Just my 2 cents - Kurzreviews von God_W.

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    • Marvel Boy schrieb:

      Daredevil 333 schrieb:

      Marvel Boy schrieb:

      Ich schaue aber auch keine Trailer von Filmen die mich sowiso interessieren.
      Ich kann da (leider) nicht widerstehen, zumal gewisse Szenen in den Trailern oftmals besser sind als dann im Film!!!! :bampf: :bampf: :bampf:
      Daher schaue ich die mir hinterher gerne mal an. :D
      Egal wie, wann, oder warum, auf jeden Fall hat Deine Taktik des Nicht-Informierens oder An-Dir-vorbei-gehen-lassens den großen Vorteil, dass der Film jetzt, wo Du von ihm erfährst, schon bald ins Kino kommt und Du nicht so ewig warten musst! :thumbsup2: Ich warte ja schon eine gefühlte Ewigkeit auf den Kinostart! :S Bei Spawn ist das alles noch viel schlimmer... da dreh ich ja bald durch :oO: :roller: :tick:
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Zurück bei Mike Carey am Trickster…



      Titel: John Constantine – Hellblazer 3: Schwarze Blumen

      Verlag: Panini (US: Vertigo)

      Format: 148 Seiten im Softcover/Paperback mit Faltcover

      Inhalt: US-Hefte #181 - 186

      Autoren: Mike Carey

      Zeichner: Jock, Lee Bermejo; Marcelo Frusin

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Das Böse kommt auf leisen Sohlen

      Er hat sie schon seit Monaten – diese Vorahnung von dunklen, kaum wahrnehmbaren Kräften. Seit er seine Nichte Gemma vor einem skrupellosen, rivalisierenden Magier gerettet hat, sucht John Constantine nach Hinweisen auf die bevorstehende Katastrophe. Nun verändern sich die Anzeichen vom Subtilen zum Tödlichen, und sobald sie sich zeigen, ist das oberste Gebot, am Leben zu bleiben. Doch er wird nicht ruhen, bis er weiß, wer der wahre Feind ist. Von Instinkten geleitet, die scharf sind wie zerbrochenes Glas, findet Constantine rings um den Globus verstreut Indizien, die er allmählich zu einem Bild zusammensetzt. In der Luft liegt ein Hauch von Apokalypse, und der widerspenstigste Magier der Welt ist entschlossen, die Quelle zu finden.

      HELLBLAZER: SCHWARZE BLUMEN setzt die viel gepriesene Story des Lucifer-Autors Mike Carey fort und enthält die Geschichten „Das Katz-und-Maus-Spiel“ (illustriert von Jock, The Losers), „Schwarze Blumen“ (Illustriert von Lee Bermejo, 100% DC 1: LEX LUTHOR: MANN AUS STAHL) und den Dreiteiler „Dritte Welten“ (illustriert vom unverkennbaren HELLBLAZER-Zeichner Marcelo Frusin) aus den Heften 181-186.

      Just my 2 cents:
      Zurück beim egoistischsten und abgebrühtesten Magier diesseits des neunten Höllenkreises. Und das Wort Magier drängt sich so langsam in den Vordergrund. Ja, Mike Carey verändert zwar nicht unbedingt Constantines Charakter, zumindest nicht grundlegend, aber die Art der Stories, die er ihn erleben lässt hat doch einen ganz eigenen Style, der einen viel stärkeren Fokus auf die mystischen und magischen Komponenten legt, als das bisher der Fall war. Manchen mag das vielleicht nicht so sehr gefallen, ich finde es aber ganz cool, da das natürlich auch viel Abwechslung reinbringt und ganz ehrlich, was würde ein Autorenwechsel denn bringen, wenn immer alles beim Alten bliebe? Vielleicht macht es der nächste schon wieder anders und es geht back to the Roots? Wir werden sehen. Jetzt aber zum vorliegenden Band und den Schwarzen Blumen.



      Es startet gleich mit einer wilden Hetzjagd. Der oft so coole und gelassene Hellblazer ist auf der Flucht und beinahe panisch. Spätestens als eine Monsterklaue aus einer Mauer hervorschießt und ihm die Schulter zerfetzt wird klar, das irgendwas gewaltig schief gelaufen sein muss. In immer wiederkehrenden Rückblenden zwischen der atemlosen Verfolgung wird schließlich erzählt, wie es zur Katastrophe kommen konnte, und was Johns Freund Chaz mit der Sache zu tun hat. Ach ja, und weshalb Constantine plötzlich durch Wände gehen kann wäre ja auch nich ganz interessant zu wissen…
      Spoiler anzeigen
      Am Ende des ersten Heftes erfahren wir, dass sich etwas gegen ein Tor wirft, wohl um in unsere Welt einzudringen. Klingt nicht so gut.




      Schwarze Blumen beginnt in einer Psychiatrie, dem perfekten Ort für einen typischen, verstörenden Horror-Flic. Genau in diese Kerbe schlagen gleich die ersten Panels, in denen sich schwarze Schatten aus den Mauern des Irrenhauses erheben, und für Wahnsinn und Blutvergießen sorgen. Es dauert nicht lange und John bekommt unerwarteten Besuch von einem Dämon, der ihn auf die Sache aufmerksam macht und so macht sich John auf die Reise zu diesem düsteren Ort. Doch auch jemand anderes hat sofort nach den Vorfällen in der Klinik für Geisteskranke gespürt, dass etwas absolut Böses und Giftiges vor sich geht, und sich auf den Weg gemacht der Sache auf den Grund zu gehen. Und auf dem Rasen vor der Klinik gedeihen weiter die schwarzen Blumen…
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      Als John nach einigen Strapazen in der heimgesuchten Anstalt ankommt staunt er nicht schlecht, als er dort seine alte Bekannte Angie Spatchcock antrifft. Sie hat sofort gespürt, als sich das Böse hier ausbreitete, denn ihr Bruder ist „Gast“ in der Einrichtung, was die ganze Sache nicht unkomplizierter macht…




      Nach dem Abenteuer mit den schwarzen Blumen wird es für John Zeit, sich wieder dem großen Ganzen zuzuwenden und herauszufinden, was in unsere Welt zu dringen versucht. Dazu macht er sich mit seiner Partnerin Angie Spatchcock auf nach Juliema, einem abgelegenen Kaff im Amazonas-Dschungel. Dort bekommt er es nicht nur mit Geistersoldaten zu tun, die noch nicht realisiert haben, dass sie längst tot sind, sondern er muss auch das Pokerspiel seines Lebens bestreiten. Wirklich wichtige Infos erhält er aber nur von einem: SWAMP THING!

      Was kann ich nach dem Band für ein Resümee ziehen? Es geht mit einer abgedrehten, aber spannenden und durch die wechselnden Zeiten fesselnd erzählten Geschichte los, die vielen bestimmt einen zu großen Magie-Anteil mitbringt, mir aber ziemlich gut gefällt. Der größere Part um die schwarzen Blumen und das heimgesuchte Irrenhaus ist sehr atmosphärisch dargestellt und die Zusammenführung der Charaktere macht echt spaß. Trotzdem wirkt die ganze Geschichte, vor allem auch im Hinblick auf den Hauptplot, etwas ziellos und nicht straff genug erzählt. Ganz ähnlich geht es mir auch mit dem Schluss Dritte Welten. Die Nebengeschichten sind zwar ziemlich fesselnd, vor allem die Poker-Partie und ihre ultracoole Auflösung, aber trotzdem hat man manchmal das Gefühl, dass der Faden ein wenig verloren geht. Dafür gibt’s einen Auftritt von Swampy, den ich natürlich extrem gefeiert habe, vor allem auch, weil er sich von Constantine mittlerweile nichts mehr sagen lässt und viel selbstbewusster rüberkommt als noch im Moore-Run.

