Just my 2 cents - Kurzreviews von God_W.

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Der Humor aus Upgrade erinnerte mich ein wenig an einzelne, sicher auch umstrittene Szenen aus Predator 2. Ich sage nur "Shit happens" oder "Want some candy?". Funktioniert halt irgendwie ...

      Predators wirkt auf mich trotz des niedrigeren Budgets deutlich hochwertiger, was vor allem an der m.E. besseren Kameraführung und der Bildbearbeitung liegt. Es gibt stellenweise wirklich schöne (Weit-)Aufnahmen, an die ich mich in Upgrade so überhaupt nicht erinnern kann. Noch dazu die stärkere, wenn auch verheizte Besetzung und ein Ansatz, den ich interessant, aber in Verbindung mit 1 und 2 nicht ganz logisch finde. Insgesamt ist Predators für mich aber kein Totalausfall, es fehlte nur an einigen Ecken und Enden ein Stück zum richtig guten Film.
      "Es war ein Ort, am dem sich kein vernünftiger Mensch je aufgehalten hätte, doch ich bin kein vernünftiger Mensch, und da war ich nun."
      Jeder zahlt drauf, Charles Bukowski
    • Jim Hawkins schrieb:

      Der Humor aus Upgrade erinnerte mich ein wenig an einzelne, sicher auch umstrittene Szenen aus Predator 2. Ich sage nur "Shit happens" oder "Want some candy?". Funktioniert halt irgendwie ...

      Predators wirkt auf mich trotz des niedrigeren Budgets deutlich hochwertiger, was vor allem an der m.E. besseren Kameraführung und der Bildbearbeitung liegt. Es gibt stellenweise wirklich schöne (Weit-)Aufnahmen, an die ich mich in Upgrade so überhaupt nicht erinnern kann. Noch dazu die stärkere, wenn auch verheizte Besetzung und ein Ansatz, den ich interessant, aber in Verbindung mit 1 und 2 nicht ganz logisch finde. Insgesamt ist Predators für mich aber kein Totalausfall, es fehlte nur an einigen Ecken und Enden ein Stück zum richtig guten Film.
      Ich seh schon, Du bist auch so ein Typ, der in allem versucht die positiven Sachen hervorzuheben :thumbsup2:
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Ach, z.B. Upgrade finde ich schon mies, aber wenn es auch nur einzelne Momente, Szenen, Ideen etc. pp. gibt, die in mir ein positives Gefühl auslösen, darf man das an guten Tagen auch mal benennen.
      "Es war ein Ort, am dem sich kein vernünftiger Mensch je aufgehalten hätte, doch ich bin kein vernünftiger Mensch, und da war ich nun."
      Jeder zahlt drauf, Charles Bukowski


    • Weniger ist halt oftmals mehr...



      Joe Kerr schrieb:

      Soll ich mal ehrlich sein?
      Alles was hier in dem obigen Textkästchen steht hab ich auch gelesen. Den Rest nicht mal mehr überflogen....

      Wollts bis jetze ja nicht so direkt schreiben, aber da biste mit hundertprozentiger Sicherheit nicht der Einzige, dem es so gehht. Ich überfliege ja derweil nich mal mehr die reinen Punktewertungen. :-D



      Joe Kerr schrieb:

      ….Ich mag deinen Rezis schon, allerdings braucht es für mich nicht Covertexte, Klappentexte,....

      Ach, mittlerweile weiß ich diesen „Klappentext-Lieferservice“ durchaus zu schätzen. (und selbstverständlich auch die Arbeit die hinter jenem steckt, gar keine Frage ;-)

      Und ab und an les ich ja dann doch mal rein. :-D


      God_W. schrieb:

      …[...]...Über Mittelmaß kommen leider weder Story noch Artwork hinaus.....


      Könntest du vielleicht - einfach nur aus reiner Interesse und zum besseren Verständnis - mal ein paar, deiner Meinung nach, unterdurchschnittliche oder auch schlechte Comics benennen? Also einfach alles unter Mittelmaß! Meine Neugier ist da ja schon irgendwie geweckt. :-D



      God_W. schrieb:

      Road Rage...


      ….[...]..Mit gutem Auge bringt er die Story in recht klassischer Panelaufteilung auf die Seiten, was perfekt zu dem Stoff passt, genauso wie die weitgehend in Sepiatönen gestaltete Colorierung…..

      Möchtest du darauf evtl. auch noch etwas genauer eingehen? „Klassisch“ will mir hinsichtlich der Panel-Gestaltung von „Road Rage“ nämlich beim besten Willen nicht in den Sinn kommen, weder als eine exakte, streng definierte und dogmatische „Kalkulation“, noch als eine allseits-bekannte und -bewährte Revision bzw. einer mittlerweile etablierten Tradition.

      Hab ich dabei womöglich irgendetwas übersehen? Oder sinds dann letzten Endes doch nur die zum größtenteils viereckigen Bildausschnitte??

      Eine von Brauntönen dominierte Farbgebung ist übrigens auch noch lange nicht immer gleich „Sepia“, erst recht nicht, wenn diese quasi als „Komplementärfarbe“ von allen Primärfarben umgeben und sozusagen erst daraus emittiert wird.


      Hier hingegen, einfach mal beispielhaft, ein Exempel, bei welchem beide Attribute auch wirklich zutreffen:


      Karate Lothar schrieb:

      .........Dazu passend gibt sich auch die reduzierte schwarz-weiß Optik mit einem Sepia-Ton als einzigen farblichen Akzent und die klassische, streng angeordnete Panel Folge mit genau vier mal zwei Bildern pro Seite. Ein stimmiges und durchaus kunstvolles wie edles Erscheinungsbild, das in dem Querformatigen Band vollends zur Geltung kommt...…..


      (die Wahl des Autors ist dabei selbstverständlich rein zufälliger Natur :-D)





      God_W. schrieb:

      ..[….]...Ich geb schon zu, dass ich viele hohe Wertungen vergebe, liegt aber zum einen daran, dass ich mir meistens Sachen aussuche, die mich von der Thematik her sowieso sehr interessieren oder fesseln,...….



      Ein wahrlich unkonventioneller, jedoch höchst innovativer Ansatz, den de da so verfolgst. Ich kauf mir ja meist nur Comics, auf welche ich schon von vornherein so gut wie überhaupt keinen Bock habe.:-D ;)
    • Karate Lothar schrieb:



      Joe Kerr schrieb:

      ….Ich mag deinen Rezis schon, allerdings braucht es für mich nicht Covertexte, Klappentexte,....
      Ach, mittlerweile weiß ich diesen „Klappentext-Lieferservice“ durchaus zu schätzen. (und selbstverständlich auch die Arbeit die hinter jenem steckt, gar keine Frage ;)

      Und ab und an les ich ja dann doch mal rein. :D
      Na siehste, immerhin etwas.

