Just my 2 cents - Kurzreviews von God_W.

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    • Der Start des Moore-Runs – verdient legendär?



      Titel: Swamp Thing: Teil 1 – DC Comics Graphic Novel Collection

      Verlag: Eaglemoss Collections (US: DC Comics)

      Format: 160 Seiten im Hardcover

      Inhalt: Saga of the Swamp Thing #21-27, House of Secrets #92

      Autoren: Alan Moore, Len Wein

      Zeichner: Stephen Bissette, John Totleben, Dan Day, Rick Veitch, Bernie Wrightson

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      DC Comics Graphic Novel Collection Band 68

      SWAMP THING TEIL 1
      Ursprünglich veröffentlicht als Saga of the Swamp Thing #21-27, Februar-Juli 1984

      Es gibt eine rote zornige Welt. Rote Dinge geschehen dort.

      Diese Welt frisst Deine Frau. Frisst Deine Freunde. Frisst all die Dinge, die Dich menschlich machen.

      Und Du wirst zu einem Monster.

      HOUSE OF SECRETS #92
      Ursprünglich veröffentlicht im Juli 1971

      Alex Olsen wird von seinem besten Freund und Rivalen, der Alex‘ Frau liebt, ermordet. Der Mörder begräbt Alex im Sumpf und heiratet die Frau des Toten. Doch als seiner großen Liebe Gefahr droht, erwacht Alex als Swamp Thing wieder zum Leben, um sie zu beschützen.



      Just my 2 cents:
      Endlich habe ich die Zeit gefunden mich auf den ersten Band des Runs von Comic-Koryphäe Alan Moore an Swamp Thing zu stürzen. Ich habe mich hier nicht bewusst gegen das Panini Paperback und für das Eaglemoss Hardcover entschieden, sondern einfach geschaut, was aktuell am einfachsten zu beschaffen war. Einziger inhaltlicher Unterschied zwischen den Beiden Ausgaben ist, dass in der DC Graphic Novel Collection von Eaglemoss zusätzlich zu den Ausgaben #21-27 von Swamp Thing noch der Erstling, also die Short Story aus House of Secrets von 1971 enthalten ist. Das ist für alle, die sowieso möglichst alles von Swampie auf Deutsch haben wollen jetzt auch kein großer Gewinn, da die Geschichte auch schon im zweiten Swampie-Band von Carlsen – Die Nacht der Fledermaus – mit enthalten war. Aber egal, das Papier, den Druck und die Farben der Eaglemoss Collection finde ich sehr ansprechend und bin sehr zufrieden mit der Ausgabe, auch wenn es im Regal natürlich nicht so hübsch ausschaut, dass da jetzt zwei Eaglemoss HCs zwischen den beiden Carlsen Paperbacks und Ausgabe drei und vier des Moore-Runs von Panini stehen. Damit kann ich aber gut leben, zumindest bis Ende nächsten Jahres dann hoffentlich was Schönes von Panini veröffentlicht wird, die Gerüchteküche dahingehend brodelt ja seit geraumer Zeit. Jetzt aber endlich zum Start von Alan Moores Swamp Thing-Run, der ja viel gelobt, teilweise geradezu umjubelt wird.

      Der Band beginnt mit einigen Informationen über Swamp Things Ursprünge, seine Schöpfer sowie den Autor und die Zeichner des vorliegenden Buches. Im Anschluss noch eine sehr praktische Seite „Was bisher geschah“ bevor wir uns mit „Die Anatomie-Stunde“ in die Story stürzen.

      Swamp Thing liegt auf Eis, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Von paramilitärischen Truppen gestellt und von Kugeln durchsiebt wurde er tiefgekühlt und befindet sich jetzt in einem Labor in Washington. Der exzentrische Wissenschaftler Woodrue wurde vom mächtigen Magnaten Sunderland damit beauftragt alle Erkenntnisse über Swamp Thing und die bioregenerative Formel, die es zu dem machten was es ist, zu erlangen, die ihm von Nutzen sein können. Allerdings ist Woodrue kein gewöhnlicher Wissenschaftler, er ist der Floronic Man, ebenfalls ein Pflanzenwesen, dass sich tagsüber mit Hautspray überzieht und somit menschlich aussieht. Als Woodrue einige extrem überraschende Entdeckungen über Swampie zu Tage fördert, wird er von Sunderland gefeuert, da dieser die Erkenntnisse zu seinem eigenen Vorteil nutzen will. Allerdings hat er die Rechnung da ohne den Floronic Man gemacht, der kurzerhand die Kühlkammer abschaltet und so einen verletzten, verwirrten und über die Maßen zornigen Swampie von der Leine lässt…

      Ich will jetzt wirklich nicht zu viel verraten, denn die Erfahrung, dieses Sahnestück der neunten Kunst zu entdecken, sollte jeder Comicliebhaber selber machen.
      Spoiler anzeigen
      Wie der aufgebrachte Swampie ob der Erkenntnisse des Floronic Man psychisch total aus den Angeln gehoben wird, sich dann in sich zurückzieht und beschließt, in den Sümpfen Louisianas mit der Natur zu verschmelzen und seinen inneren Frieden zu suchen. Wie ihn seine Freunde Abby und Cable dort aufspüren und wegen seiner Verwandlung in tiefe Trauer versinken. Welchen beinahe schon epischen Kampf das Swamp Thing mit seinen inneren Dämonen auszufechten hat, während der Floronic Man in der freien Welt für Angst und Schrecken sorgt, ja gar eine globale Katastrophe heraufbeschwört, der selbst die Justice League hilflos gegenübersteht. Und natürlich wie es zum finalen Showdown zwischen den beiden Pflanzenwesen kommt und wie es unserem Sumpfding gelingt das Ruder nochmal rumzureißen.
      All das ist so perfekt inszeniert und vor allem mit solcher erzählerischer Tiefe und Kraft versehen, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Die Story funktioniert auf so vielen Ebenen, wird zwar verschachtelt erzählt, tritt dann aber so glasklar mit so vielen Botschaften bestückt an die Oberfläche, dass es eine wahre Freude ist. Und das sind gerade mal die ersten vier der sieben enthaltenen Hefte.