      Das Artwork ist aufgrund der drei Zeichner ziemlich abwechslungsreich ausgefallen, was natürlich dazu führt, dass man sich da schnell seinen Liebling heraussucht, ein Totalausfall ist aber wirklich nicht dabei. Mir persönlich hat der Stil von Lee Bermejo am besten gefallen, gefolgt von Jock, dessen Zeichnungen wirklich mal erfrischend anders waren. Schlusslicht bildet leider Marcelo Frusin, der am Amazonas zwar wieder mit tollen Kontrasten und Schattenspielen gearbeitet hat, aber gerade bei Swampy wird die Detailarmut seines Stiles überdeutlich. Mag so manchen begeistern wie er das macht, ich finde es aber lediglich OK.

      Was soll ich zur Veröffentlichung noch groß sagen? Ein Standard-Paperback wie man sie von Panini kennt, also schon hochwertig und zumindest mit einer Seite Infos über die beteiligten Künstler. Nicht außergewöhnlich, dafür aktuell außergewöhnlich teuer auf dem Amazon Marketplace, müsst Ihr mal gucken! Bin fast versucht das gute Stück zum Schnäppchenpreis von 300 Tacken unter die Leute zu bringen ;) . Ganz ehrlich, man kanns auch übertreiben, vor allem da Schwarze Blumen zwar gut, aber wirklich bei Weitem nicht der beste Hellblazer-Band ist.

      Meine Wertung: 7/10

      Leider sogar mit leichter Tendenz nach unten. Ich hoffe Mr. Careys Stories werden im weiteren Verlauf etwas zielführender, dann gibt’s gerne auch wieder 1-2 Punkte mehr, vor allem wenn das Artwork meinen Geschmack trifft.

      VG, God_W.
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    • God_W. schrieb:

      Egal wie, wann, oder warum, auf jeden Fall hat Deine Taktik des Nicht-Informierens oder An-Dir-vorbei-gehen-lassens den großen Vorteil, dass der Film jetzt, wo Du von ihm erfährst, schon bald ins Kino kommt und Du nicht so ewig warten musst! Ich warte ja schon eine gefühlte Ewigkeit auf den Kinostart! Bei Spawn ist das alles noch viel schlimmer... da dreh ich ja bald durch
      Über Spawn spricht man ja gefühlt seit Jahrzehnten. :D
    • Marvel Boy schrieb:

      God_W. schrieb:

      Egal wie, wann, oder warum, auf jeden Fall hat Deine Taktik des Nicht-Informierens oder An-Dir-vorbei-gehen-lassens den großen Vorteil, dass der Film jetzt, wo Du von ihm erfährst, schon bald ins Kino kommt und Du nicht so ewig warten musst! Ich warte ja schon eine gefühlte Ewigkeit auf den Kinostart! Bei Spawn ist das alles noch viel schlimmer... da dreh ich ja bald durch
      Über Spawn spricht man ja gefühlt seit Jahrzehnten. :D
      Wobei das mit zwei gefundenen Hauptdarstellern und einem Starttermin (der wohl wieder verschoben wurde) jetzt aber so langsam doch ganz schön konkret wird.
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    • Kann Band 7 die guten Ansätze zum Ende des Vorgängers aufgreifen?



      Titel: Spawn Origins Collection – Band 7

      Verlag: Panini (US: Image)

      Format: 332 Seiten im Hardcover Albenformat

      Inhalt: US-Hefte #76-87

      Autoren: Todd McFarlane; Brian Holguin

      Zeichner: Greg Capullo

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      1992 ließ der legendäre Autor und Zeichner Todd McFarlane seinen Kult-Antihelden Spawn auf die Welt los – danach war nichts mehr so wie zuvor.

      Al Simmons, ein Agent der Regierung, war von einem Kollegen getötet worden. Nachdem er in den Tiefen der Hölle wieder zum Leben erweckt worden war, kehrte er als Spawn-Krieger auf die Erde zurück und beschützte fortan die Obdachlosen in den dunklen Gassen New Yorks, immer auf der Suche nach Spuren seiner Vergangenheit. Allmählich lernte er, die außergewöhnlichen Kräfte zu bändigen, über die er nun verfügte, und gleichzeitig begann er zu begreifen, worauf er sich eingelassen hatte – und was er dafür aufgeben musste.
      In Spawn Origins 7 dreht sich alles um eine rätselhafte Mordserie. Doch je mehr Hinweise Spawn, Cogliostro und die Polizisten Sam und Twitch erhalten, desto stärker weist alles auf einen Mann hin, den man für tot gehalten hat. Doch nicht alle, die zur Hölle fahren, bleiben auch dort. Diese bittere Erfahrung hat Simmons schließlich am eigenen Leibe gemacht…

      Auch dieser Band enthält wieder exklusives Bonusmaterial und sämtliche Cover.

      Just my 2 cents:
      Ja, Band fünf hatte einige kleine Schwächen, die bei Band sechs noch viel deutlicher hervortraten, aber das Finale machte mir wieder Hoffnung. Neuer Autor, frischer Wind, ich hoffe ab jetzt geht es wieder aufwärts. Das Doppelcover von Meister Capullo ist mal wieder top und lässt schon erahnen, wer aus dem Reich der Toten zurückkehrt um New York erneut zu terrorisieren. Mit 332 Seiten ist das große Hardcover wieder gut bestückt und auch wer sich (wie ich) gerne möglichst an die empfohlene Lesereihenfolge im Spawn-Universum hält, kann das Teil in einem Rutsch weglesen, denn diesmal gehört nichts zwischenrein. Einige Anmerkungen vom Toddster persönlich und natürlich alle Cover, sowie ein ganzer Schwung Bonusmaterial, sind wieder mit an Bord. Jetzt aber zum hoffentlich gelungenen Inhalt den ich, auch wenn es keine Unterbrechungen durch andere Hefte gibt, versucht habe in thematisch sinnvolle Häppchen zu unterteilen.



      US-Heft #76
      Los geht’s mit einem kleinen One-Shot, der (teilweise) als Abschluss mit, oder zumindest Pause von der Vergangenheit gesehen werden kann. Das nimmt die Ganze Story um Wanda und den damit einhergehenden Dreh- und Angelpunkt von Spawns Dasein erstmal ein Stück weit aus dem Spiel und schafft Platz für Neues. Eine, wie ich finde, sehr gute Entscheidung, die in dieser äußerst Gefühlsbetonten Episode ganz toll erzählt wird. Eine zentrale Rolle in der Geschichte nimmt die blinde Oma Blake ein, die ich sowieso schon lange ins Herz geschlossen habe. Wie bekommen einen tiefen Einblick in die Vergangenheit der liebevollen, aber taffen Lady, den Greg Capullo, wie übrigens den gesamten Band, absolut grandios in Szene gesetzt hat. Der Mann hat‘s einfach drauf und ich feiere seinen Stil und auch die Entwicklung, die er im Laufe der Collection bislang gemacht hat einfach unglaublich ab. Im Fokus steht hier aber ganz klar die Story, die für einen Spawn-Comic ungewöhnlich warmherzig daherkommt und von Oma Blake zu einem wehmütigen, aber dennoch schönen Ende gebracht wird. Jetzt kann Spawn sich erstmal anderen Dingen widmen.



      US-Hefte #77-85
      Ihr seht es schon an der Nummerierung, ab jetzt erwartet uns ein großer Storybogen, der sich bei Erscheinen immerhin über ein dreiviertel Jahr erstreckt hat. Wenn ich mir überlege, wie gefesselt ich von der Story war und es streckenweise vor Spannung kaum aushalten konnte, wäre ich vermutlich halb wahnsinnig geworden, wenn ich nach jedem Issue einen Monat hätte warten müssen!

      Es tut sich Einiges in den Gassen von Rat City. Cogliostro offenbart Spawn einige Erkenntnisse, die dieser sich nicht mal im Traum hätte ausmalen können. Derweil nimmt sich eine junge, idealistische Sozialarbeiterin einiger Obdachloser an und versucht, diesen wieder auf die Beine zu helfen. Währenddessen ist Sam noch immer sauer auf Spawn, da er ihn respektive Al Simmons, für den Verlust seines Jobs und natürlich auch Twitchs verantwortlich macht. Als die beiden den Höllensporn in den Gassen aufsuchen wollen eröffnet plötzlich jemand das Feuer und es kommt zur Katastrophe!
      Spoiler anzeigen
      Kopfschuss für Twitch!!!




