X-Men: Red #1 & #2: Die Hass-Maschine (Mit Spoilern)

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    • X-Men: Red #1 & #2: Die Hass-Maschine (Mit Spoilern)

      X-Men: Red #1: Gedankenspiele


      Inhalt:
      X-Men Red 1-5, Annual 1

      Autor: Tom Taylor
      Zeichner: Mahmud Asrar (1-5), Pascal Alixe (Annual)

      Jean Grey ist zurück - mit einem eigenen X-Team an ihrer Seite! Wiedergeboren in eine Welt, die sie kaum noch erkennt, hat sie Nightcrawler, Namor und Laura Kinney um sich geschart. Ihre erste Mission: eine Mutantin in Indien aus der Haft befreien, der sie noch nie begegnet sind. Aber wer konnte ahnen, dass dadurch der Hass auf ihr Volk ein neues Hoch erreicht?

      Handlung:
      Spoiler anzeigen

      Die Hass-Maschine I-V
      Jean Grey ist von den Toten zurück gekehrt und muss feststellen, dass die Welt noch mehr von Angst und Gewalt beherrscht wird als es früher bereits der Fall war. Um das zu ändern spricht Jean vor der UN um den Mutanten Gehör zu verleihen, Unterstützung erhält sie dabei von den Staaten Atlantis (nach einem Besuch bei König Namor) und Wakanda. Die britische Botschafterin, die sich während Jeans Rede sehr kritisch gegenüber den Mutanten geäußert hat, möchte mit Jean unter vier Augen reden. Jedoch wirkt diese plötzlich fremdgesteuert und ihr Kopf explodiert. Die sich in der Nähe befindenden Soldaten und Reporter glauben sofort, dass Jean die Botschafterin getötet hat und eröffnen das Feuer. Mit Hilfe ihrer Kameraden gelingt Jean die Flucht und man sieht, dass Cassandra Nova hinter der Tat steckt.
      Das X-Team findet Zuflucht in Wakanda, wo Jean ein Hilferuf aus Indien erreicht. Die junge Mutantin Trinary hat ihn gesendet, sie wird von ihrer Regierung festgehalten, da sie mit Hilfe ihrer Technopathischen Kräfte für Gleichberechtigung in ihrem Land gekämpft hat. Die X-Men um Jean, Kurt, Laura und ihren Klon Gabby beschließen Trinary zu befreien. Jedoch läuft die Rettungsmission nicht ganz nach Plan, denn als Jean versucht eine Horde wütender Demonstranten zu ihrem Schutz schlafen zu legen scheinen ein paar der Zivilisten immun gegen mentale Kräfte zu sein und möchten die Mutantin töten. Zusätzlich besitzt die indische Regierung einen Sentinel der die X-Men angreift, mit Hilfe von Trinarys Kräften kann dieser jedoch schnell von den Mutanten kontrolliert werden. Diese bemerkt ebenfalls, dass die Menschen die sich gegen Jeans Telepathie wehren können von einem ähnlichen Computersystem gesteuert werden wie der Sentinel.
      Auf ihrem Rückweg nach Wakanda wird das Team von Storm angegriffen, die auch von Cassandra Nova beeinflusst wird. Mit Hilfe von Gentle können die X-Men sie jedoch unschädlich machen. Sie untersuchen Storm und finden heraus, dass es Nano-Sentinels sind die die Befallenen dazu bringen Mutanten zu hassen. Angesichts der aktuellen Lage fühlen sich Jean und ihre Kameraden in Wakanda nicht mehr sicher und begeben sich nach Atlantis.
      Cassandra Nova trifft sich in der Zwischenzeit mit Regierungschefs auf der ganzen Welt und infiziert diese mit ihren Nano-Sentinels, an ihrer Seite befindet sich Forge der offensichtlich von ihr kontrolliert wird. Nova bringt das polnische Staatsoberhaupt dazu ein Gesetz gegen Mutanten zu unterzeichnen, so das diese vom Militär gejagt werden dürfen. Als eine Gruppe von Mutanten auf dem Weg ist das Land zu verlassen kommt es zum aufeinandertreffen mit polnischen Soldaten. Im letzten Moment kommen die X-Men zur Hilfe und Jean versucht ihnen zu erklären wie absurd es ist auf ihre Mitbürger loszugehen. Ein Teil der Streitkräfte sieht das auch ein und legt die Waffen nieder. Aber da die Mutanten im Moment in ihrem eigenen Land nicht sicher sind bietet Namor ihnen Schutz an und nimmt sie mit nach Atlantis.

