Just my 2 cents:
      Der Abschlussband der dreiteiligen Reihe rund um SinBads Suche nach seiner Herkunft und seinen Eltern beginnt mit einer Rückblende in der wir erfahren, wie sich der Djinn und die böse Zauberin Turabah kennengelernt haben, denn die beiden verbindet eine laaange Geschichte. Aber da alles Weitere die Vorgänge in den ersten beiden Bänden spoilern würde…

      Spoiler anzeigen
      Durch Magie hat die Zauberin ihr Leben um viele Jahrhunderte verlängert, doch obwohl sie ihren Körper am Leben erhalten konnte ist er doch stetig gealtert und sie ist eine Greisin geworden. Nu zu sehr sehnt sie sich ihren jungen, hübschen Körper aus der Blüte ihres Lebens zurück. Zum Glück hat sie noch einen Wunsch bei dem Djinn frei, der in der Lampe haust, die vor einiger Zeit in ihren Besitz gelangt ist. Sie auf einen Schlag wieder jung zu machen vermag selbst der Lampengeist nicht, er kann jedoch einen Zaubertrank brauen, der den gewünschten Effekt erzielt. Turabah willigt ein und schluckt das Gebräu. Fortan wird sie Schritt für Schritt, Jahr um Jahr ganz langsam immer jünger. Doch auch nach dreihundert Jahren nimmt die Verjüngungskur kein Ende und so langsam geht sie wieder aufs Mädchenalter zu. Ein böser Trick des hinterlistigen Djinns. Vor Zorn schleudert sie die Lampe samt Geist ins Meer.

      Als die Lampe am Strand angespült wird fällt sie dem mittellosen Diebesjungen Aladin in die Hände und der Rest ist Geschichte. Jetzt, viele Jahre später, treibt der Djinn mordend sein Unwesen im Palast, tötet und frisst die Frauen des Harems auf und lässt sich nicht zügeln. Der einstige Kalif Aladin ist nur nich eine Marionette, denn Turabahs Plan ging auf und bei einem Wettkampf zum sechzigsten Geburtstag des Kalifen hat sie das Zauberwort, dass die Lampe erneut an sie bindet noch vor dem Turniersieger ausgesprochen. Jetzt sind sie und der Djinn wieder vereint, herrschen gemeinsam über Bagdad und Turabah wird Ihre kindliche Gestalt bald wieder gegen ihre besten Jahre austauschen. Was ihr zu ihrem Glück noch fehlt ist die Rache an einer Verräterin, der Pantherfrau Azna, die wiederum mittlerweile ja mit SinBad, dem wahren Sohn des Kalifen unterwegs ist…




      Ihr seht schon, da ist massig Potential für komplizierte Verwicklungen, lustiges Durcheinander und wilde Abenteuer. Zu großen Teilen wird das sogar genutzt und gerade die Beziehung zwischen Azna und SinBad wird noch einmal schöner herausgearbeitet. Vielleicht war da die Unterstützung von Audrey Alwett hilfreich? Der letzte Teil des Abenteuers ist wirklich mit vielen lustigen Slapstick-Szenen gespickt, die zwar keine echten großen Lacher bieten, aber doch zum Schmunzeln anregen und charmante Erinnerungen an so manchen großen Genre-Klassiker wachrufen. Das neben alten Bekannten aus den Vorgängern auch noch Zyklopen, Ali Baba und die vierzig Räuber und ein Schuss Erotik mit eingebracht werden bringt das Gesamtwerk noch einmal deutlich näher an das Feeling, dass man bei einem Ausflug in den Orient erwartet.

      Leider weiß die Geschichte scheinbar manchmal selbst nicht was sie sein will, und so passt manch viel zu brutale Szene und die ein oder andere dramatische und tragische Wendung leider gar nicht zum fröhlich lockeren Ton, der sonst angeschlagen wird. Daran krankte schon der erste Band ein wenig, beim zweiten war es besser, dieser hier liegt irgendwo dazwischen. Insgesamt ein ein unterhaltsames Abenteuer, dass durchaus Spaß machen kann, mir persönlich aber beim Lesen so manchen Dämpfer verpasst hat.

      Meine Wertung: 7/10

      Oder auch knapp darunter, was der Reihe insgesamt eine schwache sieben in meinem Ranking beschert. Das heißt also ich hatte ordentlich Spaß und die Zeichnungen haben mir auch gefallen. Abenteuerlich mag ich es sowieso, aber hier gab es dennoch viel ungenutztes Potential und so manche Chance hat sich der Autor selbst kaputt gemacht. Wer Interesse an dem Thema hat und solche humorvollen Abenteuer-Stories mag kann zum Advents-Schnäppchenpreis bei Splitter dieses Jahr bedenkenlos zugreifen, gibt ein paar schöne Stunden, aber ein Meisterwerk sollte man nicht erwarten (meine Meinung).

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • God_W. schrieb:

      Also ganz klar geht es beim Trickster ordentlich düster zu, auch mal brutal und oft bitterböse. Aber genauso bitterböse ist der Humor, der fast immer mitschwingt. Es gibt nichts bei dem ich beim Lesen so oft ein böses Lächeln oder gar ein gehässiges Grinsen auf den Lippen habe. Mein Hang zu schwarzem Humor und Schadenfreude lassen mich da regelmäßig Feste feiern.

      Yeah, ich sag zwar oft "ist mir glaube ich zu düster" aber wenn es dann doch mal lese bleibe ich meistens dran. :rolleyes:

      God_W. schrieb:

      Ja, Genosse Superman fand ich auch hervorragend! Allerdings bin ich an Sups gar nicht wirklich interessiert und hab den deshalb vorerst außen vor gelassen. "Geheimidentität" sagt mir nix und hat mir auch noch niemand empfohlen, aber vielleicht riskiere ich da ja mal einen Blick. Ich will in nächster Zeit viel Batman lesen und da steht so manch kleines Widersehen mit dem Mann aus Stahl eh auf dem Programm.

      Ah, sag niemals nie. ;) Behalte Geheimidentität mal im Hinterkopf, es ist ebenso wie Genosse keine typische Superman-Geschichte. :supers:
    • In der Hölle hat keiner den Chefposten inne, ob das so gut ist?



      Titel: Spawn Origins Collection – Band 10

      Verlag: Panini (US: Image)

      Format: 336 Seiten im großformatigen Hardcover

      Inhalt: US-Hefte #113-125

      Autoren: Todd McFarlane; Brian Holguin

      Zeichner: Angel Medina

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      1992 ließ der legendäre Autor und Zeichner Todd McFarlane seinen Kult-Antihelden Spawn auf die Welt los – danach war nichts mehr so wie zuvor.

      Al Simmons, ein Agent der Regierung, war von einem Kollegen getötet worden. Nachdem er in den Tiefen der Hölle wieder zum Leben erweckt worden war, kehrte er als Spawn-Krieger auf die Erde zurück und beschützte fortan die Obdachlosen in den dunklen Gassen New Yorks – immer auf der Suche nach Spuren seiner Vergangenheit. Allmählich lernte er, die außergewöhnlichen Kräfte zu bändigen, über die er nun verfügte, und gleichzeitig begann er zu begreifen, auf was er sich eingelassen hatte – und was er dafür aufgeben musste.

      In Spawn Origins 10 wird Al Simmons erneut mit dem Redeemer konfrontiert – und er fährt zur Hölle. Nun entscheidet es sich: Tritt Spawn das Erbe von Malebolgia an? Wird er der nächste Herrscher des Infernos? Dieser Ausflug in die Hölle hat gravierende Folgen für Simmons. Aber ganz andere, als er ahnen kann. Auch dieser Band enthält wieder exklusives Bonusmaterial und sämtliche Cover.
      Die Spawn-Saga revolutionierte in den 90ern die Comic-Welt. Ohne sie gäbe es heute kein The Walking Dead. In der Spawn Origins Collection wird die finstere Antihelden-Saga in XL-Hardcovern chronologisch neu aufgelegt.



      Just my 2 cents:
      Wie geht die äußerst starke Himmelreich-Saga zu Ende? Und wie geht es danach weiter? Stürzen wir wieder in ein Kreativitätsloch, oder bleiben Holguin und McFarlane jetzt wieder dichter am Ball? Das waren die Fragen, die mir nach dem famosen Endspurt der vorangegangenen Origins Collection unter den Nägeln brannten. Also durfte es auch nicht allzu lange dauern, bis ich den zehnten Band der wundervollen Gesamtausgabe endlich aufschlagen würde, und was soll ich sagen? In zwei Tagen hatte ich das mit 336 Seiten doch ordentlich bestückte Teil wieder durch. Wenn ich Spawn an der Angel habe gelingt es mir kaum einen Band wieder aus den Händen zu legen, auch wenn sich zwischen den einzelnen Heften und Arcs doch viele Möglichkeiten für eine Unterbrechung bieten. Irgendwas fesselt mich einfach ungemein an dem Charakter und der Welt, in der er lebt. Los gings also mit dem siebten und letzten Teil der Vampir-Story aus Band 9…

      US-Heft #113
      Die finale Schlacht zwischen Al und der blutrünstigen Vampir-Armee ist in vollem Gange. Das Actiongeladene Schlachtfest hat aber noch mehr zu bieten, denn immer wieder wird der Fight von ruhigen, melancholischen und tieftraurigen Einblicken in die trostlose Situation von Twitch Williams unterbrochen und lässt uns mit dem sympathischen Gesetzeshüter ganz schön mitleiden. Echt starker Einstieg!



