Road Rage - Joe Hill & Stephen King

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    • Road Rage - Joe Hill & Stephen King

      Hab im Rahmen meiner Kurz-Rezis noch keinen Thread zu dem spannenden Teil gefunden, also mal einen aufgemacht.

      ACTIONKINO am Freitagabend (Nr. 9)



      Titel: Road Rage

      Verlag: Panini (US: IDW Publishing)

      Format: 100 Seiten im Softcover / Paperback

      Inhalt: Vollgas #1+2 (komplette Story); Duell #1+2 (komplette Story)

      Autoren: Joe Hill, Stephen King, Richard Matheson

      Zeichner: Nelson Daniel, Rafa Garres

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Zum ersten Mal arbeiteten Stephen King und sein Sohn Joe Hill (LOCKE & KEY) zusammen an einem Comic-Projekt, um einen grandiosen Highway-Horrortrip zu entwerfen. Die Geschichte basiert lose auf Kings Kurzgeschichte "Throttle" und bietet heiße Motorräder, Rocker, Trucker und das endlose Grauen auf amerikanischen Straßen in einer Story, wie sie nur die King-Familie erdenken kann.

      Showdown auf einem staubigen Highway, irgendwo in den Weiten Amerikas: Eine Motorrad-Gang überholt einen Truck. Plötzlich gibt der Fahrer des Trucks Gas und es beginnt eine tödliche Verfolgungsjagd am Limit für Mensch und Maschine. Wer bremst, verliert … sein Leben!

      Joe Hill, mit dem Eisner Award geehrter Comic-Autor (Locke & Key) und für seine Romane mehrfach ausgezeichneter Schriftsteller, schuf zusammen mit seinem Vater Stephen King den Highway-Thriller Throttle (Vollgas) als Verneigung vor Richard Mathesons Erzählung Duell, die durch Steven Spielberg auch zu filmischer Berühmtheit gelangte. Beide Geschichten finden sich in diesem Band als Kurz-Graphic Novels, adaptiert von Chris Ryall und großartig in Szene gesetzt von Nelson Daniel und Rafa Garres.

      DAS ERSTE COMIC-TEAM UP VON STEPHEN KING UND JOE HILL!



      Just my 2 cents:
      Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von „ACTIONKINO“ am Freitagabend! Heute erwartet uns ein Double-Feature voll Thrill, Action und atemberaubender Geschwindigkeit! Ein modernes, Actiongeladenes Road-Movie und ein wahrer Klassiker des Genres stehen auf dem Programm, es wird Euch aus den Sitzen hauen! – So oder so ähnlich könnte eine klassische Kinoansage zu einem furiosen Grindhouse Abend mit den beiden Stories, um die es heute gehen soll, lauten, auf die ich mich aus verschiedenen Gründen sehr gefreut habe.

      Zum einen bin ich schon seit meiner Jugend großer Fan von Stephen King, der hier unterstützend tätig war und zusammen mit seinem Sohn Joe Hill, der ja mittlerweile schon zu den Großen der neunten Kunst gehört, für die erste Story aus diesem Band verantwortlich zeichnet – Vollgas. Nein, das Teil steht nicht in irgendeinem Zusammenhang mit dem grandiosen Adventure-Klassiker von Lucas Arts. Also gut, Motorradgangs kommen schon bei beidem vor, aber die Geschichte im vorliegenden Panini-Paperback stellt eine Adaption der gleichnamigen, von Hill und King verfassten Kurzgeschichte, als E-Book erhältlich, und gleichzeitig eine Verbeugung vor Richard Mathesons Klassiker Duell dar.

      Damit wären wir auch gleich beim zweiten Beitrag, der ebenfalls komplett abgeschlossen in diesem Band vorliegt – Duell. Eine Comic-Adaption von Richard Mathesons Story, die ich noch nicht gelesen habe und ehrlich gesagt vor der Lektüre hier nur durch Stephen Spielbergs Regie-Erstlingswerk kannte. Zwar habe ich auch den Film erst recht spät, in meinen Zwanzigern, entdeckt, fand das Teil aber sofort sehr stark. Spielbergs gutes Gespür für Geschichten war damals schon klar erkennbar und für seinen ersten großen Wurf, der ersten Sommer-Blockbuster der Kinogeschichte, den Weißen Hai, konnte er bei der Verfilmung von Mathesons spannender Hetzjagd schonmal ordentlich üben und einiges mitnehmen. Nicht umsonst wird der Streifen teilweise als „Der weiße Hai der Highways“ bezeichnet, da sind schon einige Parallelen erkennbar. Beginnen wir aber schön der Reihe nach mit der ersten Geschichte aus Road Rage.