      Eine andere Welt?
      Das Annual setzt am Ende von Phoenix Resurrection ein und zeigt wie Jean ihre alten Gefährten wieder trifft und erfährt was in Ihrer "Abwesenheit" alles geschehen ist. Sie muss schnell feststellen, dass Mutanten immer noch so gehasst werden wie vor ihrem Tod. Auch Rachel sieht sie wieder, mit der Jean Black Bolt einen Besuch abstattet um mit ihm über Scotts Tod zu reden. Am Ende sieht man das Cassandra Nova Rachel zu einem ihrer "Sklaven" macht, da sie Sie im Kampf gegen ihre Mutter benötigt.


      Fazit:
      Wie schon die Rückkehr von Jean Grey hat mir auch dieser Band richtig Spaß gemacht, wobei man Phoenix Resurrection nicht gelesen haben muss um hier einzusteigen.
      Was die Teamkonstellation angeht gefällt mir Jean als Anführerin gut und ihr Nightcrawler an die Seite zu stellen ist sehr passend. Das Laura und Gabby zum Cast gehören liegt wohl nur an Tom Taylor als Autor, da X23 aber mein liebster Wolverine Ersatz ist und ich ihren kleinen Clon fast noch einen Tick lustiger finde als in der All-New Wolverine Reihe stört mich ihre Präsenz nicht. Trinary ist zwar interessant, jedoch habe ich leichte Probleme mit ihren technopathischen Kräften, da dies oft überpowert wirkt. (Was man am "Kampf" gegen den Sentinel sieht)
      Dafür ist Cassandra Nova als Antagonistin eine tolle Wahl in meinen Augen. Man hat schon länger nichts mehr von ihr gesehen und sie war eine der letzten Gegner bevor Jean starb. Wobei ich eigentlich davon ausging, dass sie immer noch im Körper einer außerirdischen Amöbe gefangen sein sollte. (Hoffe, dass das im zweiten Band noch aufgegriffen wird).
      Sehr positiv finde ich, dass uns keine komplett abgeschlossene Story geboten wird sondern erst Stück für Stück die Figuren in Position gebracht wurden. Das darf von mir aus immer so sein, leider wirkt es bei den meisten aktuellen Serien so, das ein Autor ausschließlich 3 bis 6-teilige Storylines schreiben darf um diese besser in ein Paperback pressen zu können.
      Mahmud Asrars Zeichnungen finde ich ebenfalls richtig stark. Das trifft aber bisher auf alles zu was ich von ihm kenne.
      Leider zieht das Annual den Band etwas runter. Bis auf die letzten zwei Seiten war die Story sehr belanglos und die Optik war sogar noch ein Stück schlechter als der Inhalt. Das die Ausgabe dann noch zwischen den letzten beiden Heften platziert war hat den Lesegenuss zusätzlich gestört.


      Trotzdem legt X-Men: Red einen richtig guten Start hin. Finde es schade das der nächste Band auch schon der letzte ist da die Serie nach #11 endet. Hoffe trotzdem das Taylor einen runden Arc abliefert und uns ein tolles Finale präsentiert. Ohne das Annual wäre mehr drin gewesen, so bekommt die Ausgabe von mir 4 von 5 Punkte.
    • Tja, ich sehe die X-Men wohl nur noch durch die Zynistenbrille. Habe zugegeben nur den ersten Teil durchgeblättert, war da aber schon angenervt.

      Asrars detailarmer Stil ist nicht meins, seine Charaktere sehen aber schon ansprechend aus. Auch die Mimik passt. Sehr schön, wie die britische Botschafterin Merkel ähnelt und auch die typische Raute formt

      Dass ich mich drüber ärgere, dass Jean nach ihrem 'Tod' gleich Anführerin wird, habe ich schonmal geschrieben - also geschenkt. Aber dass Jean gleich vor der UN sprechen darf, war mir echt zu heftig. Storm , die alle Tiefen der letzten Jahre mitgemacht hat, wäre da glaub würdiger gewesen. Dass Jean aber für alle Mutanten spricht, finde ich irgendwie anmaßend.

      Würde sagen, die Serie würde zu Recht nach 11 Ausgaben gecancelled
      #MarvelZombienomore

      Das Leben ist wie eine Losbox. Man weiß nie, was man kriegt - andererseits sind eigentlich nur Nieten drin.
    • Misanthropius schrieb:

      Dass ich mich drüber ärgere, dass Jean nach ihrem 'Tod' gleich Anführerin wird, habe ich schonmal geschrieben
      OK, das fand ich auch nicht logisch. Unter den bunten X-Men Serien, also mit Gold und Blue aber imho immer noch die beste der drei. Will einer unbedingt X-Men lesen, wäre "Red" meine Empfehlung. (auch eher als Astonishing)
    • @Unbreakable Cosmo ja, das glaube ich gern, dass die anderen X-Serien noch übler sind. Astonishing fand ich langweilig und hatte ich nur gekauft, weil's hier im Forum gelobt wurde.