      US-Hefte #114 & 115
      Ben Nakadai kommt zum ersten mal in seinem Leben nach Japan, das Land seiner Ahnen. Doch Ben ist ein fremder in seiner eigenen Heimat. Er spricht kein Japanisch und kommt im Auftrag eines Amerikanischen Konzerns. Dort ist er durch seine Abstammung ebenfalls ein Außenseiter, ein Kind beider Welten, dass nirgends wirklich dazugehört. Noch dazu reist er extrem ungern, bleibt lieber zu Hause bei seiner Frau. Doch jetzt ist er nun mal hier in Awaji und soll die Ruinen eines alten Tempels begutachten, denn an dessen Stelle will seine Firma ein großes Ferienresort errichten.

      Doch schon am ersten Abend trifft er in der Hotelbar auf einen außerordentlich seltsamen Typen. Der erzählt Ben von seinem in der Region äußerst bekannten Nachnamen, was auf seine Vorväter zurückzuführen ist. So erfährt Ben Nakadai von Fürst Isanagi Nakadai, seiner sagenumwobenen Legende und von einer Brücke, einer Brücke zwischen den Welten…

      Coole Story mit einem Anstrich asiatischer Kultur und Mythologie, die mit Drachen, Ronin und Geistern aufwarten kann, ein echt schönes Gruselfinale bietet und gleichzeitig die weiteren Geschehnisse des Bandes vorbereitet.



      US-Hefte #116-120
      Konsequenzen, so der Titel des ersten Heftes dieses Abschnitts, zeigt eindrucksvoll welche grandiosen Erzählmöglichkeiten einem geboten werden, wenn man es schafft eine viele Jahre überdauernde Mythologie zu erschaffen und dann aus der eigenen Historie schöpfen kann. Ich meine, was hab ich innerlich gefeiert, als ich nach einigen Seiten endlich feststellte, dass es sich hier um einedirekte Fortsetzung von
      Spoiler anzeigen
      Heft #29 vom März 1995
      handelt, eine Story, die mich damals extrem mitgenommen hat und langen Nachhall in meinen Gedanken hatte. Sieben Jahre alte Handlungsbögen nochmal aufzugreifen und so stimmig einzubauen, dass sie die alten Erinnerungen wieder wachrufen und dennoch einen ganz neuen Storyarc einleiten finde ich schon grandios.

      Auf jeden Fall findet Al dadurch und in Kombination mit dem vorangegangenen Zweiteiler einen neuen Widersacher. Der nun folgende, bombastisch inszenierte Fight führt nicht nur dazu, dass Spawn (mal wieder) in der Hölle landet, wo er sich noch immer standhaft weigert den ihm eigentlich zustehenden Thron zu besteigen, nein, es zerreißt ihn förmlich und die folgenden Hefte…



      US-Hefte #121-124
      …sind von der Story her wahrlich komplexer und vielschichtiger, als man es bislang vom guten Al gewohnt war. Deshalb will ich auch gar nicht allzu viel darüber erzählen, denn das sollt Ihr alles selbst entdecken dürfen! Aber so viel sei verraten: Sowohl Spawn, als auch einer seiner erbittertsten Widersacher befinden sich hier auf einem steinigen „Weg der Erlösung“. Wer es aber schlussendlich schafft gestärkter aus diesen schweren Prüfungen hervorzugehen bleibt lange im Unklaren.

      US-Heft #125
      Nachdem die erschreckenden, fast schon schockierenden Vorkommnisse am Ende des letzten Heftes ganz Übles erahnen ließen startet #125 mit einer grandios lustigen Hommage (oder ist es gar eine Verballhornung?) an klassische Superheldencomics aus den 40ern und 50ern wie Batman oder Spidey. Ich find‘s sehr geil und auch stilvoll!

      Dann gibt’s eine 180° Kehrtwende und wir sind wieder bei Al, unserem gepeinigten Höllengezücht. Der hat neben enormen psychischen Problemen und einem mittlerweile wieder menschlich erscheinenden Äußeren scheinbar vor allem eins –
      Spoiler anzeigen
      Einen weiblichen Sidekick!




      Ja cool! Sehr spannende und abwechslungsreiche Storywendungen. Viele frische Ideen, tolle Einbindung alter Eigenmythologie und neben den alten Bekannten auch starke neue Charaktere. Ausstattungstechnisch ist der Band ebenfalls wieder voll auf der Höhe und bietet neben den Enthaltenen Heften alle zugehörigen Cover, sowohl in Farbe als auch nur getuscht, dazu einige ausgewählte Splash-Pages in Tusche und die beiden Farbcover der US-Paperbacks. Auch der Toddster selbst meldet sich in einem Interviewschnipsel mal wieder zu Wort, also bis auf die etwas anfällige Bindung wieder ein rundum-Sorglos-Paket für alle Fans des Höllensporns. Bislang gefällt mir Capullo zwar noch immer am besten, was die Spawn-Zeichner angeht, aber Angel Medina, der schon ziemlich gut eingestiegen ist, wird von Heft zu Heft besser und auch die Unübersichtlichkeit, die seine Panels zu Anfang öfter mal heimsuchte scheint deutlich abzunehmen. Wobei ich mir das vielleicht auch nur einbilde und ich mich einfach mehr und mehr an seinen Stil gewöhne. Aber hey, in beiden Fällen profitiere ich als Leser davon. So what?

      Meine Wertung: 8/10

      Durchgehend auf gutem bis grandiosem Niveau bringt dieser Band die Stabilität zurück in die Storyqualität der Origins Collection. Brian Holguin schafft es tolle Geschichten zu erzählen und dennoch dicht an allem bislang etablierten zu bleiben. Insgesamt traut man sich zwar nicht wirklich neue Wege zu gehen, aber das ist denke ich mal der Oberherrschaft des Toddsters geschuldet. Trotzdem, in dem vorgegebene Rahmen ist das schon echt cool, was hier wieder geliefert wurde, und das ohne grobe Ausreißer nach unten (außer denen in höllische Gefilde :rollinred: ).

      VG, God_W.
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    • Mit Löwen durch die Wüste und mit Russen quer durch Afrika…



      Titel: Die Katze des Rabbiners – Sammelband 2

      Verlag: avant-verlag (Fr: Dargaud)

      Format: 144 Seiten im Hardcover mit Leinenrücken, Albenformat

      Inhalt: 4. Das irdische Paradies; 5. Jerusalem in Afrika

      Autoren: Joann Sfar

      Zeichner: Joann Sfar

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Im neuen Band der Gesamtausgabe von Die Katze des Rabbiners von Joann Sfar streift der sprechende Kater erneut in Afrika umher und es kommt zu einem Wiedersehen mit dem legendären Malka und seinem zahmen Löwen. Doch dann jagt ein Abenteuer die philosophierende Katze und ihr Rabbiner-Herrchen quer über den afrikanischen Kontinent: Ein russischer Maler strandet über Umwege in der jüdischen Gemeinde Algiers. Er ist auf der Suche nach einer legendären Stadt der Juden im Herzen Afrikas, und die Katze und der Rabbiner begleiten ihn auf seiner abenteuerlichen Expedition ...

      Der zweite Band der Gesamtausgabe versammelt die Episoden Das irdische Paradies und Jerusalem in Afrika. Zusammen mit dem ersten Sammelband liegen nun alle bisher erschienenen Abenteuer der frechen Katze des Rabbiners in zwei bibliophilen Ausgaben vor (Stand 2015 – mittlerweile ist der dritte Band erhältlich).

      Übersetzung aus dem Französischen von David Permantier.

      Just my 2 cents:
      Auch das Albengroße Hardcover des zweiten Bandes der Gesamtausgabe ist mit seinem Leinenrücken, dem Lesebändchen und dem hochwertigen, recht dicken Papier ein wahres Prachtstück im Bücherregal. Leider sind diesmal nur zwei Geschichten mit der vorwitzigen Rabbiners-Katze enthalten, dafür hat die zweite aber mit knapp 80 Seiten einen enormen Umfang, womit wir insgesamt doch bei ganz anständigen 144 Seiten landen, also nur marginal weniger als Band eins. Ich bin gespannt, ob die beiden Storys denen aus dem ersten Sammelband das Wasser reichen können.



      Band 4 - Das irdische Paradies
      Der Rabbi ist aktuell etwas beschäftigt, also ist seine Katze derweil mit Malka und seinem Löwen unterwegs. Die Katze, die noch immer nicht wieder mit den Menschen reden kann, führt amüsante Debatten mit dem alten Löwen über Gott und den großen Malka. Letzterer arbeitet weiter fleißig an seiner eigenen Legende. Egal, ob er Frauen und Kinder vor einem gefährlichen Löwen rettet (den er natürlich selbst mitgebracht hat), Geschichten von seinen größten Heldentaten zum besten gibt, oder gar von seinem eigenen Tod, oder zumindest einer Variation davon berichtet, stets ist der Malka darauf bedacht die Mythischen Ranken, die sich über die Jahre um seine Person entwickelt hat mit frischem Dünger zu versorgen, denn nur so wird man wahrlich unsterblich.