      Im Krankenhaus lernt Sam die Sozialarbeiterin kennen und verliebt sich in sie. Eine äußerst humorvolle Romanze entwickelt sich zwischen den beiden, während sich in der Stadt bestialische Morde häufen, die augenscheinlich erstmal in keinem Zusammenhang zueinander stehen. Doch nach und nach liefern die gemeinsamen Ermittlungen von Sam, Twitch und Spawn Ergebnisse und es wird klar – ich denke das ist kein Spoiler, denn er ist ja groß und breit auf dem Backcover zu sehen – Billy Kincaid, der perverse Kindermörder ist zurück! Zurück aus dem Reich der toten und mächtiger als je zuvor, denn scheinbar ist nicht zur Spawn in der Lage einen Pakt mit dem Teufel zu schließen.

      Ein absoluter Knaller, bei dem so viel passiert, dass ich es hier gar nicht bis ins Detail ausführen will, aber wir bekommen es mit allerlei krassem und auch heute noch aktuellem Material zu tun. Amoklaufende Teenager, Zwangsneurosen und Psychosen, brutale Folter, Verstümmelung, Besessenheit, Amokläufe im „Allgemeinen“ oder einfach simpler Hass und Rachegefühle. Dazu werden immer wieder persönliche Bezüge mit eingebunden, die das Alles für die Protagonisten noch viel traumatischer und verzweifelter gestalten und mich wirklich mit fiebern lassen. Nebenbei hat auch Jason Wynn wieder einen größeren Auftritt, der die Welt auch für seinen Charakter grundlegend verändert und wir dürfen uns bis zum Ende fragen, was es mit diesem seltsamen, scheinbar ebenfalls psychisch labilen Schriftsteller/Reporter auf sich hat, der Spawn plötzlich nachspürt. Eine nervenzerrende Achterbahnfahrt, wie ich sie die letzten Bände nicht erleben durfte, über die ich mich jetzt aber umso mehr freue!



      US-Hefte #86-87
      Zum Ausklang sieht sich Spawn in Heft #86 mit sich selbst konfrontiert, wo er gezwungen ist einen noch dickeren Schlussstrich zwischen sich und seinem früheren Leben zu ziehen, bevor wir im abschließenden Issue #87 noch mehr mit dem zwielichtigen Schreiberling zu tun bekommen. Beide Hefte zusammen bilden auch nochmals ein, diesmal aber wirklich sehr gelungenes, Resümee, das die Vergangenheit von Spawn zwar wieder für alle Neulinge am Höllengezücht beleuchtet, was mich aber zu diesem Zeitpunkt in keiner Weise stört. Das wurde diesmal so toll aufbereitet, dass ich mich richtig gefreut habe zu lesen, dass so mancher Charakter, der seit einiger Zeit in der Versenkung verschwunden ist, wohl doch nicht gänzlich von den Autoren vergessen wurde und sicher zu gegebener Zeit wieder auf den Plan tritt. Auch die Interviewszenen, die der Reporter mit den verschiedensten Leuten der Gegend führt, die in irgendeinem Zusammenhang mit Spawn stehen oder standen, haben einen ganz eigenen Charme. Genau das Richtige, um nach so einem aufwühlenden Mittelteil wieder langsam herunterzufahren und die Geschichte ausklingen zu lassen.

      Mannomann, was freu ich mich, dass es mit diesem Band wieder steil bergauf ging! Jetzt heißt es aber erstmal Abschied nehmen. Nein, natürlich nicht von Spawn. Das wäre ja Bullshit gerade jetzt tschüss zu sagen, wo es doch wieder richtig Laune macht, ordentlich Spannung aufkommt und fette Action am Start ist. Dazu im ein oder anderen Heft die richtige Dosis Feingefühl und fertig war ein Spawn-Band wie ich ihn liebe. Bye bye sagen wir deshalb fürs Erste nur zur Origins Collection, denn nach der, von mir häufig erwähnten, EMPFOHLENEN LESEREIHENFOLGE dauert es jetzt eine ganze Weile, bis ich zu Band 8 komme. Jetzt geht es nämlich erstmal mit dem Rest des zweiten Bandes von Curse of the Spawn weiter, dann folgt noch ein ganzer Schwung Sam & Twitch und auch Spawn The Undead will nicht außer Acht gelassen werden. Theoretisch könnte man dann auch noch das Ein oder Andere lesen, was auf Deutsch gar nicht, oder nicht so easy zu beschaffen ist, aber das lass ich einfach mal weg. So wichtig wird das alles nicht sein, denn prinzipiell funktioniert die Origins Collection ja auch alleine ganz gut, die Autoren wiederholen sich schon recht häufig bzw. bringen Rückblenden, sodass es auch den Quereinsteigern problemlos gelingt dem Plot zu folgen. Für Dauerleser ist das zwar manchmal etwas ermüdend, aber das muss man schon verstehen. So, genug geplappert, jetzt mal Tacheles zur Spawn Origins Collection – Band 7:

      Meine Wertung: 8/10

      Seid Ihr auch der Meinung, dass Band sieben wieder deutlich mehr Licht als Schatten mit sich bringt und richtig fesselnd daherkommt? Und versucht hier noch jemand sich – zumindest grob – an die Lesereihenfolge zu halten?

      VG, God_W.
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      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Willkommen in der MILLARWORLD…

      ACTIONKINO am Freitagabend (Nr. 14)



      Titel: Wanted: Mark Millar Collection 1

      Verlag: Panini (US: Top Cow / Millarworld)

      Format: 196 Seiten im Hardcover

      Inhalt: Wanted #1-6

      Autoren: Mark Millar

      Zeichner: J. G. Jones

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Wesley Gibson sitzt in seiner Box in einem Großraumbüro und denkt, er wäre genau wie alle anderen. Aber sein Leben wird in der Sekunde auf den Kopf gestellt, als er erfährt, dass er der Sohn von "Killer" ist, einem Mitglied der Bruderschaft der Superschurken, die seit 1986 heimlich die Welt regiert.

      Nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters wird Wesley in die Bruderschaft aufgenommen und erkennt, dass er über dieselben Fähigkeiten verfügt wie sein Vater. Er wird der neue „Killer“ und sieht die Welt mit anderen Augen. Eine Welt, in der die Superhelden tot sind. Er genießt sein neues Leben als Superschurke in vollen Zügen und versucht, den Mord an seinem Vater aufzuklären. Wesley Gibson ist der Killer, ein Schurke, ein Held… und vor allem begehrt.

      Die MARK MILLAR COLLECTION versammelt erstmals die größten Erfolge aus der Feder des Comic-Wunderkinds Mark Millar in edlen Hardcover-Sammelbänden mit jeweils umfassendem Bonusmaterial.



      Just my 2 cents:
      WTF?!? Eine Mischung aus Charles Bronson und Thommy Lee Jones ist der Papa von Eminem und beide bumsen Halle Berry?!?

      Aber mal ganz von vorne. Mit Wanted habe ich den ersten Band der Mark Millar Collection von Panini am Start und laut Mr. Millars eigener Aussage handelt es sich hierbei um eine seiner ältesten Comic-Ideen, die er mit diesem Werk endlich verwirklichen konnte. Der gewohnt schicke Hardcover-Band enthält neben einer treffenden Einleitung von Brian K. Vaughan (Saga, Papergirls etc…) gleich einen ganzen Schwung Bonusmaterial. Figurenentwürfe, Cover, Variant-Cover, Entfallene Szenen, vom Skript zum Buch und extrem coole Dossiers zu allen wichtigen Figuren.

