Just my 2 cents - Kurzreviews von God_W.

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    • Zurück im Mignola-Verse...



      Titel: Geschichten aus dem Hellboy Universum – Band 2

      Verlag: Cross Cult (US: Dark Horse)

      Format: 600 Seiten im kleinformatigen Hardcover

      Inhalt: Lobster Johnson: Die brennende Hand; Hellboy: Haus der lebenden Toten; B.U.A.P.: Menschsein; B.U.A.P.: Krieg den Fröschen; Abe Sapien: Mit dem Teufel ist nicht zu Spaßen

      Autoren: Mike Mignola, John Arcudi, Scott Allie,

      Zeichner: Tonci Zonjic, Richard Corben, Karl Moline, Guy Davis, Andy Owens, Jo Chen, Herb Trimpe, John Severin, Peter Snejbjerg, Patric Reynolds, James Harren

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Der Band ist in limitierter Auflage erscheinen: 1.222 Exemplare

      Auch der zweite HELLBOY-Wälzer versammelt alles, was Rang und Namen hat in der US-Comicgemeinde. Mike Mignola allem voran geben sich hier erneut die erfahrenen Mignolaverse-Haudegen wie Scott Allie, John Arcudi, Richard Corben, Guy Davids, Karl Moline, John Severin oder Dave Stewart die Hand. Erstmals dabei ist Tonci Zonjic, der als Zeichner der Lobster-Johnson-Story neben Großmeister Corben auch gleich die meisten Seiten auf sich vereint und zu den Entdeckungen des Bandes gezählt werden darf.

      Diese Geschichten erwarten euch im zweiten, ziegelsteinformatigen HELLBOY-UNIVERSUM-Band:

      LOBSTER JOHNSON: DIE BRENNENDE HAND
      Geisterhafte Indianer versetzen die Stadt seit Tagen in Angst und Schrecken. Dafür sorgen besonders die Polizisten, die skalpiert aufgefunden werden. Doch die Liquidierung dieser Gestalten stürzt Lobster Johnson und seine Verbündete nur in ein noch gewaltigeres Rätsel, dessen Aufklärung durch die allzu neugierige Reporterin Cindy Tynan behindert und durch das Auftauchen eines unverwundbaren Gangsters ohne Gesicht und seiner ebenso unheimlichen Komplizen nicht gerade erleichtert wird.

      HELLBOY: HAUS DER LEBENDEN TOTEN
      Mexiko 1952. Vom Tod eines Freundes gepeinigt, ist Hellboy zu einem Trunkenbold verkommen, der sich als Luchador verdingt. Gegen Geld steigt er in den Ring und prügelt sich. Doch um das Leben eines unschuldigen Mädchens zu retten, muss er wieder einen klaren Kopf kriegen und gegen eine üble Horde des Teufels antreten. Im Haus des Horrors erwarten ihn ein verrückter Wissenschaftler und seine Frankensteinkreatur, ein Werwolf und nicht zuletzt ein paar verlockende Vampirladies.

      B.U.A.P.: MENSCHSEIN
      Die B.U.A,P.-Agenten bei ihren allerfrühesten paranormalen Einsätzen: Von 1976, als Liz bei ihrer ersten offiziellen Mission einem Geist aus dem 17. Jahrhundert gegenübersteht, über eine von Abe angeführte Monsterjagd in den Wäldern Minnesotas 1981 bis ins Jahr 2000 und Rogers erstem Fall zusammen mit Hellboy in South Carolina, der eine Familientragödie aufdecken wird, reichen die Begegnungen de/r übersinnlichen Agenten mit dem Unerklärlichen.

      B.U.A.P.: KRIEG DEN FRÖSCHEN
      Zu Beginn der Plage, in den ersten Tagen, bildeten die B.U.A.P. und die Streitkräfte eine Front gegen die Übergriffe in den Staaten, rotteten gemeinsam Brutplätze aus. Unvergessen bleiben die Erlebnisse und Schauplätze der ersten Kriegsstunden: das Zelt einer Gruppe von Wanderpredigern, ein dahinrostendes Kriegsschiff, eine alte Scheune, verlassene Gebäude mitten in den Städten oder der Ort, an denen die Frösche erstmals auftauchten – die nun überfluteten Ruinen von Cavendish Hall!

      ABE SAPIEN: MIT DEM TEUFEL IST NICHT ZU SPASSEN
      Die Untersuchungen paranormaler Tatorte lassen Abe Sapien vollkommen zerrüttet zurück. Auf die Gegner, die ihn bei der Untersuchung eines fluchbeladenen Sees sowie dem Teufelshaus des einsiedlerischen Dämonologen Van Lear fast umbringen, ist er nicht gefasst gewesen … geschweige auf die seelischen Belastungen! Als besonders folgenreich für die zukünftigen B.U.A.P.-Abenteuer wird sich aber Abes Entdeckung herausstellen, die er in einem gesunkenen russischen U-Boot macht.

      Post hatte mehr als 10.000 Zeichen, deshalb folgen Just my 2 cents im zweiten Teil...
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      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Just my 2 cents:
      Da ich schon vom ersten Ausflug in das Hellboy-Universum recht angetan war, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis ich mich in die nächste Runde stürzte. Wieder erwartet uns mit 600 Seiten ein prall gefülltes Hardcover mit jeder Menge übernatürlich angehauchten Stories rund um die Welt unseres Lieblings-Höllenjungen. Da die Jungs von Cross Cult so freundlich waren und die Inhaltsangaben schon recht ausführlich gestaltet haben, werde ich jetzt nicht mehr groß erklären worum es in den einzelnen Stories geht, sondern nur kurz meine Meinung zum jeweiligen Abenteuer mitteilen.