      Die Story, die die letzten drei Hefte umfasst startet mit „Schlaf der Vernunft“ und könnte ebensogut direkt aus einem Hellblazer-Run entsprungen sein, was bei mir extrem positiv ist! Swamp Things Freundin Abby, mittlerweile die Frau von Cable, tritt einen neuen Job an, und zwar in einem Waisenhaus. Dort lernt sie den verstörten Jungen Paul kennen.
      Spoiler anzeigen
      Wie man im Verlauf der Geschichte erfährt haben dessen Eltern wohl beim Herumspielen mit einem Ouija-Brett versehentlich einen Dämon in unsere Welt gelassen, der sich von der Angst der Menschen ernährt und sie zum Zwecke der Nahrungsbeschaffung, denn sein Hunger ist unersättlich, mit ihren schrecklichsten Urängsten konfrontiert. Auf diesem Wege kam es wohl auch zum verfrühten Ableben der Eltern. Es dauert eine Weile bis Abby ahnt, dass etwas furchtbares vor sich geht und sie schließlich Swamp Thing um Hilfe bittet. Doch nicht nur Swampie ist auf dem Weg zum Angstfresser, nein auch ein anderer, weitaus höher angesiedelter Höllenbewohner hat sich auf die Erde begeben um seinen Untertanen wieder dahin zurück zu holen, wo er hingehört. Da bleibt eine Begegnung mit Swampy natürlich nicht aus. Es versteht sich von selbst, dass dieses Aufeinandertreffen auch schnell mal in einer Katastrophe enden kann und auch Kollateralschäden nicht auszuschließen sind. So hat auch Swampies Freund Cable seinen Preis zu zahlen.

      Das Spiel mit den Urängsten gelingt hier meisterhaft und das ist wieder nur die Vordergründigste der vielen Schichten, die Alan Moores komplexe Erzählweise zu bieten hat. Es gibt so viel zu entdecken und die Beziehungen zwischen den Charakteren sind so hervorragend herausgearbeitet, dass es so gut wie nichts zu kritisieren gibt. Es gibt wahrlich Zwiebeln die ob der Vielschichtigkeit dieser beiden Stories vor Neid erblassen.

      Als Einziges, winzig kleines Wermutströpfchen könnte ich anmerken, dass die Kontinuität zu den Anfängen von Len Wein und Bernie Wrightson nicht zu 100% gewahrt bleibt. Denn schon in Swamp Thing #2 wurde Holland von Arcane ja kurzfristig wieder zurück in einen Menschen verwandelt. Das passt jetzt aber leider nicht so ganz zu Moores (ganz nebenbei gesagt ziemlich genialem) Kunstgriff, der die größte Storywendung bzw. Überraschung des Bandes bietet. Alle eingeweihten wissen schon was ich meine, allen Anderen will ich den Spaß an dieser Stelle nicht verderben.

      Das Artwork des Bandes ist ebenfalls ganz großes Kino und passt so perfekt zu Swampie wie man es sich nur wünschen kann. In wirklich wunderschönen, teils auch verstörenden Bildern wird Alan Moores Fantasie eindrucksvoll zum Leben erweckt. Egal, ob vom Autor oder vom Zeichnerteam die Rede ist, hier kam einfach zusammen, was zusammengehört und es wurde wahrlich großes erschaffen. Ich habe bislang noch nichts von Moore gelesen, was mich stärker gefesselt hat und ein so perfektes Gesamtpaket bietet. Okay, ich habe dahingehend auch noch viel vor mir, weil ich abgesehen von einigen Spawn-Bänden und V wie Vendetta noch recht „jungfräulich“ in Sachen Moore bin, aber mir deshalb krampfhaft eine Höchstnote für später aufzuheben, wenn ich doch so begeistert bin, sehe ich gar nicht ein.

      Meine Wertung: 10/10

      Meine Eingangs gestellte Frage, ob der legendäre Ruf des Moore-Runs an Swampie gerechtfertigt ist hab ich für mich deutlich beantwortet. Noch jemand hier, der den Einstig in Moores Swampie-Run so feiert wie ich? Irgendjemand anderer Meinung? Wenn ja, warum?

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

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    • black hole schrieb:

      Moores Swamp Thing: :thumbsup: ! Geht nicht hier im Forum mittlerweile das Grücht um, dass es 2019 evtl. einen Moore-Swampie-Omnibus von Panini geben könnte...?! :freak: Oder ist da einfach nur der Wunsch der Vater des Gedankens? :/
      Ich zitier mich mal wieder selbst weil Du scheinbar ADS hast :D


      God_W. schrieb:

      ... Damit kann ich aber gut leben, zumindest bis Ende nächsten Jahres dann hoffentlich was Schönes von Panini veröffentlicht wird, die Gerüchteküche dahingehend brodelt ja seit geraumer Zeit. ...
      :D :winkewinke: :D

      PS: Der Karate-dingens (vergess immer den Namen) meinte er wüsste das aus sicherer Quelle. Kann ich mir mit der anstehenden Serie und den Gerüchten im "Fragen an die DC Redaktion"-Thread auch gut vorstellen.
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    • black hole schrieb:

      Moores Swamp Thing: :thumbsup: ! Geht nicht hier im Forum mittlerweile das Grücht um, dass es 2019 evtl. einen Moore-Swampie-Omnibus von Panini geben könnte...?! :freak: Oder ist da einfach nur der Wunsch der Vater des Gedankens? :/
      LEIDER wohl eher das... :( , AAAABER wir sollten deswegen nicht aufhören so einen Omnibus von Panini zu wollen :D


      Freunde des klassischen Swamp Thing, die sooooooooooo gerne schöne Neuausgaben hätten und von einem deutschen Omnibus träumen :D
    • God_W. schrieb:

      [...] Damit kann ich aber gut leben, zumindest bis Ende nächsten Jahres dann hoffentlich was Schönes von Panini veröffentlicht wird, die Gerüchteküche dahingehend brodelt ja seit geraumer Zeit. [...]
      Ich und ADS?! 8| Komm, ehrlich jetzt... Den obigen Satz hast Du doch bestimmt nachträglich reineditiert, oder?! :kratz: :P


