Batman Neal Adams Collection (2019) # 1 (mit gut gealterten Spoilern)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Batman Neal Adams Collection (2019) # 1 (mit gut gealterten Spoilern)

      Eigentlich war ich zum Bahnhofshandel gefahren, um den neusten Batman-King-Band zu kaufen, dann lockte mich dieser Band etwas mehr. Der Grund: Dieser Band enthält vier große Klassiker. Dazu gleich mehr. Dass es einen eigenen Thread gibt und ich nicht den von 2009 wieder aufgewärmt habe, liegt an der etwas anderen Aufteilung des Inhalts. Zur Orientierung: Band 1 entspricht grob dem alten Band 3. Der ist vergriffen und mittlerweile recht teuer. Daher ist eine Neuauflage auch überfällig. Vermutlich wird auch ein Teil des Inhalts in der Eaglemoss-Collection erscheinen. Die Hefte sind alle Anfang der 70er Jahre erschienen, ich bin deutlich unter 50 - daher wird meine Bewertung nicht von Nostalgie dominiert.

      Zum Inhalt: Zu Beginn gibt es ein autobiographisches aber dennoch irgendwie belangloses langes Vorwort von Neal Adams, das mittlerweile auch schon 15 Jahre alt ist. Das bezieht sich dann teilweise auf Band 3. Dann geht es los mit einer achtseitigen Weihnachtsgeschichte (Batman 219). Die ist recht nett, aber auch nicht mehr. Dann folgt der erste Klassiker:

      Batman 232: Die Tochter des Dämons. Aus heutiger Sicht bietet die Geschichte nicht viel neues, sie war schließlich auch die Vorlage für Demons Quest in der Animated Serie. Etwas Besonderes ist die Geschichte schon. Hier tritt Ras al Ghul das erste Mal auf. Denny O'Neil und Adams nehmen sich für die erste Begegnung Batmans mit seinem Erzfeind 22 Seiten Zeit. Robin und Thalia werden entführt und Ras al Ghul müssen sich zusammentun um beide zu retten. Die Geschichte ist gut erzählt, auch wenn manchmal trotz der düsteren Grundstimmung in ein paar Zeilen noch die Leichtigkeit der 60er aufkommt. Batman reist rund um die Welt und nutzt auch seine detektivischen Fähigkeiten. Die Zeichnungen und der Seitenaufbau von Neal Adams waren zu der Zeit vermutlich überragend, aus heutiger Sicht sind sie "nur" noch gut. Etwas störend ist, dass die Geschichte mit der Auflösung endet und das Ende nicht wirklich abgerundet ist. Wirkt wie ein sehr leichter Cliffhanger, der wohl auch damals nicht direkt aufgelöst (wer es besser weiß, melden) wurde. Insgesamt gibt es eine 8 von 10.

      Die nächsten beiden Geschichten fasse ich zusammen (Batman 234 und 237): Das Team O'Neil/Adams bringt eine nestgezeichnete aber eher Seichte Two-Face-Story. Schön ist allerdings das Flashback mit der Origin. Mit der Nacht des Reapers war für mich eine Überraschung. Eine sehr starke Geschichte, die vollkommen harmlos beginnt. Viel mehr möchte ich hierzu aus Spoilergründen nicht sagen. Es gibt aber auf dem Kostümball nette und lustige Anspielungen auf Marvel. Da die Geschichte vielleicht auch für andere unbekannt ist. Lohnenswert.

      Weiter geht es mit drei zusammenhängenden Heften Batman 243 bis 245, darunter auch die Lazarusgrube/der Dämon lebt. Doch vorher gibt es eben auch ein Mangel. Sicher heißt der Band Neal Adams Collection und Batman 242 wurde von Irv Novick gezeichnet, aber wenn man auf die 15 Seiten (die u.a. in dem FAZ-Band erschienen sind) nicht bringen will, dann bitte eine kurze redaktionelle Einführung. In dem fehlenden Heft täuscht Bruce Wayne seinen Tod vor, um nach einem Feind zu suchen, der seine Geheimidentität kennt. Hier plumpst der Leser einfach in eine Geschichte rein, die eigentlich gut bzw. sogar legendär ist. Leider gibt es einige Verständnisprobleme. Apropos Legendär ist der Schwertkampf mit aus 244 mit Batman und Ras, sowie ein tolles und überraschendes Ende. Auch hier dringen noch ab und an mal leichte 60er-Sätze dazwischen. Leider nur 8 von 10, da ich erst nach dem Lesen von 242 alles verstand - sonst 9,5. Das letzte Heft dieser Reihe erzählt die Folgen von Bruce Waynes Tod, seine Rückkehr und einen Politskandal, den ein gewisser Detektiv mit Gewissenskonflikt löst. Auch hier wäre eine bessere Wertung möglich, 8,5 von 10.

      Weiter geht es mit Batman 251 und dem nächsten Klassiker. Ich möchte fast sagen, mit dem ersten Auftritt des Jokers. Aber den hatten wir ja 250 Ausgaben zuvor. Aber das Heft bringt den modernen Joker aus der Versenkung direkt wieder in den Mittelpunkt. Tolle Geschichte, legendäre Zeichnungen, die wie schon zuvor gut gealtert sind.

      Zum Abschluss gibt es noch mit Nummer 255 den ersten Auftritt des Moon-Wolfes. Autor ist hier übrigens Len Wein. Die Story ist hübsch und nett, kann aber mit den zuvor erwähnten Klassikern nicht mehr ganz mithalten. Anschließend gibt es noch mal rund 40 Seiten, die Hälfte mit Covern, mit Zeichnungen von Adams. Das ist üppig.

      Fazit: Wir haben hier VIER legendäre Hefte, die in jede Batman-Sammlung gehören. Der Rest enttäuscht - abgesehen von der fehlenden 242 - nicht. Also insgesamt lohnenswert mit Luft nach oben. Mir persönlich hätte es auch noch gut gefallen, wenn außer 242 auch noch 235 (ebenfalls von Novick) dabei wären. Das hätte die Geschichten etwas mehr abgerundet. Das ist halt das Problem, wenn man die Auswahl rein auf Zeichner (siehe etwa Alan Davis Collection oder deutlich besser: Peter Parker Spider-Man 1-4) auslegt. Positiv: Die Haptik gefällt mir mit dem etwas dickeren Papier gut.

      Insgesamt eine 7,5 von 10.
      Glossar

      • Bände: Mehrzahl von Band im Sinne von Buch
      • Bänder: Schnürsenkel
      • Bender: Figur aus Futurama
      • Bendis: Comicautor
      Vorsicht: Als Band kann auch eine Musikgruppe oder ein einzelner Schnürsenkel bezeichnet werden.
    • Ich habe das Thema nach oben geholt weil ich mir die limitierte (333er) Ausgabe für 175€ gekauft habe. Dies ist ein stolzer Preis aber ich finde man hat hier alles richtig gemacht. Das ist die dreibändige Ausgabe die jetzt in Hardcover mit Schuber heraus gekommen ist. Ich hatte bisher die alte Ausgabe in 4 Softcover die allerdings auf glänzendem Papier gedruckt wurde und eine andere Aufteilung hat. Das Papier ist jetzt wesentlich passender,die Zeichnungen kommen um klassen besser rüber. Die Übersetzung wurde gegenüber der 4bändigen Ausgabe verbessert und das Schriftbild wurde ebenfalls verbessert. Die Ausgabe bekommt (weil ich diese Aufteilung auch besser finde) die volle Punktzahl von mir!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Manfred G ()