      Ja, Tag für Tag im Büro hocken, malochen und sich von der Chefin anschnauzen lassen. Dazu eine mittelhübsche Freundin, die denkt man wäre zu blöd zu merken, dass sie ständig fremd geht. Jeden Tag der gleiche Tagesablauf, das gleiche Mittagessen, der gleiche, triste Alltagstrott. Das ist das Leben von Wesley Gibson, der ohne Vater aufgewachsen ist und von seiner Mutter nicht gerade als Kämpfernatur erzogen wurde. Ein recht trostloses Dasein das zumindest in kleinen Teilen, dem ein oder anderen nicht ganz unvertraut sein wird. Doch jetzt soll sich das alles ändern.

      Was Wesley nicht weiß, sein Vater war ein Superverbrecher und meisterhafter Killer in einer welt- und dimensionsweit operierenden Vereinigung von Superverbrechern, denen es bereits 1986 gelungen ist alle Superhelden der Erde zu eliminieren und das Gedächtnis der Bevölkerung an ihre Existenz auszulöschen. Lediglich in Comics und einigen hanebüchenen Filmen lebt die Erinnerung an die Helden in Strumpfhosen noch weiter. Allerdings wurde seinem Paps vor kurzem das Hirn rausgeblasen und Wes erwartet eine Erbschaft in Höhe von 50 Millionen Dollar. Allerdings ist die Auszahlung an eine Bedingung geknüpft. Wesley muss seines Vaters Platz im Superverbrecherkonglomerat einnehmen, allerdings muss er dazu zu einem absolut skrupellosen und brutalen Killer werden. Fox, ein sexy Halle Berry Verschnitt soll ihm dabei helfen, ihn trainieren, und dazu bringen seine sexuellen Hemmungen abzulegen. Er soll sein wahres Ich erwecken und zu einem knallharten Badass Motherfucker werden, was überraschend gut funktioniert, während er immer tiefer in die Welt der Verbrecherbruderschaft eintaucht und jede Menge abgedrehter Typen kennenlernt. Ein Blutbad nach dem Anderen und Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Bis schließlich etwas gänzlich Unvorhergesehenes geschieht…



      Wahnsinn! Ein absolut abgefahrenes Stück Comic-Kunst, das sowohl als wahnsinnig gestörte over the top Action- und Gewaltorgie funktioniert, aber auch mit reichlich Gesellschaftskritik aufweist. Kann aber auch genauso gut als Demontage des Mediums Comic, und der Superheldensparte im speziellen, selbst hergenommen werden.
      Mich begeistern auch die ultraschrägen Charaktere vom Puppen Meister bis zum Scheiße-Monster ist so einiges vertreten. Typen namens Shit-Head, Sucker oder Fuckwit lassen mein Herz höherschlagen und ich wechsle stetig zwischen einem fiesen Grinsen und schmunzelndem Kopfschütteln hin und her.
      Das sexy Artwork von J. G. Jones kommt in recht moderner Hochglanz-Optik daher und passt perfekt zur Story. Vor allem die deutlich an realen Vorbildern angelehnten Hauptfiguren bringen nochmal eine gute Portion Fun und Kinofeeling mit ein.

      Direkte Vergleiche zum Film möchte ich jetzt nicht anstellen, da es einfach viel zu lange her ist, dass ich diesen gesehen habe. Aber nach dem an was ich mich noch erinnere (und das ist wahrlich nicht viel) hat der Streifen nur einen Teil der Motive übernommen, aber ganz viel anders gemacht, als der Comic.
      Mark Millar ist es hier auf jeden Fall wieder gelungen mich vollends abzuholen und von der ersten bis zur letzten Seite zu begeistern. Irgendwo hab ich mal eine Rezi gelesen, da meinte jemand, dass man die letzten beiden Seiten entweder scheiße findet, oder mit einem leichten schmunzeln liest. Letztere seien dann herzlich willkommen auf der anderen Seite. Da fühle ich mich auch ein wenig zugehörig (auch wenn ich jeden Tag noch im Büro sitze, aber der Geist ist ja frei). :grinsepopo:

      Meine Wertung: 9/10

      Für mich echt ein kultiges Teil, auch wenn die enorme Kurzweiligkeit dazu führt, dass man das gute Stück in einem Rutsch weghaut. Das kann vielleicht dazu führen, dass die anfängliche Euphorie nach einer Weile verblasst und die Langzeitwertung etwas sinkt, aber hey, hier und heute empfinde ich nun mal so.
      Bei Genosse Superman ist es eher andersrum, da könnte ich mir gut vorstellen, dass der über die Jahre vielleicht sogar noch etwas anzieht und in meiner Gunst steigt. Mal schauen.

      VG, God_W,
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    • Kapitän Ahab in der Monsterjäger-Variante…



      Titel: Baltimore 2

      Verlag: Cross Cult (US: Dark Horse)

      Format: 560 Seiten im Hardcover

      Inhalt: Der Apostel und die Hexe von Harju, Der Kult des Roten Königs, Leere Gräber, Das Rote Königreich

      Autoren: Mike Mignola, Christopher Golden

      Zeichner: Peter Bergting, Ben Stenbeck

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Lord Baltimore verdient sich weitere Nägel für sein Kerbholzbein.

      Im zweiten Sammelband rettet Lord Baltimore eine junge Frau vor ihrem untoten Gatten, macht sich mit einem Team furchtloser Vampirjäger auf, den Nachkommen einer dämonischen Hexe zu erledigen und jagt den Roten König. Man sagt, dass dieser zwar nur eine Legende sei, doch es scheint, als wäre der Mythos real und der König der ultimative Widersacher der Menschheit. Nun müssen entscheidende Opfer gebracht werden, um die Welt vor dem Bösen zu retten.

      Dieser Band vereint die vier Sammelbände Der Apostel und die Hexe von Harju, Der Kult des Roten Königs, Leere Gräber und Das Rote Königreich. Damit liegen die Comicabenteuer des Lord Henry Baltimore komplett auf Deutsch vor.

      Just my 2 cents:
      Irgendwie hab ich momentan ein Zeitproblem und auch heute wieder kaum Zeit was zu schreiben. Aber da ich den Band jetzt schon vor einigen Tagen ausgelesen habe muss ich jetzt endlich ein paar Zeilen dazu dalassen. Ich hatte mir extra ein wenig Zeit zwischen den beiden Bänden gelassen, weil ich nicht wollte, dass es so schnell vorbei ist. Mein erster Ausflug in Lord Baltimores Welt hat mich dermaßen abgeholt und beeindruckt, und ich habe eine wahnsinnig intensive Zeit damit verbracht, sodass ich das Ende noch etwas hinauszögern wollte, um länger genießen zu können. Aber zum Einen hat die Neugier ja doch ständig an mir genagt und zum Anderen will ich auch nicht so arg viele Reihen gleichzeitig anfangen, deshalb habe ich mich dann vergangene Woche doch endlich drauf gestürzt. Das Ede des ersten Bandes hat ja ungemein Lust auf mehr gemacht, jetzt wo die alten Freunde vereint sind und gemeinsam in die Schlacht ziehen.

      Das mächtige Hardcover von Cross Cult liegt mit seinen 560 Seiten und ordentlichen Ausmaßen (gleiches Format wie die Hellboy-Kompendien) schwer in der Hand. Das mittlerweile bekannte Lesebändchen verstärkt den hochwertigen Eindruck noch und zu jedem der vier enthaltenen US-Sammelbände gibt es ein integriertes Sketchbook mit interessantem Bonusmaterial. Jetzt aber zu den vier Stories und dem weiteren Verlauf (oder dem Ende?) von Lord Henry Baltimores Schicksal. Im ersten Band war er ja wie Kapitän Ahab mit der Harpune unterwegs, um den Vampir Haigu, seinen persönlichen weißen Wal zur Strecke zu bringen, aber wie er feststellen musste, war dieser noch nicht das Größte aller Übel.