      Tom schrieb:

      [... ] AAAABER wir sollten deswegen nicht aufhören so einen Omnibus von Panini zu wollen :D
      Ich höre auf alle Fälle NICHT auf, das Ding zu wollen! :ok:
    • black hole schrieb:

      God_W. schrieb:

      [...] Damit kann ich aber gut leben, zumindest bis Ende nächsten Jahres dann hoffentlich was Schönes von Panini veröffentlicht wird, die Gerüchteküche dahingehend brodelt ja seit geraumer Zeit. [...]
      Ich und ADS?! 8| Komm, ehrlich jetzt... Den obigen Satz hast Du doch bestimmt nachträglich reineditiert, oder?! :kratz: :P

      Tom schrieb:

      [... ] AAAABER wir sollten deswegen nicht aufhören so einen Omnibus von Panini zu wollen :D
      Ich höre auf alle Fälle NICHT auf, das Ding zu wollen! :ok:
      Ne nee, der Satz war schon von Anfang an drin!

      Und ja, auch ich will das Teil!!! UNBEDINGT!!! :!:
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    • Marvel Boy schrieb:

      God_W. schrieb:

      Ja, die Liga hatte ich glatt vergessen, wobei DARAN der Film selbst schuld ist.
      Eigentlich murks, aber wen man erst weiß was einen erwartet geht dar beim zweiten mal als unfreiwilliges B Movie schon klar.
      Aber halt schon ein seeehr trauriger Abschied von einem meiner Jugendidole (Connery).
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

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    • Kann das Finale halten, was der Vorgänger versprochen hat?



      Titel: H.G. Wells – Der Unsichtbare 2/2

      Verlag: Splitter (Fr: Editions Glénat)

      Format: 56 Seiten im Hardcover Albenformat

      Inhalt: H.G. Wells Band 6 von 6 – Der Unsichtbare 2/2

      Autoren: H.G. Wells, Dobbs

      Zeichner: Christophe Regnault

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Splitter widmet dem Meister der Science Fiction eine sechsbändige Prachtausgabe.

      H.G. Wells ist, neben Jules Verne, nicht nur ein, sondern der Ahnherr und Klassiker der modernen Science-Fiction-Literatur. Einige seiner Bücher sind Schlüsselwerke des utopischen Zukunftsromans, »Der Krieg der Welten« etwa, »Die Insel des Dr. Moreau« und natürlich »Die Zeitmaschine«. Im Laufe der Jahrzehnte sind sie unzählige Male adaptiert, interpretiert, kopiert, zitiert und auch persifliert worden. Allein »Der Krieg der Welten« ist ein äußerst beliebter Stoff, auch und gerade im Comic, und dürfte so oft im Stil der jeweiligen Zeit verarbeitet worden sein – von Orson Welles‘ legendärer Hörspielfassung, die 1938 in den USA angeblich für Massenpanik sorgte, bis hin zu Roland Emmerichs »Independence Day« 1 & 2 (Tim Burtons »Mars Attacks!« nicht zu vergessen) –, dass der eigentliche Urheber dahinter gerne vergessen wird.

      Szenarist Dobbs hat sich deshalb nun daran begeben, zusammen mit einigen ausgewählten Zeichnern eine zeitgemäße Interpretation der Hauptwerke von H.G. Wells im klassischen Geist vorzulegen – neben den eingangs genannten Titeln zudem noch »Der Unsichtbare«, ein weiteres Beispiel dafür, dass die Erzählungen von Wells stets spannend sind, unterhaltsam, auch amüsant und vor allem eins: zeitlos aktuell!

      • Der Tod ist unterwegs.
      • Der unsichtbare Tod nähert sich.
      • Die Devise ist einfach: Heute muss Kemp sterben…


      Just my 2 cents:
      Es ist so weit, das Finale steht an. Band zwei um den unheimlichen Unsichtbaren ist nicht nur der Abschluss der Geschichte, sondern gleichzeitig auch der letzte Band aus der H.G. Wells-Reihe des Splitter-Verlags. Ja, nach dem wundervollen ersten Teil der Story um Griffin, den unsichtbaren Wissenschaftler freue ich mich natürlich außerordentlich auf den finalen Band, bin aber auch ein ganz klein wenig traurig, dass die famos bebilderte Reise durch die Fantasie von Wells damit zu Ende geht. Aber die nächste tolle Reihe kommt bestimmt, wartet vielleicht sogar schon auf meinem LeseK2, und deshalb will ich hier jetzt gar nicht lange Schwermut verbreiten, sondern mich lieber auf das wieder wunderbar aufgemachte Hardcover stürzen, um endlich zu erfahren, wie das Abenteuer des Unsichtbaren ausgeht.

      Spoiler anzeigen
      Am Ende des ersten Teils suchte Griffin ja sein Heil in der Flucht. Auf selbiger gabelte er einen Landstreicher auf, den er dazu zwang ihm fortan behilflich und als Lakai zu Diensten zu sein. Dem armen Schlucker gelang nach einigen weniger erfreulichen Erlebnissen jedoch die Flucht, wobei auch die wertvollen Notizbücher des Unsichtbaren verloren gingen. Erneut auf sich gestellt und auch noch verwundet gelang es Griffin sich in einem Haus zu verstecken, wo er sich ob seiner blutenden Wunde jedoch nicht lange versteckt halten konnte.

      Ein glücklicher Zufall muss es gewesen, der ihn geradewegs in das Haus von Doktor Kemp führte, einem seiner ehemaligen Studienkollegen. Nachdem Griffin ihm offenbart hat wer er sei beschließt Dr. Kemp, ein sehr besonnener Mann, dem Unsichtbaren vorerst zu helfen, seine Wunde zu versorgen und im eine Mahlzeit angedeihen zu lassen. Dann hört er sich dessen Geschichte an. Jetzt erfahren wir endlich, in einer langen Rückblende alle Details, unter welchen Umständen und durch welche wahnwitzigen Experimente es Griffin gelang, die Formel zur Unsichtbarkeit zu entdecken und diese auf seinen eigenen Körper anzuwenden. Er gesteht dem gutherzigen Dr. Kemp ebenfalls, dass er sich gezwungen sah Morde zu begehen, dies aber scheinbar gar nicht so schlimm sei und er von nun an nach Macht strebt und eine Schreckensherrschaft, bestimmt von Furcht und Unterwürfigkeit, aufzubauen gedenkt.

