Spawn: Architekten der Angst

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    • Spawn: Architekten der Angst

      Der Hellspawn in den Straßen von Paris…



      Titel: Spawn: Architekten der Angst

      Verlag: Panini (US: Image)

      Format: 116 Seiten im Paperpack

      Inhalt: Spawn – Architects of Fear, Spawn - Simonie

      Autoren: Todd McFarlane, Arthur Clare, Alex Nikolavitch

      Zeichner: Aleksi Briclot

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      ZWEI GRAPHIC NOVELS IN EINEM BAND!

      In der ersten Story versucht Cogliostro, ein Stück des Gewandes von Jesus Christus zu ergattern, um seinen Hellspawn-Fluch loszuwerden. Doch er ist nicht der Einzige, der Interesse an der Reliquie hat.

      In der zweiten Story ersucht Ethaan, einer der fünf Engel der gefürchteten Kaste der Architekten, um Al Simmons' Hilfe, um eine ihrer ältesten Waffen wieder "instand zu setzen" - die Seelenfalle Horsaak-El.
      Aber eigentlich soll Spawn unwissentlich als trojanisches Pferd eingesetzt werden …



      Just my 2 cents:
      Es war mal wieder so weit, laut der EMPFOHLENEN LESEREIHENFOLGE, von der es in leicht abgewandelter Form auch HIER noch eine Variante gibt, waren mal wieder einige Einschübe zur Hauptreihe der Origins Collection angesagt. Diesmal geht es sogar über den großen Teich, denn Spawn Simonie, bei uns „Das Gewand“ getauft, die erste der beiden enthaltenen Stories stellt zugleich den ersten Französischen Beitrag zum Spawn-Universum dar. Anno 2003 erhielt der in Frankreich angesiedelte Semic Verlag von Todd McFarlane die Freigabe eine eigene Spawn-Story zu verfassen und zu veröffentlichen. Natürlich hatte der Toddster wieder Mitspracherecht bei der Story, aber der Plot kam wohl hauptsächlich von Arthur Clare und als Zeichner wurde der aufstrebende, damals 25 Jahre junge Aleksi Briclot eingesetzt, und Freunde, der hat was auf dem Kasten! Aber das seht Ihr ja selbst, auch wenn meine Fotos diesmal wirklich nicht so ideal getroffen sind wegen dem spiegelnden Papier und den düsteren Bildern, aber ich denke einen kleinen Eindruck könnt Ihr Euch doch verschaffen.

      Bevor ich jetzt aber ein paar Worte zu den beiden enthaltenen Stories verliere müssen wohl die etwas verwirrenden Rahmendaten nochmal abschließend geklärt werden. Spawn: Das Gewand (Simonie) wurde 2003 geschaffen und liest sich wohl am besten zwischen den Heften #101 und #102 der Ongoing, also kurz nach der ersten fetten Geburtstagsfete. Seltsamerweise hat Panini die Geschichte aber als zweites in den Band gepackt. Die erste enthaltene Story ist Spawn: Architekten der Angst (Architects of Fear) aus dem Jahr 2011, also deutlich später entstanden. Allerdings erneut von Aleksi Briclot gezeichnet, dessen immense Fortschritte, die er in der Zwischenzeit gemacht hat beeindruckend von den Seiten scheinen. Arthur Clare war wieder am Plot beteiligt und die Story, die diesmal direkt bei Image erschien, nicht zuerst bei den Franzosen, wird in beiden oben genannten Lesereihenfolgen zwischen den US-Heften #132 und #133 angesiedelt. Wie sinnvoll das nun wieder ist sei mal dahingestellt, denn die beiden Hefte der Hauptreihe wirken ohne den Einschub eigentlich wie aus einem Guss. Meiner bescheidenen Meinung nach macht es wenig Unterschied, ob man die Geschichte jetzt zu diesem Zeitpunkt, oder auch einen Origins-Band früher oder später liest. Fühlt Euch frei!

      Ich vertausche jetzt mal ganz frech die Reihenfolge wieder und schreibe in der Abfolge über die beiden Stories, in der sie gelesen werden sollten (und in der sie auch erschienen sind), also genau andersrum, als sie in dem schick gestalteten Paperback mit Klappenbroschur abgedruckt sind.



      Spawn: Das Gewand (Spawn: Simonie) – Jun & Sep 2003 / Zwischen Heft #101 & #102
      Vergangenes Jahr in Sinai führte die junge hindu-britische Archäologin Dr. Shankra Dimpourr nach bester 5th Element Manier archäologische Ausgrabungen in den Grabmalen des frühen Christentums in Sinai durch. Sie war auf der Suche nach Hinweisen auf „Das Gewand“, als wie aus dem Nichts ein langhaariger, bärtiger Greis mit Hut und wildem Blick auftaucht.
      Sechs Monate später durchstreift ein Sondereinsatzkommando die Katakomben von Paris, als es urplötzlich unter heftigen Beschuss gerät. Es gibt Todesopfer und die Einheit, die verwunderlicher weise nicht der Polizei oder gar der Armee, sondern der Kirche (!) angehört, sieht sich zum Rückzug gezwungen.
      Kommissar Losfeld, ein ziemlich zwielichtiger Typ, der mit John Constantine verwandt sein könnte, scheint ein mysteriöses Doppelleben zu führen, denn kurz nachdem er dafür gesorgt hat, dass ein geheimes, unterirdisches Labor in Paris vor dem Zugriff durch ein Sondereinsatzkommando gesichert wurde, muss er sich mit einer in den Tunneln umherstreifenden Goth-Tussi auseinandersetzen. Aber Moment, ist das nicht die seit über einem halben Jahr vermisste Archäologin Dr. Dimpourr? In wessen Auftrag mag die denn nun die Katakomben unter der Stadt der Liebe durchstreifen? Und was genau vermutet sie dort zu finden?