      Der Apostel und die Hexe von Harju
      1920. In der Nähe von Harju, ins Estland, ist eine junge Frau auf der Flucht. Atemlos und panisch vor Angst stürzt sie aus dem Wald und läuft direkt Henry Baltimore und seinen Gefährten in die Arme. Nur kurz hinter ihr bricht ein Mann aus dem Gehölz und stürzt auf die Gruppe zu. Auch Kugeln und Schwerter halten ihn nicht auf. Im Verlauf des blutigen Kampfes wird klar, dass das Zombie-Ähnliche Monstrum selbst durch einen Kopfschuss nicht außer Gefecht gesetzt werden kann. Es gelingt der Gemeinschaft zwar den Unhold in die Flucht zu schlagen, jedoch nicht ohne einen hohen Preis zu zahlen, denn nicht alle kommen mit dem Leben davon.

      Im Nachgang erfährt die Gruppe, dass es sich bei dem Verfolger um den Ehemann der jungen Frau handelt, der eigentlich am Morgen des vorigen Tages gestorben sei. Allerdings blieb er nicht tot und im Dorf Harju angekommen erfährt Baltimore, dass das nicht das einzige beunruhigende Vorkommnis in der Gegend ist. Denn im Wald findet sich ein dunkler Schrein und in ihrer Verzweiflung über den Krieg und die vielen Opfer der Pest haben die Dorfbewohner ein gefährliches Spiel begonnen, dass sie jetzt nicht ohne Weiteres wieder beenden können.

      Eine klassische Horrorstory mit Zombies, Hexen und okkulten Ritualen. Sehr blutig und von Peter Bergting gekonnt in Szene gesetzt, auch wenn mir das Artwork von Ben Stenbeck etwas mehr zugesagt hat. Kleines Manko finde ich, dass Bergting den Hauptcharakter Baltimore schon etwas anders zeichnet. Klar ist unser Held noch immer klar auf den ersten Blick erkennbar, aber hier bin ich nicht ganz zufrieden.

      Ebenfalls im ersten Band findet sich die extrem stimmungsvolle Geschichte um den Wolf und den Apostel, die mir noch viel besser gefallen hat, als der Einstieg in den Band. Ich bin einfach ein riesiger Werwolf-Fan und die Fortführung der Story um den gefallenen Inquisitor aus Baltimore 1 trieft nur so vor Blut, Atmosphäre und Anleihen klassischer Horror-Motive. Dazu wird mit Richter Joaquim Rigo ein weiterer Inquisitor eingeführt, der sich Baltimores Truppe anschließt und ein spannender, weil unberechenbarer Zeitgenosse wird. Diese Geschichte ist auch die einzige im vorliegenden Monsterbuch, die von Ben Stenbeck visualisiert wurde, kein Wunder also, dass mir hier das Artwork am besten gefällt.



      Der Kult des Roten Königs
      Dr. Rose, Simon Hodge und Mr. Kidd sind in Baltimores Auftrag in Rom unterwegs um die Bibliothek des Ketzers ausfindig zu machen, um herauszufinden, in welcher Stadt der rote Kult entstanden ist. Währenddessen ist Baltimore selbst mit seiner Truppe unterwegs gen St. Petersburg. Neben Mr. Childress und Kapitän Aischros hat die Bande durch die junge Frau aus Harju und durch Inquisitor Rigo ein wenig Verstärkung erhalten. Während das Mädchen über die Motive von Lord Baltimore und den Kampf gegen den roten König ins Bilde gesetzt wird, hat Baltimores ältester Freund, Simon Childress, eine schicksalhafte Begegnung, die alles verändern soll.

      Dunkle Ruinen, maskierte Kultanhänger, schwarze Geister, hinterlistige Versuchungen und finsterster Verrat erwarten uns im weiteren Verlauf des Bandes, der im gesamten gesehen zwar sehr gut ist, aber manchmal etwas unübersichtlich erzählt wird und durch die Sprünge zwischen den beiden Teams zwar Abwechslung reinbringt, diese Szenenwechsel aber auch ab und an an den falschen Stellen setzt und dadurch etwas holprig rüber kommt. Die abenteuerliche Jagd nach dem roten König kommt dennoch sehr stimmungsvoll daher und weiß zu fesseln. Vor allem das actionreiche und dramatische Finale lässt mich mit fiebern und so erwartet unsere Gefährten auch der Tot – oder Schlimmeres.



      Leere Gräber
      Bei einer traurigen Trauerfeier erfahren wir mehr über die Vorgeschichte unserer Gefährten. Eine echt creepy Story über menschenfressende Kinder in Afrika und eine grandios gruselige Dämonengeschichte aus der Vergangenheit von Mr. Kidd. Hier zeigt sich wieder, was Mignola am besten kann und, dass die Würze manchmal in der Kürze liegt. Grandiose Erzählungen, die stimmungsvoller kaum sein könnten. Nach dem Ende der Trauerfeier verlässt uns einer der Gefährten und der Rest zieht gen Konstantinopel (Istanbul). Kämpfe gegen Baumwesen, Hexen, Geister und die oberste Heerführerin des roten Königs, die rote Hexe selbst. Mit dem Mut der Verzweiflung stürzen sich unsere Helden in die Schlacht, doch der Erfolg bleibt ihnen letztlich verwehrt. Und es kommt noch schlimmer, denn was mit einem der ihren geschehen ist übersteigt jegliches Grauen, dass sie bislang durchleben mussten.

      Ja, abwechslungsreich mit reichlich Action und auch vielen Horrorelementen. Dennoch wollte der Funken bei mir diesmal nicht so richtig überspringen. Dabei weiß ich gar nicht so recht woran das lag. Vielleicht, daran, dass einige der Helden noch nicht soo lange dabei sind, dass ich eine richtig enge Bindung zu ihnen aufbauen konnte, und deshalb auch nicht so gefesselt mit ihnen mitleide, als es bei manch anderer Geschichte schon der Fall war. Wie gesagt, das ist alles nicht schlecht, konnte mich jetzt aber nicht gänzlich abholen.



      Das Rote Königreich
      Auf ins Finale und der letzten großen Schlacht um das Schicksal der Menschheit entgegen. Das Jahr 1925. Die Armeen des roten Königs haben die Menschheit zurückgedrängt oder „assimiliert“. Nur wenige alliierte Länder leisten noch Widerstand und Lord Baltimore gilt seit geraumer Zeit als tot. Die Lage scheint hoffnungslos.
      Doch wer glaubt, dass dies das Ende bedeutet kennt Henry Baltimore schlecht. Im Verborgenen hat er die letzten Jahre gearbeitet und gekämpft, Pläne geschmiedet und alles für den entscheidenden, vernichtenden Schlag gegen den roten König vorbereitet. Die letzten Reserven werden mobilisiert, alte Bündnisse werden erneuert und während die größten Schlachten als Ablenkungsmanöver dienen starten einige todesmutige Helden ein Himmelfahrtskommando.

      Ein typischer Storybogen klassischer Kriegsfilme mit einem typischen Höllenfahrtskommando, eingebettet in die Horrorwelt des Henry Baltimore, führt zu einem furiosen Finale wie ich es liebe. Peter Bergting läuft zu Höchstform auf und zaubert Schlachtszenen auf die Seiten, die Ihresgleichen suchen und mich die Sehnsucht nach Ben Stenbeck für diesen letzten Band vergessen lassen. Auch Christopher Golden schafft erzählerisch einen tollen, abschließenden Bogen, der die ein oder Andere Schwäche der letzten Stories wieder ausbügelt. Das Finale will ich natürlich nicht verraten, aber es ist groß, traurig, glücklich und befriedigend.