      Lobster Johnson: Die brennende Hand
      Der Band startet gleich mit einem Lobster-Johnson-Knaller wie ich ihn liebe. Ich merke, ich werde immer mehr Fan dieses coolen, kaltschnäuzigen Helden, der immer einen Spruch auf den Lippen hat. Die Story beginnt recht abgedreht mit wilden Geister-Indianern, die Polizisten skalpieren und ich war echt überrascht mit welcher Brutalität es in „Die brennende Hand“ zu Werke geht, also nicht nur zu Beginn sondern durchgehend. Das verleiht dem Plot eine gewisse Ernsthaftigkeit und Härte die nur von einigen trockenen Sprüchen unterbrochen wird. Steht unserem Helden aber extrem gut. Die Zeichnungen von Tonci Zonjic sind bei den Figuren und vor allem den Gesichtern zumeist recht Detailarm, aber die Atmosphäre der 30er Jahre wird perfekt transportiert schafft eine tolle Stimmung. Top Einstieg in die zweite Runde der Geschichten aus dem Hellboy-Universum.



      Hellboy: Haus der lebenden Toten
      Endlich darf der Höllenjunge auch in den „Geschichten aus dem Hellboy-Universum“ selbst mal ran. Die extrem launige Story verbindet Mexikanische Wrestling-Matches mit Vampiren und dem Wolfsmenschen, schlägt eine Brücke zu Frankenstein Underground und stellt eine, zwar extrem trashige, aber auch überaus charmante Hommage an die großen Klassiker mit Boris Karloff, Lon Chaney Jr. Und Bela Lugosi dar. Macht einfach Spaß! Ach ja, und das Artwork von Richard Corben empfinde ich auch als ziemlich gelungen.



      B.U.A.P.: Menschsein
      - Der Toten Gedenken
      Nach einer kurzen Einleitung mit Hellboy himself hat Liz Sherman hier endlich einen großen Auftritt. Die sehr spannende und teilweise tragische Hexengeschichte verbindet Stephen King’s „Feuerkind“ mit „Blair Witch Project“ und den ganzen klassischen Hexengeschichten aus den Gründertagen. Schönes Ding in dem wir endlich mehr über Liz‘ Vergangenheit erfahren. Das moderner wirkende Artwork von Moline und Owens stellt auch mal eine willkommene Abwechslung dar.



      - Verluste
      Kurze, brutale Werwolf-Story, die uns die Bindung zwischen Liz und Abe Sapien sowie deren jeweilige Einstellung zum Leben und der Arbeit in der B.U.A.P. näher bringt. Kurz, knackig, gut.



      - Mensch Sein
      Knallharte Rache-Story über eine ungewollte Tochter und die Leiden, die Ihre Mutter ertragen musste. Schon wieder ist Hellboy am Start und auch der Homunkulus aus „Hellboy: Der Teufel erwacht“ ist am Start.



      B.U.A.P.: Krieg den Fröschen
      In diesem actionreichen Kernstück des Buches geht es ja sowas von rund! Nahezu alle B.U.A.P-Mitglieder kommen in den actionreichen Schlachten zum Zuge. Wirklich jeder hat seinen großen Auftritt und von riesenhaften Drachenmonstern (Nessie, bist Du‘s?) über Lovecraftsche tiefe Wesen bis zu drohender Gefahr durch Sektenähnliche Scharlatanerie mit Todesfolge bzw. Verwandlung ist einiges vertreten. Dazu wird eine ganze Truppe illustrer Zeichner von der Leine gelassen und so kommt jedes Kapitel frisch und in neuem Stil daher. Ein Fest für die Augen.



      Abe Sapien: Mit dem Teufel ist nicht zu spaßen
      - Der besessene Junge
      Grandiose Abe Sapien-Dämonen-Geschichte mit dem schönsten Artwork des gesamten Buches. Danke Patric Reynolds!



      - Die Tiefsee-Ebene
      Untote, teils wirklich eklige, russische Wasserleichen-Zombies, die in versunkenen U-Booten mächtige Artefakte bewachen. Abe Sapien mittendrin und Varvara (bekannt aus B.U.A.P. 1946) mischt auch noch mit. Klingt wild? Ist es auch! Aber auch extrem stimmig, teilweise richtig witzig und hat doch den ein oder anderen traurigen Moment zu bieten. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle wie ich sie mag, von Peter Snejbjerg schick in Szene gesetzt.



      - Mit dem Teufel ist nicht zu spaßen
      Zum Abschluss kommt es für Abe Sapien nochmal richtig dick und ohne heftigste Blessuren geht seine Begegnung der dritten Art diesmal auch nicht ab. Actionreich ohne Ende, aber sehr spannend kommt die Story daher und dennoch kommt der (fatalistische) Humor hier keinesfalls zu kurz. Vor allem, da der Endgegner mich immer an Lionels Mutter im Finale von „Brain Dead“ erinnert. Muss beim Schreiben schon wieder schmunzeln, wenn ich nur dran denke!

      Ja Leute, was soll ich sagen? Mein zweiter Ausflug ins Hellboy Universum hat mir echt nicht nur ein bisschen, sondern sogar viel besser gefallen als der Erste. Liegt vielleicht daran, dass ich mich auch an den Zeichenstil, der ja doch immer ein wenig Mignola-geprägt daherkommt, gewöhnt hab, aber ganz ehrlich: Die Charaktere, die mir im ersten Band so gut gefallen haben sind auf dem gleich hohen Niveau geblieben und die Storys der übrigen haben mich einfach überzeugt und die Bindung zu den Protagonisten vertieft. Abe Sapien fand ich im ersten Band beispielsweise noch recht „unnahbar“, hat mich jetzt aber komplett mitgenommen. Liz hat richtig tiefe gewonnen und mit dem Froschkrieg hat ein Actionfest alles aufgelockert und die B.U.A.P. als Organisation glaubwürdig etabliert. Ich hoffe so geht’s weiter! Wenn ich die Stories alle einzeln bewerte und dann die Quersumme bilde schrammt der Band echt nur ganz knapp an einer noch besseren Bewertung vorbei.