      Natürlich bleibt dem guten Doktor nicht verborgen, dass er es hier mit einem Wahnsinnigen zu tun hat, der zu allem fähig scheint. Er wiegt den Unsichtbaren in Sicherheit und entsendet heimlich seine Bedienstete mit einem Brief, der alles erklärt, an die Polizei. Kemp versucht Griffin hinzuhalten während sich die Einsatzkräfte bereit machen. Als die aber schließlich eintreffen bemerkt es unser geistig verwirrter Wissenschaftler zu früh und ihm gelingt erneut die Flucht. Doch von jetzt an hat er ein neues Ziel. Beseelt von seinem Wunsch auf Rache macht er von nun an erbarmungslose Jagd auf den verräterischen Doktor und all jene, die ihm teuer sind…


      Man kann es nicht anders sagen, es geht in Band zwei genauso hervorragend weiter im ersten Teil. Die Geschichte bleibt extrem spannend, abwechslungsreich und bietet noch etwas mehr Action als im Vorgänger. Das man auch mehr über die Hintergründe des unsichtbaren Griffin erfährt bringt noch mehr Tiefe in den Charakter. Auch wenn Dobbs hier wieder sehr flüssig und stimmungsvoll schreibt, das überragende Artwork von Regnault übertrifft alles. Es ist so stimmungsvoll und harmoniert dermaßen perfekt mit der Zeit, in der die Geschichte spielt, wie man es sich nur wünschen kann. Wenn man einige Kleinigkeiten zum bemäkeln sucht so findet man allenfalls zwei kleine Ansatzpunkte. Zum einen kommt das große Finale nach dem schönen Spannungsaufbau etwas abrupt und ist dann doch etwas plötzlich vorüber, auch wenn mich eine kleine „After Credit Scene“ dahingehend wieder etwas milde stimmt. Zweitens fehlt dem zweiten Band ein Stück weit dieses geheimnisvolle und schaurig-gruselige vom ersten Band, einfach deshalb, weil das Rätsel um die Hauptperson ja bereits gelüftet ist. Dafür bekommen wir von Regnault aber einige grandiose zeichnerische Effekte geboten, wenn er bei der Darstellung des Unsichtbaren alle Register zieht.

      Alles in allem ein toller Abschluss einer sehr schönen Reihe, die leider nicht durchgehend aus Höhepunkten besteht, aber dennoch absolut ihre Daseinsberechtigung hat. Für Die Zeitmaschine und Der Unsichtbare kann ich bedenkenlos Kaufempfehlungen aussprechen, für Krieg der Welten sollte man sich schon für das Thema an sich interessieren und die Insel des Dr. Moreau ist entweder für Komplettisten, große Fans des Buches, oder jemanden, der die Optik über den Inhalt stellt interessant, denn auch hier ist das Artwork extrem gelungen! Mit dem Zweiten Teil von Der Unsichtbare findet die H.G. Wells Collection von Splitter jedenfalls einen sehr würdigen Abschluss!

      Meine Wertung: 8/10

      Hat mittlerweile irgendwer einen oder mehrere Teile der Reihe gesichtet? Meinungen? Hat jemand vor sich einen der sechs Bände zum Reinschnuppern zu holen?

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • God_W. schrieb:

      Marvel Boy schrieb:

      God_W. schrieb:

      Ja, die Liga hatte ich glatt vergessen, wobei DARAN der Film selbst schuld ist.
      Eigentlich murks, aber wen man erst weiß was einen erwartet geht dar beim zweiten mal als unfreiwilliges B Movie schon klar.
      Aber halt schon ein seeehr trauriger Abschied von einem meiner Jugendidole (Connery).
      Okay, ein Punkt für dich.
    • ACTIONKINO am Freitagabend (Nr. 9)



      Titel: Road Rage

      Verlag: Panini (US: IDW Publishing)

      Format: 100 Seiten im Softcover / Paperback

      Inhalt: Vollgas #1+2 (komplette Story); Duell #1+2 (komplette Story)

      Autoren: Joe Hill, Stephen King, Richard Matheson

      Zeichner: Nelson Daniel, Rafa Garres

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Zum ersten Mal arbeiteten Stephen King und sein Sohn Joe Hill (LOCKE & KEY) zusammen an einem Comic-Projekt, um einen grandiosen Highway-Horrortrip zu entwerfen. Die Geschichte basiert lose auf Kings Kurzgeschichte "Throttle" und bietet heiße Motorräder, Rocker, Trucker und das endlose Grauen auf amerikanischen Straßen in einer Story, wie sie nur die King-Familie erdenken kann.

      Showdown auf einem staubigen Highway, irgendwo in den Weiten Amerikas: Eine Motorrad-Gang überholt einen Truck. Plötzlich gibt der Fahrer des Trucks Gas und es beginnt eine tödliche Verfolgungsjagd am Limit für Mensch und Maschine. Wer bremst, verliert … sein Leben!

      Joe Hill, mit dem Eisner Award geehrter Comic-Autor (Locke & Key) und für seine Romane mehrfach ausgezeichneter Schriftsteller, schuf zusammen mit seinem Vater Stephen King den Highway-Thriller Throttle (Vollgas) als Verneigung vor Richard Mathesons Erzählung Duell, die durch Steven Spielberg auch zu filmischer Berühmtheit gelangte. Beide Geschichten finden sich in diesem Band als Kurz-Graphic Novels, adaptiert von Chris Ryall und großartig in Szene gesetzt von Nelson Daniel und Rafa Garres.

      DAS ERSTE COMIC-TEAM UP VON STEPHEN KING UND JOE HILL!