      Karate Lothar schrieb:


      God_W. schrieb:

      …[...]...Über Mittelmaß kommen leider weder Story noch Artwork hinaus.....
      Könntest du vielleicht - einfach nur aus reiner Interesse und zum besseren Verständnis - mal ein paar, deiner Meinung nach, unterdurchschnittliche oder auch schlechte Comics benennen? Also einfach alles unter Mittelmaß! Meine Neugier ist da ja schon irgendwie geweckt. :D
      Da hatte ich bis jetzt extrem viel Glück und hab nur Sachen erwischt, die ich entweder als durchschnittlich empfand, oder die mir sogar noch besser gefallen haben. :D Deshalb hab ich wohl auch fast alles, was ich bis jetzt gelesen habe in meiner Sammlung behalten. Wobei, von durchschnittlichen Sachen, wie z.B. den vier Troja-Bänden würde ich mich auch trennen.

      Karate Lothar schrieb:



      God_W. schrieb:

      Road Rage...


      ….[...]..Mit gutem Auge bringt er die Story in recht klassischer Panelaufteilung auf die Seiten, was perfekt zu dem Stoff passt, genauso wie die weitgehend in Sepiatönen gestaltete Colorierung…..
      Möchtest du darauf evtl. auch noch etwas genauer eingehen? „Klassisch“ will mir hinsichtlich der Panel-Gestaltung von „Road Rage“ nämlich beim besten Willen nicht in den Sinn kommen, weder als eine exakte, streng definierte und dogmatische „Kalkulation“, noch als eine allseits-bekannte und -bewährte Revision bzw. einer mittlerweile etablierten Tradition.

      Hab ich dabei womöglich irgendetwas übersehen? Oder sinds dann letzten Endes doch nur die zum größtenteils viereckigen Bildausschnitte??

      Eine von Brauntönen dominierte Farbgebung ist übrigens auch noch lange nicht immer gleich „Sepia“, erst recht nicht, wenn diese quasi als „Komplementärfarbe“ von allen Primärfarben umgeben und sozusagen erst daraus emittiert wird.


      Hier hingegen, einfach mal beispielhaft, ein Exempel, bei welchem beide Attribute auch wirklich zutreffen:


      Karate Lothar schrieb:

      .........Dazu passend gibt sich auch die reduzierte schwarz-weiß Optik mit einem Sepia-Ton als einzigen farblichen Akzent und die klassische, streng angeordnete Panel Folge mit genau vier mal zwei Bildern pro Seite. Ein stimmiges und durchaus kunstvolles wie edles Erscheinungsbild, das in dem Querformatigen Band vollends zur Geltung kommt...…..

      Erst ist alles zu lang und dann soll ich genauer auf was eingehen? Hmmm, also gut.

      Erwischt, hab grad nochmal rein geschaut und so "klassisch" wie ich's beim Schreiben der Rezi in Erinnerung hatte ist es tatsächlich nicht. Das das "klassisch" nicht in dem Sinne wie bei dem Eisner Moby Dick oder einem Alix-Band gemeint war sollte ja klar sein, bin aber wirklich eher von recht übersichtlich angeordneten, rechteckigen Panels ausgegangen, habe jetzt beim durchgucken aber gesehen, dass es da gerade in den Actionszenen auch mal wilder zugeht. Aber gut, hab ja schon mehrfach erläutert, dass ich bei weitem kein Spezialist mit jahrelanger Erfahrung bin, sondern lediglich meine persönliche Meinung und mein Empfinden beim Lesen kund tue.

      Zu den Sepia-Tönen: Eine wissenschaftliche Abhandlung darüber (oder, ob was jetzt Pfirsich- oder Lachsfarben ist) interessiert mich eigentlich herzlich wenig. Ich denke, da haben die Meisten schon verstanden auf was ich hinaus will und ansonsten sind da ja auch Fotos dabei um sich selbst ein Bild davon zu machen.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Mal wieder Mignola, aber diesmal nix mit Hellboy.



      Titel: Baltimore 1

      Verlag: Cross Cult (US: Dark Horse)

      Format: 576 Seiten im Hardcover

      Inhalt: Die Pestschiffe; Die Glocken der Verdammnis; Ein durchreisender Fremder und andere Geschichten; Die Knochenkapelle

      Autoren: Mike Mignola, Christopher Golden

      Zeichner: Ben Stenbeck

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Man schreibt das Jahr 1916 ...

      Seit Monaten breitet sich von den Schlachtfeldern des 1. Weltkriegs in Mitteleuropa eine verheerende Plage aus: eine Seuche, die die Menschheit ausrottet oder in bluthungrige Wesen verwandelt und die Tore der Hölle auftut. Doch einem Mann kann der "rote Tod" nichts anhaben, denn er befindet sich zwischen den Welten, von Gott und Teufel abgewiesen: Lord Henry Baltimore. Auf seiner rachegetriebenen Suche nach dem Vampir, der die Seuche ausgelöst und seine Verdammnis verschuldet hat, sind Zeppeline des Terrors, U-Boot-Flotten des Grauens und Dampfzüge des Todes noch seine kleinste Sorge … die Welt steht vor dem Abgrund!

      Bevor Hellboy gegen Horden mutierter Monster und dämonischer Fürsten kämpfte, zog bereits Lord Baltimore mit seiner Harpune gegen eine Armee des Schreckens … und für jeden getöteten Gegner haut er sich einen Nagel in sein Holzbein!

      BALTIMORE gehört neben WITCHFINDER, SLEDGEHAMMER 44 oder THE AMAZING SCREW-ON HEAD zum erweiterten Kreis der Mignolaverse-Helden. Der Comicband vereint die vier ersten Sammelbände mit den Abenteuern des furcht- und ruhelosen Vampir- und Dämonenjägers, der quer durch ein versinkendes Europa reisen muss: Von England nach Deutschland und weiter nach Frankreich, Italien, Kroatien und weit in den Balkan hinein, um schließlich ganz woanders seinem Schicksal entgegenzutreten.

      Außerdem enthalten: ein exklusives Interview mit dem neuseeländischen Starzeichner Ben Stenbeck!



      Just my 2 cents:
      Mit 576 Seiten in einem recht großen Hardcover, gleiche Maße wie die Hellboy Kompendien, also größer als die Hellboy-Universum-Bände, liefert uns Cross Cult hier gleich einen ganzen Berg an gepflegter Horror-Unterhaltung. Bei meinem toll aufgemachten Band mit Lesebändchen handelt es sich bereits um die zweite Edition, die der Verlag herausgebracht hat, weil die erste bereits vor Erscheinen des zweiten Bandes vergriffen war. Nach der Lektüre kann ich gut verstehen, weshalb denen das Buch geradezu aus den Händen gerissen wurde. Mir gefällt das Cover der Neuauflage sogar einen Tick besser als das der Erstausgabe, aber das ist bekanntlich Geschmackssache.