      Meine Wertung: 8/10

      Hat Euch der zweite Hellboy-Universum Band auch besser gefallen als der erste? Oder wenn Ihr nicht beide kennt, wie hat er Euch allgemein gefallen? Und welches ist Eure Lieblings-Geschichte aus dem Buch?

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

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    • Hmmm, schwierig. Das geht vielleicht bis ich wenigstens den ersten Band "Die Froschplage 1" gelesen hab, der kommt im März. Aber wenn ich warten würde, bis die alle erschienen sind müsste ich meine Hellboy Universum-Bände ja zweieinhalb Jahre ungelesen hier stehen lassen! Das ist einfach nicht machbar, grenzt ja an Selbstkasteiung! 8|
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    • Tom schrieb:

      excelsior1166 schrieb:

      Ich habe hier noch zwei LPs mit Covern von Berni Wrightson und Frank Frazetta... :love:
      Bitte zeigen !!!
      Obwohl ich glaub, dass ich das von Frazetta schon kenne . Das müsste von Molly Hatchet sein ;)
      Frazetta hat für Molly Hatchet mehrere Album-Cover gemalt, ich glaub' drei oder sogar vier?! :kratz: Die ersten drei Alben mal auf alle Fälle: Molly Hatchet, Flirtin' With Desaster und Beatin' The Odds fallen mir da direkt ein. Außerdem gibt's von ihm noch Cover für Nazareth und Wolfmother.
      Bei Wrightson denke ich zuerst mal an Meat Loaf - Dead Ringer. By the way: Das Cover von Meat Loaf - Bat Out Of Hell ist von Corben. :love:


    • Titel: John Constantine – Hellblazer: Garth Ennis Collection 4 – Feuer der Verdammnis

      Verlag: Panini (US: Vertigo)

      Format: 292 Seiten im großformatigen Hardcover

      Inhalt: US-Hefte # 56; 71-77; Special 1, Vertigo Winter’s Edge 2 Special

      Autoren: Garth Ennis

      Zeichner: Steve Dillon, Peter Snejbjerg,

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Der kettenrauchende Magier mit der spitzen Zunge schafft es mal wieder, zur richtigen Zeit am falschen Ort zu sein. Nachdem er als Penner in London versackt war, geht er für eine Auszeit nach New York. Doch alte Feinde warten schon - und bald macht er Bekanntschaft mit Voodoo-Magie und landet auf seiner eigenen Beerdigung!

      „Wollen wir das nicht alle? Die guten Teile der Vergangenheit mitnehmen in die Zukunft?“
      Wenn es bloß so einfach wäre.

      Nachdem seine Freundin Kit ihn verlassen hat und er in London auf der Straße versackt war, fliegt Constantine nun nach New York, um zu sich zu kommen und wieder gesund zu werden. Doch seine Reise führt ihn auf unwegsamen Pfaden durch Amerika und Irland bis auf seine eigene Beerdigung, wo einige besonders miese Teile seiner Vergangenheit auf ihn warten.



      Just my 2 cents:
      Zurück beim Mystiker in Trechcoat und mit Silk Cut im Mundwinkel. Aber Moment, was ist denn da los? Der Trenchcoat ist ja total verranzt, Zigaretten sind zum zu teuren Luxusgut geworden und statt Irish Malt gibt’s Methyl Alkohol, Hauptsache es knallt. Ja, John Constantine ist am unteren Ende der Nahrungskette angekommen, stellt jetzt selbst den Bodensatz der Gesellschaft dar. Es macht den Eindruck als wolle er sich an Silvester ganz alleine am Ufer der Themse zu Tode saufen, und allem Anschein nach gelingt ihm das auch bald, wenn er so weiter macht.

      So beginnt der vierte Band der Garth Ennis Collection mit der Story Sternstunde. John bricht bewusstlos am Ufer zusammen und findet sich unversehens in der Vision eines Weltkriegspiloten wieder. Von dieser Grenzerfahrung wachgerüttelt beschließt Constantine sein Leben wieder umzukrempeln. Eine tolle Geschichte und ein ganz starker Einstieg in den mit 292 Seiten enormen Band. Ich werde meine Erlebnisse beim Lesen kurz umreißen, dabei aber nicht auf jede Story im Detail eingehen.

      Nach diesem Starter wird es mit Beichte wieder sowas von böse und krass wie es nur Garth Ennis auf die Seiten hämmern kann. Wenn sadistische Priester einen Pakt mit dem Teufel schließen und zu pädophilen Psychopathen werden ist eins klar: Das ist die abgründige, böse Welt des Hellblazers und sie wird mich nicht mehr loslassen, ehe das Buch zu Ende ist.

      Im Anschluss an diese beiden grandiosen One-Shots startet mit Feuer der Verdammnis der große Story-Arc dieses Bandes. John reist in die USA um mal weg von allem zu kommen und sich wieder zu sammeln. In der bösen Welt die Garth Ennis erdacht hat geht das natürlich gründlich in die Hose. Constantine wird von alten Feinden entdeckt und auf einen Höllentrip geschickt der sich gewaschen hat. Über die große Geschichte will ich nicht zu viel verraten aber es ist klar, dass in einer durchtriebenen Zwischenwelt, einem abgründigen Abziehbild von Amerika, wo aufgeknüpfte Menschen als Straßenschilder dienen, Kannibalen den Central Park unsicher machen, und ein finsteres Wesen die Macht im weißen Haus inne hat niemals Langeweile aufkommt. Die Einzige Unterstützung, die unser liebster Dämonenjäger zu erwarten hat kommt von einem JFK, der stets sein Hirn festhalten muss, damit es nicht aus seinem zerschossenen Schädel fällt. Wenn das mal nicht Einiges über den Garth Ennis Run aussagt…



      Im weiteren Verlauf gibt es unter anderem ein Widersehen mit Kit (wenn auch nur in Rückblenden), zurück in Irland schafft es John mal wieder unfreiwillig für das (extrem brutale) Ableben eines Freundes zu sorgen und auch sein guter Freund Chas gibt uns diesmal Einblicke in Constantines Vergangenheit.