      Just my 2 cents:
      Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von „ACTIONKINO“ am Freitagabend! Heute erwartet uns ein Double-Feature voll Thrill, Action und atemberaubender Geschwindigkeit! Ein modernes, Actiongeladenes Road-Movie und ein wahrer Klassiker des Genres stehen auf dem Programm, es wird Euch aus den Sitzen hauen! – So oder so ähnlich könnte eine klassische Kinoansage zu einem furiosen Grindhouse Abend mit den beiden Stories, um die es heute gehen soll, lauten, auf die ich mich aus verschiedenen Gründen sehr gefreut habe.

      Zum einen bin ich schon seit meiner Jugend großer Fan von Stephen King, der hier unterstützend tätig war und zusammen mit seinem Sohn Joe Hill, der ja mittlerweile schon zu den Großen der neunten Kunst gehört, für die erste Story aus diesem Band verantwortlich zeichnet – Vollgas. Nein, das Teil steht nicht in irgendeinem Zusammenhang mit dem grandiosen Adventure-Klassiker von Lucas Arts. Also gut, Motorradgangs kommen schon bei beidem vor, aber die Geschichte im vorliegenden Panini-Paperback stellt eine Adaption der gleichnamigen, von Hill und King verfassten Kurzgeschichte, als E-Book erhältlich, und gleichzeitig eine Verbeugung vor Richard Mathesons Klassiker Duell dar.

      Damit wären wir auch gleich beim zweiten Beitrag, der ebenfalls komplett abgeschlossen in diesem Band vorliegt – Duell. Eine Comic-Adaption von Richard Mathesons Story, die ich noch nicht gelesen habe und ehrlich gesagt vor der Lektüre hier nur durch Stephen Spielbergs Regie-Erstlingswerk kannte. Zwar habe ich auch den Film erst recht spät, in meinen Zwanzigern, entdeckt, fand das Teil aber sofort sehr stark. Spielbergs gutes Gespür für Geschichten war damals schon klar erkennbar und für seinen ersten großen Wurf, der ersten Sommer-Blockbuster der Kinogeschichte, den Weißen Hai, konnte er bei der Verfilmung von Mathesons spannender Hetzjagd schonmal ordentlich üben und einiges mitnehmen. Nicht umsonst wird der Streifen teilweise als „Der weiße Hai der Highways“ bezeichnet, da sind schon einige Parallelen erkennbar. Beginnen wir aber schön der Reihe nach mit der ersten Geschichte aus Road Rage.

      Mit Vollgas ziehen sie durchs Land. Auf ihren stählernen Rossen durchstreifen sie die Wüste auf den Highways Amerikas. Die Rockergang The Tribe – Motto: Live on the Road, Die on the Road. An einem einsamen Rasthaus legen sie einen Stopp ein, aber etwas stimmt nicht. Die Stimmung in der Truppe ist gereizt und schnell wird auch klar weshalb. Race, ein unbedachter Heißsporn und der Sohn des Anführers hatte sich auf einen Deal mit einem Meth-Kocher eingelassen, und die Gang hatte ihn mit 20 Riesen finanziert. Der Meth-Fabrikant stellte sich allerdings ganz Breaking Bad-like als echter Amateur heraus und hat es geschafft das Labor hochzujagen. Daraufhin hat die Gang ihn aufgespürt um ihre Investition zurückzufordern. Als die im Badezimmer versteckte Freundin des Drogenkochers plötzlich losballert eskaliert die Situation und Roy, einer der Tribe-Jungs rastet mit seiner Machete gehörig aus.

      Jetzt streiten sich die Jungs wie das ganze weiter gehen soll. Die einen wollen sich aus dem Staub machen und erstmal untertauchen, Race meint sie sollten der Schwester des Möchtegern-Drogenbarons auf den Zahn fühlen, bei Ihr könnte er einen Großteil der Kohle versteckt haben. Wiederstrebend fügen sich einige und so soll der Plan von Race umgesetzt werden, bevor die Truppe dann erstmal untertauchen will. Also zurück auf den Highway – Allerdings haben die schweren Jungs dort schon bald eine Begegnung der anderen Art, eine 40-Tonnen-Begegnung…

      Eine sehr spannende, blutige und actionreiche Hatz, die von Nelson Daniel in modernen, aber kernigen Bildern toll dargestellt wird. Die Story erfindet das Rad nicht neu, bedient sich aber vieler Versatzstücke, die man im Kino schon oft gesehen, und geliebt hat. Und ja, nach der Einleitung und dem Aufbau des Storygerüstes im ersten Teil, wird ab der zweiten Hälfte auch die Verbeugung vor Mathesons Original überdeutlich und gipfelt in einem brachialen Finale.



      Für all diejenigen, die mit der Story von Richard Matheson, ober mit Spielbergs Verfilmung „Duell“ noch nicht vertraut sind, ist die zweite Hälfte von Road Rage mit der Adaption der Originalgeschichte genau das Richtige. Die Ausgangssituation ist schnell erklärt, wie aus dem Leben gegriffen und weckt bestimmt in den meisten von uns Erinnerungen, oder zumindest den Funken eines Wiedererkennens. Ein Mann sitzt in seinem Auto, vor ihm ein lahmer stinkender Lastwagen. Irgendwann wird es dem Mann zu bunt und ohne sich viele Gedanken darüber zu machen überholt er den Truck an einer geeigneten Stelle. Bis hierhin alles noch recht normal, wie man es kennt, doch es dauert nicht lange, da erschreckt sich unser Fahrer fast zu Tode, als der Truck plötzlich mit ohrenbetäubendem Getöse neben seinem Wagen auftaucht und ihn mit weit überhöhter Geschwindigkeit überholt. Der LKW setzt sich wieder vor ihn, wird wieder langsamer und treibt unserem Fahrer wieder die Abgase in die Lüftung. Das will dieser natürlich nicht auf sich sitzen lassen und setzt erneut zum Überholmanöver an. Doch ein 40-Tonnen Tankwagen nach bester Rubber-Duck-Manier ist im Zweifel immer der Stärkere auf der Straße und das bekommt unser Fahrer schon bald am eigenen Leib zu spüren, als die Situation nach und nach vollkommen aus dem Ruder läuft…