      Worum es im Grunde der Geschichte geht und die Rahmenbedingungen, in denen alles spielt, wird ja im Klappentext oben schon ganz gut zusammengefasst. Wer eine umfassendere und unglaublich stimmungsvolle Einführung in die Story und die Welt von Baltimore sucht, dem sei der Roman Baltimore oder der Standhafte Zinnsoldat und der Vampir, ebenfalls von Mike Mignola und Christopher Golden geschrieben, wärmstens ans Herz gelegt. Das Buch ist leider ebenfalls vergriffen und gar nicht mehr so leicht aufzutreiben, aber wer im Cross Cult Forum den Amigo anschreibt hat vielleicht Glück und kann noch ein Exemplar ergattern, der hat dort nämlich vor Kurzem verlauten lassen, dass sie noch ein paar Restexemplare gefunden haben.

      ***
      Klappentext bzw. Angaben des Verlags zu - Baltimore oder der standhafte Zinnsoldat und der Vampir
      Als Lord Henry Baltimore auf einem der höllischen Schlachtfelder des ersten Weltkriegs den Zorn eines Vampirs heraufbeschwört, verändert sich die Welt für immer. Eine extrem ansteckende Seuche wurde entfesselt – eine Seuche, die selbst der Tod nicht beenden kann.

      Jetzt ein einsamer Soldat im Kampf gegen die Dunkelheit, lädt Baltimore drei alte Freunde zu einem Treffen in ein verlassenes Wirtshaus – Männer, deren Reisen und fantastische Erfahrungen sie an jenes Böse glauben lassen, das die Seele der Menschheit verschlingt. Während die Männer auf ihren alten Freund warten, erzählen sie sich ihre Erlebnisse von Schrecken und Horror und stellen Überlegungen über ihren Anteil in Baltimores zeitlosen Kampf an.

      Noch bevor die Nacht dem Morgen weicht, werden sie wissen, was zu tun ist, um die Seuche zu besiegen – und die Kreatur, die Baltimore als seinen Erzfeind betrachtet.

      Just my 2 cents zu - Baltimore oder der standhafte Zinnsoldat und der Vampir
      Das Buch selbst ist eigentlich so etwas wie eine Episodengeschichte, da sie in mehreren, voneinander unabhängigen Stories die Geschichten erzählt, welche Erlebnisse die drei Freunde mit Lord Baltimore verbinden, und auch welche seltsamen Ereignisse sie dazu brachten an das übernatürliche zu glauben. Gleichzeitig ist es auch eine wundervolle Hommage an klassische Vampirgeschichten, allen voran natürlich Bram Stokers Dracula. Allerdings wäre das Buch kein echter Mignola, wenn sich nicht auch viele Versatzstücke anderer Horror- und Märchengeschichten darin wiederfinden würden, denn dazu bieten die in Rückblenden erzählten Einzelgeschichten von Baltimores Anhängern reichlich Gelegenheit.

      Sicher, es gibt spannungsgeladenere und fesselndere Romane, auch, oder gerade im Horror-Genre. Auch die ein oder andere dramaturgische Schwäche kann nicht weggeredet werden. Dennoch ist die Lektüre wirklich lohnenswert, vor allem für Freunde klassischen Grusels. Den Autoren ist das Kunststück gelungen eine Geschichte zu schreiben, die sich liest, als wäre sie vor 100 Jahren geschrieben worden. Nicht so schnell und gehetzt wie ein moderner Thriller oder Horror-Roman, aber dafür enorm atmosphärisch mit grandioser Stimmung und unglaublich viel Charme. Oft habe ich beinahe das Gefühl mit den Dreien gemeinsam am Tisch in dieser alten Taverne zu sitzen und ihren Erzählungen zu lauschen.

      Meine Wertung zu - Baltimore oder der standhafte Zinnsoldat und der Vampir: 7/10



      Ich habe übrigens über den Verlag noch eine abgespeckte Variante der Limited Edition ergattern können (Bild links), die reguläre Ausgabe ist aber auch wunderschön gestaltet (Bild rechts). Jetzt aber zurück zur eigentlichen Rezi und dem Hauptwerk – Baltimore 1
      ***


      Der Band beinhaltet ja vier amerikanische Sammelbände, deshalb werde ich auf jeden der vier auch gesondert eingehen, aber eins vorweg. Zu jedem der Bände gibt es ein schönes Vorwort, das gleich nochmal soviel Lust auf die Lektüre macht, sowie hinterher einige Sketchbook-Seiten mit Skizzen, Einzelcovern, Entwürfen und Anmerkungen. Cross Cult bietet uns also mal wieder das komplette Rundum-Paket. Ganz am Ende wartet dann sogar noch ein ausführliches Interview mit Zeichner Ben Stenbeck. Von dem Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen ihm und Mike Mignola war ich ja bereits bei Frankenstein Underground sehr angetan und auch bei Baltimore kann ich das nur bestätigen. Wenn Stenbeck nach Vorgaben von Mignola zeichnet gefällt mir das ehrlich gesagt sogar eine ganze Ecke besser, als wenn Mignola selbst Hand anlegt. Aber auch hier gilt natürlich: Reine Geschmackssache. Jetzt aber los.

      Die Pestschiffe
      Vampire in Uniform. Gefährlich. Blutrünstig. Doch sie sind nicht auf der Jagd, sondern auf der Flucht. Auf der Flucht vor einem einbeinigen Mann fliehen sie durch ein französisches Hafendorf. Doch dieser Mann ist kein gewöhnlicher Mann. Der waffenstrotzende Lord Baltimore hat noch eine Rechnung offen, eine Rechnung mit dem Obervampir, Haigus genannt. Erbarmungslos verfolgt er dieses Wesen und tilgt seinem Weg jegliches Böse vom Antlitz der Erde, dessen er gewahr wird. Für sein letztendliches Ziel ist er bereit alles zu opfern, selbst sein Seelenheil. Mit dieser Einstellung steht er direkt in geistiger Verbundenheit mit Brüdern im Geiste wie dem berühmten Dr. Van Helsing oder auch Kapitän Ahab. Es ist sicher kein Zufall, dass unser einbeiniger Held auf die Vampire unter Anderem auch mit einer Walfang-Harpune Jagd macht. Deutlichere Metaphern kann man ja kaum streuen und so bin ich natürlich schon auf den ersten Seiten gleich extrem begeistert. Meine Moby-Dick-Rezis die letzten Wochen hat ja der ein oder andere bestimmt gesehen…