      Fazit im nächsten Post...
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    • So endet die Geschichte von Lord Baltimore und lässt mich schon ein wenig wehmütig zurück. Gerne hätte ich noch weitere Abenteuer in seiner Welt zwischen dem ersten Weltkrieg und klassischen Horrorschinken erlebt. Andererseits soll man ja auch nicht jedes Thema bis zum zwangsläufigen Niedergang ausreizen und auslaugen, und so war der rechte Zeitpunkt jetzt vielleicht einfach gekommen, denn ich muss schon zugeben, der erste Band hat mir etwas mehr zugesagt. Klar, auch die zweite Jagd mit Baltimore hat mir unheimlich gut gefallen, aber die Klasse des Vorgängers wird nicht ganz erreicht. Zu holprig wirken manche stellen und zu blass bleiben einige der Charaktere (und damit meine ich nicht nur Vampire).

      Stimmung und Atmosphäre waren beim Erstling auch einfach einen Tacken dichter geraten und das Ben Stenbeck nur noch für einen kleinen Teil des Artworks verantwortlich zeichnet finde ich auch schade. Nicht das Peter Bergting einen schlechten Job machen würde, aber mir gefällt Stenbeck an Baltimore einfach besser. Das mag daran liegen, dass ich mich im ersten Band so an ihn gewöhnt habe, oder auch einfach nur eine Geschmacksfrage sein, ist aber halt so. Das alles ist jammern auf extrem hohem Niveau, und sollte niemanden davon abhalten, sich Baltimore komplett zu Gemüte zu führen. Im Gegenteil, vielleicht gefällt manchen ja die im Vergleich zum ersten Teil etwas moderner wirkende Art der Erzählung und die Bezüge zu modernen Horror-Themen sogar noch etwas besser, als der sehr klassische Ansatz aus dem ersten Band. Wer weiß? So, ist jetzt doch wieder länger geworden als zuerst gedacht, jetzt aber Schluss.

      Meine Wertung: 7/10

      Wirklich gut gemeint und mit Tendenz nach oben. Hat Euch der erste oder der zweite Band von Baltimore besser gefallen? Wem der zweite mehr zugesagt hat, da würde mich echt interessieren aus welchen Gründen.

      VG, God_W.
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    • Der Dicke und die Vogelscheuche…



      Titel: Sam & Twitch – 1 + 2

      Verlag: Infinity (US: Image)

      Format: Heft 1: 48 Seiten / Heft 2: 48 Seiten im Prestigeformat

      Inhalt: Heft 1: Sam & Twitch – Udaku #1+2 / Heft 2: Sam & Twitch – Udaku #3+4

      Autoren: Brian Michael Bendis

      Zeichner: Angel Medina, Jonathan Glapion

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Sam und Twitch sind zurück im Polizeidienst! Und gleich ihr erster Fall ist der blanke Horror: eine Mordserie erschüttert die Stadt, doch es ist weniger die Skrupellosigkeit der Täter, als vielmehr deren makabren Visitenkarten. Denn an jedem Tatort lassen sie Körperteile zurück, die biologisch kaum möglich sind. Bei dem Versuch, diesem Mysterium auf die Spur zu kommen, stoßen sie sogar innerhalb ihres Reviers auf eine Mauer des Schweigens, und es wird ihnen sehr schnell klar, dass ihnen ihr alter Lieutenant alles andere als einen uneigennützigen Gefallen getan hat, als er ihnen ihre Dienstmarken zurückgab.

      Sam und Twitch, die beiden beliebtesten Nebenfiguren aus der Reihe Spawn, haben endlich ihre eigene Serie erhalten. Wie von ihnen nicht anders gewohnt, schlagen sie sich mit unvergleichlich stoischem Humor durch alle Misslichkeiten. Doch die Geschehnisse in der vierteiligen Miniserie Udaku bereiten sogar den beiden hart gesottenen Detectives eine Gänsehaut und selbst Sam droht mehr als einmal der Brocken im Halse stecken zu bleiben.



      Just my 2 cents:
      Die mit Abstand coolsten Charaktere aus dem Spawn-Verse. Die Schnüffler mit der harten Schale und dem ganz ganz weichen Kern. Das dynamische Duo, das sich selbst im tiefsten Morast seine weiße Weste bewahrt. Sie sind unorthodox, eigensinnig, knallhart, butterweich, sind häufig neben der Spur, treffen aber fast immer ins Schwarze. Die Rede ist von – na klar – Sam & Twitch.

      So oder so ähnlich sahen das Anno 1999 wohl noch mehr Leute, denn da war es endlich so weit: Die beiden Ex-Cops bekamen ihre eigene Serie. Die hat es leider in großen Teilen nicht nach Deutschland geschafft, aber zumindest die ersten acht Hefte hat Infinity in vier doppelausgaben im Prestige Format herausgebracht. Ich hoffe ja noch immer, dass Panini sich ein Herz fasst und die (bislang) beeindruckende und fesselnde Reihe in Form von Sammelbänden, wie die Spawn Origins Collection, oder Curse of the Spawn veröffentlicht. Wer ebenfalls dafür ist, bitte HIER mal anmerken. Aber bis es so weit ist werden wir uns mit den, zugegeben ziemlich schick aufgemachten, Infinity-Ausgaben begnügen müssen.
      Nach dem siebten Band der Spawn Origins Collection waren erstmal wieder ein paar Hefte aus Curse of the Spawn – Band 2 an der Reihe (darüber schreib ich ein paar Zeilen, wenn ich mit dem Band komplett durch bin), wonach wir uns jetzt die ersten acht Issues von Sam & Twitch zur Brust nehmen. Um die ersten vier, die in den ersten beiden Infinity-Ausgaben versammelt sind, geht es hier.
      Mit Brian Michael Bendis an der Schreibmaschine und Angel Medina am Bleistift konnten gleich zwei Stars der Comic-Szene für die Reihe gewonnen werden. Von beiden habe ich bislang noch nichts gelesen, ich bin also gespannt, ob die Lorbeeren, mit denen beide schon bedacht wurden, auch wirklich gerechtfertigt sind.

      SAM & TWITCH – UDAKU 1-4
      Als eines Tages ihr alter Lieutenant in ihrer Detektei auftaucht schwant den beiden Ex-Cops und jetzigen Privatschnüfflern Sam Burke und Twitch Williams nichts Gutes. Doch es kommt ganz anders, ihr alter Chef ist gekommen um den zweien ihre Marken zurückzugeben und sie wieder in den Polizeidienst zu holen. Die Lage sei finster, denn dass ganze Departement sei vor die Hunde gegangen. Man weiß nicht mehr wer korrupt ist und wer nicht, man kann niemandem vertrauen und so bittet er die beiden Ehrenmänner zurück zur Mordkommission zu kommen.

      Da die beiden sowieso kurz vor der Pleite stehen nehmen sie diese Chance gerne an und sind froh, wieder zurück im Dienst zu sein. Doch gleich ihr erster Fall erweist sich als der blanke Horror. Gleich mehrere Tatorte in kürzester Zeit mit blutig dahingeschlachteten Opfern, darunter Mafiosi und Polizisten. So richtig rätselhaft wird das Ganze, als Körperteile Gefunden werden, und zwar vier Daumen und vier Ohren, sowie Genitalien – Laut DNA-Test allesamt vom GLEICHEN Opfer.
      Als dann noch der abgetrennte Kopf des Lieutenants auftaucht und die Interne Sam und Twitch gegeneinander ausspielt, um Sam den Mord an seinem Boss anzuhängen, ist die Kacke richtig am Dampfen.
      Zu allem Übel scheint noch jemand eine, in wenigen Minuten tödliche, Supergrippe gezüchtet zu haben und als Mordwaffe einzusetzen. Darunter ein mittlerweile korrupter, aber früher guter Kollege von Sam & Twitch. Sein letztes Wort gibt den beiden Rätsel auf: UDAKU



      Unglaublich düster und dicht gestrickt kommt die erste Solo-Story von Sam Burke und Twitch Williams daher. Eine verschachtelte und rätselhafte Story in den dunkelsten Ecken von Spawns Welt tischt Bendis uns hier auf. Dazu ein erfrischend anderes Artwork von Angel Medina, dass mir ungemein gut gefällt und mit seiner speziellen Panel-Aufteilung, vor Allem in den Verhören und Dialogen, perfekt zum investigativen Touch der Geschichte passt, genau wie das außergewöhnliche Lettering. Die ganze Inszenierung versprüht den Charme von Film Noir.
      Aufgelockert wird der wirklich starke Tobak durch den schwarzen, teils respektlosen, teils fatalistischen Humor von Sam & Twitch und auch Spawn hat einen klitzekleinen, humorvollen Gastauftritt. Für mich ein wahrer Knaller, fast schon ein Kleinod im Universum des Höllensporns. Am meisten begeistert hat mich der Fokus auf die Charaktere, deren Interaktion, zwischenmenschliche Beziehung und Weiterentwicklung. Ich bin auf jeden Fall äußerst gespannt, wie es weiter geht und ärgere mich jetzt noch mehr, dass nur ein kleiner Teil der Fälle der beiden in good old Germany verfügbar ist.