      Doch die Jahre gingen weder an Malka, noch an seinem Löwen spurlos vorüber und so wird der einst stolze Mann von vielen nur noch belächelt, seinen Löwen nimmt keiner mehr ernst und der „Lohn für die Rettung der Kinder“ ist mittlerweile eher zu einem wohlwollenden Almosen verkommen, dass die Einheimischen dem Malka aus Mitleid angedeihen lassen. So ist es kein Wunder, dass die Schlange, die dem illustren Trion stets durch die Wüste folgt, weil der Malka und sein Löwe sie immer zu den nächsten Wasserlöchern geführt hat, den Freundschaftsdienst anbietet Malka und seinen Löwen im Schlaf zu beißen, um sie von ihrem Leid zu erlösen. Das daraufhin eine hitzige Debatte zwischen Katze und Schlange über das Älterwerden, den Sinn des Lebens, einen würdevollen Tod und den Wert wahrer Freundschaft entbrennt ist ja klar.



      Band 5 - Jerusalem in Afrika
      Zlabya, die Tochter des Rabbiners und Herrin der Katze des Rabbiners ist unzufrieden mit ihrem Ehemann. Er ignoriert ihre Bedürfnisse und erzählt ihr immerzu nur von Dingen, die sie nicht wirklich interessieren. Außerdem scheint er sich viel mehr für seine Bücher interessieren, als für den Körper seiner Frau. Gerade hat er es wieder geschafft eine ganze Ladung Bücher aus russischen Talmud-Schulen zu ergattern, die dort geschlossen werden, was seine frustrierte Frau nur noch wütender macht. Sie stürmt aufgebracht davon, für den aufgrund seiner neusten Eroberung geradezu euphorischen Jung-Rabbi völlig unverständlich. Immer wenn die Herrin nichts von ihr wissen will macht sich die Katze des Rabbiners des Nachts auf an den Hafen, wo sie sich mit anderen Katzen trifft. Sie schauen zu wie die Hafenarbeiter die Ladungen der Schoffe löschen und stellen sich vor, dass die Kisten randvoll mit den leckersten Fischen bestückt sind. Doch in einer dieser Kisten befinden sich aus Russland kommende Bücher – und eine gewaltige Überraschung.

      Als der Rabbi, von seiner Tochter angestachelt, bei seinem Schwiegersohn eintrifft, um die Eheprobleme seiner Kinder zu schlichten fehlt von dem Angeheirateten jede Spur. Doch steht mitten im Wohnzimmer eine riesige Bücherkiste! Der alte Rabbi, seit jeher ein leidenschaftlicher, wissbegieriger gelehrter, der Bücher über alles liebt, kann sich nicht zurückhalten und macht sich über die Kiste her. Stellt Euch seine Überraschung vor, als er neben vielen Büchern auch noch einen vermeintlich toten Russen in der Kiste findet! Okay, der Klappentext hat es schon verraten, der Russe ist nicht tot und entpuppt sich als talentierter Maler. Der gutaussehende Künstler erweckt sofort Zlabyas Aufmerksamkeit, ist aber eigentlich auf dem Weg nach Äthiopien, um eine versteckte, ja beinahe verschollene Stadt zu finden, in der sich vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten, eine jüdische Gemeinde gehalten hat. Der Name der Stadt sei Jerusalem und so beginnt eine aberwitzige Odyssee mit dem russischen Maler, dem Rabbi nebst Katze, einem reichen Russen, der schon lange in Algerien lebt und als Übersetzer fungiert sowie dem Scheich Mohammed Sfar, einem alten Freund unseres Rabbis und dessen Esel. Gemeinsam ziehen sie quer durch Afrika gen Addis Abeba – Und die Katze findet unterwegs ihre Stimme wieder…



      Hach wie schön! Fast ein wenig wie nach Hause kommen hat es sich angefühlt die Katze wieder auf ihren irrwitzigen Abenteuern zu begleiten und bei der Erörterung philosophischer und religiöser Fragen zu belauschen. Da ist er wieder dieser ganz besondere Sinn für Humor, der mich schon beim ersten Sammelband so begeistert hat, einfach wundervoll! Auch die Abenteuer, die die Katze erlebt zeugen von einem ungeheuren Einfallsreichtum des Autors, schüttet er doch wieder ein ganzes Füllhorn an tollen, unverbrauchten Ideen über den geneigten Leser aus. Das Artwork finde ich stellenweise sogar etwas gelungener als beim ersten Sammelband, auf einigen Seiten aber auch etwas liebloser, das hält sich also die Waage, wobei der Stil aber stets unverkennbar bleibt. Insgesamt wirkt das Erzähltempo aber ein wenig behäbiger als zuvor und auch die nahezu unglaubliche Leichtigkeit der ersten drei Geschichten wird nicht mehr ganz erreicht. Ich kann aber nicht wirklich festmachen, woran es exakt liegen mag. Vielleicht an den zwei etwas härteren Szenen, aber eigentlich glaube ich das nicht. Irgendwas im Erzählfluss war im ersten Band einfach eine Nuance leichtfüßiger, aber das reißt den Band jetzt nicht runter und er reiht sich ganz knapp hinter dem grandiosen Erstling ein. Ach, und bevor ich’s vergesse, der kleine aber sehr coole Auftritt eines Gaststars im Belgisch Congo hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich beinahe noch einen Punkt mehr gegeben hätte.

      Meine Wertung: 8/10

      Mit starker Tendenz zur neun, und wenn der finale Band, dann wieder mit drei Geschichten, zumindest die gleiche Qualität wie dieser hier erreicht, kann man die komplette Reihe einfach nur als meisterlich bezeichnen! Spätestens bis zur ersten Novemberwoche erfahrt Ihr meine Meinung. ;)

      VG, God_W.
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    • Oh Mann, eigentlich wollte ich gestern unbedingt ein paar Zeilen zum ersten Band von Kill or be Killed hier lassen, und am Donnerstag schon Akira 4 rezensieren, aber diese Woche war mit dem Autounfall und dem zugehörigen Versicherungsgedöns schon stressig und blöd und gestern hat die Einrichtung meines neuen Handys (das erste sein 8 Jahren! Plus Umstieg von iOS zu Android) VIIIEEELLLL mehr Zeit beansprucht als erhofft. Heute war dann geiler Spielenachmittag/Abend mit 3 Kumpels. Herr der Ringe - Reise durch Mittelerde macht schon echt verdammt viel Laune, wenn man mit den Richtigen "Gefährten" unterwegs ist. :thumbsup2:

      Also kommen die Rezis halt einige Tage später... (wer nicht aktuell ist kann die Zeit also zum Aufholen nutzen.) ;)
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • ACTIONKINO am Freitagabend Sonntagnachmittag (Nr. 40)



      Titel: Kill or be Killed – Band 1

      Verlag: Splitter (US: Image)

      Format: 128 Seiten im großformatigen Hardcover

      Inhalt: Kill or be Killed: Volume One

      Autoren: Ed Brubaker

      Zeichner: Sean Phillips, Elizabeth Breitweiser

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Die Frage ist einfach: Wärst du bereit, jemanden zu töten, um weiter leben zu können? Für den 28-jährigen Dylan ist sie zur Realität geworden. Nach einem Suizidversuch aus Liebeskummer ist er – ohne es zu wollen – einen dämonischen Pakt eingegangen und muss jeden Monat einen Mord begehen, sonst ist es sein eigenes Ende. Der einzige Lichtblick ist, dass er seine Opfer selbst auswählen darf. Darum knöpft Dylan sich nur Menschen vor, die es seiner Meinung nach wirklich verdient haben. Aber schon sein zweites Ziel, ein von der russischen Mafia betriebenes Bordell, stellt ihn vor unvorhergesehene Schwierigkeiten. Gleichzeitig hat Dylans neue Beschäftigung als Mörder wider Willen drastische Konsequenzen auf sein ohnehin problematisches Sozialleben.

      Große Kraft – große Verantwortung. Das Spiderman-Credo erlebt in »Kill or be Killed« einen dunklen Twist und verabschiedet sich von jeglichem naiven Superhelden-Idealismus. Comic-Starautor Ed Brubaker erschafft eine realistische Story über Selbstjustiz und ihre Folgen auf das Leben eines desillusionierten jungen Mannes, dessen Welt in einen Abgrund verwandelt wird.



      Just my 2 cents:
      Mit Kill or be Killed habe ich mich mal an eine der aktuellsten Produktionen gewagt, die ich bislang gelesen habe. Gründe für die Auswahl gibt es viele. Erstens scheint die Reihe meine Vorliebe für actiongeladene Thriller einwandfrei zu bedienen und sich somit ideal in meine Freitagsrubrik einzufügen, zweitens wird das gute Stück vielerorts in den höchsten Tönen gelobt, was ich mir gut vorstellen kann, denn, und damit kommen wir schon zu drittens, ich persönlich war von der Cross Cult-Reihe Sleeper des Teams Brubaker/Phillips schwer begeistert. Was soll da noch schiefgehen, wenn jetzt noch Elizabeth Breitweiser mit an Bord ist? Davon abgesehen wollte ich jetzt auch keine Reihe mehr anfangen, die ich vor unserem Urlaub im November nicht mehr durchbekomme und da hab ich bei dem Vierteiler sogar noch zwei Wochen Luft hinten raus.