      Auf jeden Fall erreicht Lord Baltimore die fliehenden Vampire rechtzeitig und überantwortet sie der endgültigen Vernichtung, jedoch leider ohne zuvor den nächsten Hinweis auf die Reiseroute des Vampirherren Haigus aus ihnen herauspressen zu können. Doch die Enkeltochter einer in dem Dorf ansässigen Hexe gibt ihm den nächsten Hinweis. Sein Feind sei mit dem Schiff gen Italien geflohen und im Gegenzug für diese Information besteht sie darauf Lord Baltimore zu begleiten. Entgegen aller Beschwörungen ihrer Großmutter dies nicht zu tun, denn jeder, der Baltimore Folgt sei des Todes. Darauf gibt die Tochter allerdings nicht viel und schon am nächsten Morgen stechen Baltimore und seine neue Begleiterin in See. Glücklicherweise noch kurz bevor der Inquisitor Richter Duvic das Dorf erreichen kann, denn der wiederum ist Lord Baltimore seit langem auf den Fersen, allerdings ohne, dass dieser davon weiß.

      Weiter geht's im nächsten Post...
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von God_W. ()



    • Während der Überfahrt entlockt die junge Vanessa dem Einbeinigen einige Geschichten aus seiner Vergangenheit bevor es kommt wie es kommen musste. Sie geraten in einen Sturm und erleiden Schiffbruch. Die Insel auf die sie sich retten können ist leider nicht so einsam wie man zuerst denken könnte, denn hier liegen die Wracks der geheimen Unterseeflotte des Hessischen Kaisers und die Pest, die zwar den Krieg beendete, aber in Wahrheit eine Mischung zwischen Seuche und Vampir-Virus ist lässt den ein oder anderen totgeglaubten wieder zum Leben erwachen und ein verzweifelter Kampf gegen die Wasserleichen-Vampir-Zombie-Armee beginnt.

      Ein wahrhaft herrlicher Einstieg in die Welt des Lord Baltimore den ich mir besser nicht hätte wünschen können! Wirklich selten habe ich eine derart perfekte Vermengung all dieser Horror-Zutaten mit einer ordentlichen Prise Trash und auch schwarzem Humor gesehen. Wenn es so weiter geht muss ich mir echt mühe geben etwas zum Kritisieren zu finden.



      Die Glocken der Verdammnis
      Baltimore ist wieder allein unterwegs und sein Weg hat ihn bis in die Schweiz geführt, was ich persönlich als Einstimmung großartig finde, weil wir dahin kommendes Jahr (2019) in Urlaub fahren und ich mich gerne mit Filmen oder Literatur jeglicher Art auf unsere Reisen einstimme, aber dazu an anderer Stelle mehr. Jetzt zu unserem einbeinigen Freund, der sich gerade von einem jungen Paar auf eine heiße Spur nach seinem Erzfeind bringen lässt,
      Spoiler anzeigen
      zumindest glaubt er das, denn auch Vampire können Fallen Stellen. Nach einem „heißen“ Zwischenspiel
      gelangt unser Held in ein typisches Schweizer Bergdorf über dem ein Nonnenkloster thront, nur scheint dort seit geraumer Zeit nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen.

      Ich will jetzt nicht zu viel verraten, aber mit dem etwas tollpatschigen Journalisten Mr. Hodge erhält Baltimore einen neuen Sidekick, der auch für den ein oder anderen Lacher bzw. Aufreger (je nach Sichtweise) sorgt. Die Story selbst bietet an Breitseite an Horrorelementen die mein Herz höherschlagen lassen. Gruselige Monster, dunkle Rituale, böse Hexen, Wiedererweckung, Folter, Auferstehung, Blutgierige Nonnen, Fanatische Priester oder Magier (oder Priester-Magier?). Eine Liste, die sich nahezu endlos fortsetzen ließe und mich in der geschickten Art, wie sie in der Story untergebracht wurden von Seite zu Seite begeistert. Und während wir das alles mit Baltimore und Hodge zusammen erleben dürfen schrumpft der Abstand zwischen unserem Helden und dem brutalen Inquisitor mehr und mehr.

      Auch der zweite Teil der Geschichte steht dem ersten in nichts nach und bei diesem Höchstmaß an Abwechslung und Einfallsreichtum, sowohl der Schreiber als auch des Zeichners, kommt zu keinem Moment Langeweile auf.



      Ein durchreisender Fremder und andere Geschichten.
      Vor dem Finalen Showdown in Teil vier erwartet uns hier quasi zur Auflockerung eine Sammlung wundervoller, kürzerer Geschichten, die aber allesamt zu überzeugen wissen, wie man es bei den Short-Storys von Mignola ja auch bei Hellboy oder der B.U.A.P. schon kennt. Er ist als Storyteller einfach sehr sehr stark, wenn es darum geht auf wenigen Seiten viel zu transportieren.

      Zum Einstieg gibt es mit Die Witwe gleich eine wundervoll traurige Vampirgeschichte, die das Horrorthema perfekt mit der Tragik des Kriegsszenarios in Einklang bringt.
      Der Panzer stellt das Kriegsgerät als Schauplatz der Erzählung sogar nahezu in den Mittelpunkt und nach dem doch sehr traurigen Einstieg kommt hier auch der schwarze Humor wieder zwinkernd zum Vorschein.
      Die Namensgebende Geschichte Der durchreisende Fremde spielt in Deutschland und hat nach einem Einstieg in der Tradition von Der kleine Vampir auch für mich als Arachnophobiker noch einiges zu bieten.
      In Das Schauspiel kommt Baltimore seinem Widersacher wieder gefährlich nahe und ständig werden Erinnerungen an das Phantom der Oper in mir geweckt. Das sogar ein Altmeister der Horrorliteratur einen Gastauftritt spendiert bekommt gleicht einer großen Verbeugung vor dem Schaffen der Herren aus dieser Eoche.
      Dr. Leskovars Elixier stellt für mich einen der vielen Höhepunkte der Sammlung da, denn neben dem allgegenwärtigen Vampirthema werden so viele Themen verarbeitet, die einfach zu 100% auf meiner Wellenlänge liegen. Vom Verrückten Wissenschaftler, der wie eine Mischung aus Frankenstein und Herbert West anmutet über Monster, die direkt aus einer Lovecraft-Story stammen können bis hin zu Riesenkrebsen, denen ich vielleicht in einem japanischen Monsterstreifen oder King’s dunklem Turm schon begegnet bin. Einfach grandios.
      Zum Abschluss erwartet uns die schrecklichste und brutalste, weil am realistischsten gehaltene Geschichte. Wir lernen den Inquisitor näher kennen. Das Monster, das er ist und wie er dazu wurde. Oder werden manche Menschen schon böse geboren?

