Spawn Origins Collection - Band 9

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    • Spawn Origins Collection - Band 9

      The Day after – also nach der 100…



      Titel: Spawn Origins Collection – Band 9

      Verlag: Panini (US: Image)

      Format: 332 Seiten im großformatigen Hardcover

      Inhalt: US-Hefte #101-112

      Autoren: Todd McFarlane; Brian Holguin, Steve Niles

      Zeichner: Angel Medina

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      1992 ließ der legendäre Autor und Zeichner Todd McFarlane seinen Kult-Antihelden Spawn auf die Welt los – danach war nichts mehr so wie zuvor.

      Al Simmons, ein Agent der Regierung, war von einem Kollegen getötet worden. Nachdem er in den Tiefen der Hölle wieder zum Leben erweckt worden war, kehrte er als Spawn-Krieger auf die Erde zurück und beschützte fortan die Obdachlosen in den dunklen Gassen New Yorks – immer auf der Suche nach Spuren seiner Vergangenheit. Allmählich lernte er, die außergewöhnlichen Kräfte zu bändigen, über die er nun verfügte, und gleichzeitig begann er zu begreifen, auf was er sich eingelassen hatte – und was er dafür aufgeben musste.

      In Spawn Origins 9 muss Al Simmons die Folgen seines Konflikts mit Malebolgia, dem Höllenfürsten, der ihn zu Spawn gemacht hat, bewältigen. Er sagt sich von Himmel und Hölle los und beginnt aufzuräumen in seiner Stadt. Die ersten, die seine Wut spüren, sind seine alten Erzfeinde Overtkill und Jason Wynn. Aber dann bekommt er es mit dem “Himmelreich” zu tun, einer scheinbar religiösen Sekte, die ihre Netze in New York ausgeworfen hat. Und einer, der sich darin verfängt, ist der jugendliche Sohn von Detective Twitch… Auch dieser Band enthält wieder exklusives Bonusmaterial und sämtliche Cover.

      Die Spawn-Saga revolutionierte in den 90ern die Comic-Welt. Ohne sie gäbe es heute kein The Walking Dead. In der Spawn Origins Collection wird die finstere Antihelden-Saga in XL-Hardcovern chronologisch neu aufgelegt.



      Just my 2 cents:
      Nach der fetten Geburtstagsfete in Ausgabe acht der Origins Collection stehen bei Spawn jetzt einige Änderungen ins Haus. Auffälligste Neuerung ist natürlich der Austausch des Zeichners, statt Greg Capullo, der sich diesmal nur noch des Covers angenommen hat, hält Angel Medina fortan den Zeichenstift in Händen. Das er dafür hervorragend geeignet ist hat er bereits bei Sam & Twitch eindrucksvoll unter Beweis gestellt, hier sind also keine bösen Überraschungen zu erwarten. Spannend wird es eher bei den Autoren, denn natürlich behält der Toddster das Zepter in der Hand, bekommt aber wie des Öfteren wieder Hilfe von Brian Holguin, was ich meist sehr gut fand, und zum ersten mal ist jetzt auch noch Steve Niles für zwei Hefte mit an Bord. Ich bin gespannt, welche Früchte diese Zusammenarbeit hervorbringt. Wie gewohnt teile ich den Band wieder in Sinnvolle Happen auf und bespreche die entsprechenden Hefte zusammen.



      US-Heft #101
      Die kleine Cyan schlummert den Schlaf der Unschuldigen, ihre Eltern sind im Krankenhaus, doch die blinde Granny wacht über sie. Doch nicht nur das, denn die weise alte Dame erwartet einen Gast, ihren ehemaligen Schwiegersohn. Al, den Hellspawn. Die Greisin möchte den verbitterten Spawn zurück auf die Seite der Lebenden und die Obhut Gottes holen, doch das kommt für Al nicht in Frage. Nach einer erbitterten Diskussion kehr Al seiner alten Familie den Rücken – Für immer?