      @Thomas1968 Die Migrantenproblematik finde ich beim Silver Surfer von Slott deutlich besser und niveauvoller umgesetzt. Nicht so 'holzlattenmässig'
      #MarvelZombienomore

      Das Leben ist wie eine Losbox. Man weiß nie, was man kriegt - andererseits sind eigentlich nur Nieten drin.
    • Hass und Ausgrenzung von Minderheiten bzw. Andersartigen ist nunmal DAS Grundthema der X-Men was immer wieder aufgegriffen wird weil es eben auch (leider) zeitlos ist. Da ändert sich nur mal die Tragweite des Geschehens, sei es der einzelne Mutant der mit Fackeln und Mistgabeln aus seinem Dorf vertrieben wird oder der hochrangige Politiker der Gesetze gegen Mutanten erlässt.
      Da die Ansprache Jeans vor der UN eigentlich nur dazu diente den Bogen zu Cassandra Novas Plan, Machthaber einzelner Länder unter ihre Kontrolle zu bringen, zu spannen war das für mich auch legitim.

      Was ich in der Rezi nicht erwähnt habe aber sehr fragwürdig fand war zu Beginn die Szene als Jean Experten aus allen nur möglichen Wissenschaften von der ganzen Welt versammelt und sich schnell mal ihren Geist ausleiht um die Probleme der Welt zu ergründen. Da war schon etwas phoenixscher Größenwahn dabei, den es nach meinem Geschmack nicht gebraucht hätte.

      PS: Die britische Merkel fand ich irgendwie lustig. Frage mich ob es ein politisches Statement von Asrar/Taylor war, dass ihr der Kopf explodierte.
    • Teilzeithelden schrieb:

      Was mir an diesem Comic besonders gefällt sind indirekte Bezüge zur Flüchtlingskrise 2015, zu Pränataldiagnostik und anderen zeitgenössischen Themen. Dadurch ist dieser X-Men-Comic mal wieder besonders nah am Puls der Zeit. Die Zusammenstellung des Teams gefällt und verspricht einen feinfühligen Umgang mit den typischen Themen, gleichzeitig aber auch ein wenig Sprengstoff, wenn es benötigt wird. Diese Ausgabe ist ein gelungener Prolog, der Lust auf mehr macht, aber leider nicht kohärent genug ist, um als besonders gelungen durchzugehen. Dafür freut mich, dass hier im Gegensatz zu anderen aktuellen X-Men-Comics die Essenz der Mutantengeschichten erkennbar ist: Toleranz.
    • Ob es für die Rückkehr von Jean Grey neben einer Mini-Serie auch gleich noch einen weiteren X-Men Titel gebraucht hätte ist so eine Sache, allerdings muss ich zugeben dass mir der erste X-Men Red Band doch sehr gut gefallen hat.

      X-Men Red macht im Grunde dort weiter wo Phönix Resurretion aufgehört hat, wenn auch zuerst etwas mit Zeitsprüngen gearbeitet wird. Die Team-Zusammensetzung ist eher unkonventionell (Honey Badger ist niemals X-Men Material), Autor Tom Taylor leiht sich schon erstaunlich viele Elemente aus Morrisons X-Men Run aus (ok, vielleicht bewusst, da Jean ja in diesem Run gestorben ist) und Zeichner Mahmud Asrar ist eher speziell (ich mag ihn hier aber). Er liest sich aber wirklich flüssig, hat ein paar richtig starke Momente & Ideen drin und einen echt mächtigen (und wie ich finde immer noch unverbrauchten) Gegner.
      Wer hier zu wenig Bilder von Comics sieht, einfach mal auf meiner Instagram Seite vorbei schauen:
      CD&C ist - Sir Acer - Sammler aus Leidenschaft!
    • Was hat es nur auf sich mit den ganzen "fancy operation bases". Central Park, Madripor, Waffe X, jetzt Atlantis...
      Trotzdem bin ich dankbar, dass Tom Taylor hier Text vorgibt. Sein Wolverine ist für mich mehr X-Men als es Guggenheim und Bunn derzeiten darstellen. Einmal ein klassischer Antagonist und schon haben wir eine Retro-Story, die ganz passabel ist. Nichts besonderes, aber das habe ich bei den X-Men mittlerweile auch nicht mehr erwartet.
    • Neu

      X-Men: Red #2: Krieg und Frieden


      Inhalt:
      X-Men Red 6-11

      Autor: Tom Taylor
      Zeichner: Carmen Carnero (6-8), Rogê Antônio (9-11)

      Ein Erzfeind der X-Men nimmt Namors Tiefseereich unter Beschuss. Und er wird nicht ruhen, bis Atlantis in Trümmern liegt. Als Jean Greys rote Einheit das neue Zuhause verteidigt, überrollt eine Welle des Mutantenhasses die Erde. Können sie die Flut eindämmen, bevor der Sog das Team hinwegspült?