      Ganz am Ende wird es mit Dies ist das Tagebuch von Danny Drake nochmal sowas von heftig und hart, wie eine Story auch nur sein kann. Zum Plot mal nix, weil ich das nicht spoilern will, aber gerade für mich als Papa eine ganz harte Nummer. Wie ein Mensch sowas abziehen kann bleibt unbegreiflich und macht nochmal extrem deutlich: Garth Ennis versucht um den Hellblazer herum die denkbar schlechteste Welt zu kreieren, und die allertiefsten Abgründe unserer modernen Gesellschaft ans Licht zu holen, und das gelingt ihm mit einer Intensität, die ihres gleichen sucht.

      Das anhängende Special Lauter kleine Jungs und Mädchen ist jetzt keine Sternstunde, kann man sich aber mal angucken und ist für mich eh nur eine kleine „Zugabe“.

      WOW, hammerhartes Paket, das uns Panini wie gewohnt in top Bildqualität im schicken Hardcover präsentiert. Mit dem Artwork von Steve Dillon, der das Gros der Stories gezeichnet hat, komm ich mittlerweile auch sehr gut klar, kann denen streckenweise sogar einiges abgewinnen! Ich bin mal wieder begeistert und hoffe inständig, dass Garth Ennis in Band fünf einen würdigen Abschluss für diesen wirklich meisterhaften Run am Hellblazer hinbekommen hat.

      Meine Wertung: 9/10

      Welche der enthaltenen Stories fandet Ihr am besten? Und warum? Und kann mir zufällig jemand sagen, ob und wann die Constantine TV-Serie bei uns auf BD erscheint?

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • black hole schrieb:

      Tom schrieb:

      excelsior1166 schrieb:

      Ich habe hier noch zwei LPs mit Covern von Berni Wrightson und Frank Frazetta... :love:
      Bitte zeigen !!!Obwohl ich glaub, dass ich das von Frazetta schon kenne . Das müsste von Molly Hatchet sein ;)
      Frazetta hat für Molly Hatchet mehrere Album-Cover gemalt, ich glaub' drei oder sogar vier?! :kratz: Die ersten drei Alben mal auf alle Fälle: Molly Hatchet, Flirtin' With Desaster und Beatin' The Odds fallen mir da direkt ein. Außerdem gibt's von ihm noch Cover für Nazareth und Wolfmother.Bei Wrightson denke ich zuerst mal an Meat Loaf - Dead Ringer. By the way: Das Cover von Meat Loaf - Bat Out Of Hell ist von Corben. :love:
      Du bist gut! :thumbup:
      Alles richtig, ich habe aber nur die beiden Meat Loaf-Cover von Corben und Wrightson gefunden. Molly Hatchet muss noch bei meinem Bruder sein, hole ich mir am Wochenende zurück... :)
      excelsior 8)
      ...meine Zeit, mein Raubtier...
    • excelsior1166 schrieb:

      black hole schrieb:

      Tom schrieb:

      excelsior1166 schrieb:

      Ich habe hier noch zwei LPs mit Covern von Berni Wrightson und Frank Frazetta... :love:
      Bitte zeigen !!!Obwohl ich glaub, dass ich das von Frazetta schon kenne . Das müsste von Molly Hatchet sein ;)
      Frazetta hat für Molly Hatchet mehrere Album-Cover gemalt, ich glaub' drei oder sogar vier?! :kratz: Die ersten drei Alben mal auf alle Fälle: Molly Hatchet, Flirtin' With Desaster und Beatin' The Odds fallen mir da direkt ein. Außerdem gibt's von ihm noch Cover für Nazareth und Wolfmother.Bei Wrightson denke ich zuerst mal an Meat Loaf - Dead Ringer. By the way: Das Cover von Meat Loaf - Bat Out Of Hell ist von Corben. :love:
      Du bist gut! :thumbup: Alles richtig, ich habe aber nur die beiden Meat Loaf-Cover von Corben und Wrightson gefunden. Molly Hatchet muss noch bei meinem Bruder sein, hole ich mir am Wochenende zurück... :)
      Danke! ^^

      Sind aber auch alles tolle Cover. Genau so wie die Musik. :guitar: Obwohl ich - ganz ehrlich - z. B. Molly Hatchet erst vor ein paar Jahren richtig zu schätzen gelernt habe. Ich weiß nämlich noch ziemlich genau, dass ich früher in meinen ungestümen Headbanger-Jugendjahren bei meinem Onkel die erste Hatchet-Platte (die mit dem Krieger auf dem Schlachtross) gesehen habe und dann, als ich reingehört hatte, ziemlich enttäuscht war: Aufgrund des Covers hatte ich da musikalisch eher etwas in Richtung Heavy Metal erwartet, wie Saxon, Judas Priest, Iron Maiden etc. :D Aber wie schon erwähnt: Heute hör' ich Molly Hatchet wirklich gerne. Einer meiner Lieblingssongs ist "Fall of the Peacemakers" vom Album No Guts ... No Glory. Dieses Album hat allerdings leider das wohl mMn ödeste Cover aller Hatchet-Platten... :S
    • Hab mich schon lange drauf gefreut mal wieder was Lovecraftsches zu entdecken und die kleinen Andeutungen bei Hellboy trugen da auch ihren Teil zu bei. Also hab ich mich mal ran gemacht...