      Vielleicht könnt Ihr schon herauslesen, wie das alles zusammenhängt, vielleicht auch nicht, aber zugegeben, der Plot ist schon ganz schön an den Haaren herbeigezogen und konstruiert. Dennoch hatte ich ungemein viel Spaß beim Lesen, denn bei aller Unwahrscheinlichkeit kommt das gesamte Geflecht schon enorm cool rüber, wenn man sich drauf einlässt. Ich meine hey, es geht hier um Spawn! Einen US-Antihelden-Comic! Logik und realistische Stories gehören da nicht zu den Grundanforderungen. ;) Außerdem ist das Artwork wirklich eine atmosphärisch-düstere Augenweide und unser Liebling im roten Umhang macht auf Notre Dame de Paris eine enorm coole Figur! Dazu der schöne Link zum fünften Element gleich zu Beginn und als persönliches Schmankerl für mich dienen auch noch die Pariser Katakomben als Kulisse, die ich in Teilen bereits besichtigen durfte. Ein etwas makabres, aber unheimlich einprägsames Erlebnis!



      Spawn: Architekten der Angst (Spawn: Architects of Fear) – Feb 2011 / Zwischen Heft #132 & #133
      Düstere Nächte beherrschen New York City. Der Big Apple, der vor Abschaum und Verbrechen immer weiter und schneller vor sich hin fault ist ein finsterer Ort zum Aufwachsen. Der kränkliche Gestank von Furcht weht durch die Häuserschluchten. Durch eine dieser verregneten, schmutzigen Gassen hetzt das blonde Mädchen Ethan mit ihrem Albino-Haustier Yam. Sie hat ein vermeintliches Verbrechen mit angehört und flüchtet jetzt zurück zu ihrem Heim. Zum Glück läuft sie dem freundlichen Polizisten Marc Simmons (Ja, DEM Marc Simmons) in die Arme.

      Er trägt dem durchnässten, bemitleidenswerten Geschöpf auf zurück zum Heim zu laufen und fordert Verstärkung an. Er will sich die Sache mal genauer ansehen. Doch während Captain Simmons eine wahrhaft grausige Entdeckung macht trifft die Kleine Ethan auf drei sehr ungemütliche Individuen – und auf ein Monster in rotem Umhang. Aber ist der Spawn auch das einzige Monster im Umkreis? Wie zu erwarten, bist es schon bald an allen Fronten Schwierigkeiten, die zu einer Eskalation von ungeahnten Ausmaßen führen…
      Ich geb‘s zu, die Familiäre Verknüpfung der Ereignisse durch die Einbeziehung von Als Bruderherz lässt den Plot erneut etwas krampfhaft herbeikonstruiert wirken, dennoch komme ich nicht daran vorbei alles Gesehene und erlebte als schrecklich schön und vollends faszinierend zu betrachten. Das zugleich grausige, brutale und unglaublich schöne Artwork übt eine Faszination aus, der ich mich weder entziehen kann noch möchte. Manche Bilder erinnern an die Uncut-Varianten der frühen Hellraiser-Filme oder an Carpenters The Thing, nur um ein Vielfaches „schöner“. Ich bin schlicht begeistert von Aleksi Briclots Kunst – und ja, die Story ist auch ganz Okay, eigentlich sogar ziemlich cool und ein bisschen creepy, wenn auch nur mäßig spannend.



      Trotz all der Mäkeleien zu denen die beiden Stories genug Angriffsfläche bieten hat sich dieser Ausflug weg von der Spawn Hauptreihe wirklich mehr als gelohnt! Immer wieder nehme ich den Band zur Hand und blättere ihn durch, schon alleine wegen der faszinierenden Bilder. Ungewöhnlich ist für einen Panini Paperback das doch recht umfangreiche Bonusmaterial, welches neben den obligatorischen Infos zu den vier beteiligten Autoren/Zeichnern auch noch eine 15-Seitige Art-Galley umfasst. Entweder hat Panini bei Ausnahmezeichner Aleksi Briclot auch sofort gemerkt, was die Uhr geschlagen hat, oder das Heftchen wäre ihnen ohne den Bonus mit dann nur noch 100 Seiten doch ein wenig zu dünn geraten. Ich tippe mal zuversichtlich auf Ersteres.

      Meine Wertung: 8/10

      Wobei das 10er Artwork dem Band hier schon ein wenig den Arsch gerettet hat, aber hey, why not? Mir persönlich hat Das Gewand von der Story her einen Tacken besser gefallen als Architekten der Angst, wie war es bei Euch?



      VG, God_W.
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