      Ein Anzugträger bettelt um sein Leben, doch der Typ mit Kapuzenpulli und vermummtem Gesicht druckt gnadenlos ab und verteilt den halben Kopf seines Gegenübers an der Wand. Auch der zweite Kerl, der in den Raum hereinstürmt bekommt seine Ladung ab und schon verschwindet Mr. Kapuzenpulli durch die Tür, um seinen blutigen Amoklauf auf dem Flur fortzusetzen…

      Wahnsinns Einstieg, doch wie wir bald erfahren beginnt die Story schon viel früher, denn Dylan, so der Name des vermeintlichen Amokläufers, erzählt uns, wie es zu alldem kam. Eigentlich ist Dylan fast noch ein Junge, ein junger Kerl der nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzt und auch psychisch etwas angeknackst ist. Seine farbige Freundin hat mit ihm Schluss gemacht, weil er nicht den Arsch in der Hose hatte sie gegen pöbelnde Rassisten zu verteidigen. Aber sie war sowieso nicht seine große Liebe, denn die heißt Kira, ist seit jeher seine beste Freundin und da er es nie geschafft hat ihr seine Gefühle mitzuteilen ist sie jetzt mit seinem Mitbewohner Mason zusammen. So hat er deren Liebesglück immer direkt vor der Nase. Prima! Und so beschließt der trübselige und depressive Junge, der zwischen den von seinem Dad illustrierten Pornoheftchen aufwuchs, seinem Dasein ein Ende zu bereiten. Als er merkt was für eine bescheuerte Idee das war fällt er gerade schon Dach sechs Stockwerke hohen Mietshauses.

      Wie durch ein Wunder überlebt Dylan den Sturz, ist überglücklich und beschließt vom folgenden Tag an ein neues Leben zu beginnen. Doch des nachts bekommt er Besuch von einem finsteren Dämon, welcher ihm offenbart, dass er sein Überleben einzig und allein ihm zu verdanken hat und, dass das natürlich seinen Preis hat. Dylans Leben ist fortan nur noch vom Dämon gepachtet, und die Pacht beträgt ein Leben pro Monat. Dylan muss also von heute an jeden Monat einen anderen Menschen um die Ecke bringen, um selbst weiterleben zu dürfen. – Oder war das alles nur ein abgedrehter, wahnwitziger Fiebertraum infolge seines schweren Sturzes?



      Echt eine coole Ausgangssituation, die Ed Brubaker hier erdacht hat. Da ist man ständig am Miträtseln, was denn nun wirklich passiert ist und was nur in Dylans Fantasie. Außerdem ertappe ich mich ständig bei diesen „Was würdest Du an seiner Stelle machen“-Gedankenspielchen. Das zeigt schon, wie gut der Charakter des Hauptakteurs geschrieben ist. Ob man den grundsätzlich erstmal als feige und psychisch nicht ganz frisch anzusehenden Dylan jetzt mag oder nicht sei mal dahingestellt, aber eins ist er auf jeden Fall nicht, er ist mir als Leser nicht egal und das zeugt schon von der Stärke von Brubakers Schreibstils. Auch die übrigen Figuren sind stimmig gestaltet und agieren und reagieren sehr nachvollziehbar, was zu tollen Verwicklungen zwischen Eifersüchteleien in zwischenmenschlichen Beziehungen und Dylans neuem Leben als nächtlicher Killer führt. Ja, so ein Doppelleben ist eine harte Nuss, wenn man keinen Butler hat, der sich um alles drumherum kümmert.

      Das von Sean Phillips und Elizabeth Breitweiser geschaffene Artwork ist ganz große Kunst und begeisterte mich vom ersten Panel an. Spätestens aber, als es dann raus ging in die verschneiten Straßen New Yorks war es komplett um mich geschehen. Ich kann mich kaum sattsehen, an den grandiosen, von Noir Stil geprägten Bildern, die durch die geniale Farbgebung nochmal deutlich an Flair gewinnen. Von Splitter wurde das Ganze gewohnt hochwertig in ein modern gestaltetes Hardcover mit astreinem Druck verpackt. Modern, schön kreativ und äußerst abwechslungsreich ist auch die Panelaufteilung gelungen – und habe ich die herausragende, teils surreale, teils realistische Kolorierung schon gelobt?

      Am meisten begeistert mich jedoch der Realismus, der von Ed Brubaker rübergebracht wird. Mit dem geschickten Kniff immer mal wieder einzustreuen, wie das Ganze in einem unrealistischen Actionfilm ablaufen würde, nur um dann genau das Gegenteil oder eine vermeintlich nachvollziehbarere Vorgehensweise auszuwählen, gelingt es Brubaker, dass ich mich immer mal wieder bei dem Gedanken erwische: „Verdammt, das könnte echt so passieren“. Dieser kecke Trick, gepaart mit dem realistischen Setting im winterlichen New York schafft eine Glaubwürdigkeit, wie sie in Comics nur selten transportiert wird. Apropos New York, ich wusste ja vorab nicht, dass die Story im Big Apple spielt, bin aber umso begeisterter, dass das so ist. Zum einen ist dort mit Spawn ja einer meiner absoluten Lieblinge zu Hause, vor allem finde ich es aber immer wieder toll Filme zu schauen, Bücher, oder eben auch Comics zu lesen, die an Orten spielen, die man schon besucht hat. New York war jetzt zwar bei weitem nicht unsere tollste Reise und ist auch nicht unsere liebste Stadt, aber beeindruckend und erinnerungswürdig war es allemal, und die Atmosphäre, die die Stadt die niemals schläft ausstrahlt ist schon etwas Besonderes. Wir waren damals im Frühjahr, aber im Winter kommen wir sicher auch noch mal da hin, und sei es nur um „Kevins“ großen Weihnachtsbaum am Rockefeller Center zu besuchen. Aber ich bin mal wieder abgeschweift, zurück zu Kill or be Killed: Meisterwerk? (Noch) nicht. Wahnsinnsspaß beim Lesen? Aber immer! Negativ aufgefallene Kritikpunkte? Kaum auszumachen. Als Topping stellt das letzte Panel dann nochmal alles in Frage, was wir bis hierhin zu wissen glaubten – ich liebe es!

      Meine Wertung: 9/10



      Na wenn der Rest auch nur halb so fesselnd daherkommt wie dieser Starter, dann ist dem Team um Ed Brubaker ja wieder ein ganz großer Wurf gelungen! Ich hoffe der gute Ed bleibt sich treu und bastelt wieder einige überraschende Wendungen mit rein, wie es sie bei Point Blank und Sleeper ja am laufenden Band gab. Wer hat die Reihe schon gesichtet? Wo würdet Ihr sie im Ranking von Brubakers Schaffen ansiedeln?

      VG, God_W.
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    • excelsior1166 schrieb:

      Darunter. Von mir gäbe es 8/10 P., Sleeper fand ich etwas origineller.
      Also bis jetzt finde ich es eigentlich ziemlich originell, aber in der Gesamtheit kann ich das natürlich erst nach Sichtung aller 4 Bände sagen. Ob ich persönlich die Reihe dann vor oder hinter Sleeper einordne steht und fällt sicher auch ein Stück weit mit dem Finale. Allerdings muss ich schon sagen, dass mich schon lange kein Artwork mehr so begeistert hat wie das hier! Echt ganz stark von Phillips/Breitweiser, trifft voll meinen Geschmack!

      Auf jeden Fall scheint Brubaker ja echt ne Bank zu sein und ich bin ganz froh, dass Criminal und große Teile von Gotham Central schon hier bereit liegen. :D
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    • God_W. schrieb:

      Ob ich persönlich die Reihe dann vor oder hinter Sleeper einordne steht und fällt sicher auch ein Stück weit mit dem Finale.

      Das Finale ist mMn der größte Schwachpunkt von KOBK. Das wirkte auf mich echt gehetzt und fast schon hingeschludert, was auch zu der Aussage von Brubaker in seinem Newsletter passt (wenn ich mich jetzt richtig erinnere, ist schon bisschen her), wonach die Geschichte für ihn auf einmal auserzählt war und es sich richtig angefühlt hat sie zu beenden, obwohl KOBK ursprünglich als lang laufende Ongoing geplant war. Besonders eine Szene bezüglich einer bestimmten Person hat für mich überhaupt keinen Sinn ergeben und nicht zum Rest der Serie gepasst. Aber alles davor war wie gewohnt sehr stark.
      Garth Ennis: "[...] I think the fact that such a dumb genre [superheroes] dominates a great storytelling medium is lamentable [...]."
    • Nach der Apokalypse ändert sich alles…



      Titel: Akira - 4

      Verlag: Carlsen (JP: Kodansha)

      Format: 400 Seiten im Softcover mit Klappenbroschur – Voll Koloriert

      Inhalt: アキラ

      Autoren: Katsuhiro Otomo

      Zeichner: Katsuhiro Otomo

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Neu-Tokio im Jahr 2030: Nur noch ein Krater erinnert an die atomare Katastrophe vom Ende des 20. Jahrhunderts. Hier werden greisenhafte Kinder mit übernatürlichen Fähigkeiten in künstlichem Tiefschlaf gehalten. Als Akira, der Mächtigste von ihnen, aus seinem Kälteschlaf erwacht, kommt es zu einem Desaster von ungeahntem Ausmaß...