      Wow! Also direkte Vergleiche zu Matheson kann ich leider nicht ziehen, aber die nervenzerreißende Spannung aus Spielbergs Film wird hier perfekt auf die Seiten gebracht. Vor allem der Kunstgriff, dass man den Fahrer des Lastwagens nie zu Gesicht bekommt, und der Truck selbst dadurch als eigenständiges, bedrohliches Monster erscheint, dem man mit Vernunft und gutem Zureden nicht beizukommen vermag, ist einfach genial. Ebenso genial wie das Stimmungsvolle Artwork von Rafael (Rafa) Garres, der unter Anderem schon an Lobo, Judge Dredd und Jonah Hex gearbeitet hat. Mit gutem Auge bringt er die Story in recht klassischer Panelaufteilung auf die Seiten, was perfekt zu dem Stoff passt, genauso wie die weitgehend in Sepiatönen gestaltete Colorierung.

      Mit Infos zu den meisten Beteiligten, einer Bildergalerie und wirklich sehr informativen Texten von Joe Hill, Stephen King und Chris Ryall (dem Szenaristen von Vollgas) über ihre Gründe das Projekt gemeinsam anzugehen und, weshalb es ihnen so am Herzen lag, bietet das schön gestaltete Panini Paperback alles, was man für einen Actionreichen Abend im Lesesessel braucht. Einzig ein wenig mehr Innovation hätte man sich an mancher Stelle vielleicht gewünscht, aber ich persönlich mag es klassisch und geradlinig ja auch immer mal sehr gerne.

      Meine Wertung: 8/10

      Wie haben Euch die beiden Stories in dem Band gefallen? Kennt Ihr die zugehörigen Bücher von Matheson bzw. Hill/King? Oder das Hörbuch zu Vollgas? Oder den Film von Spielberg? Meinungen dazu?

      VG, God_W.
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    • Manutereyaq Mares schrieb:

      Ich kenne leider nur den Film. Habe ihn zuerst Ende der 70er im Fernsehen gesehen. Meine Begeisterung für dieses Werk hat seither nie nachgelassen. Immer wenn ich in Arizona oder Kalifornien durch die Berge fahre, kommt er mir wieder in den Sinn. :thumbsup:
      In den 70er war ich noch in Adams Wurstkessel, hab den Film von daher erst im neuen Millennium kennengelernt. War trotzdem begeistert! Als kleiner Cineast kann ich vielen Klassikern was abgewinnen.

      In Arizona oder Kalifornien durch die Berge fahren hätt ich auch mal Lust drauf! War auf dem amerikanischen Festland bis jetzt nur in NY & Frisco.
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    • Manutereyaq Mares schrieb:

      Ich kenne leider nur den Film. Habe ihn zuerst Ende der 70er im Fernsehen gesehen. Meine Begeisterung für dieses Werk hat seither nie nachgelassen. Immer wenn ich in Arizona oder Kalifornien durch die Berge fahre, kommt er mir wieder in den Sinn. :thumbsup:
      Nehme ich mal so. :freak:
      Abgesehen davon das ich nur einmal in der Gegend unterwegs war.
    • Am gestrigen Freitag gab’s ja schon ne kleine Ladung Stephen King, heute also die volle Dröhnung.



      Titel: Stephen King: The Stand – Das letzte Gefecht Band 1/6 – Captain Trips

      Verlag: Panini (US: Marvel)

      Format: 164 Seiten im Hardcover

      Inhalt: The Stand: Captain Trips 1-5

      Autoren: Roberto Aguirre-Sacasa

      Zeichner: Mike Perkins

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      DAS MEISTERWERK VON STEPHEN KING ALS GRAPHIC NOVEL!

      Ein militärisches Projekt gerät außer Kontrolle: Nach einem Unfall beim streng geheimen "Projekt Blau" entweicht ein biologischer Kampfstoff, ein eigens gezüchtetes, absolut tödliches Grippevirus. Doch ein Mitarbeiter kann entkommen, bevor die gesamte Anlage abgeriegelt werden kann ... und er verbreitet das Virus auf seiner Flucht und bringt Vernichtung und Untergang über die gesamte Menschheit!

      The Stand, Stephen Kings Epos über Untergang und Neubeginn der Zivilisation, gehört zu den meistverkauften Büchern der Welt. Der Künstler Mike Perkins und der preisgekrönte Drehbuchautor Roberto Aguirre-Sacasa haben es als bildgewaltiges Comic-Meisterwerk in Szene gesetzt.



      Just my 2 cents:
      Schon 2007 (in Deutschland 2009) wurden mit den Graphic Novels zum Dunklen Turm die ersten Comics zu Werken von Stephen King veröffentlicht. Zum einen hat es King selbst wohl eine Menge Spaß gemacht an diesen Projekten mitzuarbeiten und beratend tätig zu sein, zum anderen war das Ganze auch noch extrem Erfolgreich, immerhin hat es die Reihe um Roland, den Revolvermann und sein Ka-Tet, auf 16 stolze Bände mit ordentlichem Umfang gebracht, dazu aber an anderer Stelle mehr. Heute geht es um eine weitere Umsetzung eines von Kings werken, die erst durch den Erfolg des Dunklen-Turm-Zyklus ermöglicht wurde.

      The Stand – Das letzte Gefecht gehört zu Kings umfangreichsten Einzelwerken und mittlerweile zu einem wahren Klassiker avanciert. Ich habe dem Originalwerk im vergangenen Jahr ein Re-Read zuteilwerden lassen und kann sagen, dass über die Jahre nichts von seiner Faszination und Aktualität verloren gegangen ist. Nicht zuletzt ist das der Tatsache geschuldet, dass es sich nicht um einen bluttriefenden Horror-Schinken handelt, entgegen der landläufigen Meinung schreibt King wirklich sehr selten sowas, sondern ein realistisches Endzeitszenario ausgerollt wird, das gekonnt mit unseren Urängsten spielt und allem voran durch eine einzigartig detaillierte Ausarbeitung der Charaktere, deren Hintergründe und Motivation besticht. Man kann mit ihnen mitfiebern, sie lieben, hassen, bemitleiden oder verachten, aber eines macht keiner von ihnen, mich kalt lassen.