      Titel: Lovecraft

      Verlag: Egmont Ehapa Media/Feest Verlag

      Format: 80 Seiten im Hardcover Albenformat

      Inhalt: Die Aussage des Randolph Carter, Die Musik des Erich Zann

      Autoren: Roland Hueve, Reinhard Kleist

      Zeichner: Reinhard Kleist

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Ein Comiczeichner, der eine Biographie über Howard Phillips Lovecraft zeichnen möchte, gerät am Telefon an Randolph Carter, Lovecrafts Alter Ego, und wird unversehens in einen Strudel aus Teilen von Lovecrafts Lebensweg und der Aussage des Randolph Carter gesogen. Im zweiten Teil des Bandes ist die Kurzgeschichte "Die Musik des Erich Zann" enthalten, die vorher schon als Siebdruckcomic im Verlag Landpresse erschienen ist. "Lovecraft" entstand noch während meines Studiums in Zusammenarbeit mit Roland Hueve und gewann den Max & Moritz Preis in Erlangen für das beste deutschsprachige Album 1996.

      Text mit Roland Hueve



      Just my 2 cents:
      Noch während seines Studiums an der Fachhochschule Münster entstand dieses Werk von Reinhard Kleist, wohl einem der erfolgreichsten Deutschen in der neunten Kunst. Das große Hardcover enthält zwei Comic-Adaptionen zu Werken von H. P. Lovecraft, ist schön düster gestaltet und schon die einleitenden Worte zur Entstehung der ersten Geschichte „Die Aussage des Randolph Carter“ wissen mich zu fesseln.

      Unversehens gerate ich in einen Sog und finde mich in der Welt des Gentlemans aus Providence wieder. Was ich hier erlebe ist nicht nur ein Comic, nein es ist hohe Kunst von großer Schaffenskraft. Ich bin auf jeder Seite neu beeindruckt von der Atmosphäre und den verstörenden Bildern, die mich glauben lassen direkt in das Hirn von H. P. Lovecraft eingedrungen zu sein. Wild, ungezügelt und frei lässt sich Kleist voll auf das Werk von Lovecraft ein und schafft es in dieser Story eine Autobiographische Komponente einfließen zu lassen, der es gelingt das Ganze verstörende und beunruhigende Vorgehen, dessen wir Zeuge werden, mit der Realität zu verknüpfen. Die bei Lovecraft oft verwendeten Versatzstücke des unaussprechlichen und unvorstellbaren Grauens, das schon bei bloßem Anblick zu Wahnsinn führt, werden hier auf kongeniale Weise in Bildern dargebracht und ich durchstürme die Seiten wie im Rausch.

      Ein zwar kurzes, aber dennoch brillantes Meisterwerk, das Reinhard Kleist hier geschaffen hat. Ich bin seit vielen Jahren großer Fan und Verehrer des Schaffens von Lovecraft und habe allerlei Adaptionen, von Filmen, Games und Hörspielen bis hin zu verschiedensten Brett- und Kartenspielen gesichtet, aber so nah wie hier ist noch niemand an das Original herangekommen. Der Wahnsinn springt mir förmlich ins Auge und zieht mich mit in eine faszinierende Welt, so schrecklich fesselnd, dass es nicht gelingt Geist und Antlitz abzuwenden. Ganz großes Kino für alle Liebhaber von H.P.L.



      Die zweite Story „Die Musik des Erich Zann“ wurde auf gänzlich andere, doch nicht minder großartige Weise visualisiert. Die bei Lovecraft oft beschworenen, unmöglichen Winkel scheinen Kleist hier direkt auf die Seiten gesprungen zu sein. Die verführende, treibende Musik ist beim Betrachten der hemmungslosen Bilder beinahe zu hören und fast ohne Worte gelingt es ihm Lovecrafts Kurzgeschichte wuchtig auf die Seiten zu bannen. Es ist schon länger her, dass ich die Story von Lovecraft gelesen habe, habe also nicht mehr alles exakt in Erinnerung, aber der Kern an den ich mich erinnere, erkenne ich hier deutlich wieder. Eine weitere, überragende Arbeit, die mich allerdings nicht ganz so tief in ihren Bann zieht wie die vorangegangene.

      Wow. Ich kann echt nur sagen, ich bin tief beeindruckt und beinahe euphorisch über das, was Herr Kleist hier geleistet hat. Vielleicht ist ihm das ja nur mit dem Mut der Jugend gelungen, die unvoreingenommen und ohne Rücksicht auf Konventionen an das Erschaffen von Dingen herangeht. Das werde ich die Tage herausfinden, wenn ich mich an seinen zweiten Band mit Lovecraft-Adaptionen heranwage. Ich habe zwar vieles, aber bei weitem nicht alles von Lovecraft gelesen und so kannte ich Die Aussage des Randolph Carter zuvor noch nicht, ich weiß also nicht, was Kollege Kleist alles verändert hat um die Story mit dem Comic-Schaffenden Anrufer zu verbinden, aber das spielt tatsächlich nicht die geringste Rolle, weil nahezu alles, was Lovecraft für mich je ausgemacht hat in dieser Adaption zu finden ist und sein Blick auf die Welt, wie ich mir vorstelle das er sie (zumindest in seinen Träumen) gesehen hat, perfekt wiedergegeben wird. Das war wirklich mal eine Erfahrung der ganz anderen Art.

      Meine Wertung: 9/10

      Kennt Ihr den Comic und wenn ja, wie habt Ihr ihn erlebt? Kennt Ihr die zugehörigen Stories von Lovecraft? Wie findet Ihr Kleist und/oder Lovecraft im Allgemeinen?

      Und hat jemand schon das neue „Call of Cthulhu“-PC-Game angespielt und kann was drüber sagen? Ich fand das "Dark Corners of the Earth" damals sehr gut!

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Danke für die wieder einmal sehr interesante Rezension, God_W.

      Das PC Game kenne ich nicht, aber Lovecraft hab ich schon immer gerne gelesen (auch wenns mich immer nervt wennn er vom "unsagbarem Grauen", "unausprechbaren Kulten" und so schreibt und ich dann schon immer lieber genauer wissen wollte, wass da denn soooooooooo schrecklich ist. War /bin halt wohl ein bisserl sensationsgierig :D )

      Reinhard Kleist finde ich auch super und habe v.a. zu seinem "Erich Zann" eine ganz besondere Beziehung.