      Mit Vollgas ziehen sie durchs Land. Auf ihren stählernen Rossen durchstreifen sie die Wüste auf den Highways Amerikas. Die Rockergang The Tribe – Motto: Live on the Road, Die on the Road. An einem einsamen Rasthaus legen sie einen Stopp ein, aber etwas stimmt nicht. Die Stimmung in der Truppe ist gereizt und schnell wird auch klar weshalb. Race, ein unbedachter Heißsporn und der Sohn des Anführers hatte sich auf einen Deal mit einem Meth-Kocher eingelassen, und die Gang hatte ihn mit 20 Riesen finanziert. Der Meth-Fabrikant stellte sich allerdings ganz Breaking Bad-like als echter Amateur heraus und hat es geschafft das Labor hochzujagen. Daraufhin hat die Gang ihn aufgespürt um ihre Investition zurückzufordern. Als die im Badezimmer versteckte Freundin des Drogenkochers plötzlich losballert eskaliert die Situation und Roy, einer der Tribe-Jungs rastet mit seiner Machete gehörig aus.

      Jetzt streiten sich die Jungs wie das ganze weiter gehen soll. Die einen wollen sich aus dem Staub machen und erstmal untertauchen, Race meint sie sollten der Schwester des Möchtegern-Drogenbarons auf den Zahn fühlen, bei Ihr könnte er einen Großteil der Kohle versteckt haben. Wiederstrebend fügen sich einige und so soll der Plan von Race umgesetzt werden, bevor die Truppe dann erstmal untertauchen will. Also zurück auf den Highway – Allerdings haben die schweren Jungs dort schon bald eine Begegnung der anderen Art, eine 40-Tonnen-Begegnung…

      Eine sehr spannende, blutige und actionreiche Hatz, die von Nelson Daniel in modernen, aber kernigen Bildern toll dargestellt wird. Die Story erfindet das Rad nicht neu, bedient sich aber vieler Versatzstücke, die man im Kino schon oft gesehen, und geliebt hat. Und ja, nach der Einleitung und dem Aufbau des Storygerüstes im ersten Teil, wird ab der zweiten Hälfte auch die Verbeugung vor Mathesons Original überdeutlich und gipfelt in einem brachialen Finale.



      Für all diejenigen, die mit der Story von Richard Matheson, ober mit Spielbergs Verfilmung „Duell“ noch nicht vertraut sind, ist die zweite Hälfte von Road Rage mit der Adaption der Originalgeschichte genau das Richtige. Die Ausgangssituation ist schnell erklärt, wie aus dem Leben gegriffen und weckt bestimmt in den meisten von uns Erinnerungen, oder zumindest den Funken eines Wiedererkennens. Ein Mann sitzt in seinem Auto, vor ihm ein lahmer stinkender Lastwagen. Irgendwann wird es dem Mann zu bunt und ohne sich viele Gedanken darüber zu machen überholt er den Truck an einer geeigneten Stelle. Bis hierhin alles noch recht normal, wie man es kennt, doch es dauert nicht lange, da erschreckt sich unser Fahrer fast zu Tode, als der Truck plötzlich mit ohrenbetäubendem Getöse neben seinem Wagen auftaucht und ihn mit weit überhöhter Geschwindigkeit überholt. Der LKW setzt sich wieder vor ihn, wird wieder langsamer und treibt unserem Fahrer wieder die Abgase in die Lüftung. Das will dieser natürlich nicht auf sich sitzen lassen und setzt erneut zum Überholmanöver an. Doch ein 40-Tonnen Tankwagen nach bester Rubber-Duck-Manier ist im Zweifel immer der Stärkere auf der Straße und das bekommt unser Fahrer schon bald am eigenen Leib zu spüren, als die Situation nach und nach vollkommen aus dem Ruder läuft…

      Wow! Also direkte Vergleiche zu Matheson kann ich leider nicht ziehen, aber die nervenzerreißende Spannung aus Spielbergs Film wird hier perfekt auf die Seiten gebracht. Vor allem der Kunstgriff, dass man den Fahrer des Lastwagens nie zu Gesicht bekommt, und der Truck selbst dadurch als eigenständiges, bedrohliches Monster erscheint, dem man mit Vernunft und gutem Zureden nicht beizukommen vermag, ist einfach genial. Ebenso genial wie das Stimmungsvolle Artwork von Rafael (Rafa) Garres, der unter Anderem schon an Lobo, Judge Dredd und Jonah Hex gearbeitet hat. Mit gutem Auge bringt er die Story in recht klassischer Panelaufteilung auf die Seiten, was perfekt zu dem Stoff passt, genauso wie die weitgehend in Sepiatönen gestaltete Colorierung.

      Mit Infos zu den meisten Beteiligten, einer Bildergalerie und wirklich sehr informativen Texten von Joe Hill, Stephen King und Chris Ryall (dem Szenaristen von Vollgas) über ihre Gründe das Projekt gemeinsam anzugehen und, weshalb es ihnen so am Herzen lag, bietet das schön gestaltete Panini Paperback alles, was man für einen Actionreichen Abend im Lesesessel braucht. Einzig ein wenig mehr Innovation hätte man sich an mancher Stelle vielleicht gewünscht, aber ich persönlich mag es klassisch und geradlinig ja auch immer mal sehr gerne.

      Meine Wertung: 8/10

      Wie haben Euch die beiden Stories in dem Band gefallen? Kennt Ihr die zugehörigen Bücher von Matheson bzw. Hill/King? Oder das Hörbuch zu Vollgas? Oder den Film von Spielberg? Meinungen dazu?

      VG, God_W.

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