      Handlung:
      Spoiler anzeigen

      Die Hass-Maschine VI-XI
      Jeans X-Men befinden sich weiterhin in Atlantis und möchte ihre Unschuld am Tot der Botschafterin beweisen, dafür benötigen sie jedoch das Handy der ermordeten. Sie sendet ein Team aus und sucht parallel mittels Cerebro nach dem Verursacher der bisherigen Ereignisse. Cassandra Nova offenbar ihr sich mental und beginnt mit Hilfe von Teen Abomination einen Angriff auf Atlantis, den die X-Men jedoch abwehren können. Das andere Team ist ebenfalls erfolgreich, so dass Jean der ganzen Welt ihre Unschuld beweisen kann und erklärt weiter für die Existenz der Mutanten zu kämpfen.
      Nova möchte mit der Hilfe des von ihr kontrollierten Forge die gesamte Menschheit mit Sentinites infizieren um auch diese geistig steuern zu können. Dank Cerebro ahnt Jean dieses Vorhaben und kann mit den kombinierten Kräften des Teams auch diesen Plan zu Nichte machen. Die X-Men haben Genosha als ihre Basis ausgemacht und Storm zerstört diese mittels einer riesigen Flutwelle. Cassandra Nova möchte nun mit der ebenfalls von ihr gesteuerten Rachel den direkten Angriff auf Jean starten. Mit einem Trick gelingt es ihnen jedoch diese zu befreien. Nova zieht das letzte Ass aus ihrem Ärmel und verbreitet eine fingierte Botschaft von Jean Grey in der diese der Menschheit den Krieg erklärt und hält zusätzlich mehrere bemannte Flugzeuge auf Genosha als Geiseln. Nova suggeriert den Gefangenen telepathisch, dass sie diese beschützt und man nur auf den Angriff der X-Men wartet.
      Jean und ihre Mitstreiter sind jedoch gewappnet und haben neben Namor und den Avengers noch eine Unzahl von Magnetos Helmen im Gepäck mit denen sie die Menschen von Novas "Bann" befreien.
      Im finalen Kampf gegen Xaviers Zwillingsschwester ist es ein Sentinite, den Nightcrawler und Gabby in ihren Kopf teleportieren, der ihre Empathie weckt und sie den Kampf beenden lässt.



      Fazit:

      Ich hatte bereits die Befürchtung, dass der zweite Band nicht die Qualität der ersten Ausgabe halten kann. Tom Taylors großes Manko in seinem All-New Wolverine-Run war in meinen Augen das Geschichten zumeist stark anfangen, er es jedoch nicht schafft ein spannendes und packendes Ende zu schreiben. Da X-Men Red einen 11(+1 Annual)-Teiler darstellt kränkelt es leider auch hier in der zweiten Hälfte.
      Obwohl wir mit Casandra Nova nur einen Antagonisten haben fehlt mir der Fluss in der Handlung. Diese einzelnen missglückten Schläge gegen Jean und ihr Team hatten schon etwas von Slapstick, zumal ich Novas Kräfte auch übertrieben dargestellt fand. (Mir war bisher nicht bekannt, dass sie über Telekinese und Selbstheilung verfügt.) Leider hat Taylor es versäumt mit diesen guten Rahmenbedingungen ein rundes Ergebnis abzuliefern.
      Positiv fand ich jedoch, dass er das Thema Ausgrenzung, Hass und Furcht vor Mutanten in ein modernes Licht gerückt hat. Shitstorm, verdrehte Fakten und einseitige Berichterstattung sind in der heutigen Zeit ein so großes Thema, dass eine Übertragung zu den (gerne als Sinnbild der Unterdrückung benutzten) Mutanten nur logisch erscheint.

      Mir fällt eine abschließende Wertung des Bandes schwer. Die Teamzusammensetzung gefällt mir weiterhin (auch wenn einige davon ziemlich blass bleiben), die Zeichnungen fand ich sehr ansprechend und das Thema wird modern umgesetzt. Leider konnte mich die Handlung insgesamt nicht mitreißen. Gebe dem Band aber noch 3 von 5 Punkte.