      Ich habe Reinhard Kleist zum ersten mal 1995 auf der Comicbörse in München gesehen und da hat er auch über sein Projekt "Die Musik des Erich Zann" gesprochen und Auszüge gezeigt. Und was das tollste war, er hat auch für die Besucher gezeichnet, besser gesagt gemalt, und zwar richtig aufwendig, mit Tusche und Aquarellfarben. Natürlich hab ich mich dann da auch angestellt und mir etwas "möglichst Gruseliges" gewünscht und da hab ich dann auch bekommen. :D

      Das Bild hängt seitdem in meiner sehr kleinen "Comic-Gallery" und ich freu mich jeden Tag drüber :)

      Ich hoffe es ist ok, wenn ich es hier in diesem Thema zeige. Vielleicht interessiert es ja den einen oder andren und es passt halt so gut zu deiner Rezension :)



      Freunde des klassischen Swamp Thing, die sooooooooooo gerne schöne Neuausgaben hätten und von einem deutschen Omnibus träumen :D
    • Tom schrieb:

      Danke für die wieder einmal sehr interesante Rezension, God_W.

      Das PC Game kenne ich nicht, aber Lovecraft hab ich schon immer gerne gelesen (auch wenns mich immer nervt wennn er vom "unsagbarem Grauen", "unausprechbaren Kulten" und so schreibt und ich dann schon immer lieber genauer wissen wollte, wass da denn soooooooooo schrecklich ist. War /bin halt wohl ein bisserl sensationsgierig :D )

      Reinhard Kleist finde ich auch super und habe v.a. zu seinem "Erich Zann" eine ganz besondere Beziehung.

      Ich habe Reinhard Kleist zum ersten mal 1995 auf der Comicbörse in München gesehen und da hat er auch über sein Projekt "Die Musik des Erich Zann" gesprochen und Auszüge gezeigt. Und was das tollste war, er hat auch für die Besucher gezeichnet, besser gesagt gemalt, und zwar richtig aufwendig, mit Tusche und Aquarellfarben. Natürlich hab ich mich dann da auch angestellt und mir etwas "möglichst Gruseliges" gewünscht und da hab ich dann auch bekommen. :D

      Das Bild hängt seitdem in meiner sehr kleinen "Comic-Gallery" und ich freu mich jeden Tag drüber :)

      Ich hoffe es ist ok, wenn ich es hier in diesem Thema zeige. Vielleicht interessiert es ja den einen oder andren und es passt halt so gut zu deiner Rezension :)


      WOW! Sehr geil! Das ist ja wohl der Knaller sowas zu Hause hängen zu haben! Hoffentlich an einem vor Sonnenstrahlen geschützten Ort.
      Das Bild könnte echt direkt aus dem Comic entsprungen sein, genial.

      Da schwillt der Neid (höchste Form der Anerkennung :D )

      Das bei Lovecraft vieles unaussprechlich, unbeschreibbar, unmöglich zu erfassen und dergleichen ist macht halt auch ein Gutes Stück den Reiz am von ihm geschaffenen Mythos aus und trägt sicher auch zur Langlebigkeit seiner Stories bei. Einfach eine Beschreibung eines hässlichen Monsters oder Ähnlichem hätte vermutlich in wenigen Jahren wieder zum Vergessen geführt...

      Hast Du den Comic gelesen?
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      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Von Reinhard Kleist kenne ich bis jetzt nur "Johnny Cash - I See a Darkness" und "Nick Cave - Mercy On Me" (letzteres habe ich hier mal besprochen).

      Toller Künstler und Autor von dem ich mir bestimmt noch was holen werde,

      Mein Neid auch @Tom :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von churchi ()

    • Zuerst mal freu ich mich, dass euch das Bild gefällt. Natürlich ist es gerahmt (hinter Glas mit Passepartou) und es hängt sonnenlichtgeschützt mit dem Rest meiner kleinen Sammlung im Flur und das jetzt schon ca 20 Jahre. Verblasst ist noch nichts und die Farben sind in Wirklichkeit noch deutlich kräftiger als auf dem Foto. War auf die schnelle ein bisserl schwierig zu fotgrafieren, weil ich nur den eingebauten Blitz meiner Kamera hab und Reflektionen natürlich vermeiden wollte. Und es ist auch in guter Gesellschaft. Direkt drüber hängt eine hübsche Bleistiftskizze eines Flugsaurierkopfes von Vicente Segrelles (El Mercenario) und daneben ein "Slaine" von Dermot Power :D

      "Lovecraft" hab ich vor langer Zeit gelesen und war gerade vom "Erich Zann" schwer beeindruckt. Die für mich sehr ungewohnte Bildersprache habe ich als sehr kraftvoll und roh in Erinnerung und es hatte/hat für mich etwas von den alten expressionistischen Gruselfilmen ( "Nosferatu", "Caligari"..), die ich auch sehr mag. Und ich finde die Idee neben Schwarz und Grau Rot als einzige Farbe einzusetzen genial. Das haut dadurch dermassen rein. :D

      "Die Aussage des Randolph Carter" kenne ich noch gar nicht, die ist irgendwie an mir vorbei geschrammt :(

      Was ich aber von Kleist noch sehr empfehlen kann, das ist der Boxer. Eine sehr berührende und noch dazu (leider) wahre Geschichte.