      Mit Katsuhiro Otomos Meisterwerk AKIRA - der ersten deutschsprachigen Manga-Serie überhaupt - wurde 1991 der Grundstein für den hiesigen Manga-Boom gelegt. Zum Jubiläum - 25 Jahre AKIRA, 25 Jahre Manga bei Carlsen - legen wir die lange vergriffene Farbausgabe der Serie in einer edlen Edition neu auf: In sechs dicken Telefonbüchern auf schönem Papier, als Klappenbroschuren mit neuem Cover-Design und mit Extras - in einer auf 1.991 Exemplare limitierten Sammlerbox.



      Just my 2 cents:
      Das fette Paket mit ganzen 400 Seiten hat wieder die gleiche Grundausstattung wie die vorangegangenen Bände, auch wenn es sich um den mit Abstand umfangreichsten Teil handelt, den Akira bislang vorgebracht hat Viel erzählen brauch ich dazu also nicht mehr, außer, dass man spätestens ab hier keinerlei Vorkenntnisse aus dem Anime mehr nutzen kann um den weiteren Verlauf vorauszuahnen. Also, Waffen durchladen, alles an Vorräten und potentiell Nützlichem zusammengeklaubt, was Ihr in die Finger kriegt und auf in die Ruinen von Neu-Tokio…

      Spoiler anzeigen
      Neu-Tokio liegt seit Akiras Ausbruch in Schutt und Asche. Große Teile der Metropole sind überflutet und die Rettungsaktionen gehen unkoordiniert vonstatten und werden häufig sabotiert. Rund um Akira hat sich eine Meute „Jünger“ Gruppiert. Fanatiker, die ihr Stadtgebiet als neuen Staat, das sogenannte Grosse Tokioter Reich ausgerufen haben. Inmitten dieses Konstrukts steht der stets ruhige Akira und wird wie eine Gottheit verehrt. In Wahrheit jedoch zieht Tetsuo die Fäden. Fäden die ihm ob der großen Komplexität und auch der vielen Komplikationen seines Vorhabens mehr und mehr zu entgleiten drohen. Mehr und mehr bewusstseinserweiternde Drogen stopft er in sich hinein um der Lage Herr zu bleiben und endlich die Hintergründe zu durchschauen. Doch was er da plötzlich in Akiras Geist aufblitzen sieht versetzt ihn in Angst und Verwirrung. Nur ein Mensch kann ihm mehr darüber Erzählen.

      Die alte Mutter Miyako lebt als Vorsteherin eines Artes Kult oder Sekte in einem Klosterähnlichen Gebäude. Sie kann ihm endlich einige Antworten geben, warnt ihn jedoch vor dem falschen Pfad, den er eingeschlagen hat. Die Mutter selbst versucht die greisen Kinder zu finden, zu beschützen und den Widerstand zu fördern. Allerdings hat es stets den Anschein, dass sie im Grunde eigene Ziele verfolgt. Als Tetsuo wieder weg ist beginnt sein oberster Heerführer ohne dessen Wissen einen erbarmungslosen Angriff auf den Konvent.

      Währenddessen patrouillieren noch immer die Spinnenpanzer durch die Straßen, auch wenn das Militär selbst in alle Winde verstreut wurde. Einige irren ziellos umher, viele sehnten sich nach Führung und schlossen sich dem Grossen Tokioter Reich an. Auch der Widerstand schleicht durch die Trümmer und versucht einen der Kindergreise zu Mutter Miyako zu schleusen. Doch da ist auch alter, in Lumpen gehüllter Haudegen auf einer selbstauferlegten Mission. Einer Mission, die ihm vielleicht dabei hilft einige seiner früheren Untaten zu büßen. Untaten, die anscheinen in den besten Absichten begangen wurden. Beste Absichten – wie oft hat man das schon gehört… - und wo steckt eigentlich Kaneda?

      Armeen selbsternannter Reiche sehen überall Spione und Verrat und statuieren blutige Exempel. Ein Machtbesessener Tyrann flüchtet sich in Drogen und Lust und geht dabei über Leichen. Hilfs-Convoys werden überfallen, und blutige Gemetzel sind an der Tagesordnung. Knallharte Einzelkämpfer fighten ums nackte Überleben und die Führungspersönlichkeiten ergehen sich in Ränken und Intrigen. Falsche Götter erheben sich und einstige Fehlgeleitete entpuppen sich als Helden. Dazwischen sitzt ein kleiner Junge, grübelt und spielt mit Steinen.



      Holla die Waldfee! Was war das denn bitte? Na klar, das war Akira, aber heftig! Ich meine zimperlich war die Reihe ja noch nie, aber mit diesem vierten Band macht der apokalyptische Cyberpunk-Thriller nochmal einen ganz großen Schritt in Richtung Erwachsenenunterhaltung. Es gibt deutlich mehr Sex (gab es da zuvor überhaupt schon was? :kratz: ), wahre Massen an heftigen Gewaltausbrüchen, die auch mit Blut und Verstümmelungen nicht geizen und den Bodycount zum Rattern bringen. Davon abgesehen wird die Drogenproblematik deutlich verschärft und noch viel stärker in den Fokus gerückt als bislang. Dazu werden auch politische und religiöse Themen angeschnitten und beinahe beiläufig mit eingeflochten. Von gottgleicher Verehrung in einem faschistischen Regime bis zu friedlichem Widerstand durch zutiefst gläubige Menschen ist alles vertreten.

      Verpackt ist diese hammerharte Zukunftsvision in einen Actiongeladenen Thriller, bei dem man nie sicher sein kann, wer denn jetzt auf wessen Seite steht. Da werden Freunde zu Feinden und vermeintliche Verbündete begehen rücksichtslosen Verrat. Leute, die bislang zu den Erzfeinden des Widerstands zählten durchleben charakterliche Entwicklungen bis hin zu Wandlung oder gar Läuterung und so kann aus einem skrupellosen Bösewicht schonmal der Retter der Stunde werden. Wahnsinnig abwechslungsreiche 400 Seiten, die wie im Rausch vorüberfliegen und trotz aller komplexen Storyentwicklungen erneut ein enormes Tempo an den Tag legen.

      Auch das Artwork konnte mich erneut begeistern. Die grandiose Farbgebung unterstützt die Zeichnungen perfekt und sorgt bei so manchem Objekt für eine beeindruckende Plastizität. Die brutalen Szenen wirken durch die blutigen Details richtig heftig, aber am perfektesten sind die Endzeitbilder der Ruinen des zerstörten Neu-Tokio gelungen. Die Bilder strömen eine derart grandiose Atmosphäre aus, da fühle ich mich direkt an die katastrophalen Zustände in Tokyo nach Godzillas Angriff 1984 erinnert – und von mir als Kaiju-Fan und Liebhaber der Heisei-Staffel ist das schon beinahe ein Ritterschlag, denn der Neustart von ’84 zählt für mich zu den absoluten Highlights unter der mittlerweile über 30 Filme umfassenden Reihe.

      Meine Wertung: 10/10



      Habe vor Kurzem nochmal den Anime geschaut (ich find den klasse), aber in vielen Dingen unterscheidet er sich doch stark vom Manga und ab einem gewissen Punkt geht beides komplett getrennte Wege. Deshalb wusste ich bei Band 4 gar nicht was mich erwartet und ich hab absolut keine Ahnung, wie es weiter geht. Mann, was bin ich gespannt!!! Bis jetzt bestätigt sich der Rufdes Gesamtwerkes als Meisterwerk für mich voll und ganz.

      VG, God_W.
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    • Auf zu einem allerletzten Ritt… äh, Flug… hmmm… na Ihr wisst schon…

      God_W.(est) – Into the West (Nr. 11)



      Titel: Die Gringos 6 – Viva Zapata

      Verlag: Kult Editionen (FR: Dargaud)

      Format: 48 Seiten im Hardcover / nahezu Albenformat

      Inhalt: Les Gringos – Viva Zapata

      Autoren: Jean-Michel Charlier

      Zeichner: Victor de la Fuente

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Der dunkelhaarige Pete Flanaghan ist ein Gesetzloser und Sprengstoffspezialist, der sich offenbar nur für eins interessiert: Geld.
      Der blonde Chett Crawford ist Pilot, schätzt die angenehmen Seiten des Lebens und einen gewissen Anstand im zwischenmenschlichen Umgang.
      Die zwei haben so gut wie nichts gemein.
      Doch das Schicksal schweißt das ungleiche Paar zusammen.
      Mehr oder weniger freiwillig veranstalten Chett und Pete ihre Feuerwerke, wobei sich die gegensätzlichen Charaktere wirkungsvoll ergänzen.

      Die Geschichte spielt während der mexikanischen Revolution zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit schillernden Gestalten wie Helden, Schurken und Killern.?