      Auch Teil drei ist also ein weiteres Meisterstück, das es mit seiner Vielfalt und Kreativität in all den wundervollen (oder grausigen?) Geschichten versteht mich stets aufs Neue zu überraschen.



      Die Knochenkapelle
      Der letzte Band beinhaltet neben dem Finale Die Knochenkapelle zuvor noch die längere Story Der Höllenzug. Ich werde auch nur auf diese etwas genauer eingehen, das Finale in der Knochenkapelle könnt ihr übrigens sowohl im Buch Baltimore oder der standhafte Zinnsoldat und der Vampir in Textform, oder aber in diesem Comicbuch erleben.

      Budapest soll die letzte Bastion gegen die Pest und den um sich greifenden Vampirismus sein. Deshalb wird die Stadt mittlerweile von einer Mauer umspannt und nur nach eingehender Untersuchung und Befragung findet man dort Einlass. Doch trotz all diesen Vorkehrungen gibt es auch innerhalb der Stadtmauern immer wieder vereinzelte Vorfälle mit undurchsichtigem Hintergrund. In diese Stadt kommt jetzt unser einbeiniger Jäger, denn nachdem der Inquisitor mit dem Journalisten Hodge zusammengerasselt ist hat dieser an Baltimore geschrieben und in Budapest soll es jetzt zum Showdown zwischen den beiden kommen.

      Showdown ist genau das richtige Wort, denn wie in einem guten Western (ja, auch wieder ein Genre, das ich abgöttisch liebe), wird hier der Spannungsbogen aufgebaut. Das wäre natürlich nur ein durchschnittlicher Vertreter seiner Zunft, wenn abgesehen von dem Zusammentreffen zwischen Jäger und Gejagtem hier nichts mehr passieren würde. Doch da ist ja noch der Namensgebende Zug, der nur kurz nach Baltimore in der Stadt eintrifft. Eine Frau namens Lucrencia Fulcanelli bringt eine neue, wissenschaftliche Errungenschaft in die Stadt, die Pestöfen. Öfen, in denen Pestopfer vollständig verbrannt werden können, ohne die Gesundheit der Bevölkerung weiter zu gefährden. Doch hinter diesem Zug steckt mehr als es auf den ersten Blick den Anschein hat und es ist kein Zufall, dass Baltimore einen dieser Öfen am Anfang von Die Pestschiffe schonmal gesehen hat…

      Was es damit auf sich hat und, ob es dann doch noch zum finalen Gipfeltreffen zwischen Lord Baltimore und dem Vampirfürst Haigus kommt und Ahab seinen Wal im übertragenen Sinne zur Strecke bringt, erfahren wir im weiteren Verlauf, aber ich will ja nicht alles verraten. Was ich verraten darf ist, dass auch der letzte Teil den vorangegangenen in nichts nachsteht, denn es ist ein Horror-Western allererster Güte und bietet zum Finale auch noch einen unerwartete Wendung (die man im Roman allerdings auch schon erfährt).



      Baltimore spielt in einer leicht versetzten Realität, also auch nicht wirklich in „unserem“ ersten Weltkrieg. Das erkennt man an einigen „Kleinigkeiten“, wie zum Beispiel, dass die Gegner hier nicht die „Deutschen“, sondern die „Hessen“ sind oder auch, dass der Krieg im Comic durch den Ausbruch der Pest beendet wird. Dennoch werden Fakten wie der zermürbende Stellungskrieg und die mit ihm einhergehenden Schrecken sehr Originalgetreu wiedergegeben und spielen auch an historisch verbrieften Schauplätzen. Wir haben vergangenes Jahr eine Rundreise durch Nordfrankreich und Belgien gemacht, dabei einige Originalschauplätze besucht und irgendwie hat mich beim Lesen der ein oder anderen Seite, egal ob im Buch oder im Comic, dieses bedrückende, mulmige Gefühl, dass mich beim Besuch eines Denkmales, Massengrabes, oder beim Spaziergang über ein historisches Schlachtfeld oder einen Soldatenfriedhof berührt hat, wieder eingeholt. Das hat mein persönliches Leseerlebnis schonmal ungemein vertieft und ein Stück weit besonders gemacht. Ich denke aber jeder, der mit Horrorcomics, die einen gewissen „Pulp“ oder „Trash“-Anteil haben, oder mit Horrorfilmen der Hammer-Studios, oder auch einfach mit klassischer Horror- oder Märchenliteratur auch nur im entferntesten etwas anfangen kann, an Baltimore seine helle Freude haben und einige schaurig schöne Stunden mit der Geschichte des einbeinigen Rächers verleben wird. Denn abgesehen von den schaurigen und bedrückenden Momenten bietet das Teil einfach auch unglaublich viel Fun-Horror mit abgedrehten Ideen, einfallsreichen Abwandlungen der großen Klassiker, egal ob Zombies,, Vampire, Monster, Hexen, Inquisition etc… und jeder Menge ausufernder, blutiger Action. Für mich eine nahezu perfekte Mischung zwischen spaßigen und todernsten Momenten, was freue ich mich schon auf den zweiten Teil!

      Meine Wertung: 9/10

      Habt Ihr den Comic, das Buch oder auch beides gelesen? Was haltet Ihr von Baltimore und seinen Abenteuern? Vielleicht auch im direkten Vergleich mit Hellboy?

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von God_W. ()

    • Einen Vergleich zu Hellboy möchte ich jetzt nicht ziehen, aber ich liebe einfach die Story von Baltimore und habe beides gelesen.

      Ausschließlich nur wegen Mike Mignola habe ich mir den Roman beim Erscheinen gekauft und begeistert haben mich vor allem die Erzählungen von Baltimores Verbündeten und da besonders die mit dem Vieh im See und dann das Ende mit Baltimore einfach grandios. Und als dann die Fortsetzung des in Comic Form angekündigt wurde war ich bei den US Ausgaben dabei vor allem auch da sich CC lange geziert hat es überhaupt zu veröffentlichen.

      Damals war mir Ben Stenbeck noch gänzlich unbekannt und auch Frankenstein Underground gab es noch nicht, aber wie auch dir hat mich sein atmosphärisches Artwork schlicht begeistert (Eine der Gründe warum ich mir überhaupt Frankenstein Underground gekauft habe von Dark Horse im Original und CC)

      Und ja Baltimore zählt zu meinen Favoriten und ich möchte ihn nicht mehr missen, einziger Wehrmutstropfen beim 2. Band das Ben Stenbeck nur noch eine kurze Story dort gezeichnet hat.
      Der Spider-Man Komplett Lesemarathon (Leseliste, Teil 1 im Link) Und auf Seite 41, 46 [Post 909] & 78! :twip:
    • Kal-L schrieb:

      Einen Vergleich zu Hellboy möchte ich jetzt nicht ziehen, aber ich liebe einfach die Story von Baltimore und habe beides gelesen.