      Freunde des klassischen Swamp Thing, die sooooooooooo gerne schöne Neuausgaben hätten und von einem deutschen Omnibus träumen :D

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    • Tom schrieb:

      Zuerst mal freu ich mich, dass euch das Bild gefällt. Natürlich ist es gerahmt (hinter Glas mit Passepartou) und es hängt sonnenlichtgeschützt mit dem Rest meiner kleinen Sammlung im Flur und das jetzt schon ca 20 Jahre. Verblasst ist noch nichts und die Farben sind in Wirklichkeit noch deutlich kräftiger als auf dem Foto. War auf die schnelle ein bisserl schwierig zu fotgrafieren, weil ich nur den eingebauten Blitz meiner Kamera hab und Reflektionen natürlich vermeiden wollte. Und es ist auch in guter Gesellschaft. Direkt drüber hängt eine hübsche Bleistiftskizze eines Flugsaurierkopfes von Vicente Segrelles (El Mercenario) und daneben ein "Slaine" von Dermot Power :D

      "Lovecraft" hab ich vor langer Zeit gelesen und war gerade vom "Erich Zann" schwer beeindruckt. Die für mich sehr ungewohnte Bildersprache habe ich als sehr kraftvoll und roh in Erinnerung und es hatte/hat für mich etwas von den alten expressionistischen Gruselfilmen ( "Nosferatu", "Caligari"..), die ich auch sehr mag. Und ich finde die Idee neben Schwarz und Grau Rot als einzige Farbe einzusetzen genial. Das haut dadurch dermassen rein. :D

      "Die Aussage des Randolph Carter" kenne ich noch gar nicht, die ist irgendwie an mir vorbei geschrammt :(

      Was ich aber von Kleist noch sehr empfehlen kann, das ist der Boxer. Eine sehr berührende und noch dazu (leider) wahre Geschichte.
      Schöne Sammlung, die Du Dir da angelegt hast!

      Diese rohe, kraftvolle Bildsprache mit dieser extremen Atmosphäre ist genau das, was Lovecraft meines Erachtens ausmacht und dafür liebe ich ihn einfach. Das ist zwar meist kein "easy reading", belohnt den Leser, der sich drauf einlässt aber ungemein! Und ja, die Umsetzung von Kleist ist ebenso roh und kraftvoll und der Farbeinsatz grandios gewählt.

      Hehe, "Der Boxer" ist bei mir auch schon als nächstes Kleist-Werk auf der Wunschliste gelandet, das passt ja wie die Faust aufs Auge. Werd ich heut Abend kurz ein/zwei Worte drüber verlieren, wenn ich meine Meinung zum nächsten Lovecraft-Band da lasse.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:

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    • Titel: Das Grauen im Gemäuer – Neue Lovecraft Geschichten

      Verlag: Edition 52

      Format: 48 Seiten im kleinformatigen Softcover/Taschenbuch

      Inhalt: Der leuchtende Trapezoeder, Das Grauen von Red Hook, Die Ratten im Gemäuer, Kühle Luft

      Autoren: Reinhard Kleist

      Zeichner: Reinhard Kleist

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Dieser kleine Band beinhaltet Bearbeitungen von Kurzgeschichten von H. P. Lovecraft: "Das Grauen in Red Hook", "Der leuchtende Trapezoeder", "Kühle Luft" und "Die Ratten im Gemäuer". Die erste der vier Kurzgeschichten erschien bereits als Siebdruckcomic im Verlag Landpresse. In der Vorwortillustration sieht man: Ganz links Tobias Meißner, dahinter Thomas Schuetzinger (den Verleger), in der Mitte H.P. Lovecraft und rechts mich.

      "Expressionistisch, holzschnittartig, verschattet und verkantet errichten sich die Bilder und Seiten wie jene Monolithen, die in Lovecrafts Geschichten der Entfesselung schlafender Götzen dienen. Der vorliegende Band ist nichts anderes als ein schwarz und weiß leuchtender Trapezoeder, der eine Düsternis heraufbeschwört, die den gesamten Himmel umspannt." aus Tobias Meißners Vorwort.

      Just my 2 cents:
      Nachdem mich Reinhard Kleists erste Bearbeitung von H. P. Lovecraft gestern so begeistert, und die halbe Nacht nicht losgelassen hat, habe ich mich heute umgehend auf sein zweites Stelldichein mit dem Gentleman aus Providence gestürzt.

      Reinhard Kleist geht es wohl ähnlich wie mir, Lovecraft zieht ihn immer wieder zurück in seinen Bann und so entstand einige Jahre nach seinem ersten Buch dieses zweite Werk, in dem vier weitere Geschichten von H. P. verarbeitet werden. Wie es dazu kam ist im Vorwort von Tobias Meißner unheimlich stimmig und humorvoll ausgemalt. Das Cover ist toll und wird auf der Rückseite fortgeführt (siehe Bild oben rechts), aber leider ist das Büchlein recht klein und nur als Softcover gestaltet, also von den Maßen her wirklich noch um einiges kleiner als ein Paperback. Die 50 Seiten klingen auch erstmal nach wenig, werden von Kleist aber perfekt ausgenutzt.



      Opener ist mit Der leuchtende Trapezoeder eine Story, die ich zwar irgendwann mal gelesen habe, an die ich mich aber leider so gut wie gar nicht mehr erinnern kann. Mit dem verführenden, anziehenden Bösen, das im Wahn zu ungewollten Handlungen verleitet, wird ein typisches Lovecraft-Motiv aufgegriffen. Dass das Böse hier in einer Kirche haust, aus der unser Protagonist schließlich im Wahn flüchtet macht die Sache nochmal makabrer.
      Spoiler anzeigen
      Nur das unser „Held“ zu Hause feststellen muss, dass er in einem Moment geistiger Schwäche etwas aus der Kirche entwendet hat, dass sein Ende besiegeln könnte. Er ist sich sicher, das abgrundtiefe Dunkle wird aus dem Kirchturm entfliehen, ihn ob des leuchtenden Trapezoeders aufspüren und ihm das Verderben in Form von Wahnsinn bringen. Als die Menschen Licht auf die Straße tragen keimt Hoffnung in ihm auf, doch wir wären nicht bei Lovecraft, wenn die Verzweiflung nicht schlussendlich obsiegen würde…




      Das Grauen von Red Hook habe ich bislang nicht gelesen, stellt aber eine Mischung zwischen dem Lovecraft-Typischen Okkultismus und Wiedererweckung bzw. Leben nach dem Tod dar. Herbert West, der Re-Animator lässt grüßen. Genial ist hier, dass Reinhard Kleist mal wieder Lovecraft selbst in den Mittelpunt des Geschehens rückt und so auch eine kleine, zum Schmunzeln anregende Komponente in die düstere, abgründige Welt einbringt. Spannend und makaber, wie ich meinen Lovecraft mag.