      Meine Wertung: 9/10

      Hat hier noch jemand Sam & Twitch gelesen? Wie findet Ihr die Solo-Stories der beiden? Und bitte bitte bitte: Hier für eine deutsche Veröffentlichung in Sammelbänden stark machen!

      VG, God_W.
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    • slab schrieb:

      Sam & Twitch sieht echt gut aus. Muss ich mich im Spawn-Verse auskennen oder kann ich diese Bände auch losgelöst lesen?
      Ja, ich hab ja jetzt erst die ersten 4 Hefte gelesen, aber die setzen wenig bis gar keine Vorkenntnisse voraus. Was vielleicht gut ist zu wissen: Die beiden waren langjährige Partner bei der Mordkommission, wurden dann ungerechtfertigterweise entlassen und haben sich mit einem Detktivbüro mehr schlecht als recht über Wasser gehalten. Das wars aber auch schon, mit dem Wissen kann man direkt einsteigen.


      Marvel Boy schrieb:

      Wollte ich schon immer mal lesen, aber die sind ja erst seit 2002 auf dem Markt. :whistling:
      Das solltest Du echt mal nachholen! Ich bin schwer begeistert.
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    • God_W. schrieb:

      Hat Euch der erste oder der zweite Band von Baltimore besser gefallen?
      Klar der Erste, denn im Zweiten bin ich hängengeblieben!!!

      ;(

      Werde es aber sicher noch mal versuchen

      Zu Sam and Twitch


      slab schrieb:

      Sam & Twitch sieht echt gut aus.
      Für mich sind Sam and Twitch DIE Konstante in den Spawn Heften. Sie garantieren immer wieder Spannung und ungemein witzige und dann wieder tiefgründige Kommunikationen. Ohne die Beiden wäre Spawn nicht Spawn!!!

      :bampf: :bampf: :bampf:
      Ich suche aus der Serie ASTERIX DIE ULTIMATIVE EDITION (GROSSFORMAT)

      ASTERIX BEI DEN SCHWEIZERN

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    • Manga Time…



      Titel: Gipfel der Götter 1

      Verlag: Schreiber & Leser (JP: Shueisha)

      Format: 326 Seiten im Paperback mit Klappenbroschur (S/W)

      Inhalt: Gipfel der Götter Kapitel 1-8

      Autoren: Baku Yumemakura, Jirō Taniguchi

      Zeichner: Jirō Taniguchi

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      In einem Trödelladen in Katmandu findet der Alpin-Fotograf Fukamachi Makoto eine alte Kamera, eine Kodak Vest Pocket Autographic Special.
      Dasselbe Modell hatte der berühmte Bergsteiger George Mallory 1924 bei sich, als er bei dem Versuch der Erstbesteigung des Mount Everest auf tragische Weise verschollen ging. In einer sentimentalen Anwandlung kauft Fukamachi den Fotoapparat, und ahnt nicht, dass er damit zum Protagonisten einer faszinierenden Bergsteiger-Saga um die höchsten Gipfel der Welt wird.

      Die Geschichte um den genialen Alpinisten Habu Yoshi erschien von 2000 bis 2003 in der japanischen Zeitschrift Business Jump und wurde 2001 beim Festival für Kunst und Medien des japanischen Kultusministeriums mit dem 1. Preis für den besten Manga ausgezeichnet.



      Just my 2 cents:
      Nachdem ich mit Baltimore und Winterwelt vor nicht allzu langer Zeit gleich zwei Reihen beendet habe wurde es mal wieder Zeit für etwas Neues. Da ich ein Mensch bin, der die Abwechslung und wundervolle Vielfalt liebt habe ich mir gedacht, wagst Dich mal wieder an einen Manga. Grundsätzlich bin ich Mangas gegenüber nicht abgeneigt, war ich doch vor einigen Jahren von Ghost in the Shell sehr begeistert, habe darüber hinaus aber noch keine weiteren Erfahrungen in dem Segment gesammelt.

      Wie bin ich jetzt ausgerechnet auf Gipfel der Götter gekommen? Ganz einfach, ich bin ein klein wenig freaky, was Urlaubsplanung und -Vorbereitung angeht. Finanziell ist bei uns nur einmal im Jahr Urlaub möglich und deshalb versuche ich den dann immer möglichst abwechslungsreich und, für uns, einzigartig zu gestalten. Wir fahren erst seit 2012 jedes Jahr einmal etwas größer in den Urlaub und waren seit der Zeit jedes Jahr woanders. Wir haben Gefallen daran gefunden verschiedene Länder zu erkunden und wenn ein Ziel mal ausgewählt wurde informieren wir uns gerne über Land und Leute, schauen Filme und Dokus, die einen Bezug zum Land haben, lesen ggf. Bücher und seit letztem Jahr versuche ich auch passende Comics zu finden.

      Natürlich fahren wir als Ehepaar mit vierjähriger Tochter nicht in den Himalaya, und aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen kann ich noch nicht mal klettern gehen, aber zumindest geht es dieses Jahr in die Berge. Die Schweiz steht auf dem Programm und falls sich ein Mitstreiter findet (denn alleine trau ich mich nicht), will ich, ohne Frau und Kind, mit einer Mehrtageswanderung durch einen schönen Teil der Schweizer Alpen starten. Am letzten Tag der Wanderung fahren meine Mädels hinterher und im Anschluss wollen wir noch 16-17 Tage Rundreise durch das neutralste Land der Welt machen. In der Nähe von Zürich haben wir sogar Verwandtschaft, da können wir bestimmt auch ein paar Tage unterkommen.

      So weit zu den Reiseplänen, aber hier soll es ja um Comics gehen bzw. diesmal um einen Manga. Wie ich schon öfter mal erwähnt habe faszinieren mich ja Themen über Menschen in Extremsituationen oder in unwirtlicher Umgebung, ob eingeschlossen im Unterseeboot, oder verschollen in der Eiswüste, allein im tiefsten Dschungel oder eben beim Ersteigen der höchsten Berge der Welt. Filme wie Everest, K2, Cliffhanger, Nordwand, Vertical Limit und dergleichen finde ich genauso spannend wie Dokumentationen zu dem Thema oder auch Brettspiele wie K2. Da passt Gipfel der Götter perfekt rein und hebt meine Vorfreude auf die Berge. Außerdem gestaltet es sich extrem schwierig Comics zu finden, die einen Bezug zu Bergen im Allgemeinen, oder der Schweiz im speziellen haben, das war vergangenes Jahr mit Griechenland viel einfacher. In Baltimore spielten einige Storys, oder zumindest Teile davon in der Schweiz, was eine sehr positive Überraschung war und mich sehr gefreut hat. Nach dem Klappentext von Gipfel der Götter habe ich eigentlich mit einem reinen Himalaya-Abenteuer gerechnet, aber auch hier wurde ich schnell eines Besseren belehrt, und so haben vor allem Japanische Berge, aber auch das Matterhorn und die Eiger Nordwand in der Schweiz einige Auftritte. Jetzt freue ich mich umso mehr darauf diese legendären Berge in Natura bestaunen zu dürfen!