      Ausschließlich nur wegen Mike Mignola habe ich mir den Roman beim Erscheinen gekauft und begeistert haben mich vor allem die Erzählungen von Baltimores Verbündeten und da besonders die mit dem Vieh im See und dann das Ende mit Baltimore einfach grandios. Und als dann die Fortsetzung des in Comic Form angekündigt wurde war ich bei den US Ausgaben dabei vor allem auch da sich CC lange geziert hat es überhaupt zu veröffentlichen.

      Damals war mir Ben Stenbeck noch gänzlich unbekannt und auch Frankenstein Underground gab es noch nicht, aber wie auch dir hat mich sein atmosphärisches Artwork schlicht begeistert (Eine der Gründe warum ich mir überhaupt Frankenstein Underground gekauft habe von Dark Horse im Original und CC)

      Und ja Baltimore zählt zu meinen Favoriten und ich möchte ihn nicht mehr missen, einziger Wehrmutstropfen beim 2. Band das Ben Stenbeck nur noch eine kurze Story dort gezeichnet hat.
      Ja, auf Deine Empfehlung hin hab ich das Buch ja vorab gelesen, nochmal danke dafür! Hebt das Gesamterlebnis nochmal eine Stufe höher :thx: .
      Dann bin ich ja mal gespannt, wie das Artwork vom Zeiten Teil dann bei mir ankommt. Mir gefällt der Stenbeck ja wie gesagt ne Kante besser als Mignola selbst, auch wenn ich seinen Stil mit diesem hohen Wiedererkennwert mittlerweile auch zu schätzen weiß. Werde mir vielleicht mal seine Batman-Sachen besorgen.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Zurück bei Azzarello am Trickster…



      Titel: John Constantine – Hellblazer: Bis die Hölle gefriert (Band 10)

      Verlag: Schreiber & Leser (US: Vertigo)

      Format: 164 Seiten im Paperback

      Inhalt: US-Hefte # 157-161

      Autoren: Brian Azzarello

      Zeichner: Marcelo Frusin, Steve Dillon

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Des Menschen Herz ist kalt wie Eis.

      Und niemand wüsste das besser als John Constantine, der das Böse der Welt kennt wie kein Zweiter. John findet zum Glück immer wieder Verbündete. So auch hier auf seinem Weg in die finsteren Winkel der amerikanischen Provinz.

      Der Eisner-Preisträger Brian Azzarello arbeitet erneut zusammen mit Steve Dillon („Preacher“) und Marcelo Frusin („Gute Vorsätze“). Die Geschichte wurde zuerst veröffentlicht in den Heften 157 – 161 der Serie „Hellblazer“.



      Just my 2 cents:
      Nachdem ich vom ersten Band des Azzarello-Runs ja echt begeistert war, mich das Finale des letzten Bandes aber nicht vollends überzeugen konnte war ich gespannt, wie es weiter geht. Mit Steve Dillon hat sich Autor Brian Azzarello einen wahren Hellblazer-Veteranen als Gastzeichner für das erste Heft …und begraben ins Boot geholt, bevor für den Löwenanteil wieder Frusin übernimmt. Die Story selbst bietet allerdings keine großen Möglichkeiten für Dillon sein Können voll auszuschöpfen, denn die komplette Geschichte spielt an einem von Constantines Lieblingsorten, in einer Kneipe.

      John trifft dort einen alten Bekannten, der eine wichtige Information für ihn bereithält: Highwater. Was es damit auf sich hat erfahren wir bestimmt später, denn das ist der Titel des ersten Hellblazer-Monsterbands von Panini. Allerdings sitzen in einer Ecke der Kneipe auch noch drei zwielichtige Gestalten, die ein Problem zu haben scheinen. Einer von ihnen hat auf einem aktuellen Foto in einer Zeitschrift eine Person entdeckt, die die drei wohl für tot und begraben gehalten haben. Das ist natürlich sehr mysteriös, und als Constantine den Laden schließlich verlässt betritt eine Person mit einem speziellen Tattoo das Etablissement…

      Sehr undurchsichtige Story mit bedrohlicher Grundstimmung, deren Ende aber erstmal unbefriedigend wirkt. Ich bin gespannt, ob das Thema zu einem späteren Zeitpunkt nochmal aufgegriffen wird, jetzt startet aber erstmal die vierteilige Hauptstory des Bandes …Freezes Over.

      Auf seinem Weg durch die USA gerät John Constantine in einen Schneesturm und findet Unterschlupf in – wie soll es anders sein - -einer Kneipe. Genauer gesagt in einem recht abgelegenen Rasthaus. Bei diesen Witterungsbedingungen ist er natürlich nicht der Einzige, der in der heimeligen, an eine Jagdhütte erinnernden Behausung ein trockenes Plätzchen sucht. Viele der anwesenden kennen sich untereinander und tauschen alte Geschichten aus, bis ein neuer Gast hereinplatzt und den Wirt darüber informiert, dass auf dem Parkplatz ein Auto steht, bei dem eine Leiche am Steuer sitzt.

      Nachdem sie den, von einem Eiszapfen durchbohren Leichnam in die Hütte geschafft haben beginnt sich das Misstrauen unter der abgeschotteten Gruppe auszubreiten. Als dann noch die Sage des Eismannes, eines seit vielen Jahren in der Gegend sein Unwesen treibenden Serienkillers, ausgepackt wird und zu allem Übel eine Gruppe dreier bewaffneter Männer, von denen einer angeschossen wurde, den Laden stürmen, ist der Hellblazer endlich wieder voll in seinem Element.

      Ich liebe ja solche Stories mit Menschen, einer abgeschotteten Gruppe, die in Ausnahmesituationen gebracht und unter Druck gesetzt werden, um dann zu beobachten, wie jeder einzelne reagiert und mit der ganzen Sache umgeht. Egal, ob so etwas in einer Unterwasserstation, auf einem Schiff, in den Weiten des Alls, in einer Eiswüste, oder eben wie hier, in einer von Schneetreiben eingeschlossenen Hütte in der Pampa spielt, schlussendlich geht es ja immer darum, wer am ehesten zusammenbricht und in welcher Form die Situation eskaliert. Wenn in eine derart spannungsgeladene Atmosphäre noch unser Trickster als Zündholz hineingeworfen wird, kann das ja nur grandios werden, und genauso ist es hier auch gelungen.