      Da hat man gemeint nach #100 könnte alles wieder besser werden, aber nein, Als ist bockiger denn je und eine Besserung der Gesamtsituation scheint nicht in Sicht. Na wenigstens hat Angel Medina einige herausragende Panels bzw. Splashpages geschaffen, welche die in ähnlicher Form schon oft erzählte Geschichte im Gedächtnis halten.

      - - - STOP - - - Da viele der Nebenserien von Spawn ja nicht, nicht mehr oder nur teilweise auf deutsch verfügbar sind (allen voran meine heiß geliebten Sam & Twitch), wäre an dieser Stelle mal wieder der passende Punkt, um eine kleine Pause bei der Hauptreihe einzulegen und den französischen Beitrag zum Spawn-Verse, Spawn – Das Gewand (Spawn – Simonie) einzuschieben. Eine kurze Rezi dazu folgt, sobald ich den zweiten Beitrag aus dem Band auch noch gelesen habe, Panini hat den One-Shot nämlich mit einer zweiten Story, Architekten der Angst (Spawn: Architects of Fear) zusammen in einen Trade gepackt. Aber dazu in Bälde mehr. - - - STOP - - -



      US-Hefte #102-104
      In den folgenden drei Heften versucht Spawn wieder Seelen zu retten. Verzweifelte Gestalten mit unterschiedlichsten Problemen, derer sich sowohl Himmel als auch Hölle bemächtigen wollen. Da wird ein breites Feld aufgemacht, von der verzweifelten Thea, die sich vor ihren Stigmata in die Drogensucht flüchtet und nur den Tod findet, erst den ihrer „Freunde“ dann den Eigenen, über den überreichen Schnösel aus San Francisco der meint es wäre cool sich mit Erinnerungen an das Leid Anderer zu umgeben und letztlich von einem Fluch aus der Zeit des Nationalsozialismus eingeholt wird, bis zu drei Kids, die in Pennsylvania auf einem angeblichen verhexten Anwesen ihr Unwesen treiben und den Beweis liefern, dass in Kindern nicht zwangsläufig die Unschuld wohnt.

      Ja, OK. Alles drei kann man lesen und gerade die Nazistory ist auch ein wenig shocking, aber die beiden Anderen Geschichten kommen doch ziemlich uninspiriert daher, Spawn selbst hat kaum Screentime und es kommt mir vor, als wüsste man nichts mit dem Protagonisten anzufangen, deshalb strickt man irgendwelche unabhängig funktionierenden Geschichten und setzt ihn gegen Ende mal irgendwo ins Bild. Ob das Sinn macht oder nicht ist ja egal. Das hätte bei Spawn – The Undead ganz schön gepasst um die Welt ein wenig zu erweitern, aber in der Hauptreihe finde ich das echt lahm.

      Huch! Selbst bei Spawn reichen die Zeichen in einem Post nicht aus! Daran ist aber das Finale des Bandes Schuld, deshalb geht’s im nächsten Post weiter
      :!: Ich freue mich immer über Besuch und netten Austausch in meinem Rezi-Thread :!:

      :guitar: Just my 2 Cents :kette:
    • Fortsetzung der Rezi zum neunten Band der Origins Collection…



      US-Hefte #105-106
      In einem geheimen Raum innerhalb eines düsteren Gebäudes befindet sich ein riesiger Glaskasten gefüllt mit Akten und einem Computerterminal. An diesem Terminal sitzt ein ergrauter, vor Hass und Rachegelüsten nahezu Wahnsinniger Mann und zieht im Hintergrund die Strippen. Sein gesamtes Vermögen hat er für die Wiederherstellung eines halb mechanischen und halb fleischlichen Monstrums ausgegeben um einen allerletzten, tödlichen Schlag gegen Spawn, den ihm unendlich verhassten Al Simmons auszuführen. Diese unmenschliche, halb lebendige Waffe ist vor Kurzem in New York angekommen, bahnt sich ihren zerstörerischen Weg aus der Transportkiste und zerfetzt die Handlanger, die sie transportiert haben. Das Cover ließ es bereits erahnen – Overtkill is back.