      Jetzt aber endlich zu Gipfel der Götter, also dem ersten Teil dieses fünfteiligen Bergsteiger-Epos. Der Schreiber & Leser Verlag präsentiert uns den 326 Seiten Starken Einstieg in die Geschichte in einem schicken Taschenbuch mit Klappenbroschur. Die Druckqualität ist einwandfrei und bringt die enorm detaillierten, wirklich fantastischen Zeichnungen von Jirō Taniguchi, einem absoluten Meister seines Fachs, perfekt zur Geltung. Einzig die Größe des randlosen Drucks scheint nicht immer perfekt gepasst zu haben. So sind mir vier oder fünf Sprechblasen aufgefallen, bei denen die letzten Buchstaben einiger Wörter am Rand der Seite abgeschnitten waren. Das stört aber nicht sonderlich, weil man sich diese Wörter problemlos zusammenreimen konnte. Hervorragend finde ich, dass in der Mitte der Seiten jeweils ein kleiner Bereich unbedruckt gelassen wurde. Durch diesen weißen Streifen kann man das herausragende Artwork in Gänze genießen, wo bei anderen Veröffentlichungen die Seiten schon so dicht beieinander liegen, dass man das Buch extrem knicken müsste um alles in der „Kimme“ ( ;) ) sehen zu können. Und das lohnt sich wirklich, denn ich möchte keinen Quadratzentimeter der mitreißenden Story und ihrer atemberaubenden Zeichnungen missen.

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    • Alles beginnt in Katmandu, der Hauptstadt Nepals, wo Fukamachi Makoto durch die Straßen schlendert und über seine Erlebnisse nachsinnt. Fukamachi ist Expeditionsfotograf, das heißt er begleitet Expeditionen im Himalaya Gebirge und dokumentiert alles in Form von Fotografien. Die letzte Expedition war seine vierte, die jedoch ein jähes und tragisches Ende fand, dessen Zeuge er wurde und welches er auch auf Zelluloid gebannt hat. Mit bedrückter Stimmung sind die Teilnehmer der Expedition abgereist, doch Fukamachi blieb vorerst zurück in Katmandu. Als er so vor sich hin spaziert und versucht seine Gedanken zu ordnen landet er unversehens im Sagarmatha, einem kleinen Laden für Bergsteigerbedarf, der hauptsächlich gebrauchte Waren anbietet, die von den Sherpas von Expeditionen mit zurückgebracht wurden.



      Es dauert nicht lange, bis eine alte Kodak seine Aufmerksamkeit erregt und er sich verwundert fragt, wie eine so alte, nahezu antike Kamera, in den Fundus dieses Geschäfts gelangen konnte. Kurzerhand kauft er die Kamera und bringt sie in sein Hotelzimmer. Er hat einen faszinierenden, wenn auch äußerst unwahrscheinlichen Verdacht. Um diesen zu bestätigen muss er aber noch einige Erkundigungen einholen. Er telefoniert etwas herum und erhält wirklich die erhofften Auskünfte. Eine Kamera exakt des gleichen Typs hatten die berühmten Alpinisten George H. Leigh Mallory und Andrew Irvine dabei, als sie am 08. Juni 1924 beim Versuch der Erstbesteigung des Mount Everest spurlos verschwanden. Sollte es sich tatsächlich um exakt diese Kamera handeln wäre das natürlich eine absolute Sensation. Mehr noch, wäre in der Kamera ein Film und auf diesem noch etwas zu erkennen, könnte endlich das Rätsel gelöst werden, ob die beiden vor, oder nach der Gipfelbesteigung verstorben sind. Dann müsste vielleicht sogar die gesamte Geschichte des Alpinismus neu geschrieben werden.

      Noch bevor Fukamachi all diese Dinge überprüfen kann stellt er fest, dass die Kamera aus seinem Zimmer gestohlen wurde. Was für eine Katastrophe! Nur wenige wussten, dass sich die Kamera überhaupt in seinem Besitz befand und so macht er sich schleunigst auf die Suche. Die Spur führt in zuerst zurück ins Sagarmatha, wo er das Objekt der Begierde erstanden hat. Von dort zu dem Mann, der sie dem Laden verkaufte. Der wiederum kennt den Sherpa, der die Kamera aus den Bergen mitgebracht hat. Immer mehr Puzzlestücke scheinen sich zusammenzusetzen, als plötzlich ein finster dreinblickender, muskulöser Japaner dazwischenkommt. Er quetscht den Hehler aus, der Sagarmatha die Ware verkauft hat. Dort stellt sich auch heraus, dass die Kamera den Weg zurück in den Laden gefunden hat. Doch diesmal nimmt der finstere Japaner, Bikhalu Sanh, das gesamte Paket an sich und zieht damit von dannen. Dem Mann fehlen zwei Finger und er zieht ein Bein nach, was in unserem Expeditionsfotografen einen weiteren Verdacht weckt.

      Er glaubt, dass es sich bei Bikhalu Sanh in Wahrheit um den legendären japanischen Alpinisten Habu Yoshi handelt, der eines Tages in Nepal untergetaucht ist und seitdem als verschollen gilt. Zurück in Tokio beschließt Fukamachi möglichst viel über das Leben dieses faszinierenden Mannes in Erfahrung zu finden. Was er dabei ans Licht fördert fasziniert in mehr und mehr – und mich auch…



      Ich kann kaum in Worte fassen, wie begeistert und emotional mitgenommen ich von diesem Werk bin. Selten habe ich es mit derart perfekt herausgearbeiteten, realistisch wirkenden und agierenden Charakteren zu tun gehabt. Das ging so weit, dass ich gegen Ende des Bandes direkt mal ergooglen musste, ob die beteiligten Alpinisten tatsächlich existierten. Das war ganz lustig, weil ich dabei herausgefunden habe, dass ich nicht der einzige bin, dem es so erging. Und tatsächlich, Habu Yoshis großer Konkurrent Hase Tsuneo scheint an den japanischen Alpinisten Tsuneo Hasegawa angelehnt zu sein, der zwischen 1977 und ’79 die sogenannte North Face Trilogy in den Europäischen Alpen, bestehend aus den Nordwänden des Matterhorn, des Eiger (beide in der Schweiz) und des Grandes Jorasses (an der Französisch-Italienischen Grenze) durchstieg. Allesamt im Winter, was bei zweien davon die Erstbesteigung im Winter darstellte, ganz große Leistung.

      Alleine diese Anekdote zeigt schon, wie perfekt es Autor Baku Yumemakura und Autor/Zeichner Jirō Taniguchi gelungen ist, mich in die Geschichte zu ziehen und die Bergwelt und ihre Protagonisten zum Leben zu erwecken. Nicht selten war ich derart gebannt in das Buch vertieft, dass ich alles um mich herum vergessen haben und sogar den ein oder anderen Gänsehautmoment erleben durfte. Beim ersten Band einer mehrteiligen Reihe wollen sich ja viele noch die Möglichkeit bewahren, später höhere Wertungen zu verteilen, und steigen deshalb bewusst niedriger ein. Meines Erachtens wäre aber alles andere als die Höchstnote eine Frechheit für dieses Werk, zumindest von mir, wo es mich doch so berührt und gefesselt hat. Den zweiten Band habe ich schon hier und wollte mir den Rest eigentlich so nach und nach besorgen, damit ich die Reihe bis zum Urlaub im August durch habe, aber nach diesem Erlebnis und dem Ende des ersten Bandes, der schon ein ganz schöner Cliffhanger ist, habe ich die fehlenden drei Bände direkt geordert.

      Meine Wertung: 10/10

      Habt Ihr das Werk ebenfalls gelesen und falls ja, seid Ihr auch so begeistert wie ich? Und kennt jemand weitere Comics/Mangas/Graphic Novels, die in den Bergen spielen, oder auch nur entfernt was mit der Schweiz zu tun haben? Würde mich freuen noch ein bisschen Material zur Steigerung der Urlaubsvorfreude zu finden.

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