      Dazu das Artwork von Marcelo Frusin, das mir zwar in weiten Teilen noch immer etwas zu detailarm daherkommt, aber auch diesmal wieder mit dem herausragend eingesetzten Spiel zwischen Licht und Schatten für eine zum schneiden dichte Atmosphäre sorgt, die in der Hütte beinahe greifbar wird. Macht insgesamt einen tollen Paperback, der vor allem mit der Hauptstory wieder die Klasse des ersten Azzarello-Teils erreicht. Ich hoffe dennoch, dass die beiden, in der ersten Geschichte losgesponnenen Handlungsfäden, später nochmal aufgegriffen werden, denn aktuell steht die Mini-Story ein wenig als Lückenfüller da.

      Meine Wertung: 8/10

      Wie hat Euch Bis die Hölle gefriert gefallen? Und kann mir einer sagen, ob die Story mit den dreien aus der Kneipe im ersten Heft nochmal aufgegriffen wird? Dass die Sache mit der Highwater-Info noch weitergesponnen wird ist ja klar.

      VG, God_W.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von God_W. ()

    • Jim Hawkins schrieb:

      Predators wirkt auf mich trotz des niedrigeren Budgets deutlich hochwertiger, was vor allem an der m.E. besseren Kameraführung und der Bildbearbeitung liegt. Es gibt stellenweise wirklich schöne (Weit-)Aufnahmen, an die ich mich in Upgrade so überhaupt nicht erinnern kann. Noch dazu die stärkere, wenn auch verheizte Besetzung und ein Ansatz, den ich interessant, aber in Verbindung mit 1 und 2 nicht ganz logisch finde. Insgesamt ist Predators für mich aber kein Totalausfall, es fehlte nur an einigen Ecken und Enden ein Stück zum richtig guten Film.
      Dem stimme ich im Grossen und Ganzen zu.

      Ich habe Predator upgrade abgebrochen. Was für ein Mist!!! :cursing: Da les ich lieber einen guten Predator Comic :thumbsup:


      :bampf: :bampf: :bampf:
      Ich suche aus der Serie ASTERIX DIE ULTIMATIVE EDITION (GROSSFORMAT)

      ASTERIX BEI DEN SCHWEIZERN

    • Der Comic zum Klassiker, selbst auch ein Klassiker?



      Titel: Alien – Der Comic

      Verlag: Cross Cult (US: Titan Publishing Group)

      Format: 64 Seiten im Hardcover / Albenformat

      Inhalt: Alien – The illustrated Story

      Autoren: Archie Goodwin

      Zeichner: Walter Simonson

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Der kongeniale Comic zum ersten ALIEN-Film!

      Noch einmal die Horrorfahrt der Nostromo hautnah miterleben, einem Transportschiff des mächtigen Weyland-Yutani-Konzerns, das im Jahr 2122 nach einer langen Reise durch den Weltraum auf dem Rückweg zur Erde ein Funksignal auffängt … doch während die meisten Besatzungsmitglieder einen Hilferuf erkennen, treten besonders beim dritten Offizier Ellen Ripley immer mehr Zweifel an den Tag. Und schon bald ist allen klar, dass sie nicht ein Notsignal, sondern eine Warnung empfangen haben … aber die Bestie schleicht bereits durch die Gänge und ein Entkommen ist nicht mehr möglich!

      Über 30 Jahre lang war die Comicumsetzung des epischen Meisterwerks ALIEN, die 1979 parallel zum Film erschien, vergriffen. Nach akribischer Überarbeitung der Originalzeichnungen erscheint der großartige SciFi-Horror nun in der restaurierten Farbfassung und so, wie sich die zwei Comickünstler – die Genregrößen Archie Goodwin und Walt Simonson – ihr Werk von Anfang an vorgestellt haben!

      Im Weltraum hört Dich niemand schreien.

      „Alien – Der Comic ist womöglich die einzige wirklich gelungene Adaption eines Films ins Medium Comic. Wahrlich überwältigend.“ – Frank Miller (Sin City)

      Limitiert auf 1.444 Exemplare



      Just my 2 cents:
      Wie groß meine Leidenschaft für Alien ist habe ich ja schon mehrfach, teils auch recht ausufernd, beschrieben und hier haben wir jetzt den Comic, mit dessen Vorlage alles seinen Anfang nahm. Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (so der kreative deutsche Untertitel) ist zweifelsohne einer der ganz großen Klassiker des Sci-Fi-Horrors. Ein Film der Maßstäbe setzte, die Massen das Fürchten lehrte und aufgrund seiner unglaublich intelligenten Machart auch heute noch hervorragend funktioniert. Aber kann der Comic, der Anno 1979 zum Erscheinen des Films veröffentlicht wurde mit diesem Meisterwerk mithalten?

      Dieser Aufgabe stellte sich als Autor Archie Goodwin, den ich zwar bislang nicht kannte, der aber wohl eine bekannte Größe ist und neben Filmadaptionen wie Blade Runner oder verschiedenen Star-Wars Comics auch in diversen Positionen an Hits wie Vampirella, Manhunter oder auch Batman: Das lange Halloween mitgearbeitet hat. Ich könnte mir vorstellen, dass es einem Autor die Arbeit auch ein wenig erleichtert, wenn er ein gutes Drehbuch als Vorlage nutzen kann, aber egal, ob das hilft oder nicht, hier ist es dem guten Archie gelungen die Spannung des Films nahezu nahtlos auf die Seiten zu bringen. Es wurde gerade so viel übernommen, wie notwendig ist um die Story flüssig voranzutreiben ohne, dass zu viel Text Spannung und Tempo herausnehmen würden. Andererseits wurde aber auch nichts Essentielles weggelassen, lediglich einige feine Anpassungen vorgenommen und die Geschichte dem neuen Medium anzupassen. So kann das Artwork seine Wirkung voll entfalten.

      Als Zeichner konnte der großartige Walt Simonson gewonnen werden, dessen Artwork zu RoboCop versus The Terminator mich schon begeistern konnte und der mich auch hier wieder komplett abholt. Der Stil ist ein ganzes Stück weit anders, als noch beim Maschinen-Cross-Over was die große Bandbreite dieses Künstlers aufzeigt. Mit viel Abwechslung und innovativen Ideen wird der Terror an Bord der Nostromo auf die Seiten gebannt, und in manchen Passagen habe ich geradezu das Gefühl, gemeinsam mit Ripley durch die Gänge des Schiffs zu schleichen. Der Stil des Films wird perfekt transportiert und wie die Schockmomente herausgearbeitet wurden sucht seinesgleichen. Eines der Kernstücke auf diesem Gebiet ist selbstverständlich die berühmte Chestburster-Szene, die dermaßen perfekt umgesetzt wurde, dass ich mit dem Kopf sogar ein Stück vom Buch zurückgewichen bin, obwohl ich natürlich wusste was und wann es auf mich zukommt. Die habe ich extra nicht als Foto mit reingestellt, um nicht zu spoilern. Das nenne ich wirklich mal ganz großes Kino und beweist eindrucksvoll, dass auch 40 Jahre alte Comics noch lange nicht zum alten Eisen gehören müssen! An der kleinen Lobeshymne, die Frank Miller auf der Rückseite des Buches loslässt ist also wirklich was dran.