      Aber leider ist die ganze Chose dann überraschend schnell auch wieder abgehandelt. Zwar cool bebildert, aber zu keinem Zeitpunkt wirklich mitreißend. So wirkt der Zweiteiler wie ein stück aufgewärmter Nudelauflauf, macht zwar satt, schmeckt mit dem eingetrockneten Käse und der grieselig gewordenen Soße aber nicht mehr wirklich wie beim Italiener. Einziger Lichtblick ist die wahrlich äußerst coole Art und Weise, in der sich Al um den Drahtzieher hinter der Sache kümmert, wer das ist könnt Ihr Euch vielleicht schon denken.



      US-Hefte #107-112
      Die Russisch-Armenischen Gangs fetzen sich mit der Italienischen Mafia darum wem New York denn nun gehört. Allerdings haben sie die Rechnung da ohne einen finsteren Gesellen in rotem Mantel gemacht, denn eins steht fest, das ist Spawns Stadt!

      Doch während diese drei Parteien ein Schachtfest veranstalten kommt ein Neuer in die Stadt. Ein dunkler, geradezu unheimlich ruhiger Geselle, genannt Simon. Als erster spürt er Wolfram auf, den Vampir, der in den Slums dereinst für den Himmel unterwegs war und Al schließlich mal aus der Patsche geholfen hat, worauf er gezwungen war unterzutauchen. Sehr cool, dass der Scharfzahn aus dem letzten Viertel von Band sechs der Origins Collection hier wieder mit rein kommt, doch jetzt hat ihn die Vergangenheit wohl eingeholt. Allerdings sind Simons Interessen in New York damit noch lange nicht erledigt.

      Währenddessen untersuchen Sam & Twitch das Massaker zwischen der Mafia und den Gangs. Twitch Williams scheint zur Zeit aber nicht so bei der Sache zu sein. Mit seiner Frau hat er sich wohl überworfen bzw. hat sie ihn vor die Tür gesetzt (@Panini: Bringt endlich mal SAM & TWITCH!!!) und sein Junior treibt sich lieber in der Spielhalle rum, als in der Schule. Der junge Max erinnert von Lebensstil ein wenig an Eddie Furlong in Terminator 2, also ein typisches, gegen alles und jeden rebellierendes Scheidungskind. Da kommt die mysteriöse, aber auch hübsche und ungemein frei lebende Dawn gerade recht. Hals über Kopf verliebt sich Twitchs Sprössling und folgt der zwielichtigen Gestalt blind vor Liebe in den Untergrund.

      Vom Untergrund in den Abgrund ist es nicht weit und dorthin werden von Simon und seinen immer zahlreicher werdenden Anhängern mehr und mehr Menschen gelockt. Währenddessen bekommen es Sam und Twitch mit immer mörderischeren Fällen zu tun und Twitch sieht auf der Suche nach seinem Sohn nur noch einen allerletzten Ausweg, er muss Spawn um Hilfe bitten. Doch hätte auch nur einer der Dreien gedacht in welcher Verbindung all diese Ereignisse zueinander stehen?



      Puh, also das war jetzt aber wirklich nicht ganz so easy, denn ich muss ehrlich zugeben, dass etwa ein Drittel dieses neunten Bandes mit zum Schwächsten gehört, was ich bislang an Spawn gelesen habe. Das war stellenweise echt lahm, ermüdend und ich hatte das Gefühl, dass McFarlane überhaupt keine Ahnung hatte, wo die Reise nach der #100 denn eigentlich hingehen sollte. Eine kleine Nachbehandlung und dann ein wenig Geplänkel hier, ein bisschen Okkultes da und wenn man mal nicht weiter weiß „bildet man nen Arbeitskreis“, was in diesem Fall soviel bedeutet wie: Bringen wir doch Nazis mit rein und lassen ein paar alte Widersacher wieder auferstehen. Alles zumeist nicht ganz kacke, vor allem, weil die Bilder von Angel Medina echt super aussehen! Aber wirklich toll ist das alles leider auch nicht, bringt vor allem weder den Charakter noch die Story vorwärts und ist deshalb schlicht langweilig.