      Dieses Mammutwerk mit über 1.500 Seiten Text in die neunte Kunst zu übertragen, ohne das die Essenz der Geschichte verloren geht ist sicher keine leichte Aufgabe und so hat sich ein handverlesenes Kreativteam unter der künstlerischen Leitung von King höchstpersönlich zusammengefunden und die Herausforderung angenommen. Das die Wahl des Texters & Autors mit Roberto Aguirre-Sacasa auf einen hauptberuflichen Drehbuchautor fiel war bestimmt kein schlechter Schachzug, hat die Adaption zu einem Comic doch viele Gemeinsamkeiten mit der Adaption von Romanen für die große Leinwand. Scheinbar bin ich nicht der einzige, der findet, dass Aguirre-Sacasa hier einen ganz tollen Job gemacht hat, denn nur wenige Jahre darauf wurde er engagiert das Drehbuch zur Neuverfilmung von Kings Erstlingswerk „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“ zu übernehmen. Der Film war schlussendlich zwar keine Großtat, aber das laste ich jetzt mal nicht dem Drehbuch an und wirklich schlecht war er ja auch nicht.

      Für das Artwork konnte der bereits mehrfach für den Eisner Award nominierte Mike Perkins gewonnen werden, der angeblich an Captain America schon extrem tolle Sachen gezeigt hat. Das kann ich jetzt weder bestätigen noch dementieren, da ich über den Cap noch nichts gelesen habe, kann es mir aber sehr gut vorstellen, denn die Zeichnungen zu The Stand sind außerordentlich passend geraten. Die Stimmung des Romans wird perfekt eingefangen, der richtige Grad an Realismus wird angeschlagen und in den teils verstörenden Träumen und Visionen wird es richtig düster und unheimlich. Absolut herausragend ist beispielsweise das erste Zwischenspiel gelungen, in dem uns im wahrsten Sinne des Wortes bildlich vorgeführt wird, wie schnell eine Seuche diesen Ausmaßes uns alle erreichen kann. Auch die Colorierung von Laura Martin, einer der erfolgreichsten Damen im Geschäft, passt wie die Faust aufs Auge und so fügt sich das komplette Werk zu einem splitterfreien Gesamtbild zusammen, das unheimlich viel Spaß macht und so manchen Schauer über meinen Rücken jagt, wenn ich plötzlich durch ein Husten oder Niesen aus der Lektüre gerissen werde.



      Im hier vorliegenden ersten von sechs Bänden wird natürlich zuerst einmal die Grundsituation aufgebaut und die wichtigsten Charaktere werden eingeführt. Wie im Klappentext beschrieben ist einer der Angestellten vom Armeestützpunkt noch nach Ausbruch des Virus entkommen. Er rauscht durchs Land bis ihm der Sprit ausgeht und sich vor Fieber und Husten kaum noch hinterm Steuer halten kann. So kommt es, dass er im kleinen Städtchen Arnette in Texas mitten in die örtliche Tankstelle rauscht. Stu Redman, der gerade zu Besuch dort ist gelingt es gerado noch so eine Katastrophe zu verhindern, indem er rechtzeitig die Zapfsäulen abschaltet. Doch als er und seine Freunde gemeinsam zum Wagen gehen um zu helfen, ist für die meisten von Ihnen ihr Schicksal bereits besiegelt.
      Die junge Fran Goldsmith lebt in Maine und gesteht ihrem Freund, dass sie wohl nicht gut aufgepasst haben und sie jetzt schwanger sei. Das Gespräch verläuft nicht wie geplant und als sie daran denkt die Sache auch noch ihrer herrischen und selbstsüchtigen Mutter zu beichten wird ihr ganz übel. Da bleibt nur ihr verständnisvoller Paps als erste Anlaufstelle.
      Der gerade aufstrebende Popstar Larry Underwood hat vor kurzem seinen ersten Hit gelandet, die Vorschüsse aber alle auf den Kopf gehauen und sich mit den falschen Leuten eingelassen. Jetzt muss er für seinen dekadenten Lebensstil bezahlen, erstmal aus Kalifornien verschwinden und bei seiner bodenständigen Mutter in Brooklyn untertauchen.

      Während in Arnette die ersten Einwohner erkranken versucht die Army verzweifelt Schadensbegrenzung zu betreiben, doch all ihre Maßnahmen haben wenig Sinn, wie im bereits erwähnten Zwischenspiel überdeutlich wird.
      Etwa zur gleichen Zeit wird der Taubstumme Nick Andros in Arkansas überfallen, brutal zusammengeschlagen und vom dortigen Sherrif aufgelesen. Der ist natürlich „begeistert“, als er herausfindet, dass sein Schwager scheinbar an dem Überfall beteiligt war.
      Als Stu und seine Freunde schließlich in einem Seuchenzentrum in Atlanta eingesperrt werden hat er nachts die ersten dunklen Alpträume von einem schwarzen, bedrohlichen Mann. Überraschenderweise ist er da nicht der Einzige, denn die gleichen Träume, oder sind es Visionen, haben noch Andere.
      Lloyd Henreid und sein Partner überfallen eine Tankstelle in Arizona, was einen sehr blutigen Ausgang nimmt und mit Lloyd hinter Gittern endet. Als er im Eilverfahren zum Tode verurteilt werden soll greift die Grippe schon weiter um sich. Und in einem anderen Gefängnis sitzt Nick Andros, allerdings nicht als Gefangener, und hat Träume von Maisfeldern und dunklen Vorahnungen…

      Auch wenn in diesem ersten Band viele Charaktere eingeführt werden ist doch schon klar, wo die Reise hin geht und die bedrohliche Stimmung greift schleichend, aber mit eisiger Hand um sich. Das beste daran: Genau wie in der Vorlage liegt der Fokus auf den Charakteren, was mich durch die Identifikation mit den Figuren sofort packt und sehr tief in die Story hineinzieht.