      Just my 2 cents:
      Mit einem leicht mulmigen Gefühl habe ich mich an den sechsten Band der Gringos gewagt. Nicht nur, dass ich den Vorgänger nicht wirklich gelungen fand, es war mir auch klar, dass diese Geschichte hier mein letztes Zusammentreffen mit den beiden Haudegen Chett und Pete darstellen würde, denn fortgesetzt wurde die Reihe leider nie. Auch das am Schluss der Story somit ein paar lose Enden übrig bleiben war mir vorab bekannt, was aber nicht wirklich tragisch ist, wenn es so läuft wie bei den ersten fünf Bänden. Auch da waren immer einige Handlungsstränge offengeblieben, aber das aktuelle Abenteuer an sich hat schon ein befriedigendes Ende gefunden. Also hoffen wir, dass es diesmal ähnlich ausgeht und das letzte Abenteuer mit unseren liebgewonnenen Gringos etwas mehr hergibt, als das fünfte mit dem berühmten Namen im Titel.

      Von jetzt an wird alles anders. Das merken wir nicht nur gleich im ersten Panel, nein, es wird uns sogar direkt gesagt! Von dem Ich-Erzähler der uns fortan begleitet, durchs Abenteuer führt und dessen Identität uns vorerst verborgen bleibt. Der sympathische alte Mann macht aber einen prima Job, denn er zieht die ganze Story mit ihren vielen Protagonisten und deren mehr oder weniger starken Verwicklungen untereinander als ein süffisantes Billardspiel auf, bei dem sich die Kugeln hier und da gegenseitig in den Weg geraten. Das hilft ungemein die teilweise doch nicht ganz unkomplizierten Zusammenhänge zu verstehen. Irgendein berühmter Regisseur hat zwar mal gesagt, dass nur Leute die es nicht schaffen eine Geschichte in Bildern und Dialogen zu erzählen eine Off-Stimme benötigen (sprich: Das Drehbuch oder der Regisseur sind scheiße), aber hey, ich liebe beispielsweise Frank Darabonts King-Adaption Die Verurteilten und die Preise, welche der Streifen eingeheimst hat (oder für die er zumindest nominiert wurde) sprechen ja auch eine deutliche Sprache. Nein, ich will die Gringos nicht mit einem solchen Leinwandmeisterwerk vergleichen, aber ein guter Erzähler ist bestimmt nicht immer das Schlechteste.

      Über die Story selbst will ich nicht allzu viel verraten, denn gerade die politischen Verwicklungen in diesem Band würden einige Ereignisse aus den vorangegangenen spoilern, aber auch abseits des Konflikts um die Machtposition im Land gibt es Einiges zu erleben im letzten Abenteuer der Gringos. Im November des Jahres 1913 sind wir in den Abendstunden zu Gast im Salon des Hotels Imperial, einem Dreh und Angelpunkt der gehobenen Gesellschaft, in dem sich gleich mehrere Akteure unserer zukünftigen Billardpartie versammelt haben. Der von uns allen gehasste Tyrann General Huerta frönt mal wieder dem Alkohol und lässt sich zur Verbesserung seines Rufes mit einem kleinen Kind ablichten. Weitaus interessanter ist allerdings das Streitgespräch zwischen einem hübschen jungen Mann und seinem halbspanischen Freund Frankie. Der Junge will unbedingt nach Süden zu den Rebellen Zapatas um seinen Vater ausfindig zu machen, und zu töten. Frankie findet das zu gefährlich und das Ganze artet in Beleidigungen und schließlich sogar Handgreiflichkeiten aus.



      Als Frankie aus dem Hotel stürmt gibt es vor der Tür noch einen weiteren Eklat, bevor er sich, aus welch ominösen Gründen auch immer, zur deutschen Botschaft auf macht. An ganz anderer Stelle sitzt der alte Manuel Araonz, seines Zeichens einer der reichsten Haciendados des Landes und schwer an Parkinson erkrankt, traurig grübelnd auf seiner Veranda. Eine alte, grantige Frau macht dem an den Stuhl gefesselten und des Sprechens mittlerweile unfähigen Greis das Leben zur Hölle. Doch gibt es da eine ebenso traurig dreinblickende Küchenmagd, die Manuel in ganz anderer Art umsorgt. Doch was haben ihre Blicke zu bedeuten?

      Pancho Villa kämpft mit seinen Rebellen derweil im Norden des Landes gegen die Schreckensherrschaft, während Emiliano Zapata das Gleiche im Süden macht. Dass sich die beiden ungleichen Anführer in fast gar nichts einig sind hilft der Revolution nicht gerade voran zu kommen. Da Schwerenöter Chett mal wieder eine verheiratete Frau bezirzt hat mussten die beiden Gringos, wie so oft, überstürzt fliehen und sind gerade dabei eine Bruchlandung in einen kleinen Schuppen zu setzen. Dort war der äußerst romantisch veranlagte Pulguita gerade dabei gelyncht, oder zumindest böse verprügelt zu werden. Denn der umherziehende und nach seiner großen Liebe suchende verkauft um über die Runden zu kommen allerlei „magischen“ oder „besonderen“ Krimskrams. Allerdings war da die Kundschaft scheinbar unzufrieden und fortan haben Chett und Pete das etwas naive Schlitzohr an der Backe.

      Jetzt mixt das alles mal kräftig durch, schüttelt wild und schaut mal, was dabei herauskommt, wenn man zwischen all diesen Leuten Fäden in den unterschiedlichsten Variationen schnürt, noch ein paar Nebenrollen dazu packt und die Wirren einer bereits Jahre andauernden Revolution hinzufügt. Egal was es ist, es hat vor allem eins gemacht: Lust auf mehr – und das gibt es halt leider nicht. :(

      Hach Leute, das war wahrlich ein bittersüßer Abschied. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kehre ich den Gringos den Rücken zu. Weil mir die Reihe insgesamt doch viel Freude bereitet hat, der letzte Band zwar nicht der Beste, aber doch deutlich besser als sein Vorgänger daherkommt und mir die neue Erzählstruktur wirklich sehr gut gefallen hat. Wie gerne hätte ich gewusst, wie die Geschichten der beiden sympathischen Draufgänger weitergehen, vor allem, weil die losen Enden der Story mich doch ganz schön angetriggert haben. Aber alles Gute hat einmal ein Ende und die Gringos sind vielleicht kein Meisterwerk, aber man kann viele spannende und amüsante Stunden mit ihnen im wilden Mexico verbringen, ohne sich jemals zu langweilen. Das war insgesamt eine schöne Zeit, aber jetzt werde ich mich in Sachen Western wohl erstmal wieder der härteren Gangart von Durango zuwenden und anschließend einen wohl abgeschlossenen Vierteiler starten. Bye bye Ihr Gringos! :hutab:



      Meine Wertung: 6/10

      Was der Reihe in Summe eine 6,5/10 einbringt. Gute Unterhaltung bei der alle Western-Fans, vor allem wenn sie mit dem Mexico-Setting was anfangen könnt, nichts verkehrt machen können. Aber auch alle anderen Liebhaber leicht humorvoll angehauchter Western können einen Blick riskieren. Um Leser auch genreübergreifend begeistern zu können fehlt es leider an der ein oder anderen Zutat.

      VG, God_W.
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    • Wo Dich niemand schreien hört…



      Titel: Nameless

      Verlag: Cross Cult (US: Image)

      Format: 192 Seiten im kleinformatigen Hardcover

      Inhalt: Nameless

      Autoren: Grant Morrison

      Zeichner: Chris Burnham

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Comic-Mastermind Grant Morrison ist zurück. Mit einem okkulten Sci-Fi-Horror-Thriller, der weder vor Maya-Mystizismus noch krassen Splatter-Szenen zurückschreckt.

      Okkult-Experte "Nameless" wird auf eine aussichtslose Mission ins All geschickt. Mit einem Team erfahrener Astronauten soll er verhindern, dass der Asteroid Xibalba mit der Erde kollidiert. Doch wie immer ist nichts, wie es scheint und "Nameless" stolpert tiefer und tiefer hinein in ein unmenschliches Experiment. Immer dicht auf seinen Fersen: Eine verschleierte Lady, die ihn in seinen Träumen jagt.

      Die großartigen Artworks von Chris Burnham, die direkt aus der Hölle zu kommen scheinen, untermauern die unheilschwangere Grundstimmung, die von Grant Morrisons abgefahrener Story gelegt wird. Ein Muss für Fans von Sci-Fi, Horror und bewusstseinsverändernden Geschichten.