      Kleiner Wermutstropfen an der ganzen Sache: Auch wenn eine Limitierung von 1.444 Exemplaren im Comic-Bereich wahrlich nicht knapp bemessen ist, so ist das gute Stück seltsamerweise nur schwer aufzutreiben. Ich hatte Glück, hab es mir noch regulär kaufen können, aber etwas ironisch ist das schon, dass Cross Cult auf seiner Seite damit wirbt uns den 30 Jahre lang vergriffenen Comic wieder zugänglich zu machen und nur wenige Jahre später sind Fans wieder in der gleichen misslichen Situation. Aber gut, vielleicht habt Ihr ja Glück und das gute Stück fällt Euch irgendwo in die Hände, es lohnt sich auf jeden Fall!

      Ach jaaa! Jetzt hab ich heute gar keine Zusammenfassung der Story in die Tasten gehauen! Aber hey, falls hier wirklich auch nur einer unterwegs ist, der sie nicht schon kennt (was ich nicht glaube), DANN GEH UND GUCK DEN FILM!!! JETZT!!! MEISTERWERK!!! Oder lies den Klappentext oben, sollte im Notfall auch reichen.

      Meine Wertung: 9/10

      Wie fandet Ihr die Alien-Umsetzung? Kennt Ihr weitere, gute Filmumsetzungen, die Euch begeistert oder wenigstens sehr gut gefallen haben? Und welche weiteren Sci-Fi-Horror-Movies standen oder stehen bei Euch hoch im Kurs?

      VG, God_W.

      PS: Das war nochmal ein schönes Re-Read-Highlight zum Jahresende, Euch allen einen guten Rutsch und auf ein gesundes Wiederlesen im neuen Jahr!
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von God_W. ()

    • Daredevil 333 schrieb:

      God_W. schrieb:

      Wie fandet Ihr die Alien-Umsetzung?
      Ich fand die grosse Klasse. 9/10 triffts sehr gut! Bin auch ein grosser Fan von HR GIGER.Finde auch die anderen Alien von Crosscult genial. Sind da die neuen Ausgaben in grösserem Format?

      :D

      :bampf: :bampf: :bampf:
      Ja, ich mag die Cross-Cult Alien-Bände eigentlich alle ganz gern. Welche meinst Du denn mit "neuen Ausgaben"?. Der hier besprochene hat ungefähr normales Albenformat, also fast wie eine Asterix Hardcover zum Beispiel. Der S/W Omnibus ist nochmal nen ganze Ecke größer, annähernd wie die großen Splitter-Alben, wenn Dir das was sagt. Der Rest, also Feuer & Stein, Leben & Tod, Aliens: Nekropolis, Aliens Defiance sind alles Standard Paperbacks.
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • God_W. schrieb:

      Und welche weiteren Sci-Fi-Horror-Movies standen oder stehen bei Euch hoch im Kurs?
      Sci-Fi-Horror ist leider kein häufig bestelltes und dann auch gut beackertes Feld.

      Ich persönlich halte Pandorum für allgemein unterbewertet, Event Horizon habe ich zumindest im richtigen Alter gesehen und wenn es mal trashig sein darf, geht Ghosts of Mars immer noch.
      "Es war ein Ort, am dem sich kein vernünftiger Mensch je aufgehalten hätte, doch ich bin kein vernünftiger Mensch, und da war ich nun."
      Jeder zahlt drauf, Charles Bukowski
    • God_W. schrieb:

      Ja, ich mag die Cross-Cult Alien-Bände eigentlich alle ganz gern. Welche meinst Du denn mit "neuen Ausgaben"?. Der hier besprochene hat ungefähr normales Albenformat, also fast wie eine Asterix Hardcover zum Beispiel. Der S/W Omnibus ist nochmal nen ganze Ecke größer, annähernd wie die großen Splitter-Alben, wenn Dir das was sagt. Der Rest, also Feuer & Stein, Leben & Tod, Aliens: Nekropolis, Aliens Defiance sind alles Standard Paperbacks.
      Genau wie Kal-L schreibt sind meine Aliens so gross wie die Hellboy BUAP! Wenn die Aliens im Omnibus grösser sind werde ich mir die nachbestellen. Wie gesagt, die lieben Augen stören sich mittlerweile an der Grösse der kleinen CC Ausgaben (aber es gibt da ja Lösungen;-)))

      :thx:

      :bampf: :bampf: :bampf:
      Ich suche aus der Serie ASTERIX DIE ULTIMATIVE EDITION (GROSSFORMAT)

      ASTERIX BEI DEN SCHWEIZERN

    • Daredevil 333 schrieb:

      God_W. schrieb:

      Ja, ich mag die Cross-Cult Alien-Bände eigentlich alle ganz gern. Welche meinst Du denn mit "neuen Ausgaben"?. Der hier besprochene hat ungefähr normales Albenformat, also fast wie eine Asterix Hardcover zum Beispiel. Der S/W Omnibus ist nochmal nen ganze Ecke größer, annähernd wie die großen Splitter-Alben, wenn Dir das was sagt. Der Rest, also Feuer & Stein, Leben & Tod, Aliens: Nekropolis, Aliens Defiance sind alles Standard Paperbacks.
      Genau wie Kal-L schreibt sind meine Aliens so gross wie die Hellboy BUAP! Wenn die Aliens im Omnibus grösser sind werde ich mir die nachbestellen. Wie gesagt, die lieben Augen stören sich mittlerweile an der Grösse der kleinen CC Ausgaben (aber es gibt da ja Lösungen;-)))
      :thx:

      :bampf: :bampf: :bampf:
      Ah, OK! Ich wusste gar net, dass die Erstveröffentlichung der drei Bände aus dem Omnibus in diesen kleinen Hardcovern kam! Also der Alien Omnibus ist mit seinen 21x28cm schon beinahe riesig. Hab zum Vergleich mal ein Bild gemacht. Obendrauf kleines HC von CrossCult, darunter ein Paperback und ganz unten der Aliens Classic Omnibus. Rechts unten war wirklich alles bündig angelegt, auch wenn das wegen der Perspektive auf dem Foto nicht ganz so aussieht:

      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von God_W. ()