      Ich habe diesen ersten Band als Limitiertes Hardcover (Bild oben links) mit signiertem Kunstdruck von Coverzeichner Lee Bermejo, Panini hat uns aber auch noch ein Standard-Hardcover (oben Mitte) sowie eine Paperback-Variante (oben rechts) spendiert. Die Hardcover sind teilweise nicht mehr so leicht zu bekommen, aber das inhaltlich gleiche Softcover ist aktuell noch verfügbar. Mit Infos zu den Beteiligten, einer Einleitung von Ralph Macchio, einem Vorwort von Joachim Körber sowie einem umfangreichen „Skizzenbuch“- und Making-Of-Teil sind die Bücher allesamt top ausgestattet.

      Meine Wertung: 8/10

      Habt Ihr den Comic oder den Wälzer von King gelesen? Haltet Ihr The Stand auch für eine seiner besten Stories? Hat Euch der TV-Mehrteiler damals gefallen, oder freut Ihr Euch mehr auf die kommende, geplante Kinoumsetzung?

      VG, God_W
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • @God_W. ... und führe mich nicht in Versuchung... :D

      "The Stand- Das letzte Gefecht" (den Roman) hab ich mir damals gleich nach Erscheinen als großformatiges SC gekauft und später, weil mir der Roman so gut gefallen hat, sogar noch noch mal als "erweiterte Ausgabe" (HC)

      Für mich gehört es zum besten das Stephen King je geschrieben hat. Ich steh eh auf so "Post Doomsday" Sachen und kam/komme hier voll auf meine Kosten und ich glaube er hat noch nie so einen komplexen "Kosmos" aufgebaut wie in diesem Roman.

      Das Artwork des Comics scheint ganz nach meinem Geschmack zu sein, aber ich warte nochab, was du zu den anderen Teilen schreibst. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man so ein Riesenwerk in ein paar Comicbänden adäquat nacherzählen kann. Aber ich lass mich mal überraschen ;)

      Den TV-Vierteiler finde ich eigentlich recht gut und hab ihn auch als DVD, aber das gilt nur wenn man die Vorlage nicht kennt. An das Buch kommt er nicht ran, finde ich.


      Freunde des klassischen Swamp Thing, die sooooooooooo gerne schöne Neuausgaben hätten und von einem deutschen Omnibus träumen :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tom ()

    • Tom schrieb:

      @God_W. ... und führe mich nicht in Versuchung... ;D

      "The Stand- Das letzte Gefecht" (den Roman) hab ich mir damals gleich nach Erscheinen als großformatiges SC gekauft und später, weil mir der Roman so gut gefallen hat, sogar noch noch mal als "erweiterte Ausgabe" (HC)

      Für mich gehört es zum besten das Stephen King je geschrieben hat. Ich steh eh auf so "Post Doomsday" Sachen und kam/komme hier voll auf meine Kosten und ich glaube er hat noch nie so einen komplexen "Kosmos" aufgebaut wie in diesem Roman.

      Das Artwork des Comics scheint ganz nach meinem Geschmack zu sein, aber ich warte nochab, was du zu den anderen Teilen schreibst. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man so ein Riesenwerk in ein paar Comicbänden adäquat nacherzählen kann. Aber ich lass mich mal überraschen ;)

      Den TV-Vierteiler finde ich eigentlich recht gut und hab ihn auch als DVD, aber das gilt nur wenn man die Vorlage nicht kennt. An das Buch kommt er nicht ran, finde ich.
      Mach ich aber doch so gerne :D . Einen guten Freund und King-Fan hab ich auch auf die Bände aufmerksam gemacht, der ist gerade bei Teil fünf :wave: .

      Ich hatte The Stand zum ersten mal noch als Schüler gelesen (Bibliotheksausgabe) und mir vor Kurzen das Hardcover aus der Weltbild-Edition besorgt. Wirklich ein absolut geniales Mammutwerk und sicher auch sehr schwer zu adaptieren, weil es zwar durchgehend grandios geschrieben ist und ständig fesselt, aber für einen Film irgendwie zu wenig spektakuläre Höhepunkte bietet. Ist halt extrem Character-driven, was ich aber grandios finde. Und ja, die Endzeitstimmung und vor allem der weg dahin wurde bislang wohl kaum irgendwo so glaubhaft rübergebracht.

      Ja, vom Artwork war ich auch extrem positiv überrascht, weil das bei so "Auftragsarbeiten" ja wirklich nicht gang und gäbe ist. In ein "paar" Comicbänden ist schon relativ. Ich will jetzt nicht sagen, dass es jedes Detail aus dem Buch in die Comics geschafft hat, aber zusammen haben die sechs Bände ja auch irgendwas um die 900 Seiten, da wird schon Einiges geboten.

      Kann mich dazu mal aus dem Thread zur Reihe zitieren:

      God_W. schrieb:

      Ich hatte den TV-Vierteiler nach meinem Re-Read dieses Jahr mal wieder gesichtet und muss auch sagen, dass ich auch noch immer recht angetan bin. Bis auf ein zwei Casting-Fehler (also meiner Meinung nach) wurde da echt nicht viel verkehrt gemacht und überraschend viel Material aus dem Buch hat es in den Film geschafft. Das ist halt der Vorteil bei TV-Sachen. Im Kino nimmt sich kaum einer 6 Stunden Zeit für ne Story.

      Die Comics kann ich echt jedem Fan des Buches nur wärmstens empfehlen! Hab alle schon durch und werde auch zu den anderen Teilen demnächst noch meine Meinung hier lassen, aber soviel sei schonmal verraten: Sie sind noch näher am Buch als die Verfilmung und im großen und ganzen geht es von Band eins aus eher noch bergauf als bergab!
      Klar, der Film kommt nicht ans Buch ran, aber man muss sich schon vor Augen halten, was hier mit einem TV-Budget erreicht wurde und trotz vieler Kürzungen haben es doch mehr Teile des Buches in den Film geschafft, als ich erwartet hätte. Das muss die Neuverfilmung erstmal hinbekommen.
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      :guitar: Just my 2 Cents :kette:

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