      Bis – ja, bis mit der beinahe schon als episch zu bezeichnenden, sechsteiligen Himmelreich-Saga rund um Simon und seine unheilige Brut ein wahres Glanzstück aus dem Spawn-Universum hervortritt. Klassischen Horrorthemen gehört seit eh und je mein Herz, so natürlich auch den Vampiren. Angefangen mit Bela Lugosis klassischer Interpretation bei Universal über die Hammer-Filme und Bram Stokers Dracula bis zu moderneren Adaptionen wie Blade, From Dusk till Dawn oder John Carpenters Vampires. (Und wehe es kommt mir jetzt jemand mit Twilight! Dann DREH ICH AM RAD!!! Das sind KEINE Vampire! Vampire glitzern nicht, wenn das Sonnenlicht sie trifft, sie SCHMELZEN, VERBRENNEN, EXPLODIEREN, ZERFALLEN ZU ASCHE oder sterben sonst irgendeines fürchterlichen, extrem schmerzvollen Todes. So war es, so wird es immer sein und so gehört das auch. BASTA!) – Sorry für den kleinen Ausraster, aber das musste einfach mal raus.

      Aber zurück zum Thema. Einer der ersten Vampirfilme, die ich je gesehen habe hat mich in meiner Jugend äußerst beeindruckt und ist für ewig in meinem Gedächtnis eingebrannt geblieben. Ich war vielleicht gerade mal 12 als ich den das erste mal gesehen habe und danach hat es bestimmt vier Jahre gedauert, bis ich den mal wieder irgendwo gefunden habe. Die Rede ist von dem, abseits der Film-Nerd-Base gar nicht mal so bekannten Genre-Highlight Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis. James Camerons Ex Kathryn Bigelow hat hier eine brillant in die Neuzeit gehievte Adaption des Vampir-Mythos auf die Leinwand gezaubert und ist dabei auch nicht gerade zimperlich zu Werke gegangen. Hauptdarsteller Adrian Pasdar ist zwar bei weitem kein Oscar-Kandidat, aber alleine, dass mit Lance Henricksen, Jenette Goldstein und Bill Paxton schon die halbe Besatzung des Marine-Kreuzers aus Aliens mit an Bord ist zeigt schon, dass es sich da um keine Schund-Produktion handelt.

      Um jetzt die Brücke zu Spawn zu schlagen: Diese frische, moderne Herangehensweise an die Thematik, die in dem Film an den Tag gelegt wird, aber dennoch die alten Mythen nicht missachtet oder ad Absurdum führt schafft eine ganz besondere, stets düstere Atmosphäre, die ich beim Himmelreich-Storyarc ebenso empfunden habe. Auch das Sam & Twitch, wenn auch auf recht tragische Weise, stark in die Story eingebunden werden finde ich top. Vor allem die Beziehung zwischen Dawn und Maximilian und eine gewisse Rohheit und stellenweise recht explizite Gewaltdarstellung, sind ebenfalls Aspekte, die der Film und die Spawn-Geschichte gemein haben. Das alles hat mich ein wenig an meine Jugend und das Entdecken dieser faszinierenden Vampirwelten erinnert. Wenn Kindheitserinnerungen geweckt werden ist das natürlich immer perfekt und so reißt das sechsbändige Finale den ganzen Band deutlich aus der Versenkung, macht ja immerhin die Hälfte des 332 Seiten starken Hardcovers aus, welches wieder mit einem schicken Doppel-Cover von Mister Capullo aufwartet, alle Cover beinhaltet sowie einen Schwung Tuschezeichnungen und eine Leserbrief-Antwort von Todd McFarlane zu Spawn #108 bietet.

      Meine Wertung: 7/10

      Aber nur ganz knapp über die sechs rausgekommen! Da hat der gute Al gerade nochmal die Kurve gekriegt und ist doch noch glimpflich davongekommen. Ich hoffe ja, dass Band zehn so grandios weitergeht wie dieser hier geendet hat, und nicht wieder auf das Niveau der ersten Hefte nach der #100 zurückfällt. Man darf gespannt sein! Vor allem auch auf das Finale der Himmelreich-Saga, denn der siebte und letzte Teil folgt erst in Ausgabe 10 der Spawn Origins Collection.

      VG, God_W.
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