      Als Höhepunkt des Büchleins stellt sich der Namensgeber Das Grauen im Gemäuer heraus. An die Geschichte kann ich mich noch sehr gut erinnern, und sie ist mir nicht von ungefähr so gut im Gedächtnis geblieben. Einer der vielen Höhepunkte in Lovecrafts Schaffen bringt uns den Wahnsinn so nahe wie es kaum einem anderen Schreiberling gelingen kann. Der Protagonist Walter begrüßt auf dem geerbten Landsitz seinen alten Freund Norrys. Er erbittet Hilfe von ihm, denn die Geräusche der Ratten hinter den Wandvertäfelungen und im Gemäuer treiben ihn langsam aber sicher in den Wahnsinn. Er kann sich ihrer nicht entledigen, und hört sie mittlerweile beinahe schon ständig, auch wenn sein Bediensteter sie noch nicht vernehmen kann. Die schrecklichen, nagenden Laute nagen ebenso an seinem Geist wie an den Wurzeln des alten Hauses. Norrys sichert seinem Freund Hilfe zu und so steigen sie des Nachts in die Gruft unter dem alten Anwesen, doch diese Gruft birgt unglaubliche Schrecken…
      Wie es Lovecraft bzw. Kleist hier gelingt die Schaueratmosphäre einer klassischen, viktorianischen Gruselgeschichte im besten Hammer-Stil zu etablieren, uns zu grausigen Schrecken und blankem Horror zu führen, nur um dann nochmal eins drauf zu setzen und die Geschichte, ganz Lovecraft-like, durch die plötzliche Zuschaltung der psychischen Ebene grenzenlosen Wahnsinns auf eine neue Ebene zu hieven, ist schon ganz großes Tennis.


      Kalte Luft vervollständigt das Quartett und steht den vorangegangenen Stories in nichts nach, ich würde sie sogar als die zweitbeste des Buches betiteln, vielleicht aber auch, weil ich sowohl die Geschichte von Lovecraft, als auch den Film der HPLHS (Howard Philips Lovecraft Historical Society) sehr cool finde.
      In der Mietwohnung tropft Ammoniak von der Decke. Da kann was nicht stimmen, denkt sich der Bewohner und klopft beim darüber wohnenden Doktor an, wovon ihn die Hausherrin erstmal abhalten will, weil der gute Doktor seit Jahren schon seehr schwer krank ist und nicht gestört werden sollte. Aber soll man machen, wenn einem eine stinkende Flüssigkeit in die Bude tropft? Also nochmal geklopft und schließlich wird er hereingebeten, in die eisige Wohnung, in der seltsame Apparaturen am Werke sind. Der wirklich nicht gesund aussehende Doktor gelobt Besserung, aber schon bald wird es unglaublich laut in der Wohnung. Also wieder rauf und nach dem rechten sehen. Der Doktor bittet um Hilfe, da seine Apparatur, eine Kühlpumpe kaputtgeht. Man soll doch bitte einen Mechaniker verständigen, oder Werkzeug besorgen und vor allem viel Eis mitbringen. Gesagt getan, doch stellt sich diese Aufgabe als weit schwieriger heraus als gedacht und was uns bei der Rückkehr in die Wohnung erwartet übersteigt jede Vorstellungskraft…

      Alles in allem vier unglaublich gut getroffene Adaptionen aus H. P. Lovecrafts Kosmos, die Kleist hier geschaffen hat, auch wenn ich zu Das Grauen von Red Hook die Original Story nicht gelesen habe und, dass in dem Fall nicht ganz so gut beurteilen kann. Reinhard Kleists Zeichnungen kommen diesmal etwas zahmer und weniger entfesselt daher, als es noch bei Lovecraft der Fall war, aber wirklich nur etwas! Noch immer weit entfernt von jeglichem Mainstream bannt er die düstere, bedrohliche und manchmal verquere Atmosphäre von Lovecrafts Geschichten auf die Seiten und ist dabei erfolgreicher als nahezu alle Filmadaptionen. Eine klare Empfehlung meinerseits für alle Liebhaber gepflegten Gruselns und für Freunde des Gentlemans aus Providence sowieso.

      Da mich der gute Herr Kleist mit seinen beiden Werken komplett angeholt hat, habe ich natürlich gleich mal Ausschau nach weiteren Veröffentlichungen von ihm gehalten. Auch wenn die Rezi von churchi zu Nick Cave - Mercy on me sehr gut klingt habe ich mir erstmal Der Boxer – die wahre Geschichte des Hertzko Haft auf den Wunschzettel gepackt. Zum einen, weil mich das Holocaust-Thema grundsätzlich interessiert und zum anderen, weil ich sowieso Fan des Boxsports bin.
      Bei der kurzen Recherche zu dieser Rezi bin ich dann noch zufällig über die geplante Verfilmung gestolpert! Also verfilmt werden soll allgemein die Lebensgeschichte des Hertzko Haft, nicht der Comic im Speziellen. Scheint aber ein größeres Projekt zu werden, das mit Barry Levinson (Der Unbeugsame, Good Morning Vietnam, Rain Man), einen genialen Regisseur bekommen hat (auch wenn ich Rock the Kasbah ziemlich schlecht fand) und mit Ben Foster und Tom Hiddleston stark besetzt ist. Man darf gespannt sein.

      Meine Wertung: 9/10

      Kennt Ihr das Büchlein und wie ist Eure Meinung dazu? Wer hat welche der enthaltenen Stories von Lovecraft gelesen und hat eine Meinung zu denen? Und wer ist allgemein Lovecraft-Fanboy wie ich?

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:

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