      Just my 2 cents:
      Nameless. Morrison. Ja, stimmt, aufmerksamen Lesern meines Threads ist vielleicht schon aufgefallen, dass ich schon vor einigen Monaten mal angemerkt hatte, dass ich das Werk gelesen habe und unbedingt mal etwas drüber schreiben muss. So war das auch. Gelesen, verinnerlicht, ein bisschen Recherche zu verschiedenen gefallenen Begriffen betrieben und versucht die zwar faszinierten, aber hoffnungslos verknoteten Gehirnwindungen halbwegs wieder auf Spur zu bringen. Hab eine ganze Menge Gedanken zu dem Teil gehabt, manchmal zogen die mich in die eine Richtung, mal in die Andere und immer war ich mir über meine eigenen Rückschlüsse total im Unklaren. So ist der Band in meinem Rezistapel stetig weiter nach unten gewandert und wurde regelmäßig von „Zugänglicherem“ überholt. Bis ich schließlich beschloss das Ganze noch ein Weilchen sacken zu lassen und mir den mystisch-magisch-okkulten Sci-Fi-Horror-Gehinrnwindungsverschwurbler einfach nochmal vorzunehmen. Die Tage war es dann endlich so weit und auch, wenn ich aus der zweiten Sichtung nicht viel geordneter hervorgegangen bin als aus der ersten, so wird es doch Zeit meine Erfahrungen mit Euch zu teilen. Doch eine kleine Anmerkung vorweg: Die müssen keineswegs mit den Erlebnissen oder daraus folgenden Schlüssen irgendeines anderen Lesers von Nameless übereinstimmen, und ich denke, so war das von Mr. Morrison auch gedacht.

      Nameless, so nennt sich der „Held“ der Geschichte und wer sich auch nur ganz entfernt ein wenig mit der Materie des Okkulten und Dämonischen auskennt, oder zumindest schon mal mit John Constantine unterwegs war, der weiß, dass Namen Macht über jemanden verleihen. Deshalb war es wohl ein ganz kluger Schachzug von unserem Spezialisten für Okkultes und Magisches sich selbst Nameless zu taufen, denn niemand kennt seinen wahren Namen, und das bietet bekanntlich schonmal einen ganz guten Schutz. Den braucht er auch, denn seine Auftraggeber haben ihn angeheuert um einen antiken Schlüssel aus einem Maya-Tempel zu stehlen, was nicht nur weltliche Probleme mit sich bringt. Doch auch wenn Nameless nicht so cool und kaltschnäuzig wie der Hellblazer daherkommt gelingt es ihm dennoch den Schlüssel aus erst aus dem Tempel, dann aus einer psychischen Zwischenwelt und schließlich vor Fischköpfigen Monstren zu retten. Wie er dabei plötzlich aus einem abgelegenen Dschungel entkommt, nur mit Unterwäsche bekleidet in einem Stadtbus weiter flüchtet, sich auf einem Boot wiederfindet, von wo aus er ins eiskalte Wasser bugsiert wird, nur um von der wunderschönen Sofia gerettet zu werden, ja das wird erstmal nicht allzu genau erklärt.

      Allerdings ist Sofia eine Mitarbeiterin des Milliardenschweren Paul Darius, der eine alte Basis auf der dunklen Seite des Mondes erstehen konnte, und von dort aus die Mission zur Rettung der Welt starten will. Denn auch wenn es bislang kaum jemand weiß steht unser aller Ende kurz bevor. Der Asteroid 626000, auch Xibalba genannt. Der Name ist ganz passend, bezeichneten die Maya doch so ihre Unterwelt, in etwa so wie Dante die Kreise der Hölle beschrieb, und dort werden wir alle landen, sollte der Himmelkörper in 33 Tagen (die Zahl hat sicher auch eine Bedeutung!) auf die Erde treffen. Nameless soll also zu dem Team stoßen, dass die Rettung der Menschheit bewerkstelligen soll, so richtig inklusive ikonischer Szenen wie bei Der Stoff aus dem die Helden sind und dergleichen. Aber wie soll ein Spezialist für Okkultes bei dieser Aufgabe von Nutzen sein? Ganz einfach, der Asteroid ist nicht einfach nur ein Gesteinsklumpen, nein, denn auf seiner Flanke prangt ein mehrere Kilometer großes Symbol, welches gemeinhin das Tor von Az bezeichnet, den Übergang zum Anti-Universum. Das ist zum einen nichts Gutes und zum anderen bei weitem nicht die einzige Besonderheit des mit 80.000 Km/h auf uns zurasenden Brockens.

      Also ab ins All (oder in den eigenen Geist?) zu den anderen Helden (bösartigen Viren/Parasiten namens Mensch?) wo unsägliche Schrecken warten (oder warten die in unserer Seele?) zur Rettung der Welt (ihrer vorsätzlichen Vernichtung?) mit Gottes Hilfe (dem wahnsinnigen Kriegsgefangenen?) zum Wohle der Menschheit (deren ewiger Verdammnis?) und für eine blühende Zukunft (in ewig währendem Chaos?).



      Wirklich weiterlesen? Dann im nächsten Post
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      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Fortsetzung des Versuchs meine Gedanken wieder auf die Kette zu bekommen

      Ja krass. Was war oder ist denn hier jetzt Masse? Diese vollkommen abgedrehte Tour de Force muss man erstmal sacken lassen. Dann radiert man die ganzen Fragezeichen erstmal weg und macht sich an die erläuternden Ergänzungen, die dem Band durch den Autor selbst beigefügt würden. Da wird uns schon klarwerden, was er dem geneigten Leser damit sagen will. – PLOP – PLOP – PLOP – Sind fast ebenso viele Fragezeichen wieder da, wie wir zuvor beiseitegeschoben hatten. Okay, ganz so schlimm ist es nicht, die Kommentare helfen schon die Ursprünge der Ideen teilweise nachzuvollziehen und bringen ein wenig diesiges Licht in die ein oder andere Szene. Aber ich bin wirklich meilenweit entfernt davon zu behaupten das alles gecheckt zu haben, was mir hier aufgetischt wurde.

      Mit dem modernen Begriff der Magie und den okkulten Verbindungen habe ich halt auch gar nichts am Hut. Klar, die Verbindungen zu Lovecraft habe ich schon ausmachen können und sogar den ein oder andere Begriff aus der Maya-Kultur und deren Mythologie habe ich schon mal gehört. Schließlich habe ich früher auch Baphomets Fluch 2 gezockt ( ;) ). Also gut, das hat nicht wirklich geholfen, aber wir sind ziemlich interessiert an alten Kulturen, Tempeln und Pyramiden. Dementsprechend haben wir in Ägypten schon Einiges besucht und auch in Griechenland viel besichtigt. Sollte alles nach Plan verlaufen sind im kommenden Frühjahr dann einige Maya-Stätten dran und deshalb habe ich vor Kurzem begonnen mich ein wenig in das Thema einzulesen. War hier jetzt nicht ganz verkehrt, beleuchtet aber dennoch nur ein paar winzige Fragmente des hammerharten Mind-Fucks, den Grant Morrison hier abzieht.



      Dennoch, oder gerade deshalb, bin ich absolut gefesselt und fasziniert von Nameless, mit seinen Unmengen an verschiedenen Ansätzen und Interpretationsmöglichkeiten. Dazu all die Reminiszenzen, die ich vermutlich nur Bruchteilen ausmachen konnte, aber wenigstens einen Hauch von Vertrautheit in das so fremd und krank anmutende Stück Literatur einbetten. Da fühlt man sich im von einem der vielen, mit Séancen bestückten Okkult-Schocker in die nächste Variante von Event Horizon versetzt. Ein wilder Ritt zwischen Armageddon oder Deep Impact führt uns zu Parasiten-Aliens, geisteskranken Killern oder Lovecrafts tiefen Wesen. Apropos Lovecraft, auch die großen Alten dürfen nicht fehlen, Anti-Universen (oder doch Tore zur Hölle?) drohen herüber zu schwappen und die These, dass der vom Großteil der Menschheit verehrte Gott (wie auch immer wir ihn nennen mögen) in Wahrheit ein geisteskranker, übermächtiger Kriegsgefangener aus einem unendlich bösen Gegenuniversum ist, ist mein heimlicher Favorit. :thumbsup:

      Der total abgehobene Flick ist ganz schön harter Tobak und nichts für zarte Gemüter! Chris Burnham bringt Morrisons Visionen mit seinem klaren Strich in sehr detaillierten Bildern auf die randlos bedruckten Seiten. Da wird mit Gore nicht gegeizt und die Texte sind ebenso harter Stoff. Das ist schon heftig, was da alles so abgeht und die Empfehlung auf der Rückseite des Bandes, dass der Comic erst ab 16 Jahren gelesen werden sollte kommt nicht von ungefähr. Andererseits kommen auch sarkastische und lustige Ideen nicht zu kurz. Das sich die Protagonisten selbst in einer Mischung aus Der Exorzist und Apollo 13 gefangen sehen finde ich äußerst sympathisch und, dass es selbst die drei Stooges wieder zu neuen Ehren schaffen feiere ich geradezu. Feiern kann man auch das Buch selbst, dieses ist mit seinen erhabenen Schutzzeichen, die auf den Raumanzügen prangen, dem randlosen Druck und der hochwertigen Bindung nebst tollem Druck ein kleines Schmuckstück im Regal. Alle Cover sind ebenso enthalten wie ein kleines Making of und natürlich der enorm wichtige, fünfseitige Teil mit den Erläuterungen. So kommt die gut 150 Seiten starke Story auf einen Band mit nahezu 200 Seiten, da hat sich Cross Cult nicht lumpen lassen.



      Es wurden ja sowohl hier als auch andernorts schon mehrfach Lösungsansätze und Theorien geäußert, was denn da jetzt eigentlich auf diesen gut 150 Seiten passiert ist. Ich will da jetzt auch gar keine ganze Latte von aufzählen, sondern mich einfach auf den Moment beschränken. Meine aktuell für mich am schönsten funktionierende Theorie ist eine vergleichsweise bodenständige (und nach dem nächsten Lesen – was bestimmt passiert – kann die ganz anders aussehen):
      Spoiler anzeigen
      Ich beherzige den letzten Satz des ersten Kapitels „nichts ist real“ und fasse den insofern auf, dass ich durchaus glaube, dass ein Großteil der Geschehnisse in Kapitel fünf, also im Haus des Schreckens, stattgefunden haben. Nameless war einer von 13 Spezialisten, die an einer Séance teilnahmen um Kontakt zu einem „Aussenseiter“, einem Wesen aus dem Anti-Universum aufzunehmen. Ein besonderer Stein, Ixaxaar, der den Legenden nach die Tore zur Hölle öffnen soll, sollte dabei als Schlüssel dienen. Doch Nameless war nicht so schlau wie er dachte, und das rachsüchtige Wesen, das wir Gott nennen und welches seit einem 15.000 Jahre andauernden Krieg gefangen war, konnte in seinen Geist, und somit in unsere Welt gelangen. Nameless‘ Geist war dafür besonders empfänglich, weil sowieso ein freier Platz war, seit er seine (vermutlich siamesische) Zwillingsschwester bereits im Mutterleib getötet hatte (könnte auch ein Unfall oder „gewöhnliche“ Komplikationen gewesen sein). Nameless tötete alle übrigen Anwesenden auf äußerst bestialische Weise und versuchte ob der Schrecken, die er während seiner Taten selbst mit ansehen musste, zusätzlich zu denen, die ihm von Gott gezeigt wurden, sich daraufhin die eigenen Augen herauszureißen. Alles weitere geschah nur innerhalb seines eigenen Bewusstseins und Nameless selbst sitzt jetzt (hoffentlich auf ewig) in einem Bunker in einer abgeschotteten Basis, dem Palast der Wermut, und in seiner Hülle, die ebenfalls als Gefängnis dient, möge das göttliche Wesen aus dem Anti-Universum für immer gefangen bleiben.
      Nur meine eigene, aktuelle Interpretation! Und ja, ganz normal bin ich vermutlich auch nicht, aber wer ist das schon? Oder was ist das überhaupt? Ich bin jetzt schon gespannt, wie ich das Ganze nach einem Re-Read sehe und bin froh, dass ich zum Vergleich dann hier nachlesen kann. :blaugrins:

      Welche junge Dame sich auch immer dazu bereit erklärt, diesen Comic zu lesen und nach dem ersten Durchgang die Kernaussage als Schluss zieht, die Grant Morrison im letzten Satz des Anhangs zum besten gibt, was dieser Erguss der neunten Kunst im Grunde tun soll, der sollte entweder umgehend die Weltherrschaft übergeben, oder zumindest der Nobelpreis (in was auch immer) verliehen werden – oder vielleicht sperrt man Sie am besten für immer in ein dunkles Loch. Dazwischen gibt es nicht viele Möglichkeiten, genau wie bei der Beurteilung von Nameless. Zwischen himmelhochjauchzend und angewiderter Verständnislosigkeit gibt es auch hier kaum Spielraum.

      Meine Wertung: 9/10



      Lest es oder lasst es, sagt nur nicht ich hätte Euch nicht gewarnt!

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

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    • Ein Jahr God_W. im PF! (hab ich jetzt grad wirklich in der dritten Person von mir gesprochen? – Moment, ich probier’s nochmal…)

      Mein erstes Jahr im Panini Forum – ein intensiver Einstieg die Welt der neunten Kunst

      Zur Feier dieses kleinen Jubiläums möchte ich heute mal keine „Kurzreview“ schreiben, sondern stattdessen ein kleines Resümee ziehen, einige statistische Auswertungen fahren und meine Höhen und Tiefen in dieser recht kurzen, aber ungemein bereichernden Zeit schildern.

      Ich hole mal ganz weit aus. Als Kind hatte ich natürlich, wie die allermeisten, immer mal das Mickey Maus Heft, die ein oder andere Yps-Ausgabe und ein paar wenige, ziemlich zerfledderte Lustige Taschenbücher. Ziemlich zerfleddert, weil ich die von meinen größeren Brüdern vererbt bekam. So manches Asterix oder Lucky Luke Album gehörte da natürlich auch zum Portfolio, also alles eher Standardkram. Das war auch alles ganz schön, aber eine richtige Begeisterung hat sich da bei mir irgendwie nicht eingestellt. Bei den Heften waren mir die Gimmicks immer wichtiger als der Inhalt und so sind von den Comics nur zwei richtig bei mir hängen geblieben. Das war der Lucky Luke Band Die Daltons im Blizzard, da hat sich damals wohl schon mein Faible für Stories um Menschen in Extremsituationen abgezeichnet, und das lustige Taschenbuch in dem die Nibelungensage nacherzählt wurde. Also auch fantastische und historische Stoffe wussten mich damals schon zu fesseln. Kann mir zufällig jemand hier sagen welche Ausgabe des LTB das war? Das hab ich nämlich leider alles nicht mehr.

      Dann ging es von der Grundschule weiter aufs Gymnasium und die Realschule, mein Fokus lag mehr auf Sport, Filmen und auf normalen Büchern und mit Comics hatte ich viele viele Jahre rein gar nichts am Hut. Allerdings war ich schon von klein auf großer Kaiju- vor allem natürlich Godzilla-Fan und das Carlsen 1998 nahezu zeitgleich mit dem Beginn meiner Lehre eine Godzilla-Heftserie startete grenzt ja fast schon an Schicksal, denn zur Arbeit ging es, vor allem in der Winterzeit damals mit dem Bus und beim Umsteigen am Hauptbahnhof hatte ich oftmals lange Zeit um in der Bahnhofsbuchhandlung zu stöbern und stieß per Zufall auf die Comics um den großen Grünen. Mit sieben Ausgaben war die Reihe zwar leider recht kurzlebig, aber ich hatte dennoch viel Freude daran und so wurden die Hefte sehr schnell ganz schön zerlesen. Gab Jahre später dann trotzdem noch ein paar Euro im E-Bay dafür, auch wenn ich mich jetzt natürlich ärgere die überhaupt veräußert zu haben.

      Auch danach wurde es um das Thema Comics wieder sehr ruhig bei mir, aber durch Godzilla drauf gebracht hielt ich doch immer mal wieder die Augen offen, ob nicht etwas erscheint, was zu meinen Vorlieben aus Film und Fernsehen, oder auch aus Büchern passt. Über die Jahre kam so zwar keine Sammlung zustande, aber doch einige Bände rund um die Aliens und Predatoren, den Planet der Affen, den Wüstenplaneten, Kings Dunklen Turm und schließlich The Walking Dead. Ihr merkt, das war durch die ganzen Filmlizenzen dann schnell ziemlich Cross-Cult-lastig und so stach mir bei den Jungs ob meiner Leidenschaft für Science Fiction auch irgendwann Drifter ins Auge. Da die von mir ins Auge gefassten Vorzugsausgaben nicht ganz billig waren wollte ich mich darüber vorab ein wenig informieren und habe Reviews dazu auf YouTube gesucht. – Ganz böser Fehler… oder auch nicht, je nachdem wie man es sieht.

      So kam ich im letzten September auf den Kanal eines Nerds, der unter anderem auch großer Spawn-Fan ist und den Hellblazer, vor allem den Garth Ennis Run, in den höchsten Tönen lobt. Spawn? Der Film war doch damals als Jugendlicher eigentlich ganz cool :kratz: . Da gibt es eine Collection mit den Anfängen und man muss nicht mittendrin einsteigen? OK, das probiere ich mal aus. Gesagt getan trudelte einige Tage später der erste Band der Spawn Origins Collection ins Haus, ausgerechnet kurz vor unserem Abflug in den Urlaub :omg: . Aber die ersten Hefte habe ich in der Nacht vor unserem Abflug noch gelesen und war sehr begeistert!

      Die ersten Wochen unseres Besuchs in Griechenland waren wir auf Rundreise und haben ganz viel vom Land und den historischen Stätten gesehen, aber die letzte Woche verbrachten wir zu großen Teilen extrem entspannt in einem All-In-Bunker auf Kreta. Da lag ich so am Pool, das Tablet dabei, und war ein wenig traurig, dass ich Spawn nicht weiterlesen konnte. Also zumindest ein wenig „Hunger“ holen und online mal ein bissl informieren, was es da alles so gibt. So fand ich natürlich direkt den Weg ins Panini Forum. Schnell entdeckte ich viele interessante Beiträge, aber es stellten sich mir auch eine Menge Fragen. Ich musste also aktiv werden. Meine Anmeldung wurde glücklicherweise über Nacht freigeschaltet und bis ich nach einer Woche nach Hause kam warteten bereits die nächsten Bände der Spawn Origins Collection auf mich, die ersten Hellblazer ausgaben waren ebenfalls noch während unserer Abwesenheit eingetroffen und das erste Hellboy-Kompendium war auch schon unterwegs. Wie heißt es so schön? The Rest is History…

      Und die geht im nächsten Post weiter...
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